Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
Trude
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Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von Trude » Sa 26. Mär 2011, 10:35

Hallo, ich brauche euren Rat.

Ich bin Laiin mit jahrelanger Arbeitserfahrung aus der stat. Pflege, kann also inhaltlich gut folgen, bin mir aber in einigen Punkten unsicher. Auch habe ich mit der Arbeit vor 10 Jahren aufgehört. Ich habe fachlich keine Austauschpartner, daher poste ich hier in der Hoffnung, etwas mehr Sicherheit in meiner persönlichen Wahrnehmung zu erhalten.

Es geht im Folgenden immer um denselben, hoch betagten, geistig orientierten, natürlich auch mit Aussetzern behafteten, im AZ mittlerweile erheblich geschwächten Angehörigen nach ca. Vierteljahr Leben im Heim nach Schlaganfall.

Sachstände & Fragen:

1. wenn man das Pflegepersonal darauf aufmerksam macht, dass der Angehörige über erhebliche Schmerzen beim Schlucken (trinken, essen) klagt: ist es dann üblich, dass durch das Pflegepersonal NICHT in die Mundhöhle gesehen wird?

Es wurde sofort eine Notiz für den Wochendienst gemacht: Arzt benachrichtigen (wurde auch nachweislich durchgeführt). Ich möchte nur aus professioneller Sicht wissen: ist es UNÜBLICH, sich nicht selbst ein Bild zu machen? Der Hinweis wurde zwei Mal an zwei verschiedene, mir als ex. Kräfte dargestellte Kräfte gemacht.

2. der Angehörige ist Nieren transplantiert.

Frage: ist es üblich, dass man auf den Hinweis, dass der Mann trinken muss, die Antwort (nun nachweislich von einer ex. Kraft) erhält: "wir können nicht alle fünf Minuten ins Zimmer rennen"? Der Sachstand "Transplantation" ist mehrfach mündlich wie durch ausgehändigte Arztberichte kommuniziert worden.

3. ich wurde telefonisch um die Zustimmung zur gebeten, den Vater notfallmäßig ins KH zu überweisen. Der behandelnde Facharzt hatte bereits die Einweisung ärztlich angeordnet: Austrocknung, Nierenverlustgefahr u.a. Eine Betreuung liegt nur für das Anbringen von Bettgitter/Rollstuhlsicherungsgurt vor, der Bewohner ist klar bei Verstand, hat das KH sogar empfohlen (dort wurde er transplantiert und über Jahre betreut).

Frage: ist es üblich, dass dann die Angehörige erst telefonisch um Zustimmung ersucht wird? Bei Notfall? Und die Einweisung vom Facharzt lautete explizit: Notfall - einweisen!

4. viele dieser Telefonate führt der AP-Schüler mit mir. Ich weiß nicht, ob er hier mitliest und ich habe keine Veranlassung, ihn schlecht zu machen.

Frage: ist es üblich, dass Telefonate wie das in 3. geschilderte vom Schüler (erste Hälfte der Ausbildung) geführt werden, während die WBL DANEBEN steht?

5. wir haben auf Hinweis eines der ex. Kräfte (der nach eigenem Bekunden eine Zusatzquali bezüglich Schlaganfall absolviert hat) ein teures Druckentlastungskissen für den Rolli gekauft. Zu jener Zeit hatte der Angehörige ein gerötetes Gesäß. Das Kissen - Name vergessen - wird aufgepumpt und individuell an den Bewohner (Gewicht) angepasst. Lt. Aussage dieser Pflegekraft - die jedoch nicht mehr in dem Haus arbeitet - hat der Bewohner darin Sitzsicherheit. Bei meinem letzten Besuch lag ein formstabiles, also festes und somit völlig normales Rolli-Kissen AUF dem Druckentlastungskissen.

Frage 1: Ist diese Kissenstapelung aus pflegerischer Sicht angemessen?
Frage 2: ist es normal, dass ein solch hochwertiges, auch für die Pflege konstruktives Kissen, nicht auf das - mittlerweile um ca. 7 kg reduzierte - Gewicht des Bewohners angepasst aufgepumpt wird? (denn nur dann bringt es ja was)

6. beim unter Frage 3 aufgeführten Telefonat habe ich zum ersten Mal von einem Druckgeschwür am Fuß erfahren: 1-Euro-Stück groß, Schorf oben drauf, druckfest. Nach Abklärung durch die Notaufnahme gestern im KH steht fest: das ist ausgelöst durch Schuhwechsel. So wurde es auch durch die Altenpflegekraft dargestellt. Nur: ich wusste nichts davon.

