Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
A.v.Stösser
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Beitrag von A.v.Stösser » Mi 8. Jun 2011, 12:28

Hallo Anton,
diese Problematik kommt mir sehr bekannt vor. Die Haltung in diesem Heim ist nicht in Ordnung und sollte auch nicht hingenommen werden.

Meine Frage: Warum wurden nicht Sie als Betreuer eingesetzt?

Empfehlung: An Ihrer Stelle würde ich mich zunächst einmal darum bemühen, die Betreuung zu bekommen. Berufsbetreuer werden normalerweise nur dann eingesetzt, wenn kein Angehöriger zur Verfügung steht, der diese Verantwortung übernehmen kann/will. Der Betreute, also Ihr Bruder, müsste allerdings bei einer Anhörung erklären, dass er von Ihnen betreut werden will bzw. der Betreuung durch Sie nicht ablehnend gegenüber steht.
Falls nichts gravierendes dagegen spricht, rate ich Ihnen - gemeinsam mit Ihrem Bruder und evtl. anderen Angehörigen - dafür zu sorgen, dass Sie das Recht erhalten, an Stelle Ihres Bruders Entscheidungen zu treffen, wie z.B. einen RehaAntrag zu stellen, einen engagierteren Arzt zu wählen oder die Verlegung in ein besseres Heim zu veranlassen.

Viel Erfolg!
Adelheid v.Stösser



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Anton-68
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Beitrag von Anton-68 » Mi 8. Jun 2011, 13:05

Danke für Ihre Antwort Frau von Stösser,
aber hier, unter den Augen von Google, kann ich in einem "offenen Forum"
nur eingeschränkt antworten.
Aufgrund bestimmter Konstellationen im familiären Hintergrund meines Bruders
mußten wir die Betreuung ablehnen.
Auch die Problematik "Jüngerer Bruder - älterer Bruder (ich)" ist ungünstig.
Mein Bruder fühlt sich schnell von mir bevormundet und blockt dann alles ab,
was unbequem ist.

Eine interne Nachricht mit mehr Details werde ich Ihnen heute Nachmittag
über dieses Forum zusenden.

Grüße aus dem Norden,
Anton


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Beitrag von Sanitätshaus DS » Do 9. Jun 2011, 09:35

Hallo Anton,

beim thema Mobilisation Deines Bruders fällt mir die Möglichkeit einer sogenannten "Strickleiter" ein. Die wird am Fußende des Bettes angebracht.

http://russka.de/index.php?id=44&pg=0&artikel=3925

Vieleicht würde zusätzlich ein Bettverkürzer unterstützung bieten!?

http://russka.de/index.php?id=44&pg=0&artikel=409

Damit könnte er versuchen seinen Oberkörper aufzurichten. Sicher wird das nicht von heute auf Morgen funktionieren, aber er hätte zumindest eine Möglichkeit ohne Hilfe "etwas zu tun"?

Die Strickleiter kann er mit beiden Händen greifen. Die Triangel am "Galgen" des Pflege-Bettes, welches er hoffenlich hat, hilft dabei weniger gut. Zumal er eine Hand braucht um die Triangel zu greifen und die andere um sich abzustützen. Mit der Strickleiter kann er schrittweise üben seinen Oberkörper auf zu richten. Ich hoffe ich bin nicht zu sehr am Thema vorbei gegangen, mir viel halt spontan diese Möglichkeit ein.

Alles gute für Euch beide!!

LG Jochen



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*Angie*
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Beitrag von *Angie* » Mo 13. Jun 2011, 00:31

Die Idee mit der Strickleiter ist ansich gut, aber Zitat aus dem Eingangsbeitrag:
liegt nach einem Schlaganfall (Gehirnblutung) mit Pflegestufe 2 in einem Pflegeheim.
Seine rechte Seite (Arm, Gesäß, Bein) ist gelähmt
ich denke, mit Lähmung wird es schwierig umzusetzen sein.

