Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
Suse2
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AW: Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Beitrag von Suse2 » Di 1. Mär 2011, 19:58

hallo Frau Dettenrieder

klar in ein Vollmacht kann ich alles packen was ich möchte

wenn vom Gericht ein Betreuer eingesetzt wird, gibt es folgende Bereiche:

Gesundheitsfürsorge
Aufenthalts/Wohnungsfürsorge
Post/Behördengänge
Finanzangelegenheiten

wenn ein Betreuer bestellt wird, heißt es nicht automatisch das er alle Bereiche bekommt

wenn jemand nur mit der Klärung der Finanzen überfordert ist, bekommt er einen Betreuer genau zur Sicherstellung dieses Bereiches - unter unseren Berufsbetreuern, ist ehemaliger Leiter der Deutschen Bank, dem drückt das Gericht so was gerne aufs Auge und er macht das super-

es gibt auch dei Möglichkeit zu splitten, Gesundheit und Wohnung z.B. macht gewollt die Tochter und wegen familiärer Probleme möchte sie die Finanzen nicht machen, dann wird dort ein außenstehender Betreuer eingesetzt, diese Konstellation hat sich schon oft bewährt und ist hilfreich für den "Familienfrieden"

und dann gibt es ja noch die Menschen die schlauer weise eben mit einer Vorsorgevollmacht eben alles abgedeckt haben, aber auch da kommt es manchmal zu Situationen wo eine Vorsorgevollmacht in eine Betreuung umgewandelt werden muss:

z.B. wenn es um Fixierung oder Unterbringung in der Psychiatrie geht, dann berücksichtigt das Gericht aber auf jeden Fall die in der Vollmacht festgelegten Wünsche..wie: auf keinen Fall Sohn A, sondern unbedingt Tochter C

diese Umwandlung ist auf jeden Fall kostenpflichtig für den Angehörigen der die Vollmacht hat, letztens hat es bei uns einen Angehörigen schlappe 450€ gekostet :confused:


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Stefan71
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AW: Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Beitrag von Stefan71 » Di 1. Mär 2011, 21:02

Guten Abend zusammen und danke für die zahlreichen Beiträge zum Thema.

Was die Betreuungsurkunde angeht, so beschränkt sich diese auf alle Vermögensangelegenheiten, Gesundheitsführsorge, Vertretung bei Ämtern und Behörden sowie Versicherungen. Die Aufenthaltsbestimmung wurde mir also nicht übertragen.

Im Falle einer stationären Einweisung muß die Vollmacht bei Gericht erweitert werden. Habe es heute schriftlich bekommen und werde den Antrag jetzt stellen. Da die Verhältnisse dem Gericht bekannt sind, dürfte es auch keine Schwierigkeiten geben. Die Anzeige ist "der guten Ordnung halber" ein formeller Akt.

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Suse2 für die Bemühungen, die Frage hat sich jedoch an dieser Stelle geklärt. Hätte ich etwas früher die Betreuungsurkunde gelesen, wäre die Frage auch nicht aufgekommen *peinlich*

Immerhin konnte ich heute einen Termin ergattern für eine Kurzzeitpflege, ganze 3 Wochen im Mai. Das hebt hier schon die Stimmung, fast so als ob man 3 Wochen Ägypten für seine Familie bucht.

Jetzt kommen aber ein paar Neue Fragen dazu. Der Eigenanteil bei der Kurzzeitpflege beträgt 32 Euro/Tag, also 672 Euro für die 3 Wochen. Wenn ich das Demenzgeld von 200 Euro in Abzug bringe, verbleiben jedoch noch 472 Euro. Könnte man die zusammen mit der Kostenübernahme für Verhinderungspflege verrechnen oder geht sowas nicht?

Eine weitere Hürde die ich noch zu klären habe, sind die bereits hier im Thread angesprochenen Sozialleistungen. Wie ich bereits erwähnt habe, gehören wir nicht zum Jet Set und es gibt auch kein Vermögen mehr in Form von Lebensversicherungen, Sparkonten oder Kronjuwelen.
Eines der von mir ausgesuchten Pflegeheime hat mich heute per Email angeschrieben und einen Eigenanteil von 621 Euro ausgewiesen. Das ist also der Betrag den ich aufbringen muß nachdem die Rente meiner Mutter, das Pflegegeld und das Pflegewohngeld schon mit einkalkuliert wurde.... da wird wohl kein Weg am Sozialamt vorbeiführen... richtig wohl fühle ich mich dabei nicht.

So, nun aber zum Hauptproblem. Ich habe meine Mutter von der Kurzzeitpflege erzählt und auch von diesem Termin. Die Pflege findet im gleichen Haus statt in der auch die Tagespflege stattfindet. In Erwartung einer freudigen Reaktion (meine Mom kann schon noch was mit dem Begriff Tagespflege anfangen, da wo die lustigen Frauen mit dem Bus kommen und in das Haus fahren wo es Kaffee und Kuchen gibt im Überfluss). Leider stellte sich meine Mutter quer, sie will keinen Kurzurlaub machen. Es war damals schon ein Problem sie für einen Tag in die Tagespflege zu geben, es folgten tagelange Erklärungen einer Engelsgeduld. Hat also jemand hier einen Tip oder eine psychologische Hintertür die ich versuchen könnte? Auch wenn meine Mutter stark dement ist, blöde ist sie nicht. Dinge die ihr nicht gefallen werden in alter Manier ausgetragen, auch wenn Ihr die Worte zum Gefecht fehlen.