Frage: ist es normal, dass ich erst bei Notfallaufeinweisung durch dass AP-Personal über dieses Druckgeschwür informiert werde?

7. die WBL hat zwei Wohnbereiche zu verwalten. Meines Wissens arbeitet sie nicht mehr am Bett. Sie hat 50 Bewohner unter sich.

Frage: ist dies ein verbreiteter Schlüssel? (den von Personal zu Bewohner weiß ich nicht)

8. anlässlich einer anderen zu klärenden Frage (inhaltlich nicht brisant) wurde ich um telefonische Rücksprache gebeten; ich wies darauf hin, dass ich zur angebotenen Zeit wahrscheinlich beruflich verhindert wäre, ich könne schwer auf Abruf mal eben telefonieren. Sicherlich war auch mein Tonfall nicht mehr pädagogisch-freundlich, der meines Gegenübers auch nicht mehr (gegen Feierabend). Antwort: "Sie haben Ihren Job, ich habe meinen Job, alle haben einen Job".

Frage: Ich empfinde diese Reaktion als unangemessen und überheblich. Bin ich überspannt?

In der Hoffnung, dass zu der einen oder anderen Fragen sich jemand äußern mag, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Trude



überflüssig
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von überflüssig » Sa 26. Mär 2011, 12:04

Hallo Trude,
Zu 1: Ich würde nachschauen, denn so könnte ich dem Arzt bei der Konsilanforderung schon vielleicht etwas mitteilen.
Zu 2:
Kann der Mann sich sein Getränk selbst nehmen, oder muss es angereicht werden?
Üblicherweise wird doch für die Bewohner, deren Trinkmenge einen bestimmten Wert nicht über- bzw. unterschreiten darf ein Protokoll geführt? Ist das bei ihm nicht der Fall? Bei dauernder Unterschreitung der notwendigen Menge gäbe es noch die Möglichkeit der Flüssigkeitszufuhr sc./iv.
"wir können nicht alle fünf Minuten ins Zimmer rennen"?
Ziemlich freche Antwort, die zudem nicht besonders konstruktiv ist.
Zu 3:
Notfall ist Notfall, da braucht der Einweiser keine Erlaubnis von Angehörigen
Es sei denn, es läge eine Verfügung vor, in der der Bewohner ablehnt in die Klinik zu kommen.
Zu 4:
Die Azubis müssen ja auch lernen, derartige Telefonate zu führen. Vielleicht war das der Hintergrund, zudem die WBL ja danebenstand und jederzeit hätte eingreifen können?
Zu 5:
Das ist im Grunde so, als würde man das Laken bei einer druckentlastenden Matratze fest einspannen. Damit wird die gute Wirkung aufgehoben.
Hat das Kissen vielleicht Toleranzbereiche, so dass erst ab einer Geichtsveränderung von mehr als 7 Kg reguliert werden muss? Gibt es ein Anleitung für das Kissen? Da müssten solche Dinge drinstehen.
Zu 6:
Das ist vielleicht nur im Alltagsstress untergegangen, sollte nicht sein, passiert aber auch einfach mal ohne bösen Willen der jeweiligen PK.
Hier wäre vielleicht ein klärendes Gespräch mit den zuständigen Personen auf Station von hilfreich. Dabei könntest Du deutlich machen, dass Du über derartige Veränderungen informiert werden möchtest.
Zu 7:
Interessanter wäre mE die Frage, wieviele Bewohner eine examinierte AP in der Bezugspflege zu betreuen hat.
Zu 8:
Ohne die Hintergründe zu kennen, würde ich mal sagen eine solche Antwort ist indiskutabel. Berufstätigkeit hin oder her, es lässt sich immer ein Termin für ein Gespräch finden, an dem die Beteiligten Zeit haben.
Scheinbar sind aber schon Dinge im Vorfeld gelaufen, die gegen eine entspannte Gesprächsatmosphäre sprechen? Vielleicht habt Ihr Euch aneinander hochgeschaukelt? Lässt sich das noch kitten?
VG überflüssig



Suse2
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von Suse2 » Sa 26. Mär 2011, 13:31

hallo

zu

5... das ist mit hoher wahrscheinlichkeit ein Quadro Select
(sieht aus wie eine Palette Mohrenköpfe?? :smile )
dann sollte nix drauf und es auch regelmäßig ans gewicht angepasst werden

zu

1...

ich würde auch nachschauen, schon um ein zuschätzen ob es ein Fall frü den ZA oder HA ist

zu

6...

wir haltern es so Angehörige schnellstmöglcih über solche Dineg zu informieren...#



zu

3...

wenn der diensthabenden Arzt eien Noteinweisung macht, dann solles ja schnell gehen und somit informieren ich die Angehörigen wenn der BW auf dem WG ist.. Ausnahme es gibt eine Pat. Verfügung und dem Betroffenen geht es so schlecht das er den Transport aller vorraussicht nach nicht übersteht, dann stellen wir eine Verbindung zu Angehörigen /Betreuer her, überlassen das Gespräch aber dann dem Arzt..

zu

8..


nun die Grundregeln der Kommunikation sollte man schon beachten...denn wie man in den Wald hinein ruft......