Mein Gedanke wäre da gerade eine Drehscheibe, mit der ich immer einen Mann mobilisiert habe, der PS 3+ hatte und Multiple Sklerose in absolut ausgeprägter Form (will heißen: außer "Massnahmen akzeptieren" verfügte er körperlich über keinerlei Ressource, die man sich beim Transfer hätte zunutze machen können. Keine Muskelspannung, kein Stehenkönnen - nichts). Zur Drehscheibe gehört dann noch ein "gewußt wie" - und dann klappt es 1 a.


:wave


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Beitrag von Anton-68 » Mo 13. Jun 2011, 09:56

Danke für die Tipps.

Das mit dem Rutschbrett haben wir schon probiert und eine Strickleiter
werde ich mir kurzfristig besorgen.
Letztere ist allerdings nicht für einen Transfer vom Bett zum Rollstuhl
geeignet.

Das Problem bei all diesen Hilfsmitteln ist, daß ich selbst schon die 70
überschritten habe
und auch schon ein bißchen wackelig bin. Da nun mein Bruder seine rechte
Hand nicht zum Stützen einsetzen kann, ist ein Transfer vom Bett zum
Rollstuhl durch mich eine zu wackelige und unfallträchtige Angelegenheit.
Deswegen wird halt doch eine Pflegekraft benötigt, die diese Dienstleistung
erbringt.
Ich bin ja auch nicht täglich im Pflegeheim verfügbar.

Und da wären wir wieder bei meinem Startbeitrag:
Welche Dienstleistung kann ich von den Pflegekräften erwarten.
Ist der Transfer Bett -> Rollstuhl -> Bett zu den 3 Hauptmahlzeiten für die
Pflegekräfte zumutbar oder nicht?
Dabei ist auch die bestehende Schluckstörung zu bedenken.
An den Tisch gesetzt verschluckt sich mein Bruder nicht.
Aber beim Futtern in halb liegender Stellung im Bett verschluckt er sich oft doch recht heftig.

Anton
Zuletzt geändert von Anton-68 am Mo 13. Jun 2011, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag von Frasume » Mo 13. Jun 2011, 11:18

Hallo Anton,

ich denke schon das es dem Pflegepersonal zu zumuten ist, deinen Bruder zu den Mahlzeiten in den Stuhl zu mobilisieren.

Ich arbeite in einem Krankenhaus und für uns ist es selbstverständlich,das wir die Patienten, die wenig belastbar sind, erst kurz vor den Mahlzeiten rausmobilisien.

Auch wenn dein Bruder nur zu 2. oder mit einem Lifter transferiert werden würde, müßte ein Heim dieses Leisten können.

Es dient ja auch der Sicherheit deines Bruders,denn eine Aspirationspneumonie ist auch nicht gerade gut. :confused:

Such das Gespräch mit der Heimleitung,oder überleg mit dem Betreuer ob ein Umzug sinnvoll wäre.

Lg Frasume



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Beitrag von Analir » Mo 13. Jun 2011, 11:52

[quote=""Anton-68""]

Welche Dienstleistung kann ich von den Pflegekräften erwarten.
Ist der Transfer Bett -> Rollstuhl -> Bett zu den 3 Hauptmahlzeiten für die
Pflegekräfte zumutbar oder nicht?


Anton[/quote]

JA! Ich kann mich nur wiederholen, für mich ist das nicht nur zumutbar, sondern eine Verpflichtung der Einrichtung! Noch immer find ich es einfach nur traurig, dass ein Angehöriger hier meint erfragen zu müssen, ob seine Ansprüche (bzw. die seines Bruders) nicht vielleicht zu hoch sind und das obwohl es hier meiner Meinung nach um Grundbedürfnisse geht!

Lieber Anton, es tut mir leid, wir werden ihnen hier leider wohl keine Gesetzte oder Paragrafen auflisten können, auf die sie sich berufen könnten. In ihrem Fall leider, aber allgemein zum Glück sind diese Pflegedetails nicht gesetzlich geregelt. Vollstationäre Pflege sollte aber alle Maßnahmen als zumutbar beinhalten, die dem Wohlbefinden des zu Pflegenden dienen. Zumutbarkeit für die Pflegenden wird ja auch durch diverse Hilfsmittel, 2.Pflegekraft ect. erreicht.