Ich wünsche nun allen hier einen angenehmen Abend und möchte nochmals für die rege Beteiligung danken.

Lieben Gruß
Stefan



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AW: Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Beitrag von Plüschfussel » Di 1. Mär 2011, 21:05

Lieber Stefan!

Ich kann Dir das sehr gut nachfühlen, da ich meine 88 jährige Mutter betreue.
Das ist zwar zur Zeit nachts noch nicht nötig, aber es gruselt mir bei dem Gedanken, weil Mama leider auch sehr schwierig ist.

Mama zu irgendetwas bewegen, daß sie nicht möchte, oder von irgendetwas abzubringen was sie will, ist ein Kraftakt.
Wenn Du mal googelst dann findest Du sehr viel über die Zuzahlung der Verwandtschaft zur Heimunterbringung.

Ich habe Dir eine PN gesendet mit einer Information.

Liebe Grüße fearn
Zuletzt geändert von Plüschfussel am Di 1. Mär 2011, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.



Suse2
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Beitrag von Suse2 » Di 1. Mär 2011, 21:30

An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Suse2 für die Bemühungen, die Frage hat sich jedoch an dieser Stelle geklärt. Hätte ich etwas früher die Betreuungsurkunde gelesen, wäre die Frage auch nicht aufgekommen *peinlich*
dafür nicht... muss dir nicht peinlich sein
Jetzt kommen aber ein paar Neue Fragen dazu. Der Eigenanteil bei der Kurzzeitpflege beträgt 32 Euro/Tag, also 672 Euro für die 3 Wochen. Wenn ich das Demenzgeld von 200 Euro in Abzug bringe, verbleiben jedoch noch 472 Euro. Könnte man die zusammen mit der Kostenübernahme für Verhinderungspflege verrechnen oder geht sowas nicht?
wenn die Einrichtung Kurzzeitpflegeplätze hat, gibt es auch dort waährend der KZP die Möglichkeit der Inanspruchnahme des Pflegewohngelds..
Das "Demenzgeld" ist zweckgebunden und muss nachweislich für die entsprechende Betreuung eingesetzt werden.

Verhinderungspflege bekommst du zusätzlich zu den 28 KZP auch nochmal max 1510€ für 28 Tage oder auch zur Bezahlung von einer Ersatzpflegeperson zu Hause während deiner Krankheit/Urlaub ect.
Eine weitere Hürde die ich noch zu klären habe, sind die bereits hier im Thread angesprochenen Sozialleistungen. Wie ich bereits erwähnt habe, gehören wir nicht zum Jet Set und es gibt auch kein Vermögen mehr in Form von Lebensversicherungen, Sparkonten oder Kronjuwelen.
Eines der von mir ausgesuchten Pflegeheime hat mich heute per Email angeschrieben und einen Eigenanteil von 621 Euro ausgewiesen. Das ist also der Betrag den ich aufbringen muß nachdem die Rente meiner Mutter, das Pflegegeld und das Pflegewohngeld schon mit einkalkuliert wurde.... da wird wohl kein Weg am Sozialamt vorbeiführen... richtig wohl fühle ich mich dabei nicht.
nun wenn es auf eine vollstat. Pflege erforderlich ist, alles eingerechnet ist, dann muss du einen Antrag auf Kostenübernahme beim zuständigen Kreis stellen, dann werden nach Prüfung der finanziellen Situation die Kosten übernommen und deine Mutter bekommt monatl. einen Barbetrag zur persönlichen Verfügung, der knapp vor 100€ liegt und von der Einrichtung an sie selbst oder dich ausgezahlt wird.

Das muss dir nicht peinlich sein, die wenigsten sind in der Lage einen Heimplatz komplett zu bezahlen.
Leider stellte sich meine Mutter quer, sie will keinen Kurzurlaub machen.
ich denke, das Mai noch ein Stück weg ist, zumindest für einen dementiell veränderten Menschen, ich würde sie damit jetzt noch gar nicht zusätzlich verwirren,

ich kann natürlich den Zustand deiner Mutter schlecht einschätzen, meine erste Idee wäre ....da ihr - deine Worte - nicht zum Jet Set gehört, Mutter will keinen Urlaub machen, weil das teuer ist und Geld kostet und da Geld für Urlaub hat sie nicht über... wäre das im Rahmen des vorstellbaren??

wir hatten mal eine Bewohnerin (90 J und sehr dement, aber sie wusste was sie wollte und was nicht), die finanziell nie gut gestellt war und aus diesem Grund auch nie zum Friseur wollte,
hm die Gute hat, wenn Friseur nötig war, beim Gedächtnistraining immer einen hübschen Gutschein "gewonnen" und damit jeden einzelnen Friseurbesuch absolut genossen :smile

ein Gutschein oder Gewinn der Tagespflege könnte sie vielleicht reizen

Kosten/ Geld ist ganz oft die größte Sorge der alten Menschen!!


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AW: Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Beitrag von Stefan71 » Di 1. Mär 2011, 21:44

[quote=""Suse2""]
wir hatten mal eine Bewohnerin (90 J und sehr dement, aber sie wusste was sie wollte und was nicht), die finanziell nie gut gestellt war und aus diesem Grund auch nie zum Friseur wollte,
hm die Gute hat, wenn Friseur nötig war, beim Gedächtnistraining immer einen hübschen Gutschein "gewonnen" und damit jeden einzelnen Friseurbesuch absolut genossen :smile

ein Gutschein oder Gewinn der Tagespflege könnte sie vielleicht reizen

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[/quote]

Wow, das ist eine prima Idee, ich denke so könnte es gehen. Die Leute spielen dort sehr gerne BINGO :hehe da könnte man sie ja mal gewinnen lassen.



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Beitrag von Suse2 » Di 1. Mär 2011, 21:46

wenn's denn hilft... gerne :D


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AW: Brauche Rat, Pflegefall in der Familie - Nachtwache

Beitrag von *Angie* » Di 1. Mär 2011, 23:36

Hallo Stefan,

vieles hat sich ja für Dich dank der vielen Vorschreiber schon geklärt.
Worauf ich eingehen möchte ist Deine Frage nach einer "Betreuungsperson" für nachts.

Ja, es gibt schon Institutionen die sowas anbieten - oder auch Betreuung zuhause, zB während der Urlaubszeit - ich arbeite nämlich derzeit für einen solche Institution und wir zB betreuen Bundesweit und auch über 24 Stunden.

Ich schicke Dir den Link mal per PN zu.
Zu Deiner reinen Informationen kannst Du dort ja mal anrufen
und Dich unverbindlich informieren wie sowas zB laufen kann.

Viel Kraft und liebe Grüße,
Angie


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Beitrag von Stefan71 » Do 3. Mär 2011, 21:05

Guten Abend zusammen!

Nach Sichtung der vielen Links die ich von Euch bekommen habe und anhand der vielen Informationen, habe ich mir Unterstützung von einem pensionierten Rechtsanwalt geholt. Es ist unmöglich die vielen Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen, deswegen wird ab jetzt das ganze von Hinten aufgerollt. Der Termin beim Sozialamt steht auch schon da mittlerweile 4 Kostenmodelle vorliegen. Davon nicht berührt bleibt die Kurzzeitpflege die ich für Mai gebucht habe. Da es auf einen stationären Aufenthalt hinausläuft und somit eine häusliche Pflege bzw. eine Nachtwache entfällt, kann ich mich jetzt auf das Wesentliche konzentrieren.

So wie es hier bereits GelberEngel in ähnlicher Weise gesagt hat, es wird nicht besser, es wird eher schlimmer und wächst einem über den Kopf.

@Suse2: Meine Mutter hat überings heute den 1. Preis beim Bingo gewonnen, ein Wellnessurlaub in einem 4 Sternezimmer, Verpflegung inkl. und soviel Kaffee und Kuchen wie sie essen kann.

Somit ist das auch erledigt :-) Sie freut sich.... und ich mich gleich mit.

Manchmal ist es so schön, wenn man sich ausserhalb der Bürozeiten am Abend noch an Leute wenden kann, die helfen können. Mir hat das hier sehr viel gebracht und ich danke auch nochmal für die vielen PNs.

Wie die Sache mit der Betreuungsurkunde ausgeht, werde ich noch berichten, der amtschimmel hat tatsächlich noch etwas gefunden wo es sich zu wiehern lohnt.

Liebe Grüße
Stefan



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Beitrag von Suse2 » Do 3. Mär 2011, 21:12

@Suse2: Meine Mutter hat überings heute den 1. Preis beim Bingo gewonnen, ein Wellnessurlaub in einem 4 Sternezimmer, Verpflegung inkl. und soviel Kaffee und Kuchen wie sie essen kann.

Sie freut sich.... und ich mich gleich mit.
und gleich ein Hauptgewinn?? Glück muss man haben... :smile :D :D :D

ja ja so sind sie die Mädels, hocken auf der Kohle....


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Beitrag von *Angie* » Do 3. Mär 2011, 23:45

Meine Mutter hat überings heute den 1. Preis beim Bingo gewonnen, ein Wellnessurlaub in einem 4 Sternezimmer, Verpflegung inkl. und soviel Kaffee und Kuchen wie sie essen kann.

Somit ist das auch erledigt :-) Sie freut sich.... und ich mich gleich mit.
Dann wünsche ich euch einen erholsamen Urlaub ;o)

Ideen muss man haben!


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