Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
Stefan71
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Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Beitrag von Stefan71 » So 27. Feb 2011, 21:36

Hallo zusammen!

Ich benötige dringend einen Rat und habe eine Antwort darauf auch in den bisherigen bereits vorhanden Beiträgen nicht gefunden. Da ich neu bin, fange ich mit einer kleinen Einleitung an um Rückfragen zu vermeiden.

Seit Februar 2008 kümmere ich mich zusammen mit meiner Frau um die Pflege meiner Mutter. Meine Mutter ist stark dement, seit ein paar Monaten auch in Pflegestufe 2 und wohnt eine Etage über mir in einer 42 qm Wohnung.

Aktuell kommt einmal die Woche ein Pflegedienst zu uns, der meine Mutter einer Ganzkörperwaschung unterzieht, je nach Zustand und Laune meiner Mutter also ein Bad oder eine Dusche. Zusätzlich einmal die Woche wird meine Mutter zur Tagespflege abgeholt. Hier würde ich gerne noch einen Tag hinzubuchen, jedoch sind die Plätze sehr begehrt und ich stehe auf der Warteliste.

Meine Mutter ist überings 80 Jahre alt und für ihr Alter bewundernswert mobil. Auch wenn sie hier und da ein paar altersbeschwerden hat, sie läuft Treppen hoch und runter wie eine Frau die 30-40 Jahre jünger ist. Gerade diese Mobilität ist Fluch und Segen zugleich. Fluch deswegen, weil meine Mutter sich zwischenzeitlich gerne mal neu einkleidet (4-5 Jacken, Blusen, Hemden oder Unterhosen übereinander zieht wenn man sie auch nur 1 Stunde nicht beaufsichtigt).

Alle anderen Dinge die anfallen, wie An- und Umziehen, Haushalt, Wäsche, Einkäufe, Mahlzeiten und Arztgänge, erledige ich zusammen mit meiner Frau im Wechsel da wir beide berufstätig sind und uns auch um unsere Tochter (8 Jahre) kümmern.

Mein bzw. unser Problem ist, dass sich der Zustand meiner Mutter in den letzten 2 Wochen dramatisch verändert hat. Es gibt keine Nacht mehr wo wir sie nicht im Treppenhaus, vor der Haustür oder im Keller einsammeln müssen. Es scheint auch so, das meine Mutter mit 1-2 Stunden Schlaf auf der Couch oder manchmal auch vor dem Fernseher/Radio auskommt. Den Rest der Nacht bewegt sie sich dann in der Wohnung, räumt Schränke leer, dekoriert die Wohnzimmerlampe oder stopft Ihre Schuhe mit Klopapier aus.

Die bisherigen Medikamente waren ein Antidementivum namens Ebixa 20mg und ein Naturmittel um die Blase zu stärken (hier gabs dann auch oft ein paar kleinere Unfälle).

Das Ebixa wurde vor 1 Woche abgesetzt vom behandenden Arzt, weil es über Monate hinweg keine Besserung - in diesem Fall einen Stillstand - gab. Wegen der Unruhezustände wurde ein Saft verordnet, ein sehr leichtes Schlafmittel (Melperon-CT) mit einer Dosierung von 5mg. Auch dieses Medikament zeigte kaum Wirkung, führte zu Erbrechen und noch stärkeren Verwirrtheitszuständen wie schon vorhanden. Zudem ist meine Mutter mehrfach in der Wohnung hingefallen. Sie kann sich zwar nicht daran erinnern, jedoch sprechen die Blessuren am Kopf und Oberarm sowie am Steiß eine deutliche Sprache.

So.... nach dieser langen Einleitung nun meine Frage.

Wir stehen vor der Entscheidung meine Mutter in ein Pflegeheim zu geben oder es noch eine Zeit lang mit einer Nachtwache zu versuchen. Wir sind überzeugt, dass meine Mutter in der stationären Pflege besser beaufsuchtigt werden könnte, wissen jedoch ebenso, dass Sie ohne Ihre gewohnte Umgebung sehr schnell keinen Antrieb mehr zeigen würde am Leben teilzuhaben.