Mein Fazit also nach wie vor - Was sie für ihren Bruder wünschen, ist zumutbar für die Pflegekräfte.

Problematisch sehe ich aber nach wie vor auch, dass dieser Wunsch von ihrem Bruder selbst nicht selbst geäußert wird, aus Angst, derzeit fehlender Motivation und ähnliches. Solange weder der Betreuer, noch der Hausarzt und vor allem ihr Bruder diese Bedürfnisse nicht rigoros äußern, wird sich an der Situation leider kaum etwas ändern lassen. Fürchte ich. :confused:

Alles Liebe, A.



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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von Kati123 » Mo 13. Jun 2011, 13:23

Welche Dienstleistung kann ich von den Pflegekräften erwarten.
Ist der Transfer Bett -> Rollstuhl -> Bett zu den 3 Hauptmahlzeiten für die
Pflegekräfte zumutbar oder nicht?
Guten Tag,
ich lese seit ein paar Tagen still mit und möchte nun doch kurz auf Ihre Fragen eingehen. Ihre Frage betrifft im Prinzip 3 Bereiche:
1. den Bereich der Pflegeversicherung ( was steht ihm zu gemäß Pflegestufe )
2. den Strukturbereich der Einrichtung ( was läßt sich darüber hinaus gemäß Pflegeabläufe realisieren )
3. den Bereich Pflegetransparenz ( inwieweit ist die Kooperation zwischen Bewohner- Angehörigen - Pflege intakt und wird der Bedarf regelmäßig geprüft ?)

Zu 1) Ich habe Ihnen mal einen Link eingefügt, der Ihnen etwas mehr Klarheit über Ansprüche bei Pflegestufe 2 bringen wird. Sie finden auf dieser Seite auch Hinweise zu Hilfen, Ansprechpartnern etc.

http://www.pflegestufe.info/stichworte/pflegestufe.html

zu 2 ) Jede Einrichtung hat mit den Tücken der völlig undurchsichtigen Pflegeversicherung zu kämpfen. Sicherlich ist es so, dass Einrichtungen sich gemäß der Pflegestufenbescheide und auch der Rahmvereinbarungen mit den Pflegekassen an bestimmte Zeitkorridore zu halten haben. Die Pflegesituation in den Einrichtungen vor Ort sieht aber in der Regel weitaus schlechter aus. Dies ist begründet in der desolaten Personalsituation und den meist doch uneffizienten Pflegestrukturen. Hier bietet es sich an, nett und freundlich einen Kompromiss zu finden, der alle Seiten zufrieden stellt. Wer einmal zuhause seinen Angehörigen versorgt hat, wird schnell feststellen, dass dies ein 24 h Job ist. Wenn man diese Erkenntnis nun auf eine Einrichtung auslegt, die mit einem Betreuungsschlüssel von 1: 8 ( 1 PFK auf 8 Bewohner ) oder noch höher arbeitet, wird dem Betrachter schnell klar, dass dies nur unter Berücksichtigung von "Kürzungen" einhergehen kann, um eine einigermaßen menschliche Versorgung zu gewährleisten ( nun habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt, aber es trifft meiner Meinung nach die desolate Situation in vielen Einrichtungen ).
zu 3 ) Als Bewohner, wie auch als Betreuer stehen ihnen Einsichten in die Pflegedokumentation zu. Ebenso liegt es in der Beratungsverpflichtung einer Einrichtung Sie in Pflegeentscheidungen und - abläufe mit einzubeziehen. Ich kann Ihnen nur raten, sich freundlich an die Pflegedienstleitung zu wenden und " Verhandlungen" zu führen. Legen sie ihre Sicht dar, begründen sie Ihre Ansichten. Einrichtungen sind Dienstleister und auf sie angewiesen. Und mit dem Wissen im Hintergrund, dass es beide Seiten nicht leicht haben, läßt es sich oft besser sprechen.

