Besuchszeiten im Pflegeheim

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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*Angie*
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AW: Besuchszeiten im Pflegeheim

Beitrag von *Angie* » Di 7. Sep 2010, 14:30

Hallo Heinz,

es ist so:
rechtlich ist es erstmal wie in einer Mietwohnung auf dem freien Markt.
Die Frau kann Besuch bekommen, auch zum Abendessen und theoretisch könnte sie sogar Übernachtungsgäste haben (wenn sie ein Einzelzimmer hätte).
ICH finde es sehr schön, dass sich der Sohn der Zimmernachbarin so kümmert und so viel Zeit mit seiner Mutter verbringt! Das würde ich mir für viele andere Menschen auch wünschen. Vielleicht kann er nicht früher kommen und sie haben schon immer abends gemeinsam ferngesehen?


Natürlich sollte und muss auch teilweise ein gesundes Mass herrschen, wenn man zu zweit in einem Zimmer ist. Da ist schon auch Rücksichtnahme angezeigt.

In der Pflege habe ich es allerdings auch oft erlebt, dass Bewohner sich gegenüber ihren Angehörigen anders verhalten und geäußert haben wie den Pflegekräften. Wir hatten zB eine Frau, die lachte nur, wenn kein Angehöriger da war. Wenn man sie fragte sagte sie:"Die sollen nicht wissen, dass es mir hier gutgeht, die haben mich mein ganzes Leben geärgert und sollen ruhig ein schlechtes Gewissen haben" - das sagte sie mit funkeln in den Augen - es war ihre persönliche Rache.

Was ich sagen will: es kann durchaus sein, dass Deine Mutter einerseits tatsächlich aufblüht und Du sie aber dennoch erlebst als würde sie sterben wollen - das eine schließt das andere ja nicht aus. Manche blühen auch erst in ihrem Sterben auf - erstmalig in ihrem Leben!

Geh mal genau in Dich und frage Dich:
stört es wirklich Deine Mutter?
Oder glaubst DU dass es sie stört? Das wäre erstmal wichtig zu ermitteln.

Überlege Dir auch: Wenn Deine Mutter in einem Einzelzimmer wäre, hätte sie zwar mehr Ruhe, aber auch viel viel viel Einsamkeit, denn sie ist ja bettlägrig usw .... es ist also nicht immer von Vorteil allein im Zimmer zu sein.
Es könnte sogar sein, dass Deine Mutter, wenn sie in ein Einzelzimmer käme, denkt, dass sie nun dort zum Sterben "abgesondert" wird - denn früher starb man immer alleine und wurde in einen Extra-Raum gebracht.

Vielleicht regst Du Dich nicht so auf und denkst etwas nach und kommst zu dem Schluss, dass Du Deiner Mutter etwas Gesellschaft in ihrem letzten Lebensabschnitt gönnst?

Zur Not kann man Ohropax nehmen, aber man wäre wenigstens nicht immer
über 24 Stunden, bettlägrig, allein!

Ansonsten könnte man mit dem Personal besprechen, ob es nicht noch jemanden gibt, der "lebhafter" ist und jemand anderen der "ruhiger" ist - so dass man vielleicht jeweils die beiden dann zusammenlegen könnte (wenn sie es denn wollen).


Ich wünsche Dir viel Ruhe in Dir und eine gute Lösung.

:wave Angie


» Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. « (Albert Schweitzer)

iceage
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AW: Besuchszeiten im Pflegeheim

Beitrag von iceage » Di 7. Sep 2010, 16:36

Naja,ich weiß nicht,was ich davon halten soll :confused: . Einerseits,*Angie*,könntest Du Recht haben,aber das müßte man tatsächlich erstmal rausfinden. Andererseits wird der Sohn der anderen Dame ja wohl Augen im Kopf haben und registrieren,dass es der Bettnachbarin seiner Mutter nicht gut geht und da finde ich es einfach nur vermessen und verteufelt egoistisch,jeden Tag bis 23 Uhr oder länger dort zu verbringen. Aber gut,man weiß ja nicht,wie das da in dem Heim Mode ist.



thomas09
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Beitrag von thomas09 » Di 7. Sep 2010, 17:58

Ich halte das Geschilderte schon für extrem und nicht zumutbar.

Ich würde schon auf ein anderes Zimmer drängen.

Etwas Fernsehen etwas Radio aber nicht den ganzen Tag. Das will ich jetzt nicht und mit 99 auch nicht.