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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von iceage » Sa 26. Mär 2011, 17:24

Hallo Trude,
um Deine Fragen besser einordnen zu können,würde mich interessieren :
Bist Du nun "vom Fach" und arbeitest nur seit 10 Jahren nicht mehr in der Pflege oder bist Du richtiger Laie ?
Sorry,aber Deine Einleitung ist etwas...naja,undurchsichtig :confused: .

Um mich in der Beantwortung Deiner Fragen kurz zu fassen :
Wenn aufgrund der Schluckbeschwerden eine ärztliche Vorstellung erfolgt ist und die Schluckbeschwerden abgeklärt wurden,dann ist doch alles im Lot,finde ich. Da ist es eigentlich irrelevant,ob die PK nun selbst die Mundhöhle inspiziert oder dies dem Arzt überlässt.
In Sachen Spezialkissen scheint's mir schlicht um Kommunikationsmängel zu gehen,denn wenn Du dieses Kissen selber kaufst und möchtest,dass der Herr darauf korrekt sitzt,dann solltest Du die Kollegen schon über die Handhabung dieses Kissens unterrichten und dafür sorgen,dass die Einweisung auch dokumentiert ist,denn die Kissenbenutzung ist letztlich Dein Wunsch,wobei fraglich bleibt,ob die Benutzung fachlich indiziert ist.
Die Geschichte mit der Trinkmenge und den Folgen ist auch mir nicht begreiflich,obwohl Du Dich ja nicht dahingehend geäussert hast,ob der Bew. noch selbst trinken und den Becher erreichen kann. Die Folgen einer Dehydration bei Z.n. Nierentransplantation sind ja schließlich nicht ohne,so dass ich hier das Vorgehen des Heimes auch bemängeln muss.
Zum Thema Telefonate durch Azubi's schliesse ich mich >überflüssig< an,denn auch Azubi's müssen den Angehörigenkontakt lernen und hier ist es schon als vorbildlich anzusehen,dass die WBL dies unterstützt und beaufsichtigt.
Bei der Wortwahl halte ich es mit dem alten Spruch :" Wie es in den Wald hinein schallt...",denn die MA des Heimes sind nicht ausschließlich für Dich oder den speziellen Bew. da,sondern haben noch jede Menge anderer Dinge zu tun. Hier sollte man sich als Angehöriger schon zurücknehmen können und nicht jeden klitzekleinen Ausrutscher oder jede klitzekleine Begebenheit zum Anlass nehmen,um sich aufzuschaukeln bzw. sich mit Beschwerden in den Vordergrund zu drängen.
Andere Leute haben auch ihre Angehörigen im Heim und die Pflegekräfte eines Heimes sind nun mal mit Sicherheit nicht die persönlichen Butler des Angehörigen.
Hier kommt es auf ein gesundes Miteinander an,denn unter einem Gegeneinander leiden zuallererst die Bewohner !



Regina Dettenrieder

AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von Regina Dettenrieder » Sa 26. Mär 2011, 21:22

@ iceage:

Was von dem geschilderten Sachverhalt ist ein
"klitzekleiner Ausrutscher und was eine klitzekleine Begebenheit? Und in welcher hier geschilderten Situation
trifft Ihre Aussage:
"denn die MA des Heimes sind nicht ausschließlich für Dich oder den speziellen Bew. da,sondern haben noch jede Menge anderer Dinge zu tun. Hier sollte man sich als Angehöriger schon zurücknehmen können"?

Regina Dettenrieder
Pflege-SHV



Trude
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von Trude » Sa 26. Mär 2011, 23:57

Hallo alle,

meine Vorbildung: Ich habe 11 Jahre als ungelernte Altenpflegehelferin gearbeitet und 2000 damit aufgehört. War etwas unglücklich ausgedrückt; ich empfinde mich als Laiin. Und muss/kann nun langsam feststellen, dass ich das gar nicht bin. Es war mir einfach selbst unklar. Ich erlebe mich plötzlich als eine, die von der WBL als Ansprechpartnerin gewünscht wurde; die in der Familie was erklären kann; die sich an sehr viel erinnert und automatisch Handgriffe kann, alles verinnerlicht.

