Verdienst in der Altenpflege

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
andrea
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AW: Verdienst in der Altenpflege

Beitrag von andrea » Fr 28. Apr 2006, 15:27

Da hast du wohl einen privaten Träger der der lieber in die eigene Tasche wirtschaftet erwischt. Versuch doch zu verhandeln, wenn nichts geht guck dich auch nach neuen Stellen um.
gruß andrea



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johannes
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Beitrag von johannes » Mo 1. Mai 2006, 05:22

Es ist interessant, daß ihr bei diesem Thema immer nur um den heißen Brei herumredet. Martin fragte nach konkreten Zahlen und ihr antwortet mit WischiWaschi. Kann es sein, daß die Unterschiede doch nicht so groß sind, wie immer behauptet wird, die AN sich aber etwas größer machen wollen wie der Nachbar? Läuft hier die gleiche Masche wie bei der üblen Nachrede über die professionelle Pflege?

Bei uns in Baden bestimmt die Pflegesatzkommission, wieviel Bruttovergütung maximal im Pflegesatz genehmigt wird. Da gibt es Unterschiede zwischen ländlich und Stadt. In München dürfte der Satz höher liegen als im Odenwald. Dort sind die Lebenshaltungskosten nun mal erheblich höher. Es wird ein Personalkostenbutget angeboten. Die Anzahl der vorzuhaltenden Planstellen (Anzahl der Mitarbeiter in Vollstellen) wird in der PQSV vereinbart und bei MDK-Prüfungen oder Prüfungen der Heimaufsicht kontrolliert. Auch die Heimaufsicht kennt die Vereinbarungen mit der Pflegesatzkommission, da die Behörden schon seit Jahren einen uneingeschränkten Informationsaustausch pflegen! Datenschutz ist nur was für Blinde!

Wer weniger Personal beschäftigen will, als vereinbart worden ist, kommt spätestens bei diesen Kontrollen, die zumindest im RNK immer unangemeldet durchgeführt werden, in Schwierigkeiten. Die Prüfer wollen nämlich mehrere Monatsdienstpläne rückwärts schriftlich vorgelegt bekommen - nicht im Heim, sondern in der Behörde! Wer also den Eindruck hat, übervorteilt zu werden, kann sich problemlos bei den Behörden informieren, ob die vereinbarte Personalbesetzung - und damit die vereinbarte Vergütung eingehalten wird.

Vor der Einführung der PV gab es eine offizielle Deckelung der Entgelte der Heime, nach der Einführung der PV eine versteckte Deckelung der Entgelte. Sollten also irgendwo gravierend höhere Entgelte für Mitarbeiter erzielt werden, müsssen die hierfür erforderlichen Mittel an anderer Stelle abgezweigt oder eingespart werden. Verteile ich also das Personalbutget statt auf vorgeschriebene 50 Mitarbeiter nur auf 40 Mitarbeiter, dann können diese 40 natürlich ein wesentlich höheres Entgelt erzielen als die 50. Das verfügbare Geld wird nun mal nicht automatisch mehr!

Die Frage ist darum, ob das gegenseitige Ausspielen nicht eine weitere Möglichkeit ist, Unzufriedenheit zu schüren. Unzufriedenheit jedoch hat nicht nur Einfluß auf das Wohlbefinden des AN, sondern auch auf dessen Arbeitsleistung und damit auf die Versorgung der Bewohner. Wem also das Wohl der Bewohner am Herzen liegt, sollte für seine eigene Zufriedenheit mindestens genau so viel einsetzen wie für die der Bewohner. Ob die undurchsichtigen Antworten in diesem Tread allerdings wirklich dazu beitragen, wage ich zu bezweifeln!

Gruß

Johannes



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Cenny
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Beitrag von Cenny » Di 2. Mai 2006, 08:38

Hallo,


Konkrete Frage, konkrete Antwort, habe in einem privaten Pflegedienst gearbeitet und habe in der Probezeit 981,97 Euro brutto verdient, bei einer Halbtagsstelle. 11,33 pro Stunde in der Probezeit und 12,33 nach den 6 Monaten.
hinzu kamen Sonn-und Feiertagszuschläge, Rufbereitschaft.

Komisch, das niemand sagen will wieviel er verdient, ist doch nichts dabei, es kommt doch auch darauf an auf was ich mich als Arbeitnehmer einlasse, im Einstellungsgespräch werden doch auch solche Sachen besprochen und wenn ich mich auf diese einlasse, kann ich hinterher nicht sagen, das ist aber wenig, wenn ich das nicht will muss ich eben weitersuchen.


:D viele Grüße Cenny


Sobald du dich auf den Weg machst, öffnet der Horizont seine Grenze

Lilith22
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Beitrag von Lilith22 » Sa 5. Aug 2006, 15:01

Also: ich bekomme als ex. AP einen Stundenlohn von 9,44 brutto. Habe eine 80 StundenStelle und bekomme also brutto ca. 760 Euro.
Keine Zuschläge, kein Urlaubsgeld.