Unser Pflegedienst kann uns eine Nachtwache als Dienstleistung nicht bieten und weiß auch nicht, wo es sowas in ambulanter Form gibt. Wenn ich im Netz danach suche finde ich zwar Artikel in denen die Pflegekasse bis zu einer gewissen Grenze die Kosten dafür übernimmt, jedoch keine Adressen von Pflegediensten die sowas anbieten. Vielleicht bin ich auch nur zu unbedarft die richtigen Suchwörter in eine suchmaschine einzugeben...

Bevor ich nun die Pflegekasse/Krankenkasse anrufe um mich wieder verunsichern zu lassen (ist leider im Vorfeld bereits mehrfach passiert bei Auskünften rund um die Berechnung der Kombinationsleistung und zur Verwendung des zweckgebunden Demenzgeldes) suche ich hier bei euch Rat.

Mittlerweile gehen wir hier auf dem Zahnfleisch und wechseln uns in der Nacht ab, ein Dauerzustand darf das jedoch nicht werden.

Bin wirklich für jeden Erfahrungsbericht oder Tipp dankbar.

Danke Euch

Stefan



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Gelber Engel
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Beitrag von Gelber Engel » So 27. Feb 2011, 22:15

Hallo Stefan,ich kann Dich in deiner Situation total gut verstehen.Zu Deiner Frage,ich weiß das es nur sehr sehr wenige dünngesähte Pflegedienste gibt,die eine 24 Stunden -Betreuung anbieten wobei das sich nicht auf eine Nachtwache bezieht.Deiner Mutter steht aber eine Dementenbetreuung zu ,zB.1-2 Stunden die Woche.In der Zeit wird gespielt,gesungen,vorgelesen oder spazieren gegangen.Wenn ihr eine stationäre Einrichtung in Betracht zieht ,solltet ihr nach einer Einrichtung suchen,die sich auf Demenz spezialisiert hat.


liebe Grüße


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Gelber Engel
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Beitrag von Gelber Engel » So 27. Feb 2011, 22:36

Stefan,ich kann Euch nur einen Rat geben,ihr müßt auch mal egoistisch sein und an euch denken.Euch steht ja auch noch die Möglichkeit der Kurzzeitpflege und somit eine Auszeit zu.Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen.
Vielleicht lebt deine Mutter in einer Einrichtung aber auch auf,dort wird von gut ausgebildetem Personal eine Beschäftigung mit den alten Menschen ganz nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten durchgeführt und sie hat Kontakt zu gleichaltrigen mit ähnlichen altersbedingten Einschränkungen.
So wie Du den momentanen Zustand beschreibst ,wird das nicht mehr lange gut gehen.Habt ihr mal den Hausarzt deiner Mutter auf die veränderte Situation angesprochen? Gab es ein ausschlaggebens Ereignis vor 2 Wochen,das Grund für die veränderte Situation gewesen sein könnte?

liebe Grüße


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Stefan71
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Beitrag von Stefan71 » So 27. Feb 2011, 23:09

Erstmal danke für die Antworten!
Der letzte Arztbesuch war vor 2 Wochen, zu diesem Termin wurde dann auch das vermeintliche Schlafmittel aufgeschrieben. Mittlerweile wurde ich jedoch davon in Kenntnis gesetzt, dass es überhaupt kein Schlafmittel ist. Mir stehen gerade immer noch die Haare zu berge. Melperon-CT Saft gehört in die Gruppe der Neuroleptika.... dabei habe ich beim Arzt ein Schlafmittel angefragt. Jetzt paßt auch alles zusammen, die komischen Nachtwanderungen, die starke Übelkeit mit Erbrechen und die sehr starke Verwirrtheit.