@iceage: ich weiß nicht, welches Problem Sie mit Angehörigen haben, scheint mir im Ganzen ja ziemlich ungelassen zu sein.

Weder lasse ich mich bedienen noch schiebe ich mich mit Beschwerden in den Vordergrund. Aber alles liegt im Auge des Betrachters. Ihres liest Dinge, die da nicht stehen. Interessant ist ja auch: damit eben NICHT passiert, was Sie mir da unterstellen, passiert, poste ich hier. Ich will ja eben aus fachlicher Sicht wissen, ob mein Verhalten, meine Sichtweise /Wahrnehmung und damit meine Bewertung der Pflege übertrieben ist oder angemessen. Dazu sollte man mir aber nicht Negativitäten unterstellen, die man von vielem hat, nur nicht von mir.

Kissen: guter Hinweis. Da das Kissen mir aus der Pflege empfohlen worden ist und von einem anderen Bew. mit Erfolg bereits genutzt wird, habe ich fälschlich angenommen, die Pflege wüsste um die Funktionsweise.

Trinken: ja, der Bew. kann selbstständig trinken, aber nur mit Henkelbecher. Er hat allerdings infolge des sehr schmerzhaften Wasserlassens mit dem Trinken aufgehört. Um diesen kritischen Zusammenhang ging es.

"Üblicherweise wird doch für die Bewohner, deren Trinkmenge einen bestimmten Wert nicht über- bzw. unterschreiten darf ein Protokoll geführt? Ist das bei ihm nicht der Fall?"

Nein, dies ist nicht der Fall. Eine PK erwähnte, dass man das mit der Menge noch gut im Blick hatte, als er einen DK hatte, aber seitdem der gezogen ist, ist der Blick wohl verloren gegangen. Aber das ist auch kein Wunder, man will ja nicht ständig reinrennen.

Mundhöhle: was ist "ZA" und "HA"?

@überflüssig: du schreibst, dass das Verhältnis Bew/PK in der Bezugspflege interessanter wäre. Also, ich habe nicht den Eindruck, dass es Bezugspflege ist, also, dann würde man doch mehr über den Bew wissen (wollen), oder liege ich hier falsch? - Bezügl. des Zahlenverhältnisses will ich im Haus mal vorsichtig nachfragen. Ich habe mich ja auch nach dem Pflegekonzept erkundigt, da wurde ich an den Werbeständer in der Eingangshalle verwiesen.

Ich bedanke mich sehr herzlich! Auch das Schreiben hat mir viel geholfen.

Mit Gruß von der Trude



iceage
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Beitrag von iceage » So 27. Mär 2011, 08:02

Guten Morgen Frau Dettenrieder,
nun,vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt.
Mit den "klitzekleinen Ausrutschern" meinte ich die Wortwahl der PK am Telefon,welche für Trude unangemessen und bemängelnswert erschien.
Hier bin ich der Meinung,auch ne PK kurz vor Feierabend ist nur ein Mensch mit menschlichem Nervenkostüm,der lediglich auf Worte des ebenfalls genervten Angehörigen reagiert hat. Eine PK im Heim oder KH ist genauso mit menschlichen Problemen behaftet,weswegen man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte.

Mit den "klitzekleinen Begebenheiten" war der Azubi am Telefon gemeint,denn Angehörigenkontakt sollte schon geübt werden. Dies ist m.E. aber kein Grund,um auch dies zu bemängeln.

Liebe Trude,liebe Frau Dettenrieder,
es wird,nicht nur in diesem Forum,durchweg meist nur auf Heime etc. geschimpft,wobei sich die Angestellten als Leidtragende darstellen und denen auch Angehörige in nichts nachstehen.
Es wäre daher vielleicht an der Zeit,dass sich PKs und Angehörige auf menschlicher Ebene treffen und ihre Sorgen und Probleme austauschen,dann entstünde dieses "Kunde ist König"-Verhalten nicht.
Sicher,Altenpflege ist eine Dienstleistung am Kunden,aber es ist der Bewohner der Kunde und nicht der Angehörige !

Was mich irritiert,ist,dass Angehörige doch meist in ein Heim "abgegeben" werden,weils zu Hause nicht mehr geht,die Familie mit der Betreuung überfordert ist,aber genau diese "überforderten" Angehörigen (nicht alle !!) dann im Heim alles kontrollieren und teilweise besser wissen wollen.
Wenn man die PKs im Heim belehren und kontrollieren kann,dann kann man auch den Angehörigen zu Hause betreuen und alles so machen,wie man es im Heim fordert !

