Warum Altenpflege und nicht Krankenpflege

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
andrea
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Beitrag von andrea » Mo 20. Okt 2003, 21:07

:wave hi
muß auch noch meinen Senf dazu geben. Ich denke Hauptaufgabe einer KS ist es einen Kranken zu pflegen ( am besten gesund) Hauptaufgabe der AP ist es eine Beziehung zu den alten Menschen aufzubauen, eben den Menschen zu sehen, ihn zu akzeptieren und die Pflege individuell ausrichten. Diese Pflege besteht aus mehr als nur "warm satt sauber" und ist meiner Meinung nach sehr viel mehr am Menschen als am Patienten ausgerichtet. Ich habe die Möglichkeit mein Klientel sehr gut kennenzulernen was mir persönlich sehr wichtig ist. Der Beruf der KS würde mich nicht ganz befriedigen da ich die Menschen kaum kennenlernen darf ( sind ja nur kurz da). Der Beruf Altenpflege beinhaltet von vielen Berufen etwas, wir haben gelernt (lerne noch) wie wir individuell mit dem Einzelnen umzugehen haben, dazu gehört auch Geduld und Empathie. Die KS haben sicher viel mehr medizinisches Wissen, während wir eben viel mehr von Beschäftigung Biographiearbeit ect. verstehen. Ich möchte nicht tauschen weil dieser Beruf so vielseitig ist. Ich habe während meines Praxiseinsatzes im Krankenhaus oft gehört man könne sich nicht vorstellen ständig mit den gleichen Patienten zu arbeiten, ich kann mir nicht vorstellen ständig wechselnde Menschen zu begleiten von denen ich nicht viel mehr weiß als das Krankheitsbild. Anders habe ich es in der Sterbebegleitung erlebt da erfährt man sehr viel, Gefühle spielen eine Rolle weil man hier Zeit hat sich um die Menschen zu kümmern. KP sind in dieser Situation aber manchmal überfordert. (logisch da sie anderes Lernen als Aps) Außerdem frage ich einen Klempner auch nicht warum er nicht Uhrmacher geworden ist. :rolleyes: Es sind zwei Berufe und keiner der beiden ist schlechter oder besser. Sie sind nur nicht gleich, haben eben andere "Schwerpunkte" auch wenn das Ansehen der AP noch nicht so gehoben ist, wer kennt unsere eigentliche Arbeit denn wirklich so wie sie ist. Von außenstehenden wird oft vorschnell gesagt die Arbeit ist aber schwer warum dieser Beruf; diese Menschen sollten einmal aufgeklärt werden was an unserem Beruf so schön ist. Altenpflege besteht nicht nur aus Bettenmachen Tablettenstellen und Pflege und das ist für mich so toll daran.
liebe Grüße von einer überzeugten Altenpflegeschülerin :yo


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

ApoPfleger
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Beitrag von ApoPfleger » Di 21. Okt 2003, 00:20

Ich kenne zum Glück beide Betätigungsfelder der Erwachsenenpflege, hab vor meiner Ausbildung insgesamt fast 3 Jahre in der Altenpflege verbracht und hab über meine Frau noch indirekten Kontakt zu diesem Bereich.

Krankenschwestern/-pfleger werden in allen Gebieten "fit gemacht" und werden deshalb gerne in der Altenpflege genommen? Möchte ich bestreiten, weil in der Krankenpflegeausbildung Umgang mit Demenz so gut wie nicht vorkommt.

Und daß APs in Krankenhäusern kaum eingestellt werden, liegt wohl eher an engstirnigen Vorstellungen der Verantwortlichen. Auf meiner Station arbeitet eine AP, die einige Kolleginnen locker überflügelt.

Ich denke, vor allem in der Pflege alter Menschen kann die Krankenpflege von der Altenpflege ne Menge lernen!

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

Bine
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Beitrag von Bine » Di 21. Okt 2003, 16:42

Ich habe dafür einen ganz einfachen Grund: Eine Krankenpflegeausbildung gab es (bei uns in der Umgebung jedenfalls) nicht als Teilzeitausbildung.

Gibt es ja jetzt auch nicht mehr, wegen dem neuen Ausbildungsgesetz, aber ich hatte grade nach Glück! :D

Da ich bereits Familie und Kinder habe und die Ausbildung als Umschulung mache, wäre Vollzeit nicht in Frage gekommen.

Inzwischen bin ich froh, Altenpflege zu lernen!