Ich werde morgen einen neuen Arzttermin vereinbaren und die '' Nebenwirkungen '' ansprechen. Es sollte nach meiner Laienmeinung nach möglich sein, meine Mutter mit einem Schlafmittel so einzustellen das sie die Nacht 6-7 Stunden schläft oder sich zumindest beruhigt.

Eine Kurzzeitpflege wäre auch hilfreich, zumindest würden uns 2 Wochen gut tun. Ich war gerade noch bei meiner Mutter, sie schläft immer noch nicht und liegt seit 20 Uhr im Bett. Habe nun schwarzen Kaffee aufgeschüttet, soll angeblich ein bewährtes Mittel sein um eine 'paradoxe Reaktion' - in diesem Fall Müdigkeit - herbeizuführen.

Derzeit stehen aber alle Zeiger auf stationäre Pflege, dies wird nicht ohne Zustimmung des Amtsgerichts gehen. Ich bin zwar vom Gericht als ehrenamtlicher Betreuer für alle Gesundheitsangelegenheiten bevollmächtigt, eine stationäre Einweisung geht aber über meine Vollmacht hinaus. Da wird noch einiges auf mich, besser gesagt, auf uns zukommen.

Eines noch, meine Mutter besucht zwar die Tagespflege und hat dort auch Kontakt zu vielen Leidensgenossen, die Kommunikation ist aber sehr eingeschränkt. Viele Pflegebedürftige die dort sind, leiden zwar ebenfalls an einer Altersdemez oder Alzheimerdemenz, sind aber noch in der Lage etwas zusammenhängendes wiederzugeben, meine Mutter kennt nichtmal mehr meinen Vater auf einem Bild wieder, oftmals weiss sie auch nicht, wer sie selbst ist und wo sie sich gerade aufhält.

Trotzdem gibt es Tage an dene sie fast normal mit jemanden sprechen kann, Vergangenes wiedergeben kann und auch ab und zu etwas beim Namen nennt. Einen Satz wie: "Ich hätte gerne noch ein Stück Kuchen mehr zu meinem Kaffee ...." kommt alle paar Wochen mal vor und hat Seltenheitswert. Alles andere heißt Dadas oder Dadada oder Dingens.

Mich würde interessieren wie sich so ein Krankheitsbild ändern könnte wenn meine Mutter stationär auf lange Sicht mehr kontakt zu anderen Leuten hat, ich würde gerne daran glauben können das ein Fortschreiten der Demenz damit verzögert wird.

Lieben Gruß
Stefan
Zuletzt geändert von Stefan71 am So 27. Feb 2011, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von Gelber Engel » So 27. Feb 2011, 23:30

Stefan,ich möchte dir nur sehr ungern deine Illusionen rauben,du kannst diese Veränderungen nicht wirklich aufhalten .Bei Demenz ist es sehr oft so ,das die Menschen eine Tag-/Nachtumkehr haben,Gegenstände nicht mehr benennen können und Angehörige nicht mehr erkennen.Zudem haben sie ein reduziertes Bedürfnis nach Schlaf,wie du sagst ist sie ja nach 2-3 Stunden wieder fit.Mit anderen Betroffenen könnte die Chance bestehen,das sie sich vielleicht wohler in Ihrer "welt " fühlt,weil sie sind wie sie.Man kann den Menschen leider nur vor den Kopf schauen,nicht hinein.
Du solltst dich auch wirklich zeitnah um die Betreuungsangelegenheit kümmern,denn du weißt am besten was gut für deine Mutter ist,was sie gern hat und was eben nicht.Auf jeden Fall müßt ihr versuchen eine kleine Auszeit zu kriegen um neue Kraft zu sammeln und einen klaren Kopf zu kriegen,damit ihr in Ruhe eine Entscheidung treffen könnt,mit de auch ihr leben könnt.Die Welt deiner Mutter ist bereits jetzt eine völlig andere.

liebe Grüße


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Stefan71
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Beitrag von Stefan71 » Mo 28. Feb 2011, 00:31