Ich habe selbst meine Eltern und Schwiegereltern im Heim,wenn diese sich aber beklagen und wollen,dass ich was sage,dann sage ich ihnen,dass sie alt genug sind,sich selbst zu äussern,denn sie sind dazu in der Lage und können viel besser darlegen,was ihnen nicht gefällt. Selbst halte ich mich da raus,denn wenn ich die Kollegen im Heim umherhecheln sehe,möchte ich sie nicht noch zusätzlich "nerven".

Vielleicht versteht Ihr mich jetzt etwas besser,denn ich kann aus beiden Sichtwinkeln mitreden,deswegen habe ich auch diese Meinung,was nichts damit zu tun hat,ob ich Angehörige nun leiden kann oder nicht.



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Beitrag von Suse2 » So 27. Mär 2011, 09:38

Mundhöhle: was ist "ZA" und "HA"?

entschuldige Trude..

ich dachte du könntest meine Insider Abkürzung lesen

ZA > Zahnarzt
HA > Hauzarzt

schon deshalb würde ich schauen, was im Mund ist um auch gleich den richtigen Doc zu informieren


@ iceage

zu Mundpflege gehört die Inspektion der Mundhöhle dazu


4. Zahnpflege
Die Zahnpflege umfasst sowohl die Vorbereitung wie z. B. Zahnpasta-auf-die-
Bür ste-Geben und/oder das Aufschrauben von Behältnissen (Zahnpaste/Mundwasser)
als auch den eigentlichen Putzvorgang und die Nachbereitung, aber auch
die Reinigung von Zahner satz und die Mund pflege, d. h. das Spülen der Mundhöhle
mit Mundwasser und die mechanische Reini gung der Mundhöhle


so formuliert es der MDK,
Zuletzt geändert von Suse2 am So 27. Mär 2011, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ergänzung


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überflüssig
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Beitrag von überflüssig » So 27. Mär 2011, 10:54

Hallo Trude,
es ist in den meisten Heimen tatsächlich so, dass jeder Bewohner „seine“ Bezugpflegekraft hat. In anderen Threads musste ich allerdings auch lernen, dass die Bezugspk nicht zwingend „ihre“ zugeteilten Bewohner täglich versorgt.......Ich persönlich finde das sehr ungünstig, denn in diesem Fall kann die Pk ja gar nicht auf dem neuesten Stand sein. Das Verhältnis Pflegekraft zu (Bezugs) Bewohnern lässt mE Rückschlüsse auf die mögliche Qualität der Leistung zu, denn eine Pk, die 6 Bew. In der Bezugspflege hat, kann sich intensiver mit den einzelnen Bw beschäftigen, als eine, die 10 Bewohner betreut. Immer vorausgesetzt, dass die Bezugskraft die Bewohner nicht nur vom Hören Sagen kennt, also am Bett arbeitet und das auch noch bei den „eigenen“ Bewohnern.
Das mit dem Werbeständer.....
Natürlich nimmt die Erläuterung des Konzeptes Zeit in Anspruch und diese ist leider im täglichen festen Ablauf nicht immer sofort verfügbar. Ein Hinweis auf die Flyer mit dem Angebot einer tiefergehenden Erklärung zu einem späteren Zeitpunkt wäre sicher besser gewesen.
VG überflüssig



thomas09
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Beitrag von thomas09 » So 27. Mär 2011, 12:07

@trude:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir nicht so richtig im Klaren bin, was ich von deiner Schilderung halten soll?

Du beschreibst einige Situationen etwas wiedersprüchlich meiner Meinung, aus der Entfernung.

BW ist klar bei Verstand - wie du schreibst!

Dann ist alles mit dem BW zu besprechen und mit sonst niemand.

Information an euch erfolgt m.E. unter Verstosses gegen die Schweigepflicht.