Tschüß,
Bine



milchbrei
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Beitrag von milchbrei » Mi 22. Okt 2003, 18:09

Hallo leute,

ich habe vor 6 Jahren die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht.
Schon während der ausbildung gefiel mir nicht das man keinee persön. Beziehung zu den Pat.aufbauen konnte, sprich die Erkrankung stand im Vordergrund, der Mensch wurde zur Nebensache. Heute muß ich,im nachhinein, sagen das es mein Glück war das ich 2 mal durch die prüfung gefallen bin.
Nach einem Intermezzo in der Apotheke, habe ich erst mal ein Vorpraktikum in der Altenpflege gemacht.Es ist sicherlich nicht immer eimfach mit den alten Menschen, bes. wenn sie sehr schwer dement sind.
Die Altenpflege erfasst den ganzen Menschen,mit seiner eigenen, persönlichen Geschichte und seinen Vorlieben oder Abneigungen.Die Krankenpflege ist ehr darauf ausgerichtet Kankheiten zu heilen und zu verhindern, aber nicht eine umfassende Biographie zu erstellen.Gesprächsführung als Unterichtsfach habe ich in der Krankenpflege nicht gehabt.
Ich habe mich für die Altenpflege entschieden weil, mir der persönl.Kontakt zu den alten Menschen sehr viel zurückgibt.
Außerdem sind die Ausbildungsinhalte mittlerweile von der med. Seite her sehr ähnlich.Im Krankenhaus waren die Pat. oft nach 3 Tagen wieder entlassen worden, im Altenheim bleibt man für immer.Zum Schluss sei gesagt:Vergessen

Neben dir, da lebt ein Mensch,der sehr einsam ist,
neben dir, wohnt ein Mensch ,
den die Welt vergißt.
Dieser Mensch war auch mal jung,
voller Stolz und Mut,
und besaß auch damals schwung,
denn da gings ihm gut.

Nimm dich heute seiner an, denn auch Du wirst alt,
dann hast Du als alter mensch
Auch mal einen Halt

milchbrei


Lächeln ist das Kleingeld des Glücks. ( Heinz Rühmann)


Wer fleißig ist wie eine Biene,
arbeitet wie ein Pferd,
abends müde ist wie ein Hund,
der sollte zum Tierarzt gehen,
es könnte sein das er ein Kamel ist.

andrea
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Beitrag von andrea » Mi 22. Okt 2003, 22:23

.............also ich verstehe es sehr gut wenn ich einmal durchrassel will ich es doch nochmals probieren und nicht drei Jahre umsonst gelernt haben müssen. Der Versuch ist es wohl allemal wert oder???????? Selbst wenn man lieber in der Altenpflege arbeiten würde..........damit ist es ja auch möglich zumal Milchbrei die richtige Einstellung dazu hatte. :yo


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milchbrei
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Beitrag von milchbrei » Do 23. Okt 2003, 17:26

Hallo Leon,

nach dem ich das 1.Mal durchgefallen war,ist mir nahe gelegt worden die Prüfung noch mal zu machen, sonst wäre ich arbeitslos gewwesen.

Nach dem 2.Mal wollte ich von Pflege nichts mehr wissen, zu groß war die enttäuschung.
In der Apotheke habe ich dann gemerkt das ich meinen weiteren Lebenssinn nicht im Auspacken von kartons sehe, sondern mir der Kontakt zu den menschen fehlt.
Für mich war es dann sehr schwer überhaupt einen Ausbildungsplatz an einem Fachseminar für alttenpflege zu bekommen.
Es war für mich in der Klinik sehr schwer mit jemandem eine beziehung aufzubauen, der 2 tage später wieder entlassen wird.


Diese Erlebnisse spiegeln meine eigene Wahrnehmung wieder, ich schere auch nicht alle Krankenschwestern über einen Kamm.
Fakt ist: In der Klinik,steht meiner Meinung nach auch in der Ausbildungs und Prüfungsordnung der krankenschwestern,steht die Erkrankung, die Behandlung und die Therapie im Vordergrund, welche die krankenschwester nach ärztlicher Anordnung auszuführen hat.
Jetzt in der Altenpflegeausbildung habe ich ausführlich gelernt das der alte Mensch als ganzes gesehen wird.Deshalb wird bei jedem neuen bew. eine Biographie erstellt die in die Pflegeplanung miteinbezogen wird.
Im Rahmen meines Wahlpraktikums ( neurolog. frührehabilitation) hörte ich oft : Ist die Frau Müller denn immer noch da?, sicher ist es nicht immer einfach einen menschen über Jahre zu begleiten, die alten Menschen geben so viel zurück, was ich so in der Akutklinik nicht erlebt habe.
Ich denke beide, krankenschwestern und die Altenpfleger können voneinander lernen.Ich habe in den Altenpflegeeinrichtungen viele krankenschwestern erlebt die die hohe Fluktuation in der Klinik einfach satt hatten.
Natülich habe ich auch viel interessantes gesehen, aber der Streß war einfach enorm.Gut als Schüler hat man noch nicht so viel verantwortung,hart gearbeitet wurde trotzdem.
Nach der neuen Ausbidungs-und Prüfungsordnung ist die Altenpflegerin der Krankenschwester gleichgestellt.
Jeder muß für sich selbst entscheiden wo er gerne arbeiten möchte. ich habe meinen Platz im Altenheim dfefinitiv gefunden. :wave :wave :wave :wave


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milchbrei
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Beitrag von milchbrei » Do 23. Okt 2003, 20:35

Hallo leon,

in der reha-klinik waren die Pat.manchmal auch länger als 4 Wochen da.
Dort war es möglich ein intensive Beziehung zu dem Pat.aufzubauen.
danke für Glückwünsche, liebe grüße milchbrei