[quote=""Gelber Engel""]
Du solltst dich auch wirklich zeitnah um die Betreuungsangelegenheit kümmern,denn du weißt am besten was gut für deine Mutter ist,was sie gern hat und was eben nicht.Auf jeden Fall müßt ihr versuchen eine kleine Auszeit zu kriegen um neue Kraft zu sammeln und einen klaren Kopf zu kriegen,damit ihr in Ruhe eine Entscheidung treffen könnt,mit de auch ihr leben könnt.Die Welt deiner Mutter ist bereits jetzt eine völlig andere.

liebe Grüße[/quote]

Bislang habe ich in Bezug auf die Betreuung viel vorbereitet und in die Wege geleitet. Ich weiss auch, dass die Zeit nun drängt und es wohl auf eine stationäre Aufnahme hinausläuft. Was mich im Moment so beschäftigt, ist die Tatsache das man mit der ganzen Abwicklung so allein gelassen wird. Es fing schon mit dem Antrag auf gesetzliche Betreuung an, die vielen unterschiedlichen Stellen die man so anruft um sich zu informieren. Dann kam damals die große Verwirrung mit der Tagespflege, wo ich nur von der Pflegekasse erfahren wollte, welche der mir vorliegenden Posten übernommen werden und welche nicht bzw. wie errechnet sich dann die Kombinationsleistung. Kann es sein, dass 4 Anrufe und 4 unterschiedliche Auskünfte bei der Pflegekasse normal sind??? Ich trau mich schon nicht mehr eine dieser Infolines anzurufen um hinterher noch mehr Dinge zu haben über die ich mir Gedanken machen muß.

Wir haben uns gerade ein paar Altenpflegeheime aus dem Lotsen ausgedruckt und klappern die morgen mal ab. Hoffentlich wird sich dabei die ein oder andere Frage beantworten. Bei dem Eigenanteil der meisten Heime bleibt mir die Spucke weg, meine Mutter bezieht keine Knappschaftsrente und mein Vater ist im Garten auch nicht auf Öl gestoßen... da wird das Kostenmodell sicherlich die Auswahl der Pflegeplätze stark begrenzen.

Nochmal Danke für den Denkanstoß und eine ruhige Woche

Stefan



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Beitrag von Suse2 » Mo 28. Feb 2011, 05:42

gute n Morgen Stefan


bin leide auf dem Sprung zur Arbeit. desahlb nur kurz

jeder Pflegeplatz ist finanzierbar...lass dich beraten, im Heim, von einer Pflegeberatung..

Derzeit stehen aber alle Zeiger auf stationäre Pflege, dies wird nicht ohne Zustimmung des Amtsgerichts gehen. Ich bin zwar vom Gericht als ehrenamtlicher Betreuer für alle Gesundheitsangelegenheiten bevollmächtigt, eine stationäre Einweisung geht aber über meine Vollmacht hinaus.
das stimmt so nicht, als Betreuer hast du in dem Fall mit Sicherheit das Aufenthaltsbestimmungsrecht und kannst somit eine Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung organisieren..

die Zustimmung vom Gericht bezieht sich auf eine Unterbringung in einem geschlossenen Bereich/ Psychiatrie usw...


was die Medikamente betrifft, geht zum Neurologen um eine optimale Einstellung zu erzielen...


tut mir leid.. ich muss los


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Beitrag von Griesuh » Mo 28. Feb 2011, 07:03