Woher weißt du, dass nicht jemand in deiner Abwesenheit mal in den Mund gesehen hat?
War die Zuführung an einen Arzt unsinnig, unnötig, nicht indiziert?
Trinken - er selbst trinkt nicht, wie du schreibst und soll jetzt vom PP dazu gezwungen werden?

zu 3.: Warum werdet ihr denn überhaupt angerufen, wenn der BW bei klarem Verstand ist?

zu4.: Was ist der Hintergrund deiner Frage? Warum sollte ein AZUBI unter Aufsicht dies nicht tun sollen oder dürfen?

zu5.: Da werde ich doch ein wenig ärgerlich! Was soll das? Ihr kauft privat ein Kissen, du kennst die Anleitung und bist nicht dazu in der Lage ein bißchen Luft rein oder raus zu lassen?

zu6.: Klar bei Verstand! - redet ihr nicht miteinander?
Warum sagt dir dein Angeh. das nicht?

zu7.: Ist das dein Problem - was bemängelst du?
Was ist daran konkret für DICH das Problem?
Die Organisationsform eines Heimes geht dich als Angehöriger doch überhaupt nix an!

Besteht die Möglichkeit, dass du evtl. ein schlechtes Gewissen hast, deinen Angeh. in ein Heim gegeben haben zu müssen und davor noch von der Verwandtschaft Druck bekommst und jetzt Kompensationmechanismen mit reinspielen?
Bitte - bei aller Vorsicht nur ein Frage, kenne weder die Situation noch dich.

Mir scheinen da schon eine Menge Kommunikationsprobleme im Spiel zu sein.
Vielleicht auch in Bezug mit dem Angeh.?



Trude
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@ Thomas

Beitrag von Trude » So 27. Mär 2011, 13:29

Hallo Thomas,

natürlich wird alles mit unserem Angehörigen besprochen, natürlich liegen entsprechende Schweigepflichtsentbindungen und Vollmachten vor, dass nie einer in den Mund geschaut hätte, habe ich nicht behauptet etc. pp. Mir dauert das zu lange, ich muss ein neues Heim für meinen Angehörigen suchen.

Ja, Thomas, auch dies ist mit ihm besprochen, man glaubt es kaum.

Nur ein Hinweis: Zitat: "Die Organisationsform eines Heimes geht dich als Angehöriger doch überhaupt nix an!" Träum weiter.

Dazu eine Anekdote: ich telefonierte anlässlich des hier zur Rede stehenden Notfalls mit der WBL, danach mit der PDL, um den offenen Punkt aus dem Gespräch mit der WBL zu klären, daraufhin erklärte mir die PDL das Verfahren und signalisierte, dass ich nun doch bitte die WBL zurückrufen möge, um das interne Missverständnis der WBL bezüglich der Verfahrensroutinen des Hauses zu erklären. ... Aha. Mich geht in der Tat die Orga des Hauses an dieser Stelle nichts an und habe natürlich dieses Ansinnen von mir gewiesen.

Deine Aggressivität spricht für sich.



Trude
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@Thomas 2

Beitrag von Trude » So 27. Mär 2011, 13:41

eines vielleicht doch noch:

Du schreibst: "zu6.: Klar bei Verstand! - redet ihr nicht miteinander?
Warum sagt dir dein Angeh. das nicht?"

Mein Angehöriger soll mir also morgens um 9 Uhr, wenn ich grade bei der Arbeit bin, mitteilen, dass er sofort ins KH möchte?

Das hatte er schon morgens beim Waschen dem Personal gesagt, dass dann folgerichtig und korrekt alles vorbereitet hat. Inkl. des Anrufes bei mir.

Übrigens konnte konkret der Angehörige nichts zum Telefonat beitragen, weil er grade mit Kotzen beschäftigt war. Manchmal hilft einem nämlich Verstand überhaupt nicht weiter.

Oder kennst du das aus deiner sicherlich fundierten Fachpraxis, vielleicht jahrelanger Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Menschen, insbesondere der Jahrgänge vor 1940, anders?



thomas09
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von thomas09 » So 27. Mär 2011, 13:46

Oha,

sollte ich da einen wunden Punkt getroffen haben, oder warum gehst du so los?

Ist dir entgangen, dass ich die meisten meiner Anmerkungen mit Fragezeichen versehen habe?

Ich habe nur ein paar Fragen gestellt, die sich für mich in dem Zusammenhang deiner Beiträge ergeben, darüber kannst du Nachdenken oder es bleiben lassen.

Zur Erinnerung: Du hast gefragt!

Bevor du um dich trittst, solltest du schon lesen was du unter 6. geschrieben hast.
Da gings um ein Druckgewschwür und nicht um KHeinweisung oder täusche ich mich da?

Vorletzter Absatz, letzter Satz, scheinst du auch nicht zu Kenntnis genommen zu haben?

Totzdem empfehle ich dir nochmals intensiv darüber Nachzudenken, wie du dein Auftreten im neuen Heim gestaltest und welcher Anteil deiner ist bei diesen "Missverständnissen".

