Ausweglose Situation?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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doedl
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Beitrag von doedl » So 17. Okt 2010, 19:49

Hallo Gast

so hart das jetzt klingen mag- aber ich würde der Tochter raten, nichts zu unternehmen.

Ob nun zurechnungsfähig oder nicht, überschätzt die alte Dame völlig ihre Möglichkeiten; also schon eine Art psychische Störung, Altersstarrsinn, wie immer man das nennen will.

Ich nehme mal an, wenn sie zum 10 x das Krankenhaus angerufen hat, werden die vielleicht etwas hellhörig.

Ob die Tochter das für sich aushalten kann, kann ich natürlich nicht beurteilen; das ist nämlich äusserst schwer und tut weh. Aber solange die alte Dame keine Situation erlebt, wo ihr klar wird, dass sie eben NICHT mehr selbständig ist, sehe ich für den Weg der Überredung wenig Chancen.

Gruß Doedl


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johannes
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Beitrag von johannes » So 17. Okt 2010, 20:18

Beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Betreuung stellen mit dem Hinweis, daß die Mutter der Freundin nicht mehr in der Lage ist, ihre wirkliche Situation fach und sachgerecht einzuschätzen, sie sich damit selbst gefährdet. Da gehört auch die Information über die Stürze zu. Dann muß ein Richter kommen und sich davon überzeugen, ob die Mutter der Freundin in der Lage ist, ihre Situation richtig einzuschätzen und folgerichtig zu handeln. Stellt er fest, daß dies nicht mehr gegeben ist, wird von Amts wegen eine Betreuung eingerichtet.

Kinder und andere Angehörige werden bevorzugt als Betreuer eingesetzt, wenn diese ihre Bereitschaft dazu signalisieren, ansonsten kommen ehrenamtliche oder Berufsbetreuer in Frage. Der Umfang der Betreuung wird ebenfalls vom Gericht festgelegt.


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AW: Ausweglose Situation?

Beitrag von *Angie* » So 17. Okt 2010, 21:55

ich glaub in Oesterreich nennt sich das Sachwalterschaft oder sowas ähnliches.
Demzufolge würde ich in Oesterreich einfach mal ein Gericht anrufen und nachfragen, wie die gültige Rechtssprechung dort ist in Bezug auf "Betreuung"
für Gesundheit und Aufenthaltsbestimmung zB.

:wave


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Beitrag von doedl » Mo 18. Okt 2010, 20:55

Hallo Leutz

Gast sagt aber ausdrücklich, dass die Dame zurechnungsfähig erklärt wurde- welchen Sinn macht dann ein Betreuungsverfahren- oder wie man dazu in Österreich sagt (Entmündigung, Vormundschaft).

Gruß Doedl


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Beitrag von johannes » Di 19. Okt 2010, 08:05

@ doedl

wenn ich das richtig gelesen habe, wurde die Dame nicht von einem Gericht für zurechnungsfähig erklärt, sondern von anderen Stellen. Sollte auch in Österreich ein Gericht das letzte Wort haben, könnten die anderen Erklärungen schnell zur Makulatur werden. M.E. gibt es Situationen, in denen ein Mensch durchaus den Überblick über sein Leben verliert. Und da sollte ihm jemand helfend zur Seite gestellt werden. Da kann es dann sein, daß auch mal eine Entscheidung gegen seinen erklärten Willen - aber zu seinem Wohle getroffen werden muß.

Sollte allerdings, wie das hier immer üblicher wird, der Wille jener immer den Vorrang haben, die offensichtlich den Überblick auch über ihr Leben verloren haben, sehe ich tatsächlich schwarz. Dann muß man - so bitter das auch ist - denjenigen notfalls krepieren lassen. An solchen Fällen zeigt sich die bereits weit fortgeschrittene Schizophrenie unserer Gesellschaftsordnung.


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Beitrag von doedl » Mi 20. Okt 2010, 20:10

Hallo Johannes,

ich halte es nicht für schizophren, wenn Menschen ihre eigene Lebensqualität bestimmen wollen. Meiner Ansicht nach gibts es Tausende von Arten, sein Leben zu leben- und für mich ist persönliche Freiheit das wichtigste Gut.

Ob das immer gesund ist, hygienischen Ansichten, moralischen Vorstellungen oder lebenserhaltender Lebensweise entspricht, ist für mich absolut zweitrangig!

Problematisch ist es, dass sich die Umgebung, bzw. nächste Angehörige für die "Zustände" verantwortlich fühlen; es hier zu Differenzen kommen muss.

Gruß Doedl


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