hallo Stefan71.
das was du beschreibst ist typisch für eine fortgeschrittene Demenz.
Da ein Pflegedienst zu euch kommt, habt ihr sicherlich Kombileistung beantrag. Das bedeutet, der Pflegedienst könnte mtl. von euch mit der Versorgung euerer Mutter bis zu 1040 mtl. beauftragt werden. Da der PD jedoch nur 1 x wtl. kommt gibt es hier auch noch ausspielbare Reserven zu euerer Entlastung.
Sicherlich wurde bei der Begutachtubng zur Einstufung in eine Pflegestufe durch den MDK, ein Anspruch als PEA ( Person mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz) nach § 45 b SGB XI, bei euerer Mutter anerkannt. Dann stehen euch je nach schwere der Einschränkung mtl. 100 oder 200€ zusätzlich zum Pflegegeld( Kombileistung) für reine Betreuungsdienste zur Verfügung. Diese Gelder können jedoch nur von zugelassenen Pflegeeinrichtungen mit der Pflegekasse abgerechnet werden.
Du hast schon gefunden, dass die Pflegekasse auch Kosten für Nachtpflege übernimmt.
Das bedeutet im Klartext: Ihr sucht euch eine Pflegeeinrichtung aus, in der euere Mutter die Nacht unter Aufsicht verbringen kann. Sie wird wie bei der Tagespflege hingebracht und wieder abgeholt.
Dieses Angebot wäre für euch eine enorme Entlastung.

Weiter habt ihr 1510 € Jährlich für sogenannte Verhinderungspflege zur Verfügung, hinzu kommt die Sachleistung Betreuungsdienst nach
§ 45 b SGB XI mit bis zu 2400€ im Jahr. Zuzüglich erhält sie nochmals 50 % des Pflegegeldes, wenn regelmäßig eine Tagespflege oder Nachtpflege besucht wird.
All diese Leistungen sind mit und untereinander Kombinierbar.
Fragt eueren Pflegedienst, die dortige PDL müsste euch dies in aller Ruhe und Ausführlichkeit erklären können. Dies hier zu tun sprengt den Rahmen.
Wenn die PDL eueres Pflegedienstes dies nicht kann, so sucht euch einen Pflegestützpunkt in euerer Nähe aus. Denn dort erfolgt auch eine Umfangreiche Beratung,( dort findet keine Pflege, sonderen Beratung statt. Deshalb finde ich den Namen Pflegestützpunkt falsch, es müsste Pflegeberatungsstelle heißen), genauso wie bei euerem Seniorenbüro deiner Stadt oder dem Kreisamtamt für Soziales und Prävension.
Du siehst, es gibt schon einige Möglichkeiten euch zu entlasten.
Nutzt diese Möglichkeit!!


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Beitrag von Suse2 » Mo 28. Feb 2011, 16:36

schön Griesuh

hatte gehofft das du mir 'ne Ecke Arbeit abnimmst

aber du bist da auch fitter in dem Bereich...


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Beitrag von Griesuh » Mo 28. Feb 2011, 17:10

Gern geschehen :D


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Beitrag von Stefan71 » Mo 28. Feb 2011, 19:43

Vielen Dank für die viele Hilfe !!!

Nach der kurzen Nacht in der ich mich hier gemeldet habe, ist bereits viel passiert. Ich habe mit dem Hausarzt meiner Mutter gesprochen und werde morgen einen weiteren Termin bei Ihm haben, diesmal zusammen mit meiner Mutter. Damit wir hier einen klaren Kopf bekommen habe ich nebenher noch einen Beratungstermin vereinbart um zeitnah eine Kurzzeitpflege zu beauftragen. In diesem Haus hätte ich auch die Option meine Mutter stationär aufnehmen zu lassen.

Die Anmerkung von Suse2 habe ich heute telefonisch überprüft weil ich mir unsicher war. Ich benötige für den dauerhaften Aufenthalt in einem Pflegeheim wirklich keine Vollmacht vom Gericht, dennoch bin ich dazu verpflichtet dies vor Vertragsunterzeichnung dem Gericht anzuzeigen.

Danke auch nochmal an Griesuh, so eine Aufschlüsselung hätte ich vor 12 Monaten gut gebrauchen können... ich schreib besser nichts über Beratung, Planung, Einhaltung von Vereinbarungen des Pflegedienstes den ich beauftrag habe und der mir vom MDK beim Erstbesuch und Zuteilung der Pflegestufe 1 empfohlen wurde....