Grundsätzlich sehe ich es so, dass jedem menschen eine tägliche Mobilisation zusteht und mal rein fachlich gesehen ist dies auch aufgrund des Krankheitsbildes schon indiziert ( Pneumonieprophylaxe, Kontrakturenprophylaxe, Dekubitusprophylaxe, Hospitalismusprophylaxe... ). Für ihren Bruder wäre es zudem wichtig zu wissen, an welchen Mobilisationszeiten er sich orientieren kann und auch für die Pflegekräfte ist dies ein wichtiges Hilfsmittel. Deshalb mein Vorschlag: Zusammensetzen mit allen Beteiligten, Plan aufstellen und miteinander reden. Es wird sie nicht weiterbringen, wenn sie auf Richtlinien beharren.

Mein Motto: Reden verbindet die Welt. :D

In diesem Sinne... schöne Restpfingsten

Kati 123

PS: ich möchte mich Fr. v. Stösser anschließen. Es wird schwierig werden für Sie, wenn Sie nicht Betreuer sind, da Höherstufungsanträge, Nachfragen zur Leistungserbringung, gesundheitliche Regelungen etc. dem Betreuer obliegen.


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zauberlicht
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Beitrag von zauberlicht » Di 14. Jun 2011, 21:43

ich verstehe einfach nicht, wieso die pflegekräfte dies nicht leisten können-sie werden für ihre arbeit bezahlt. und es dient auch zur prophylaxe und auch dass der gute mann ein normales leben wie möglich führen kann und an alltäglichen abläufen teilhaben kann , eine tagesstruktur bekommen soll. man kann doch nicht nur einmal oder zweimal die woche rausgesetzt werden an den tisch und an den anderen tagen im bett liegen gelassen werden so unter dem motto : einfach liegen lassen und dahin vegitieren.

mal was anderes, ich würde die PK fragen ob sie sich selbst so in der situation vorstellen könnten... das geht gar nicht . jeder mensch verdient 100 % leistung von professionellen PK und pflegeeinrichtungen.

ich denke...vielleicht ist Ihr Bruder so gleichgültig und sagt nichts,äüßert keine wünsche etc weil er sich als "Last" fühlt und den schwestern da keine zusätzliche Arbeit machen will? vielleicht traut er sich einfach nicht seine Bedürfnisse zu äußern ? vielleicht hat er es schonmal gesagt und es wurde nicht reagiert? und von den PKs nicht umgesetzt?


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Beitrag von zauberlicht » Di 14. Jun 2011, 22:07

Möchte hier gerne ein beispiel einsetzten von meiner zeit im ambulanten dienst.

wir hatten mal eine Patientin c.a 2 Jahre lang, die war immobil, konnte nicht stehen und nicht gehen. sie konnte lediglich "nur " sitzen und "nur" liegen.


wenn sie im bett lag, waren ihre beine angewinkelt. ihr wisst doch sicher wie man liegt wenn man bauchschmerzen hat, man liegt im bett und winkelt die beine an sodass man die schmerzen lindern kann.

dass war ihre ausgangsposition. aufgrund von vorerkrankungen konnte sie ihre beine nicht in die grade stellung senkrechte stellung bringen wie man es macht beim stehen.


desweiteren hat sie einecortison haut gehabt, sie war so dünn dass wenn man sie angestuppst hätte, wäre sie sofort aufgeülatzt und hätte wunden gehabt.


der tag lief wie folgt


1. einsatz 8 uhr morgens:

pk kommt zu ihr und führt grosse grundpflege durch im bett, auch haare waschen etc.

nachder grundpflege aufsetzten auf die bettkannte und mit rutschbrett transfer in den rollstuhl -1 . transfer

dann fährt die pk mit dem rollstuhl ans sofa -wieder transfer von rolli in sofa


12 uhr einsatz:

3. transfer von sofa in den rolli
4.transfer von rolli iins bett um eine kleine grundpflege durchzuführen und intimbereich zu waschen
dann
5.transfer von bettkannte wieder in den rolli
6. mit rolli zum sofa gefahren und dann wieder transfer auf das sofa

abendeinsatz 19:30/20 uhr
7. transfer von sofa in den rolli
damit zum bett gefahren und dann
8 . transfer von rolli ins bett dort kleine grundpflege durchgeführt und die frau "bettfertig" gemacht