Hi Fibula,

du hast mich ganz richtig verstanden, so war es gemeint.


tschöööööööööööööööööööööööööööööööööö milchbrei


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RE: Warum Altenpflege und nicht Krankenpflege

Beitrag von Hachi » Fr 24. Okt 2003, 09:46

Original von Helge
Hallo @alle,

weshalb habt Ihr Altenpflege und nicht Krankenpflege gelernt?
Als Krankenpfleger/Schwester wird man auf allen Gebieten fit gemacht und kann somit in den verschiedensten Bereichen arbeiten.
Aus meinen Erfahrungen ist es so, dass die Alten- und Pflegeheime ausgebildetes Krankenpflegepersonal mit Kußhand nehmen.
Anderstrum ist das nicht so. Es gelingt kaum einem Altenpfleger/Altenpflegerin, in einem Akutkrankenhaus eine Stelle auf Station zu bekommen.

Natürlich brauchen wir Händeringend Altenpflegepersonal, weil unsere Gesellschaft immer mehr überaltert. Ich will Euch nicht angreifen, nur eine Verständnisbrücke bauen.

Helge
no comment X(



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Marcell
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Beitrag von Marcell » Fr 24. Okt 2003, 10:57

Hi

Meine Antwort fällt dazu ganz kurz und knapp aus, das meiste haben schon Schreiber vor mir gesagt. Ich bin in die Altenpflege gegangen weil ich ihn der Ausbildung einen anderen Schwerpunkt vermittelt bekomme, nämlich das der Mensch im Vordergrund steht und nicht die Ansammlung seiner Erkrankungen, jeder sollte oder besser gesagt muss es für sich selbst entscheiden was er wählt. Ich persönlich möchte nie in einem KH arbeiten also warum sollte ich dann in die KP gehen? Bin mit meiner Ausbildung und meiner jetzigen Arbeit sehr zufrieden :smile Vielleicht bekommen wir ja doch noch irgendwann die gemeinsame Grundausbildung für die AP/KP.

Grüße

Marcell



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Beitrag von LARA » Fr 24. Okt 2003, 14:09

Original von Marci
Hi

Meine Antwort fällt dazu ganz kurz und knapp aus, das meiste haben schon Schreiber vor mir gesagt. Ich bin in die Altenpflege gegangen weil ich ihn der Ausbildung einen anderen Schwerpunkt vermittelt bekomme, nämlich das der Mensch im Vordergrund steht und nicht die Ansammlung seiner Erkrankungen, jeder sollte oder besser gesagt muss es für sich selbst entscheiden was er wählt.

Grüße

Marcell

hi,
die frage an sich ist doch sowieso bescheuert.............fragt man einen zahnarzt warum er zahnarzt und nicht arzt geworden ist????? das gleiche ist es halt mit der altenpflege, man hat sich auf "alte" spezializiert und nicht auf allgemein alle kranke.so ist es nun mal und darum halte ich diese ganze diskusion für überflüssig.

lg


lg
LARA


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Jutti
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Beitrag von Jutti » Sa 22. Nov 2003, 20:20

Hi Carhei

Ich möchte deinem Beitrag sogar gerne noch hinzufügen: ist es nicht an der Zeit, endlich Vorurteile abzubauen?
Jeder Beruf hat seine Prioritäten und wie du schreibst, nähert es sich doch immer weiter aneinander an.
Das Ziel heißt doch, in einem guten Team voneinander zu profitieren, aneinander zu wachsen, miteinander gut zu arbeiten und gemeinsam dem Klientel die Pflege zu bieten, die es braucht und sich auch wünscht.
Mir persönlich geht diese endlose Diskussion, wer nun qualifizierter für die Pflege ist, gegen den Strich.
Qualifiziert ist für mich der, der sich mit seinem Klientel auseinandersetzt, Bedürfnisse erkennt und Situationsbedingt fachgerecht handelt und das liegt nicht unbedingt an der Art der Ausbildung, sondern auch an der Pflegekraft, ihrem/seinem Pflegeverständnis und dem Einsatzort, den individuellen Anforderungen in sich.
Es wird uns allen gelehrt, den Klienten individuell zu sehen, bitte, ihr alle, dann schaut doch auch den/die Kollegin, egal welche Ausbildung sie/er hat, individuell an.
Ein gutes Team hat Mitarbeiter, die ihre eigenen Schwerpunkte haben, sozusagen Spezialisten in sich zusammen eben ein Team. Einer hat die Medis super drauf, der andere spezielle Pflegetechniken, wieder einer ist gut am PC bei den anfallenden Arbeiten, noch ein anderer führt super gute Gruppenstunden, Aktivierungen durch, ein Organisationstalent ist vielleicht auch darunter, das macht dieses Team zu einem guten Team. Einer ergänzt sich an dem Anderen und dazu gehört auch der/die MA, der keine Ausbildung hat, aber für ein nettes, adrettes und sauberes Umfeld sorgt, ein Team eben, das gemeinsam dem guten AZ wie auch dem Wohlbefinden des Klienten Sorge tragen möchte.
schönes WE noch, vor allem denen, die wie ich morgen FD haben
Jutta



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