Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
Antworten
Regina Dettenrieder

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von Regina Dettenrieder » So 18. Jul 2010, 21:50

Liebe "Tamchen"
weitere Beitrags-Quellen zur PEG-Ernährung finden Sie auch auf unserer homepage http://www.pflege-shv.de/Erfahrungsberichte , Neuss 2008, Link zu "Dagmars Berichte". Es ist dies ein Hilferuf und Erfahrungsbericht einer Tochter, die eindringlich darum bittet, von einer PEG-Sonde bei ihrer Mutter abzusehen. Leider kommen viel zu viele Hilferufe von verzweifelten Angehörigen an den Pflege-SHV.
Viel Erfolg wünscht

Regina Dettenrieder



Benutzeravatar
pegean
Beiträge: 3142
Registriert: So 12. Okt 2003, 13:51

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von pegean » So 18. Jul 2010, 23:30

Der Link funktioniert leider nicht !

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

Regina Dettenrieder

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von Regina Dettenrieder » Mo 19. Jul 2010, 08:52

Danke für den Hinweis.
Über http://www.pflege-shv.de gelangen Sie auf die homepage, dort weiter unter Erfahrungsberichte, Pflegemissstände aus der Sicht von Angehörigen...



Benutzeravatar
doedl
Beiträge: 6402
Registriert: Sa 11. Aug 2001, 19:12
Beruf: Pflegedinosaurier
Einsatz Bereich: Geschäftsführung Sozialstation
Interessen: Mauern, Verputzen, Betonieren, grins

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von doedl » Mi 21. Jul 2010, 09:28

[quote=""tamchen""]Hallo,

Habe hier zudem einen interessanten Beitrag schon gefunden- diesbezüglich jetzt noch meine Frage: Darf ich einen Betrag hier aus eurem Forum in meine Arbeit einkopieren ?
Finde leider nirgends was an, wo ihr das ganze genau geregelt habt.
Danke schon im Voraus für eure Mithilfe[/quote]

Hallo Tamchen,

Beiträge kopieren verstößt gegen das Urheberrecht- Du solltest unbedingt die Einverständnis des Schreibers einholen.

Gruß Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

frieda
Beiträge: 23
Registriert: Mo 5. Jul 2010, 20:02

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von frieda » Sa 31. Jul 2010, 18:57

Hallo Tamchen,
bisschen spät, die Antwort von mir.
Meine Erfahrung: Zwang von seiten der Heime / Krankenhäuser zur Sondenlegung ist nicht nötig, es gibt andere Techniken. Mich haben sie damit auch platt geredet und meine Mutter hat jetzt eine, obwohl sie nie eine wollte.

Es gibt ein Buch von Tina Seidel: Der Einsatz von Magensonden..., Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008, da wird auch auf die massive Zunahme von Magensonden im Heim-Bereich hingewiesen.
Weiß nicht, ob es dir nützt.
LG
frieda



Ronja
Beiträge: 20
Registriert: Di 16. Jan 2007, 21:52

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von Ronja » Di 10. Aug 2010, 21:18

Meine Mutter lebte 9 Monate in unserem Pflegeheim. Sie war dement und hatte Pflegestufe 3. Mein Vater hatte die Betreuung und sollte er verhindert sein, hatte ich die Vollmacht. Der gesundheitliche Abbau schritt erschreckend schnell voran. Sie lehnte Nahrung jeglicher Form und Konsistenz ab, Flüssigkeit ebenfalls. Sie schrie 24 Stunden lag mit voller Kraft. Es war furchtbar. Vorrübergehend war sie in der Psychiatrie und dort wollte man ihr eine PEG sowie eine subcutane Infusion legen. Mein Vater und ich haben beides rigoros abgelehnt. Nach 3 Wochen kam sie zum Sterben wieder zu uns. Wir waren zu jedem Zeitpunkt 100 % ig sicher im Sinne meiner Mutter zu handeln und haben uns entschieden, sie hier in Zusammenarbeit mit der Hausärztin würdevoll sterben zu lassen. Flüssigkeitszufuhr bekam sie nur soviel, wie sie freiwillig zu sich nahm, Nahrung wollte sie gar nicht mehr, also bekam sie keine. Nur das, was sie zu liess, wurde gemacht. Nach 3 Wochen starb sie, sie hat es selbst entschieden. Hinzuzufügen wäre noch, dass sie Medikamente bekam, die ihr Leiden gelindert, aber nicht ihr Leben verlängert haben.



frieda
Beiträge: 23
Registriert: Mo 5. Jul 2010, 20:02

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von frieda » Mo 16. Aug 2010, 20:29

Hallo tamchen,
danke für die aufschlussreiche Antwort.
Die PEG wurde meiner Mutter (90)gelegt, als sie selbst so krank war - Venenthrombose, Lungenembolie - dass sie nicht entscheidungsfähig war, und mein Bruder und ich haben eine Generalvollmacht.