DU SIEHST ALSO ES WAREN JEDEN TAG UNGELOGEN 8 TRANSFERS

WARUM?
weil diese frau nicht gerne im bett lag-welcher mensch kann schon nonstop nur im bett liegen ? und das waren ihre gewohnheiten das raussetzten war ein teil ihrer gewohnheit und ihrer tagesstruktur.

der hammer war immer mittags. da mussten wir echt viele mobilisatíonen machen und viele transfers,aber sie war glücklich und wir auch-denn sie wurde gut gepflegt undwar glücklich mit ihrem leben.

wer machte die transfers???? einer alleine-es waren immer nur bei jedem einsatz eine pk da, ambulanter dienst- und das schwierige war, dass man diese frau nirgendwo richtig anfassen konnte wegen der cortison haut ausser an ein paar wenige körperstellen.

also man soll nicht sagen es geht nicht- alles geht- man muss nur wollen.

ich denke, dass es nicht tragbar ist und nicht zu leisten ist , dass ist nicht wahr.

da muss irgendwass passieren damit sich die situation für ihren bruder ändert.

an alle: bitte nicht auf rechtschreibung (gross und klein) achten Ich sitze im dunkeln und tippe und meine augen fallen zu *grins*

WERDE MICH BESSERN :)

lieben gruß zauberlicht


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Beitrag von zauberlicht » Di 14. Jun 2011, 22:13

eines noch...

wenn ich dass thema hier lese dann frage ich mich was die PKs dort für prophylaxen machen

dekubitusprophylaxe....? lagerungen ?? Pneumonieprophylaxe? kontrakturenprophylaxe´???

Ist mir ein rätsel wie es dort gehandhabt wird wenn sie einen menschen mehr im Bett liegen lassen als zu mobilisieren... und ihre ressourcen zu nutzen


welche perspektive und motivation bekommt er dort?


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Beitrag von zauberlicht » Di 14. Jun 2011, 22:13

Fragen über Fragen


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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von agidog » Mi 15. Jun 2011, 04:12

Moin Zauberllicht

:D So einen Kunden hatten wir auch mal!

Morgens 1. Transfer Bett - Nachtstuhl, ins Bad fahren, GP.

2. Transfer Nachtstuhl - Bett, Intimpflege, Inkomaterial, anziehen.

3. Transfer Bett - Rolli

Mittags 4. Transfer Rolli - Nachtstuhl, 5. Transfer Nachtstuhl - Bett

(Transfer Bett - Nachtstuhl hat dann der Schwiegersohn übernommen am Nachmittag)

Abends 6. Transfer Rolli Nachtstuhl, 7. Transfer Nachtstuhl - Bett


An Badetagen war es noch schlimmer, denn er musste mit dem Nachtstuhl ins Bad gefahren werden, dann Transfer auf Badelifter, Transfer auf Nachtstuhl, Transfer wieder auf Nachtstuhl, wieder ins Bett zum abtrocknen und anziehen und erst dann in den Rolli :confused:

Oh was hab ich diese Badetage ... geliebt :hehe

Grüßle agidog


Wer mein Schweigen nicht versteht, versteht auch meine Worte nicht


Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun (Orson Welles) 8)

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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von Alexandra1 » Mi 15. Jun 2011, 07:59

Auszug aus dem Pflegeversicherungsgesetz

Rechte und Pflichten der Pflegeeinrichtungen

1. Die Pflegeeinrichtungen pflegen, versorgen und betreuen die Pflegebedürftigen, die ihre Leistungen in Anspruch nehmen, entsprechend dem allgemein anerkannten Stand medizinisch- pflegerischer Erkenntnisse. Inhalt und Organisation der Leistungen haben eine humane und aktivierende Pflege unter Achtung der Menschenwürde zu gewährleisten.


§ 28 Leistungsarten, Grundsätze


Die Pflege soll auch die Aktivierung des Pflegebedürftigen zum Ziel haben, um vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und, soweit dies möglich ist, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Um der Gefahr einer Vereinsamung des Pflegebedürftigen entgegenzuwirken, sollen bei der Leistungserbringung auch die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen nach Kommunikation berücksichtigt werden.



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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von Anton-68 » Mi 15. Jun 2011, 10:54

@ All

Denke für eure Antworten und Ratschläge.
Bitte verzeiht mir, daß ich nicht jedem einzeln antworte,
denn dann käme ich nicht mehr vom PC weg . . .

Ihr habt mir sehr geholfen, die Wege zu erkennen, die ich gehen kann,
um meinem Bruder ein menschenwürdiges Behinderten-Leben zu ermöglichen.

Inzwischen habe ich mich auch einer örtlichen Selbsthilfegruppe angeschlossen
und mir zwei Bücher gekauft.
Letzteres kann ich nicht jedem empfehlen, da deren Inhalt nicht unbedingt
"Mut-Mach-Texte" sind.
Die beiden Bücher stammen von Markus Breitscheidel (Ullstein).
Die Untertitel lauten
Alltag in deutschen Pflegeheimen
und
Wege zur würdigen Altenbetreuung

Wenn ich dann auch noch die Broschüre vom Bundesministerium für Justiz zum
Betreuungsrecht (Stand November 2009) lese und für bare Münze halten würde,
dann klafft da eine enorme Lücke zwischen Wirklichkeit und
gesetzlich zugesichertem Anspruch und Rechten.

Nein, ich gehöre nicht zu den Korinthenkackern und Paragraphenreitern.
Allerdings hilft eine recht einseitige Kommunikation auch nicht,
wenn der Gesprächspartner (WBL/PDL) zwar geduldig zuhört,
aber immer wieder stereotyp mit den "2 Rollstuhltagen" anfängt.
Siehe auch meinen Post zum Thema Magensonde oder festes Essen (Weihnachtsfeier).

Danke für eure Hilfe!

Anton


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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von Kati123 » Mi 15. Jun 2011, 11:46

Auszug aus dem Pflegeversicherungsgesetz

Rechte und Pflichten der Pflegeeinrichtungen

1. Die Pflegeeinrichtungen pflegen, versorgen und betreuen die Pflegebedürftigen, die ihre Leistungen in Anspruch nehmen, entsprechend dem allgemein anerkannten Stand medizinisch- pflegerischer Erkenntnisse. Inhalt und Organisation der Leistungen haben eine humane und aktivierende Pflege unter Achtung der Menschenwürde zu gewährleisten.


§ 28 Leistungsarten, Grundsätze


Die Pflege soll auch die Aktivierung des Pflegebedürftigen zum Ziel haben, um vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und, soweit dies möglich ist, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Um der Gefahr einer Vereinsamung des Pflegebedürftigen entgegenzuwirken, sollen bei der Leistungserbringung auch die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen nach Kommunikation berücksichtigt werden.
Sorry, aber das ist graue Theorie. Wer den Alltag kennt, der weiß, dass dies kaum eine Einrichtung leisten kann. Daher auch überall die Formulierung "sollten" .

@Zauberlicht: Ich vermute, Du hast noch nie in einer Einrichtung gearbeitet, die mit ständiger Unterbesetzung läuft, viele Krankausfälle ( kommt ja zwangsläufig bei Überlastung ), ständiges Einspringen damit überhaupt jemand da ist... sorry, wo bitte soll denn da noch fachlich gearbeitet werden können ? Man fängt zwangsläufig an Prioritäten zu setzen: Lagerung, Ernährung, Grundpflege. Ich kenne kaum ein Haus, in dem die personelle Situation so war, dass sich die Fachkräfte hinsetzen konnten und eine Risikoermittlung machen konnten, geschweige denn, dass mal eine ordentliche Pflegeplanung möglich war. Eine Kollegin sagte mir mal : " Wir sind Retter, keine Pfleger". Und ich habe das so auch erleben müssen. Waschen bis kurz vor Mittag, die Knochen tun weh, Du bist gefrustet, weil keine Zeit bleibt, STress von oben, weil ARbeit wartet, Kollegen die genauso jammern und Dich nochmehr runterziehen, letzte Folge: Kündigungen... mit jeder Kollegin die geht, wächst der Druck auf die anderen. Die Betreiber finden keinen Nachfolger... es ist ein elendiger Teufelskreis und ich habe es hier oben im Norden nun seit 3 Jahren extrem spüren müssen, dass es kaum noch Einrichtungen gibt, die annähernd den geforderten Stellenschlüssel einhalten. Und wir reden hier von 25-30 % Fachkraftquote ( das sind unter der Hand schonmal 5-6 Fachkräfte die fehlen ). Die Schulen melden Ebbe, die Anzeigen in der Zeitung bleiben ohne Reaktion. Klar wollen wir alle gut pflegen und auch mir fehlt das Verständnis, aber was bleibt mir denn übrig ? Ich muss aus dem was da ist das Beste machen. Realität ...


