Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
thomas09
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Beitrag von thomas09 » Mi 15. Jun 2011, 18:09

Weil ich in zweigleisigen Diskussionen wenig Sinn sehe.



zauberlicht
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Beitrag von zauberlicht » Mi 15. Jun 2011, 20:46

[quote=""Kati123""]
Auszug aus dem Pflegeversicherungsgesetz

Rechte und Pflichten der Pflegeeinrichtungen

1. Die Pflegeeinrichtungen pflegen, versorgen und betreuen die Pflegebedürftigen, die ihre Leistungen in Anspruch nehmen, entsprechend dem allgemein anerkannten Stand medizinisch- pflegerischer Erkenntnisse. Inhalt und Organisation der Leistungen haben eine humane und aktivierende Pflege unter Achtung der Menschenwürde zu gewährleisten.


§ 28 Leistungsarten, Grundsätze


Die Pflege soll auch die Aktivierung des Pflegebedürftigen zum Ziel haben, um vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und, soweit dies möglich ist, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Um der Gefahr einer Vereinsamung des Pflegebedürftigen entgegenzuwirken, sollen bei der Leistungserbringung auch die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen nach Kommunikation berücksichtigt werden.
Sorry, aber das ist graue Theorie. Wer den Alltag kennt, der weiß, dass dies kaum eine Einrichtung leisten kann. Daher auch überall die Formulierung "sollten" .

@Zauberlicht: Ich vermute, Du hast noch nie in einer Einrichtung gearbeitet, die mit ständiger Unterbesetzung läuft, viele Krankausfälle ( kommt ja zwangsläufig bei Überlastung ), ständiges Einspringen damit überhaupt jemand da ist... sorry, wo bitte soll denn da noch fachlich gearbeitet werden können ? Man fängt zwangsläufig an Prioritäten zu setzen: Lagerung, Ernährung, Grundpflege. Ich kenne kaum ein Haus, in dem die personelle Situation so war, dass sich die Fachkräfte hinsetzen konnten und eine Risikoermittlung machen konnten, geschweige denn, dass mal eine ordentliche Pflegeplanung möglich war. Eine Kollegin sagte mir mal : " Wir sind Retter, keine Pfleger". Und ich habe das so auch erleben müssen. Waschen bis kurz vor Mittag, die Knochen tun weh, Du bist gefrustet, weil keine Zeit bleibt, STress von oben, weil ARbeit wartet, Kollegen die genauso jammern und Dich nochmehr runterziehen, letzte Folge: Kündigungen... mit jeder Kollegin die geht, wächst der Druck auf die anderen. Die Betreiber finden keinen Nachfolger... es ist ein elendiger Teufelskreis und ich habe es hier oben im Norden nun seit 3 Jahren extrem spüren müssen, dass es kaum noch Einrichtungen gibt, die annähernd den geforderten Stellenschlüssel einhalten. Und wir reden hier von 25-30 % Fachkraftquote ( das sind unter der Hand schonmal 5-6 Fachkräfte die fehlen ). Die Schulen melden Ebbe, die Anzeigen in der Zeitung bleiben ohne Reaktion. Klar wollen wir alle gut pflegen und auch mir fehlt das Verständnis, aber was bleibt mir denn übrig ? Ich muss aus dem was da ist das Beste machen. Realität ...[/quote]

und ob ich das habe.

Der Bericht über die Pflegebedürftige Dame, dass war in unserer Zeit mit dem wenigsten Personal überhaupt. 5 fachkräfte mit 80% Beschäftigung und zwei Aushilfen hatten wir in der Zeit.

wenn ich das überhaupt höre geht mir der kragen hoch. halllooo? das ist eine pflegeeinrichtung wo die Patienten im Haus sind und es wird doch wohl möglich sein diesen Mann ein bis zwei mal raus zu setzten an den Tisch oder ?
Ich meine hergott ein transfer dauert keine zwei stunden!!!

und was können die patienten dafür wenn einrichtungen nicht genug personal haben ? wo kommen wir hin ? bleiben dann irgendwann alle leute im Bett liegen weil angeblich kein personal da ist ? WERDEN DIE LEUTE NICHT GELAGERT WEIL KEINE ZEIT IST? WEIL ANGEBLICH NICHT GENUG PERSONAL DA IST? nimmt man lieber einen dekubitus in kauf und macht einen Menschen immobiler weil man keine fünf zehn oder fünfzehn minuten investieren kann ?'

ich habe mal in einer einrichtung gearbeitet, die wirklich wie akkord gearbeitet hat . ich kam mir vor wie in ner waschstrasse- grauenvolll. grosse grundpflege mit ausscheidung etc 25 minuten .....das heisst mit transfers, grosse grundpflege allem pipapo was dazugehört angefangen von mundpflege über ausdccheidung über die grundpflege bis hin zum ankleiden ins bett packen und lagern.

was zum henker soll ich in 25 minuten zuerst machen ? ICH MEINE ICH MUSS MICH DEM TEMPO MEINES GEGENÜBERS ANPASSEN- wo bleibt da zeit fürs individuelle? NEE DANKE, so will ich nicht arbeiten.

die jetzige Ambulante Einrichtung ist das gegenteil-ja auch da haben wir personalmangel, aber immer realistische Zeiten. ausreichende zeiten, sodass man sich nicht wie in einer waschstrasse fühlt, und der patient auch wirklich wahrgenommen wird,als Mensch und als Individum.

Pflegeplanungen? sind hier zwar nicht das Thema, aber es ist echt traurig wenn man keine gescheiten ausführlichen Pflegeplanungen schreiben kann weil keine zeit da ist. dann muss man eben Zeit auftreiben.

Pflegeplanungen sind nunmal die Grundlage für uns, um gezielt die probleme ressourcen und individuelle pflege durchzuführen. wie solll eine PK denn arbeiten ohne PP?
Und was legen dann manche einrichtungen dem MDK vor wenns um die Einstufung geht ? sone halbherzige angefangene nicht zu Ende gebrachte PP??? :confused:

wir, da wo ich arbeite, haben wir auch keine edliche zeit für den ganzen Papierkram für die skalen etc und die PP , haben genug Patienten zu versorgen,aber dann nehmen wir uns die zeit . Da sind unsere PDLs aber auch sehr genau und überprüfen dass. Sie planen uns Zeit ein NACH !!! unserer Tour, oder wir planen uns die nach absprache mit der PDL selber ein und schreiben und evaluieren unsere Pflegeplanungen eigenständig.

manchmal wenn wir zb spätdienst haben , gehen wir ne stunde vor dienstbeginn schon zur arbeit um Pflegeplanungen zu schreiben weil es ansonsten unter gehen würde weil mans nicht schaffen würde.

Nur weil das deiner meinung nach eine Einrichtung nicht leisten kann soll man einen Menschen im Bett lassen ? ist es ein Mensch nicht wert für seine gezahlten leistungen, die doch von der Pflegekasse bezahlt werden und die Einrichtung das Geld kassiert, einen oder zwei transfers am Tag zu bekommen ? wo der Mensch doch eh schon in der Einrichtung "liegt" das Pflegepersonal vor Ort ist!!

dauert ein transfer zwei stunden ? ODER FÜNF BIS HÖCHSTENS ZEHN MINUTEN´?
Zuletzt geändert von zauberlicht am Mi 15. Jun 2011, 20:53, insgesamt 1-mal geändert.


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Analir
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Beitrag von Analir » Mi 15. Jun 2011, 21:10

Wir haben auch nicht wirklich viel Personal, 1 PFK & 2 Pflegehelfer im Frühdienst für 22 Bewohner der Stufen 1-3. Wir haben viele Rollifahrer, 2 im Pflegesessel zu mobilisieren. Keine Küchenhilfe, kein MAE, keine Praktikanten zusätzlich. Und wir mobilisieren alle die es brauchen und auch möchten. Das sind bei uns dann 20 Bewohner. Wir haben kein Pause im Dienst, das ist natürlich unsere Entscheidung. Aber wir sehen es wie zauberlicht - wieso sollten Bewohner unsere Personalsituation ausbaden müssen?

Mein Fazit bleibt, egal wie lang der Thread noch wird - wir würden den Herrn zu jeder Mahlzeit auf Wunsch an den Tisch setzen, fertig. DAS ist sein derzeitiges Bedürfnis, also gehen wir darauf ein. Wieso ist das nicht überall so? :confused:



zauberlicht
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Beitrag von zauberlicht » Mi 15. Jun 2011, 21:14

[quote=""Kati123""]
Auszug aus dem Pflegeversicherungsgesetz

Rechte und Pflichten der Pflegeeinrichtungen

1. Die Pflegeeinrichtungen pflegen, versorgen und betreuen die Pflegebedürftigen, die ihre Leistungen in Anspruch nehmen, entsprechend dem allgemein anerkannten Stand medizinisch- pflegerischer Erkenntnisse. Inhalt und Organisation der Leistungen haben eine humane und aktivierende Pflege unter Achtung der Menschenwürde zu gewährleisten.


§ 28 Leistungsarten, Grundsätze


Die Pflege soll auch die Aktivierung des Pflegebedürftigen zum Ziel haben, um vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und, soweit dies möglich ist, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Um der Gefahr einer Vereinsamung des Pflegebedürftigen entgegenzuwirken, sollen bei der Leistungserbringung auch die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen nach Kommunikation berücksichtigt werden.
Sorry, aber das ist graue Theorie. Wer den Alltag kennt, der weiß, dass dies kaum eine Einrichtung leisten kann. Daher auch überall die Formulierung "sollten" .

@Zauberlicht: Ich vermute, Du hast noch nie in einer Einrichtung gearbeitet, die mit ständiger Unterbesetzung läuft, viele Krankausfälle ( kommt ja zwangsläufig bei Überlastung ), ständiges Einspringen damit überhaupt jemand da ist... sorry, wo bitte soll denn da noch fachlich gearbeitet werden können ? Man fängt zwangsläufig an Prioritäten zu setzen: Lagerung, Ernährung, Grundpflege. Ich kenne kaum ein Haus, in dem die personelle Situation so war, dass sich die Fachkräfte hinsetzen konnten und eine Risikoermittlung machen konnten, geschweige denn, dass mal eine ordentliche Pflegeplanung möglich war. Eine Kollegin sagte mir mal : " Wir sind Retter, keine Pfleger". Und ich habe das so auch erleben müssen. Waschen bis kurz vor Mittag, die Knochen tun weh, Du bist gefrustet, weil keine Zeit bleibt, STress von oben, weil ARbeit wartet, Kollegen die genauso jammern und Dich nochmehr runterziehen, letzte Folge: Kündigungen... mit jeder Kollegin die geht, wächst der Druck auf die anderen. Die Betreiber finden keinen Nachfolger... es ist ein elendiger Teufelskreis und ich habe es hier oben im Norden nun seit 3 Jahren extrem spüren müssen, dass es kaum noch Einrichtungen gibt, die annähernd den geforderten Stellenschlüssel einhalten. Und wir reden hier von 25-30 % Fachkraftquote ( das sind unter der Hand schonmal 5-6 Fachkräfte die fehlen ). Die Schulen melden Ebbe, die Anzeigen in der Zeitung bleiben ohne Reaktion. Klar wollen wir alle gut pflegen und auch mir fehlt das Verständnis, aber was bleibt mir denn übrig ? Ich muss aus dem was da ist das Beste machen. Realität ...[/quote]

[quote=""Analir""]Wir haben auch nicht wirklich viel Personal, 1 PFK & 2 Pflegehelfer im Frühdienst für 22 Bewohner der Stufen 1-3. Wir haben viele Rollifahrer, 2 im Pflegesessel zu mobilisieren. Keine Küchenhilfe, kein MAE, keine Praktikanten zusätzlich. Und wir mobilisieren alle die es brauchen und auch möchten. Das sind bei uns dann 20 Bewohner. Wir haben kein Pause im Dienst, das ist natürlich unsere Entscheidung. Aber wir sehen es wie zauberlicht - wieso sollten Bewohner unsere Personalsituation ausbaden müssen?

Mein Fazit bleibt, egal wie lang der Thread noch wird - wir würden den Herrn zu jeder Mahlzeit auf Wunsch an den Tisch setzen, fertig. DAS ist sein derzeitiges Bedürfnis, also gehen wir darauf ein. Wieso ist das nicht überall so? :confused: [/quote]

danke analir :) schön zu wissen dass es noch andere gibt die sich einsetzten egal wie viel personalmangel vorhanden ist. wieso das nicht überall so ist verstehe ich auch nicht-wäre dankbar wenn uns das jemand beantworten könnte :confused:


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sophie
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Beitrag von sophie » Mi 15. Jun 2011, 21:17

Hallo Zauberlicht,

dein Enthusiasmus in allen Ehren aber wieso sollen Pflegekräfte immer alles hinbiegen, damit der Laden läuft.

Es gibt schlechte Rahmenbedingungen, die politisch so gewollt sind. Wer soll es nach deiner Schilderung hinbiegen, die PK.

Es fällt Personal wegen Krankheit aus oder weil Stellen aufgrund von Pflegenotstand nicht wieder neu besetzt werden könnn. Wer soll es nach deinem Schema wieder hinbiegen, die PK.


Nun frage ich dich: Und wer kümmert sich um die PK? Wir sind auch nur Menschen. Und ich glaube wir alle haben mit diesem Spagat den wir täglich vollführen müssen grosse Probleme.

Wenn es in der Einrichtung des Fragestellers so zugeht wie in manchen Einrichtungen, die hier beschrieben werden oder die mir auch aus der Umgebung bekannt sind, dann verstehe ich, warum die PK nicht bereit sind, den Mann zu mobilisieren, weil sie es einfach nicht können. Egal ob es zwei Minuten dauert oder ne halbe Stunde.

Sicherlich ist dies furchtbar. Aber solange Pflege kein Geld kosten darf (hier mein ich nicht sie Anton), und jeder pflegen kann, solange wird sich daran nichts ändern.

Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

zauberlicht
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Beitrag von zauberlicht » Mi 15. Jun 2011, 21:22

[quote=""sophie""]Hallo Zauberlicht,

dein Enthusiasmus in allen Ehren aber wieso sollen Pflegekräfte immer alles hinbiegen, damit der Laden läuft.

Es gibt schlechte Rahmenbedingungen, die politisch so gewollt sind. Wer soll es nach deiner Schilderung hinbiegen, die PK.

Es fällt Personal wegen Krankheit aus oder weil Stellen aufgrund von Pflegenotstand nicht wieder neu besetzt werden könnn. Wer soll es nach deinem Schema wieder hinbiegen, die PK.


Nun frage ich dich: Und wer kümmert sich um die PK? Wir sind auch nur Menschen. Und ich glaube wir alle haben mit diesem Spagat den wir täglich vollführen müssen grosse Probleme.

Wenn es in der Einrichtung des Fragestellers so zugeht wie in manchen Einrichtungen, die hier beschrieben werden oder die mir auch aus der Umgebung bekannt sind, dann verstehe ich, warum die PK nicht bereit sind, den Mann zu mobilisieren, weil sie es einfach nicht können. Egal ob es zwei Minuten dauert oder ne halbe Stunde.

Sicherlich ist dies furchtbar. Aber solange Pflege kein Geld kosten darf (hier mein ich nicht sie Anton), und jeder pflegen kann, solange wird sich daran nichts ändern.

Sophie[/quote]

hi sophie

warum gibt es denn Einrichtungen, Heime, und ambulante Dienste wo es geht und andere wiederum wo es nicht geht :confused: das ist doch die entscheidende frage oder?

Wenn ein Team am gleichen Strang zieht mit PDL geht vieles.

natürlich haben wir einen harten Beruf, und man muss manchmal spagate machen wie du es sagst, aber ich habe selber gesehen dass vieles möglich ist.


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Analir
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Beitrag von Analir » Mi 15. Jun 2011, 21:24

Und was ändern wir, wenn wir einfach aufhören zu pflegen, wie wir es im Grunde für richtig halten? Wenn wir aufhören unsere Arbeit zu tun, weil wir meinen, dass wir es nicht schaffen? Wenn wir aufhören zu mobilisieren, obwohl uns bewusst ist, dass dies zum Nachteil der Patienten/Bewohner ist?

Wir ändern doch dann lediglich etwas an der Zufriedenheit der zu Pflegenden, aber meiner Meinung nach nichts an der Pflegesituation ansich?!

Glaubt ihr ganz ernsthaft, dass nur noch arbeiten zu unseren Gunsten/Bedingungen gut für die Pflegesituation ist? Könnt ihr so - also wenn ihr arbeitet wie dieses Haus in welchem Antons Bruder lebt - mit gutem Gewissen nach Hause gehen?

Ich könnte es nicht! Und ehrlich - ich arbeite viel und der Job ist schwer, aber dank diverser Hilfsmittel nicht mehr so heftig (was Mobi betrifft) wie vor 15 Jahren noch.



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Beitrag von zauberlicht » Mi 15. Jun 2011, 21:33

[quote=""sophie""]Hallo Zauberlicht,


Es gibt schlechte Rahmenbedingungen, die politisch so gewollt sind. Wer soll es nach deiner Schilderung hinbiegen, die PK.

Es fällt Personal wegen Krankheit aus oder weil Stellen aufgrund von Pflegenotstand nicht wieder neu besetzt werden könnn. Wer soll es nach deinem Schema wieder hinbiegen, die PK.


Sophie[/quote]

wenn mann alles so aktzeptiert und das nötigste macht weil es ja nicht machbar ist , weil pk dies und jenes nicht können aufgrund von personalmangel dann beantworte dir selber die fragen mit folgender fragestellung :
wer ist hier dann der leittragende???? DU WIRST WENN DU GUT ÜBERLEGST AUF JEDE FRAGE MIT . "DER PATIENT/BEWOHNER" ANTWORTEN


SAG MIR DOCH BITTE; WARUM KANN MAN EINEN MENSCHEN NICHT AUS DEM BETT IN DEN ROLLI SETZTEN UND AN DEN TISCH SCHIEBEN????????????? IST ES ZU SCHWER? WIR HABEN SOCH ALLE WIE ANALIR SCHON SAGTE GENUG HILFSMITTEL-WIR WISSEN WIE RÜCKENSCHONENDES ARBEITEN GEHT UND WIR KENNEN DIE GANZE TECHNIKEN FÜR TRANSFERS-

ALSO WARUM GEHT DAS NICHT? ist der weg zum patientenzimmer zu lang ?


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Beitrag von thomas09 » Mi 15. Jun 2011, 22:05

@zauberlicht:
selber die fragen mit folgender fragestellung :
wer ist hier dann der leittragende????
Das ist nicht die einzig richtige Antwort:

Die Pflegekraft - die ausgepowert, mit burnout, am Ende ihrer Kräfte den Job verlässt!!! - Schon mal auf die Idee gekommen?

Ist damit dem Bewohner irgendwie geholfen?



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Beitrag von Analir » Mi 15. Jun 2011, 22:10

kann es sein, dass wir hier langsam vom Ursprung weg kommen? Hier gehts um - 2 Tage im Rolli für gleich mal eben 5h oder tgl. für 2-3 Mahlzeiten?! Das hat nix mit Überbeanspruchung von PK's zu tun, sondern mit dem Mindestumfang unserer Arbeit!

Also bitte liebe Kolleginnen und Kollegen - nutzt diesen Thread hier nicht für Gewetter gegen die (mit Sicherheit aktuell sehr schlechte) Pflegepolitik!



sophie
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Beitrag von sophie » Mi 15. Jun 2011, 22:13

Hallo Zauberlicht,

weshalb verwendest du Grossschreibung? Ich sehe sehr gut.

Ansonsten hat Thomas schon alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.

Mach die Augen auf über die Pflegesituation in Deutschland. Hier arbeiten keine unmotivierten, lustlosen Kräfte, die sonst nix anderes gefunden haben.

Die die keine Lust haben, die hören nämlich schnell wieder auf. Die Pflege ist nicht umsonst, der Beruf mit der höchsten Aussteigerquote. Wieso wohl? Oder sind sie deiner Meinung nach alle nicht belastbar?

sophie


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Beitrag von sophie » Mi 15. Jun 2011, 22:14

Hallo Analir,

wenn 3 PK 55 Bewohner aller Pflegestufen zu versorgen haben, dann ist das für mich durchaus ein Grund, weshalb ich eine Mobilisation nicht durchführen kann. Weil ich es einfach nicht schaffe.


Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

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Beitrag von zauberlicht » Mi 15. Jun 2011, 22:16

[quote=""thomas09""]@zauberlicht:
selber die fragen mit folgender fragestellung :
wer ist hier dann der leittragende????
Das ist nicht die einzig richtige Antwort:

Die Pflegekraft - die ausgepowert, mit burnout, am Ende ihrer Kräfte den Job verlässt!!! - Schon mal auf die Idee gekommen?

Ist damit dem Bewohner irgendwie geholfen?[/quote]

ja da ist was wahres dran-kann passieren muss aber nicht.
jedoch arbeitet man ja keine 24 stunden durch ;) . aber mal zurück denken bitte.

ist es nicht möglich zwei transfers zu machen ? WARUM ?

sag mal thomas wie willst du später gepflegt werden ? ERZÄHL MAL :D doch sicher nicht mit ner stoppuhr in ner hand oder UND DU WILLST AUCH BESTIMMT NICHT EIN GANZES JAHR IM BETT LIEGEN UND EIN-ZWEIMAL WÖCHENTLICH DEIN AUFSTEHTAG HABEN ODER? :D würdest du es toll finden ?

man sollte nicht vergessen was PFLEGE wirklich bedeutet indem man ständig sein personalmangel im kopfhat und sich das noch schlimmer einredet und sich reinsteigert-lieber nach qualifiziertem personal suchen und es halten.

die kunst ist es ja nicht Personal zu finden, sondern es auch halten zu können.

und nunja so manche Einrichtungen bezahlen ja auch unter aller sau . sorry für den Ausdruck aber da brauchen so manche sich net wundern dass gutes qualifiziertes personal flöten geht.

auf den schultern der pflegebedürftigen darf dies jedoch nicht ausgelassen werden, denn sie können ja nun am wenigsten dafür dass nciht genug personal vorhanden ist.


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Beitrag von zauberlicht » Mi 15. Jun 2011, 22:21

[quote=""Analir""]kann es sein, dass wir hier langsam vom Ursprung weg kommen? Hier gehts um - 2 Tage im Rolli für gleich mal eben 5h oder tgl. für 2-3 Mahlzeiten?! Das hat nix mit Überbeanspruchung von PK's zu tun, sondern mit dem Mindestumfang unserer Arbeit!

Also bitte liebe Kolleginnen und Kollegen - nutzt diesen Thread hier nicht für Gewetter gegen die (mit Sicherheit aktuell sehr schlechte) Pflegepolitik![/quote]

liebe Analir ,der mindestumfang unserer Arbeit ist für manch einen wohl nicht möglich zu leisten.

vielleicht ist man zu ausgepowert für zwei transfers täglich- ich klik mich aus- kann mich net mit soner Einstellung identifizieren und hab auch keine lust mehr darüber zu diskutieren.

ich hoffe nur dass ich eines tages nicht mit solche pflegekräfte konfrontiert werde die keine zeit aus personalmangel oder aus Angst vor Burnout haben, mich in meinem Bett liegen lassen und einmal die woche an den Tisch setzten damit ich meine Nahrung wie jeder andere Mensch zu mir nehmen kann.
Zuletzt geändert von zauberlicht am Mi 15. Jun 2011, 22:26, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag von Anton-68 » Mi 15. Jun 2011, 22:38

[quote=""zauberlicht""]
SAG MIR DOCH BITTE; WARUM KANN MAN EINEN MENSCHEN NICHT AUS DEM BETT IN DEN ROLLI SETZTEN UND AN DEN TISCH SCHIEBEN?????????????[/quote]

Laaangsaaam liebes Zauberlicht,

ich wollte hier keinen Streit provozieren, sondern nur einfache Antworten auf
einfache Fragen erhalten.
Die habe ich erhalten und danke euch allen dafür.

Du bist noch jung und dein Einsatz im Pflegebereich ehrt dich.
Die rauhe Wirklichkeit in der Mehrzahl der Alten- und Pflegeheime aber
würde dich vermutlich zerbrechen, wenn Du in dem Tempo weiter machst.
Laß dir deinen Schneid nicht abkaufen, aber sieh dich vor, für wen Du arbeitest.

Es gibt einen alten Spruch, der da lautet:
"Der Fisch stinkt vom Kopfe her."
Auch wenn Du für ein Pflegeheim nur dir Gleichgesinnte einstellst, wirst Du
Schiffbruch erleiden, wenn ihr ständig zu wenige seid.

Der Mensch ist nicht für einen ständigen Marathonlauf ausgelegt.

In diesem Sinne,
Anton


Gott gebe mir die Demut, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Beitrag von Analir » Mi 15. Jun 2011, 22:42

Lieber Anton,

an dieser Stelle - ich habe Ihnen meine Einstellung zu Ihrem Problem dargelegt und wünsche Ihnen und natürlich auch Ihrem Bruder alles erdenklich Gute und bestmögliche Pflege!

Ziehe mich an dieser Stelle hier raus.

Alles Liebe, A.



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Beitrag von Anton-68 » Mi 15. Jun 2011, 22:50

Danke Analir!

Wenn ich Pflegeheimbetreiber wäre, würde ich dich sofort abwerben. :yo

In diesem Sinne,
Anton


Gott gebe mir die Demut, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Beitrag von Kati123 » Do 16. Jun 2011, 00:04

Das mag ich ganz besonders. Erst austeilen und dann sich ausklinken. Vielleicht sollte der Eine oder Andere mal darüber nachdenken, ob das Verhalten das hier in einem Chat gezeigt wird so angemessen ist. Wir reden hier sachlich über Dinge und diese emotionale Schärfe hat für mich nichts mehr mit Erfahrungsaustausch zu tun. Es zeigt mir vielmehr, dass manche Pflegekräfte nicht differenzieren können, sich nicht in andere Situationen hineinversetzen können und nicht in der Lage sind, andere mit ihren Meinungen gelten zu lassen. Zumal sich hier niemand dafür ausgesprochen hat, Menschen sich selbst zu überlassen. Wir haben Angehörigen ( und gerade das bestürzt mich am meisten ) versucht die Situation in der Pflege nahe zu bringen, ohne das Verhalten der Einrichtung gut zu heißen. Es wurde offen aus dem Pflegealltag berichtet, Ängst und Probleme von Personal angesprochen, um etwas Rücksicht für die vielleicht nicht so optimalen Entscheidungen gebeten, weil wir als Außenstehende die Situation in der Einrichtung überhaupt nicht beurteilen können. Wir können nicht einmal ( entschuldigung Anton ) beurteilen, ob Anton die Lage auch so einschätzt, wie die PDL sie sich gedacht hat. Vielleicht lag es an der Kommunikation, an... weiß der Geier. WIR können nur "beraten" für Situationen, die uns beschrieben werden. Und da sind emotionale Ausbrüche gegen die eigenen "Kollegen" nicht hilfreich.
Denkt doch mal drüber nach, was wir gerade hier deutlich präsentiert haben ???
Die Pflege ist sich in sämtlichen Bereichen uneinig und die Pflegekräfte hacken sich gegenseitig die Augen aus. Tolles Bild für einen sozialpflegerischen Beruf. Ich arbeite nach dem Motto: ich tue mein Bestes Tag für Tag. Ich bin nur ein Mensch und ich möchte zum Schluß eines anmerken:

Hier wird sich aufgeregt, wie man so sein kann, dass Pflegekräfte mit der täglichen Arbeit wohl überfordert wären--- wie dreist! ... entschuldigung, das hat meiner Meinung nach nichts mit Berufsethos zu tun. Ich könnte auch sagen : ICH mache das grundsätzlich nicht... kann ich ÜBERHAUPT nicht verstehen. Käse! Wenn ich als Fachkraft alleine bin und habe 89 Bewohner zu versorgen... dann geht mir auch einiges durch die Lappen.
Und wir können uns auch nicht hinstellen und den Häusern die Schuld alleine in die Schuhe schieben. Jeder hat seinen Teil zu tragen und so stabil dein Team auch ist, bricht einer weg, kommt das ganze System ins Wanken. Zudem spielen da noch viele Dinge mit hinein, die weit über den täglichen Pflegeprozess hinaus gehen... aber das sprengt den Rahmen.

soll ich nun auch schreiben.. ich ziehe mich raus ? Nein, das halte ich eh nicht durch meinen Schnabel zu halten :D

Nichts für Ungut Mädels...


Menschen mit Phantasie langweilen sich nie :hehe

Altenpflege - come in & burn out... :D

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Beitrag von Mash85 » Do 16. Jun 2011, 00:09

@kati: danke. dem ist nichts mehr hinzuzufügen!



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Beitrag von Anton-68 » Do 16. Jun 2011, 00:29

[quote=""Kati123""]
. . . soll ich nun auch schreiben.. ich ziehe mich raus ? Nein, das halte ich eh nicht durch meinen Schnabel zu halten :D

Nichts für Ungut Mädels...[/quote]

Kati, deine Worte tun gut.

Nein, den Schnabel sollte man nicht halten, auch wenn es dadurch einmal
etwas hitzig wird.
Das renkt sich schon wieder ein.

Ich kann nur aus meiner subjektiven Sicht berichten und Fragen stellen,
die auch einen suggestiven Unterton haben können.
- Die Antworten, die einem gefallen, die hört man natürlich am liebsten. -

Es dürfte unbestritten sein, daß in Sachen Pflegeheimen oft etwas im Argen liegt.
Aber auch die Angehörigen sind oft nicht "ohne".
Es gilt, diese Mängel zu benennen und mittels Lobbyarbeit zu ändern.
Und, soweit ich es sehen kann, entwickelt sich auch so ganz langsam eine Lobby
für die Alten und Pflegebedürftigen und auch für deren Gute Geister = das Pflegepersonal.
Sogenannte "Pflegestützpunkte" werden eingerichtet und bei uns in Hamburg
gibt es sogar inzwischen ein offizielles "Beschwerdetelefon-Pflege".
Ob es etwas taugt, werde ich demnächst berichten.

Es sind nur Anfänge, aber Rom wurde auch nicht an einem Tage gebaut.

Gute Nacht allerseits wünscht
Anton


Gott gebe mir die Demut, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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