In einem anderen Heim wird auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Auch da wirds früher oder später Konflikte geben.
Die Frage ist einzig - wie gehe ich damit um?
Bleibe ich in meinem Muster oder ändere ich die Strategie?

Viel Erfolg



iceage
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von iceage » So 27. Mär 2011, 15:29

Liebe Trude,
jetzt bin ich doch ein wenig verwirrt :confused: .

Du schilderst in Deinem Eingangsbeitrag einige Situationen rein aus Deiner subjektiven Sicht. Niemand von uns kennt dies spezielle Heim,kennt auch Deinen Vater nicht und schon gar nicht Dich,weswegen solche Verständnisfragen,wie die von thomas09,doch wohl nur gerechtfertigt sind.
Oder hast Du vielleicht geglaubt,dass Dir unbekannte User nur aufgrund Deiner subjektiven Schilderung nun aus vollem Halse zustimmen und Dir zum Gefallen auf ein unbekanntes Heim eindreschen :eek: ?

Tut mir ja leid,wenn weder ich noch thomas09 dies tun,hier aber nun von Aggressivität zu sprechen,wenn normale Fragen gestellt werden,wirft,zumindest für mich,ein bedeutsames Lichtlein auf Deinen Umgang mit dem Heim bzw. den PK :( .

Bitte,ich will Dir bestimmt keinen Vorwurf machen,aber denk mal bitte über die Kommunikation im Allgemeinen nach,dann wirst Du auch meine Worte besser verstehen und auch nicht gleich an die Decke gehen,sobald Dir jemand für Dich unbequeme Fragen stellt.



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*Angie*
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von *Angie* » So 27. Mär 2011, 16:19

[quote=""überflüssig""]Hallo Trude,
es ist in den meisten Heimen tatsächlich so, dass jeder Bewohner „seine“ Bezugpflegekraft hat. In anderen Threads musste ich allerdings auch lernen, dass die Bezugspk nicht zwingend „ihre“ zugeteilten Bewohner täglich versorgt.......Ich persönlich finde das sehr ungünstig, denn in diesem Fall kann die Pk ja gar nicht auf dem neuesten Stand sein.
[/quote]
Hi Überflüssig,

"Bezugspflege" ist oftmals, dass die Fachkraft bei festgelegten Bewohnern die Doku macht - von vorne bis hinten, mit evaluieren etc.
Bezugspflege ist nicht, dass sich eine Pflegerin immer um ihre "Bezugspatienten" kümmert. Das ginge auch gar nicht, weil dann würde ihr
der Zustand der anderen Bewohner durch die Lappen gehen - denn auch bei denen muss man sich als "Fachkraft im Dienst" ein Bild machen. Oft ist man als Fachkraft die EINZIGE Fachkraft im Dienst und da muss man schon einen eigenen Eindruck von jedem Bewohner haben.

Die PK kann auf dem neuesten Stand sein, wenn sie alle Bewohner umschichtig versorgt und eine GUTE Übergabe stattfindet ;o)


» Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. « (Albert Schweitzer)

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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von iceage » So 27. Mär 2011, 17:15

Hallo *Angie*,
dann ist doch aber der Begriff Bezugspflege völlig falsch !
Dieser Begriff sagt mir,dass sich eine PK um die selben Bew. kümmert,inclusive der Doku und dass die Bew. an erster Stelle stehen und nicht die Doku.
Ist doch alles Lüge pur :mad: !



Regina Dettenrieder

AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von Regina Dettenrieder » So 27. Mär 2011, 17:34

Liebe Trude,

als betroffene Angehörige haben Sie sich mit Ihren offenen Fragen hier an das Forum gewandt um Rückmeldung und Anregungen zu erhalten.
Dieses Verhalten signalisiert mir, dass Sie nicht auf die Heime oder Mitarbeiter eindreschen wollen, nicht vorschnell aburteilen und sehr wohl zur Selbstkritik fähig sind.
Wenn das auf allen Seiten so wäre, hätten wir eine Menge Konflikte schnell gelöst oder sie würden erst gar nicht entstehen.
Es wurde mehrfach erwähnt, dass Ihr Angehöriger für sich selbst sprechen kann und sollte. Hierzu möchte ich sagen, dass das eben nicht vorausgesetzt werden kann. Der Bewohner ist in einer Abhängigkeitssituation, die ihn u.U. nicht frei handeln lässt, ganz abgesehen davon, dass alte Menschen nicht immer die Kraft haben, ihren Willen zu bekunden und die entsprechenden Maßnahmen einfordern.