Jetzt isst und trinkt sie wieder selbstständig, ABER sie bekommt täglich einen halben Liter Wasser per PEG.
Sie selbst weiß nicht, was mit ihr geschieht, sie versteht vieles nicht mehr, was um sie passiert - nicht wegen Demenz, sondern durch altersgemäße Beeinträchtigung (Sehkraft, Gehör, Verlangsamung) und eine nicht entsprechende Umgebung (wechselnde Bezugspersonen, die sie oft nicht versteht, Schnelligkeit und Geräuschpegel der Abläufe usw.)
Und wenn sie ab und zu allgemein Protest erhebt, dass man mit ihr mache, was man wolle, wird ihr das schnell Richtung Paranoia ausgelegt.

Zur PEG:
Mal angenommen ich würde auf dem rechtlichen Standpunkt beharren, das Ding müsse weg - erstens müsste ich das - vielleicht sogar juristisch - erkämpfen- Und dann würde sie vermutlich zu wenig trinken.
Mein Bruder meinte dazu schon, das würde das Schlaganfallrisiko steigern.

Andererseits: wenn man das Ding so lässt, wird sie beim nächsten größeren Krankheitsfall wieder künstlich ernährt werden, und sie muss ein langes Leben dahin vegetieren, obwohl sie jetzt schon nicht mehr möchte.

Wo ist der Ausweg aus diesem Dilemma?
Herzliche Grüße
frieda



A.v.Stösser
Beiträge: 118
Registriert: Mi 28. Apr 2010, 17:52
Kontaktdaten:

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von A.v.Stösser » Mo 16. Aug 2010, 21:44

Hallo Frieda,
laut aktueller Rechtslage ist der schriftlich bekundete oder mutmaßliche Wille des Patienten entscheidend. Wenn Sie und Ihr Bruder gemeinsam versichern, dass Ihre Mutter mit künstlicher Ernährung über PEG, die über das aktuelle Maß der Flüssigkeitszufuhr hinaus geht - nicht einverstanden wäre, sollten Sie jetzt schon für Klarheit sorgen. Am besten indem Sie und Ihr Bruder einen Gesprächstermin mit dem behandelnden Arzt vereinbaren und das Vorgehen in solch einem Falle besprechen. Wenn Sie beiden sich uneins sind, wird der Arzt im Falle X die Entscheidung im Zweifelsfalle zu gunsten der Sonde treffen. Liegt keine entsprechende Patientenverfügung vor, kommt es sehr auf die Einstellung des Arztes an. Auch vor Gericht ist diese meist entscheidend. Die meisten Ärzte sind froh, wenn sie im Vorfeld mit den Angehörigen/Bevollmächtigten Einigkeit erreichen konnten.

Alles Gute
A.v.Stösser
http://www.pflege-shv.de



sophie
Beiträge: 3769
Registriert: Mi 11. Jan 2006, 23:24

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von sophie » Di 17. Aug 2010, 06:47

Hallo,

dennoch sollte man sich doch vor Augen halten, dass man diesen Weg, "Ja zur PEG" einmal eingeschlagen hat. Solange sie jetzt noch ausreichend isst und nur einen halben Liter Wasser via PEG bekommt, hat sie doch scheinbar auch noch den Willen zu leben.

Ich frage mal etwas überspitzt:
Soll sie jetzt die Nahrungs/Flüssigkeitszufuhr unterbrechen, weil die Umgebung nicht passt? Wie wäre es denn einfach mit einem anderen Heimplatz ;-) (Vorsicht Zynismus)


Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

Stephanie2010
Beiträge: 19
Registriert: So 19. Sep 2010, 16:03
Kontaktdaten:

AW: Künstliche Ernährung; Zwang oder nicht?

Beitrag von Stephanie2010 » So 19. Sep 2010, 16:07

Ja genau so sehe ich das auch



Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast