Ins Krankenhaus mit Pflegedienst?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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doedl
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AW: Ins Krankenhaus mit Pflegedienst?

Beitrag von doedl » Mi 30. Mär 2011, 19:41

Hallo

allein das Haftungsrecht ist schon problematisch: wer ist letztlich wofür haftbar zu machen, wenn irgendwas "passiert". Glaube kaum, dass sich ein KH auf so ne Variante einlässt.

Gruß Doedl


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*Angie*
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AW: Ins Krankenhaus mit Pflegedienst?

Beitrag von *Angie* » Do 31. Mär 2011, 00:56

HAb mal n bissel recherchiert, aber auf die Schnelle nur das hier gefunden:
. Um die damit verbundene Problematik zu quantifizieren, soll hier angeführt werden, dass sich die Kosten pro Intensivbett in Wiener Spitälern auf etwa 2.200,-- EUR pro Tag belaufen.
Quelle

Die Krankenhäuser bekommen ja nun Fallpauschalen, aber ich meine mich zu erinnern dass mir ein Doc mal erzählte, dass ein Krankenbett am Tag zwischen 500 und 700 Euro kostet.

JA, vielleicht kannst Du damit argumentieren - aber:
Was die Krankenkasse dann einsparen würde müsste die Pflegekasse raushauen für die vorgesehene nächtliche Betreuung.

Und Krankenkasse und Pflegekasse sind ja 2 verschiedene "Töpfe".


» Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. « (Albert Schweitzer)

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-Felicitas-
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AW: Ins Krankenhaus mit Pflegedienst?

Beitrag von -Felicitas- » Do 31. Mär 2011, 01:41

[quote=""Angehöriger""]
Wie soll er sich denn im Krankenhaus bemerkbar machen?[/quote]

Wie macht er sich zuhause bemerkbar? Viele ALS-Patienten haben noch rest-Bewegungen, z.B. leichtes Kopfdrehen. Das langt für eine berührungslose Klingel, die ich bereits einige Male erfolgreich in Anwendung gesehen habe.

so was hier: http://www.csslabs.de/cms09/index.php/d ... uct_id=103
Was auch immer Ihr an Hilfsmitteln zuhause habt Rollstuhl - Sprachcomputer, Klingel - bringt es mit.

Oder wie wäre es, bei der Klinik um eine Sitzwache anzufragen?

lg
F.


Diskutiere nie mit einem Idioten. Erst zieht er Dich auf sein Niveau herunter, dann schlägt er Dich mit Erfahrung!

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AW: Ins Krankenhaus mit Pflegedienst?

Beitrag von malenurse » Do 31. Mär 2011, 11:18

Das Problem liegt im System!

Ein dauerbeatmeter Patient darf in Normalfall nicht auf einer peripheren Station betreut werden (zumimndest in NRW nicht). Das hat haftungsrechtliche Gründe (meißt kein (Intensiv-)Fachpersonal). Ausnahmen sind auf einigen Stationen sogenannte "Heimbeatmungsgeräte" (zb. bei COPD etc), die aber vom Patienten selbst bedient werden! Pflegepersonal darf keine Geräte bedienen, in die es nicht eingewiesen worden ist! Bei der Menge der Hersteller und Geräte ein nicht zu schulterndes Unterfangen.

Problematisch wird es wie schon geschrieben bei der Frage der Haftung. Wenn die Kollegen des Pflegedienstes mit ins Krankenhaus gehen und dort tätig würden, läge auch die Haftung bei ihnen. Hier müsste also ein Vetragskonstrukt hergestellt werden, in dem geregelt wird, dass die Ärzte des Krankenhauses den Pflegenden des externen Dienstes weisungsbefugt sind und sie (der Pflegedienst) die Tätigkeiten in eigener Verantwortung durchführen (und alle, die sie auch zu Hause durchführen würden). Dann muss zwischen Kasse und K'haus ein Modus für die Bezahlung gefunden werden. Da die Pflege durch das Haus komplett entfällt, müsste sie herausgerechnet werden! Spätestens hier wird in unserem "flexiblen" System diie Schranke fallen. Es würde ein Präzedenzfall geschaffen, auf den sich viele andere berufen könnten!

Meines erachtens kann es hier nur zu einer "informellen" Regelung zwischen Patient/Angehörigen und Krankenhaus kommen! Ich hoffe, das es ein Haus in eurer Nähe gibt, dass sich so flexibel zeigt!


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AW: Ins Krankenhaus mit Pflegedienst?

Beitrag von sophie » Do 31. Mär 2011, 19:20

Hallo,

weshalb gibt denn der PD nicht seine Pflegeplanung mit ins KH. Dann dürfte die Versorgung kein Problem sein. Auf Intensivstationen kann doch eine sehr viel intensivere Betreuung stattfinden, als auf Normalstation.

Eine individuelle Lagerung werden die sicherlich nach Absprache gut leisten können und die Kommunikation kann erlernt werden, wenn der PD diese in seiner Planung mit aufgeführt hat. Offensichtlich sind die KH Behandlungen ja notwendig, um seine Behandlung sicherzustellen. Dort auf der Intensivstation kennt man ihn inzwischen sicherlich und weiss, wie man auf ihn eingehen kann.

Wieso traust du den Kollegen im Krankenhaus so wenig zu?

Sophie


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