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Beitrag von Anton-68 » Mi 15. Jun 2011, 12:58

[quote=""Kati123""]
Sorry, aber das ist graue Theorie. Wer den Alltag kennt, der weiß, dass dies kaum eine Einrichtung leisten kann. Daher auch überall die Formulierung "sollten".
[/quote]

Kati,

deine Beschreibung des Alltags in einem Pflegeheim trifft den Kern.
Deshalb hatte ich ja in meinem Startpost nur nach der Zumutbarkeit
einer bestimmten Leistung nachgefragt.
Aber wenn Du das Thema "Lagerung" schon mal ansprichst . . . ich habe meinen
Bruder bisher nur auf dem Rücken liegend gesehen . . .

Laß dir dennoch diesen Tag nicht verderben!

In diesem Sinne,
Anton


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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von *Angie* » Mi 15. Jun 2011, 13:29

Ja - zugesicherter Rechtsanspruch ... wissen wir nicht alle wie geduldig Papier ist?

Um nochmal auf Deine Thread-Überschrift einzugehen:
Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?
morgens raus, zur Mittagsruhe rein, nach der Mittagsruhe raus und zum Abend wieder rein. Wären 4 Transfers in 24 Stunden - als "Dienstleistung" abhängig davon, welche PS besteht und ob die Pflegeversicherung sie somit zahlt, also in ihrer Berechnung mit drin hat.

Sind sie mit berücksichtigt und erfolgen nicht (es sei denn es gibt MEDIZINISCH BEDINGTE GUTE GRÜNDE) würde ich da mal in Richtung
"Nichterbringen von gezahlten Leistungen" denken und darüber nachzudenken beginnen, ob es nicht schlichtweg Betrug ist, als Einrichtung Gelder zu kassieren für offensichtlich nicht erbrachte Leistungen?

Kein Frisör und auch kein anderer Dienstleister darf von mir Bezahlung verlangen für eine Leistung, die er nicht erbringt ... ???

Dein Blog stimmt mich sehr nachdenklich, Anton und ich finde es schön, dass Du nicht aufgibst für die Rechte Deines Bruders zu kämpfen.

Dazu wünsche ich Dir weiterhin viel Kraft.

Du schreibst, Du hast Dich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen.

Meine Freundin Zebin ist
•Botschafterin von http://www.schlaganfall-info.de
•Botschafterin der Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe
und Buchautorin .
... vielleicht solltest Du auch zu ihr mal Kontakt aufnehmen ;-)

Gemeinsam kämpft es sich oft leichter!

Kannst ja mal reinschauen:
http://zebingernlach.de/zebingernlach.html
sie freut sich immer über neue Mitstreiter.

Liebe Grüße, Angie :wave


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AW: Bett -> Rollstuhl -> Bett, wie oft am Tag für Pflegepersonal zumutbar?

Beitrag von thomas09 » Mi 15. Jun 2011, 17:52

Warum Diskutieren wir ein und das selbe Thema in 2 verschiedenen treads mit unterschiedlichen Überschriften?



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Beitrag von *Angie* » Mi 15. Jun 2011, 18:02

Siehe im Vorstellungsbereich, Thomas.

Außerdem ist es ein Thema mit vielen Fragen, so dass ich es nicht als
schlimm empfinde. HIER gehörts wohl eigentlich her, da hast Du recht,
der überwiegende Teil steht ja auch hier.

Ich finde, es ist kein Beinbruch und jeder den es stört kann
die jeweiligen Threads ja einfach wieder wegklicken?

:wave


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