Bei zwei weiteren Heimen hier in der Nähe die auf Demenzkranke spezialisiert sind habe ich noch in dieser Woche Termine vereinbart.

Ich denke ich habe dank der Beiträge hier den Schubser in die richtige Richtung bekommen. Werde mich jetzt noch 1 Stunde hinlegen, dann gehts für mich in die letzte Nachtschicht, nur heute nicht bei meiner Mutter sondern bei meinem Brötchengeber :-)

Lieben Gruß
Stefan



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Beitrag von Suse2 » Mo 28. Feb 2011, 20:08

dennoch bin ich dazu verpflichtet dies vor Vertragsunterzeichnung dem Gericht anzuzeigen.

das habe ich in fast 24 Berufsjahren noch nicht gehört..
du kommst auch aus NRW, komisch..


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Beitrag von Stefan71 » Mo 28. Feb 2011, 20:27

[quote=""Suse2""]
dennoch bin ich dazu verpflichtet dies vor Vertragsunterzeichnung dem Gericht anzuzeigen.

das habe ich in fast 24 Berufsjahren noch nicht gehört..
du kommst auch aus NRW, komisch..[/quote]

Ich bin auch nur Laie und gebe das wieder, was ich telefonisch erfragt habe. Wenn Sie das in 24 Jahren noch nie gehört haben, kann es dann sein, dass die Auskunft nicht richtig ist? Ich meine.... was mir schon alles am Telefon erzählt wurde von der Krankenkasse stellte sich Wochen später auch nur als halbe Wahrheit heraus. Wem kann man denn überhaupt noch trauen ??



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Beitrag von Suse2 » Mo 28. Feb 2011, 21:31

keine Frage es gibt ganz oft Auskünfte die kann man dehnen wie Gummibänder... erlebe soclhe Dinge täglich..

..und es gibt ja immer noch die Unterschiede
bei den verschiedenen Behörden..Krankenkassen usw..

klar, wird man wegen der Anschriftänderung des zu Betreuenden dem Gericht Mitteilung über den Wohnortwechsel machen, aber vor der Unterzeuichung anzeigen, hört sich an wie: wir , die Behörde, muss einverstanden sein..

darf ich fragen aus welcher Region NRW's du kommst??

ich werde das morgen bei uns mal hinterfragen, wie das in dem Fall gehandhabt würde..


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Beitrag von Stefan71 » Di 1. Mär 2011, 08:09

[quote=""Suse2""]

darf ich fragen aus welcher Region NRW's du kommst??

ich werde das morgen bei uns mal hinterfragen, wie das in dem Fall gehandhabt würde..[/quote]

Ich komme aus dem Ruhrgebiet, genauer gesagt aus Essen. Danke für die Mühe, bin gespannt was dabei rauskommt.



Regina Dettenrieder

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Beitrag von Regina Dettenrieder » Di 1. Mär 2011, 09:42

Hallo zusammen,

ist es nicht so, dass auch bei der Wahl des Aufenthaltsortes der Wille/mutmaßliche Wille des Betreuten ausschlaggebend ist? Vielleicht wird das überprüft.

Regina Dettenrieder
Pflege-SHV



Suse2
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Beitrag von Suse2 » Di 1. Mär 2011, 18:43

Du muss nicht sofort deine Mutter im Heim als "Dauergast" unterbringen.
Du hast die Optionen-zuerst als Kurzzeitpflege 28 Tage und danach 28Tage Verhinderungspflege.Da deine Mutti die Tagespflege beansprucht, werden die Verhinderungspflegetage weniger (Pflegekasse kann dir Auskunft geben)
In der Zeit kannst du immer nachschauen, wie sich deine Mutti macht.

nun nicht unbedingt, die Tagespflege kann er auch mit den zusätzlichen Geldern aus dem § 45b finanzieren..
Was das Einkommen betr. "wozu ist Sozialamt?"