Wenn Sie als "Bezugsperson" erkennen, dass Ihr Einsatz zum Wohl Ihres Angehörigen ist, halte ich es für ein "Muss", dies auch zu tun. Ebenso ist es nicht richtig, stillzuhalten, wenn gravierende Dinge - wie hier die ausreichende Trinkmenge- nicht beachtet werden.

Ein vernünftiges und evtl. auch regelmäßiges Gespräch mit den Verantwortlichen im Heim sollte die Basis sein.

Schöne Grüße
Regina Dettenrieder



thomas09
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von thomas09 » So 27. Mär 2011, 18:16

Sehr geehrte Frau Dettenrieder,

ob man muss oder nicht und ob es richtig ist oder nicht "stillzuhalten" entzieht sich ihrer wie meiner Kenntnis.

Oder waren sie dabei oder kennen den Herrn?
Wenn Sie als "Bezugsperson" erkennen, dass Ihr Einsatz zum Wohl Ihres Angehörigen ist, halte ich es für ein "Muss", dies auch zu tun.
Das ist mir zu lapidar.
So eine Aussage rechtfertigt moralisch ALLES!

Sie kenenn doch sicher die Aussage:
Gott bewahre mich vor den Menschen die es gut mit mir meinen.
oder anderst ausgedrückt
Gut gemeint ist das Gegenteil von gut Gemacht.

Wer bestimmt denn, wer denn nun die Bezugsperson ist und was zum Wohle des Pat ist?
Der von den Angehörigen am lautesten schreit, am häufigsten kommt, am meisten telefoniert?
Derjenige gegen den sich der Pat. am wenigsten wehren kann oder traut?

Ich erlebe es auch immer wieder, dass zum Wohle des Pat., dieser von seinen Angehörigen geschützt werden muss.

Deshalb sind mir ihre Aussagen zu einseitig.

Dies is eine allg. Anmerkung, hat nichts mit dem aktuellen Fall oder Person zu tun, da beides nicht kenne.



Regina Dettenrieder

AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von Regina Dettenrieder » So 27. Mär 2011, 18:53

Ein Gespräch mit Angehörigen und Pflegepersonen hat den Vorteil, dass jeder seine Sicht der Dinge einbringen kann.
Darin liegt doch die größte Chance, dass es nicht nur einer gut meint, sondern dass das bestmögliche Ergebnis dabei herauskommt.
Wenn ich als pflegende Angehörige entgegen meiner Überzeugnung still halte und zuschaue, bin ich für das Ergebnis mit verantwortlich.

Gerechtfertigt ist ein Einmischen, wenn die Richtschnur der Selbstzweck des Menschen ist und das Handeln danach ausgerichtet wird. Das schließt einen Missbrauch aus.



überflüssig
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AW: Kritische Pflegesituation - Bitte um Rat

Beitrag von überflüssig » So 27. Mär 2011, 19:58

Hallo * Angie *,
ich bin etwas verwirrt. Hab mal aus Wiki die Definition von Bezugspflege kopiert.
Bei der Bezugspflege werden alle grund--und behandlungspflegerischen Maßnahmen, die für einen Pflegebedürftigen oder eine bestimmte Gruppe zu Pflegender durchgeführt werden, einer bestimmten Pflegekraft übertragen, die alle Pflegeprozesse und deren Dokumentation eigenverantwortlich plant und diese weitgehend übernimmt. Einzelne Aufgaben können hierbei von der Bezugspflegekraft an zugeordnetes Hilfspersonal wie Pflegehelfer oder Zivildienstleistende delegiert werden , ebenso können Auszubildende mit Pflegemaßnahmen betraut werden.
Wenn nun also
die Fachkraft bei festgelegten Bewohnern die Doku macht - von vorne bis hinten, mit evaluieren etc.
ist aber bei diesen Bewohnern nicht, oder nur kurz am Bett, dann sprächen wir doch eher über Funktionspflege in der die Pflegeabläufe zerteilt und auf mehrere Pks´ delegiert sind? Die Bezugsschwester schriebe dann eine Doku die sie aus zweiter Hand hat.
Das kenne ich noch aus meiner Ausbildung, wo auf einigen Stationen die Leitung bei der Visite mitging und die Medikament gestellt und verteilt hat und dann die Übergabe für alle Patienten schrieb und machte.
Es leuchtet mir durchaus ein, dass die einzige Fachkraft, nicht die anderen Bewohner zu Gunsten der eigenen Bezugspflegen vernachlässigen darf, dann dürfte sich ein Heim mit derartig engem Personalschlüssel aber nicht Bezugspflege auf die Fahne schreiben, oder sehe ich da was verkehrt?
VG überflüssig



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