Auch will ich da vielleicht ab 20 oder 21Uhr schlafen, zumindest möchte ich die Möglichkeit haben.
dass meine Mutter davon profitieren würde, dass sie aufblüht und wieder am Leben teilnimmt.
Das ist sicherlich sehr schön. Aber ich bezweifle mal, dass dies den ganzen Tag laufenden Fernseher oder bis 23Uhr Besuche als Ursache hat?



sophie
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Beitrag von sophie » Di 7. Sep 2010, 18:07

Hallo,

wieso ist ein Besuch bis 23.00 Uhr extem und nicht zumutbar? Wollen wir nicht immer den ganz normalen Alltag für unsere Heimbewohner? Die Dame ist ja wohl entscheident jünger als 99 und wieso sollte sie um 08.00 Uhr schlafen?

Viel eher ist doch hier die Heimleitung/Pflegedienstleitung gefragt. Gibt es nicht die Möglichkeit, einer Umverlegung, so dass beide Damen ihre Bedürfnisse befriedigen können, sei es Ruhe oder Gesellschaft. Oftmals findet sich doch hier eine einfache Lösung.

Eine weiter Möglichkeit wäre doch, je nachdem wie mobil die jüngere Dame ist, dass der Gemeinschafts-TV genützt wird und die Mutter des Themenstarters so zu ihrer Ruhe kommt.

Vielleicht gibt es auch noch andere Varianten, wir kennen ja die Räume der Station nicht.

Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

thomas09
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Beitrag von thomas09 » Di 7. Sep 2010, 18:11

@sophie:
so dass beide Damen ihre Bedürfnisse befriedigen können
genau das meinte ich BEIDE.
Mit nicht Zumutbar meinte ich für die Ältere Dame.



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Beitrag von schwarzer sonnenstrahl » Di 7. Sep 2010, 18:54

hi ho,

ich stelle mir gerade ein paar fragen:
Bei dieser Dame läuft ununterbrochen das Fernsehgerät. Außerdem - und das ist der Gipfel - kommt ca. 18.00 Uhr der Sohn. Er bringt sein Abendessen mit und dann bleibt er manchmal bis 23.00 Uhr oder noch später und sieht mit seiner Mutter fern.
ist in der einrichtung vll ein öffentlicher fernseher mit stuhl oder couch? dann wäre es doch vll möglich das die beiden sich dort hin kuscheln.
Seit einigen Wochen hat sie eine Dame mit im Zimmer die noch relativ jung aber etwas verwirrt ist.
wie definierst du verwirrt? senil oder dement oder einfach nur tüddelig?

ich mein man könnte die dame vll mit in beschäftigungen einbinden, falls dieses in der einrichtung besteht, dann hätte deine mutti schonmal etwas mehr ruhe und die andere dame würde NICHT NUR fernsehen oder sich vll sogar nutzlos fühlen.(weiß ja nicht was unbedingt der fall ist)

was ist mit kopfhörern? dann wäre die lärmbelästigung schonmal weniger. ;)

wir haben sogar diese japanischen raumtrenner,für den fall das jemand im sterben liegt, oder nicht unbedingt sich zwei verstehen.

eine umzug von einer der beiden persönchen wäre vll gar nicht so schlecht und eine gute varriante falls alle stricke reißen.

ein gespräch mit der heimleitung, pflegedienstleitung und /oder wohnbereichsleiter wäre in diesem fall auf jeden ein guter anfang zur lösung des problems.

lg schwarzer sonnenstrahl


ich schreibe hier alles in kleinschrift, weil man beim sprechen auch nicht großspricht!

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pegean
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AW: Besuchszeiten im Pflegeheim

Beitrag von pegean » Mi 8. Sep 2010, 00:05

vermessen und verteufelt egoistisch,jeden Tag bis 23 Uhr...
Was hat das mit verteufelt egoistisch zu tun ?
Immer wieder erlebe ich es daß Besucher bis ultimo bleiben . Oder gar erst
nach 21.00 Uhr kommen.Ja und ?

@Heinz : hast Du Dich schon einmal mit dem Sohn der anderen Frau unterhalten ?Woher weißt Du das er bis ca .23.00 Uhr bleibt ?

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

iceage
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AW: Besuchszeiten im Pflegeheim

Beitrag von iceage » Mi 8. Sep 2010, 07:03

Hallo pegean,na Du hast die Ruhe weg ! Wenn Oma oder Opa im Einzelzimmer liegen,dann ist doch o.K.,dann störts ja keinen. Liegen aber Zwei in einem Zimmer,wirds doch wohl möglich sein,etwas Rücksicht auf den Mitbewohner zu nehmen ! Macht der Besuch das nicht,ist das für mich egoistisch,der Besuch kann dann einfach nicht denken ! Aber ehe wir das hier vertiefen,wäre es schön,wenn Heinz sich mal schlau macht und erkundet,ob seine Mutter der Besuch überhaupt stört.



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