Nun nicht immer springt das Sozialamt ein, es gibt sicher viele Möglichkeiten der Finanzierung eines Heimplatzes, aber dazu bedarf es einer guten Beratung, was die Eigenleistung abhängig vom Einkommen und Ersparnissen, Eigentum betrifft..


In der Sache Betreuung, kann ich dir raten, die Betreuung beim Amtsgericht zu beantragen.
Es ist kein risiger Aufwand und als gesetzlicher Betreuer bist du immer auf der sicheren Seite.

aus Stefans Beitrag geht hervor das er als gesetzl. Betreuer seiner Mutter eingesetzt ist!!

Ach noch was, such für deine Mutter das was zu ihr past und nicht was die Kasse sagt.

was sollte die "Kasse", meinst du die Krankenkasse? sagen ? die Empfehlung für eine bestimmte Einrichtung geben ? mitnichten, das wird keine KK tun!!

der größte Teil voll stationärer Einrichtungen bietet mittlerweile Probewohnen an, kein Haus ist eine Entscheidung für immer, niemand kann einen BW halten, wenn dieser nicht bleiben will oder es sich herausstellt das es einfach nicht die richtige Einrichtung ist...

des weiteren sollte man sich darüber im klaren sein, das jeder Ortswechsel für einen Menschen mit schon fortgeschrittener Demenz das Ganze beschleunigen kann... so ist eine sorgfältige Auswahl im Vorfeld viel wichtiger..

bei uns können zum Beispiel interessierte Angehörige mit den dementiell veränderten gerne besuchsweise an verschiedenen Gruppenangeboten teilnehmen und einfach schauen wie sich so ein Besuch an der schützenden Hand der Kinder, des Partners gestaltet..


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Beitrag von Suse2 » Di 1. Mär 2011, 18:54

[quote=""Regina Dettenrieder""]Hallo zusammen,

ist es nicht so, dass auch bei der Wahl des Aufenthaltsortes der Wille/mutmaßliche Wille des Betreuten ausschlaggebend ist? Vielleicht wird das überprüft.

Regina Dettenrieder
Pflege-SHV[/quote]

Hallo

nun wenn es vom Betroffenen festgelegt Wünsche gibt, sollten die selbstverständlich berücksichtigt werden, aber es gibt immer Situationen wo das nicht mehr möglich ist, einfach weil pflegende Angehörige gerade bei der Pflege und Betreuung von schwerst Dementen nach Jahren an ihre Grenzen kommen und nicht mehr können.

Wenn Sohn/ Tochter/ oder auch ein ausstehender gesetzl. Betreuer
das Aufenthaltbestimmungrecht haben, steht einer Entscheidung für eine Pflegeeinrichtung nichts im Wege... da muss niemand von der Behörde zustimmen.

Die Betreuer und ihre Aufgabengebiete werden vor einer Verlängerung überprüft wenn möglich werden auch die Betreuenden dazu gefragt, in der Einrichtung wird auch der den Richter begleitende Mitarbeiter befragt, ob es einen adäquate Zusammenarbeit mit dem Betreuer gibt, eben ob alles läuft.
Wir haben auch schon mal für einen Wechsel gesorgt, wenn es gar nicht passte...


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Beitrag von Regina Dettenrieder » Di 1. Mär 2011, 19:31

@suse2

Danke für die Infos. Im Rahmen von Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen und dergleichen können viele Regelungen getroffen und auch viele Tätigkeiten ausgeschlossen werden. So lese ich z.B. aus einer Mustervollmacht des Bundesministeriums, dass der Bereich Gesundheitssorge getrennt ist von dem Bereich Aufenthalt und Wohnungsangelegenheiten. Und in diesem Bereich wiederum kann noch ausgeschlossen werden, dass ein Heimvertrag abgeschlossen oder gekündigt werden darf. Da ist wohl ein Blick in die Dokumente notwendig, um durchzublicken.

Einen schönen Abend wünscht

Regina Dettenrieder



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