Die Klugheit einer intelligenten Frau besteht darin, ihre Intelligenz nicht zu zeigen.

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Griesuh
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Beitrag von Griesuh » Sa 5. Aug 2006, 17:35

Na Leute wenn ich das so lese was ihr als ex. Pflegekräfte an Brutto Lohn bekommt, dann zahle ich meinen Pflegefachkräften mit 13 € brutto/std. ja einen sehr guten Lohn. Exam. Aushilfskräfte auf 400 € Basis erhalten 10 € Brutto für Netto bar auf die Hand bei mir. ( Plus zuschläge)
Das Jammern von Bewerbern über 13 € Brutto die Stunde, plus SA/So u. Feiertags und Überstundenzuschläge sei zu wenig ist nicht nicht mehr zu begreiffen.
Mal ne storry am Rande.
Eine Bewerberin wollte sich bewerben, habe eine 50 % Teilzeitstelle für eine exam. Pflegefachkraft zu besetzen, sie hatte die Gehaltsvorstellung für 80 Stunden Arbeit im Monat vom 2850 Euro Brutto. Das wären 35,63 € die Stunde, darüber konnten wir uns nicht einigen. Was wohl verständlich ist. Dieser Dame sagte ich, wenn sie diese Stelle gefunden habe, möge sie mir bescheid geben, damit ich dort auch anfangen kann.

Grüße Griesuh



Janina83
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Beitrag von Janina83 » Sa 5. Aug 2006, 19:51

Also für 35€/Std. zieh ich auch gerne von hier nach Bayern. Also 11-12 Stunden finde ich schon super, 13 ist natürlich genial. Aber das bekommt man wahrscheinlich eher seltener, bzw. erst nach längerer Betriebszugehörigkeit.
LG, Janina



claridge
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Beitrag von claridge » So 6. Aug 2006, 12:40

Nur um mal auf den Punkt zu kommen:
15 Euro/h sollte normal sein!
13 Euro/h sollte die absolute Schmerzgrenze sein. Evtl. als Einstiegsentlohnung für die Probezeit noch akzeptabel.
Alles was darunter liegt ist nur noch Abzocke auf Kosten der Mitarbeiter!
Es ist an der Zeit das die Pflegekräfte endlich ihren Wert erkennen.
Aber hier in Deutschland wird lieber gejammert als versucht gegen irgend etwas anzugehen.
Zum Thema Punkt:
Auch ein Johannes kommt nicht auf diesen.
Auch er "eiert" nur herum anstatt Fakten zu bringen.
Es würde mich schon interessieren ob bei ihm die Fachkräfte im Monat auf 2500 Euro kommen. Mit Zuschlägen natürlich entsprechend mehr.
Möchte ich sehr bezweifeln.
Der letzte Absatz in seinem Beitrag wo er quasi dafür plädiert die Höhe des Gehaltes geheim zu halten um keine Unzufriedenheit aufkommen zu lassen spricht eine sehr deutliche und preisreduzierte Sprache.



claridge
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Beitrag von claridge » So 6. Aug 2006, 19:21

[QUOTE=susikatze] Ich bekomme einen Bruttostundenlohn von 7,50€!!! bei einer Arbeitszeit von 6h/tgl. Aber ich will nicht meckern, ich so froh eine Arbeit und schließlich bin ich ja Berufsanfänger, da kann man nicht so viel verlangen, oder!? Ich hoffe nur, dass ich irgendwann etwas mehr verdiene[QUOTE]

Und jetzt lasse ich meine Phantasie etwas spielen wie in etwa das Bewerbungsgespräch abgelaufen sein könnte.
Als Berufsanfänger werden sie nirgends mehr verdienen. Außerdem ist das doch kein schlechter Lohn. Andere in ihrer Situation bekommen da erheblich weniger!
Urlaubsgeld? Das gibt es bei uns nicht! Das wird doch heute nirgends mehr bezahlt.
Weihnachtsgeld? In der heutigen Zeit? Nun wirklich nicht. Wir müssen doch alle den Gürtel enger schnallen.

Leute laßt euch nicht über den Tisch ziehen!
Altenpflege ist ein Beruf der ein extrem hohes Maß an Wissen und Kompetenz verlangt. Wenn ihr für solche Hungerlöhne arbeiten geht zeigt ihr nur das es mit der Kompetenz nicht weit her ist. Denn Kompetenz heißt auch das ich mir über meinem Wert im Klaren bin.
Zum Schluß noch als Anmerkung: Hat irgendwer zufällig mitbekommen das Altenpflege inzwischen nicht mehr zu den Sozialberufen gehört?



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