Meine Erfahrungen als Krankenpfleger in einem Alten- und Pflegeheim

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
Anja
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Beitrag von Anja » Di 21. Okt 2003, 16:01

Also Leon, was du da an Erfahrungen in der Altenpflegeeinrichtung beschreibst ist schon heftig.

Da kann ich von Glück reden, dass dies in unserer Einrichtung nicht so ist!
Aber der Satz Ungelernte in der Pflege, und dass die da nichts zu suchen hätten, finde ich auch falsch.
Denn mit einer guten Einarbeitung ist es meiner Meinung nach möglich, dass auch Ungelernte zumindest eine gute Grundpflege leisten können!

Gruß Anja



Mel
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Beitrag von Mel » Di 21. Okt 2003, 18:09

gut das du dazu stehst.aber auch viele gelernte haben auch nicht immer die große ahnung.wenn auffälligkeiten bei der pflege sieht,gibt mans weiter und fertig jeder erkennt das wohl.dafür brauch ich nicht lernen



Mel
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Beitrag von Mel » Di 21. Okt 2003, 18:35

ach genau du sagst das anja alles viel zu allgemeinert,dann schau doch mal bitte wie du schreibst.du verallgemeinerst ja auch alles.wir können doch alle nur aus erfahrungen sprechen.



geo
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Meine Erfahrungen als Krankenpfleger in einem Alten- und Pflegeheim

Beitrag von geo » Di 21. Okt 2003, 19:42

Hallo mel
hier mal einige Daten zu meinem aktuellen Arbeitsplatz

37 Bew. davon 37 % in Stufe 3 / 45 % in Stufe 2 Rest in 1

7.00 bis 9.30 6 bis 7 MA
9.30 2 MA mit 0,5 Stelle haben Feierabend
11.30 1- 2 =0,75 Stelle haben Feierabend

bis 14.00 zu 3 MA

Spät 13.30 bis 17.30 3 MA um 17.30 bis 20.00h kommt eine 0,5 MA dazu
Die Pflege ist seit 12 Jahren in der aktivierenden Gruppenpflege organisiert und jede Gruppe hat auch selbstverständlich auch 1- 2
angelernte Teilzeitmitarbeiterinnen dabei.
:yo
Eine alte Erkenntnis in über 20 Jahren AP - Praxis: FÜr einige ex. AP`s kannste öfter mal gute , anteilnehmende
angelernte Kräfte haben.
Die Ausbildung zur KP oder AP ist keine Garantie wie es nachher in der täglichen Arbeit aussieht .
Wie es hier im Forum auch schon oft beschreiben wurde......ein großer Teil....( nicht alle :god ....)
von den neuen Fachkräften passt sich den Gegebenheiten an und nach 2-3 Wochen erkennst Du keinen Unterschied zu den " alten ".....!

Gruß geo



Mel
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RE: Meine Erfahrungen als Krankenpfleger in einem Alten- und Pflegeheim

Beitrag von Mel » Di 21. Okt 2003, 20:45

worauf beziehst du das geo? im grund weiß ich ja wie die realität aussieht.



Mel
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Beitrag von Mel » Di 21. Okt 2003, 20:51

deswegen habe ich ganz vorsichtig noch mal gefragt.ich finde das einfach zu wenig personal da ist.aber irgendwie wenn nicht grad ein notfall da ist kann man sich immer den bew. witmen.



Mel
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Beitrag von Mel » Mi 22. Okt 2003, 06:02

@ leon unter notfall verstehe ich, wenn jemand verstirbt.unter- oder überzucker hat. gestürtzt ist und das halt mitten in der pflege.
LG Mel



milchbrei
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Beitrag von milchbrei » Mi 22. Okt 2003, 17:39

Hallo Leon,
ich bin seit 3 wochen in einem heim als examinierte Pflegekraft.
Im Frühdienst sind wir oft nur zu zweit und haben 26 Bew. zu versorgen.
Es gibt viele Ungelernte dort. An meinem 1.Tag sah ich wie eine bew. in den Rollstuhl gesetzt wurde. Eine Pflegekraft stellte den Rollstuhl etwas vom Bett entfernt auf.Die Fußstützen und das seitenteil wurde einfach drangelassen.Dann nahm eine Pflegekraft die Bew. unter den rechten arm und rechtes Bein, die andere das gleiche auf der linken seite.Sodann wurde die Bew. in den Rollstuhl getragen.Der Krankenstand in diesem Haus ist recht hoch, decubiti werden nicht in die Docu eingetragen,und wenn dann in einem so fehlerhaften deutsch das man überhaupt nichts mehr versteht.als ich einigen ungelernten gezeigz habe wie man einen Bew. umsetzen kann ohne das er einen herzinfarkt bekommt un die Panik in den Augen stehen hat, dann wurde mir gesagt das sei ja alles schön und gut aber man hätte ja die zeit nicht dazu.das die Bew. stellenweise Hämatome von diesen gefährlichen Transfers haben interessiert nicht, denn blaue flecken sin ja nicht so schlimm.
Die Lagerungkissen sind so plaziert das sie rein lagerungdtechnisch nicht viel bringen.Der Steiß liegt nicht frei usw.Medikamente die über die PEG gegeben werden müßten, werden kurzerhand in die Sondennahrung gekippt,( weil ........,s.o) Nach dem Mörsern der Medikamente werden die MEd.der restlichen Bew.;in den resten die noch nin der Schale drin sind,lustig weiter gemörsert.Auf die Idee die Schale mal kurz auszuwischen bevor man die nächsten Medikamente mörsert kommt keiner(weil .......,so)

In diesem Haus bleibe ich nicht, ich suche mir jetzt schon eine neue Arbeit!!!, Allerdings werden die Bew. jede Woche geduscht, damit kann man zwar sein schlechtes gewissen beruhigen aber keine Pflegefehler vertuschen. In diesem Sinne, oder wie der Kölner sagt: et hätt noch immer jood gejange!!!!!!!!!!!!!!!!!! milchbrei


Lächeln ist das Kleingeld des Glücks. ( Heinz Rühmann)


Wer fleißig ist wie eine Biene,
arbeitet wie ein Pferd,
abends müde ist wie ein Hund,
der sollte zum Tierarzt gehen,
es könnte sein das er ein Kamel ist.

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Beitrag von ilios1966 » Mo 12. Sep 2005, 21:09

Hallo,habe 20 ahreals ungelernte Kraft gearbeitet,mache nun die Ausbildung.Die Verallgemeinerung,dass ungelernte nichts in dem Beruf zu suchen haben trifft meines Erachtens nicht unbedungt zu.Es ist wichtig,dass die ungelernten nict unvorbereitet auf die BW losgelassen werden und unter guter Anleitung werden viele ungelernte auch gute Hilfskräfte.Meines Erachtens laufen heutzutage viel zu viele Fachidioten herum mit Ausbildung und das ist sehr traurig.Gruss ilios


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Marcell
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Beitrag von Marcell » Di 13. Sep 2005, 04:25

Hallo

Ohne ungelernt Kräfte würde das ganze System doch völlig zusammen brechen. Es gibt super ungelernte und super schlechte ungelernte. Das hat aber nichts damit zu tun das sie den Beruf nicht erlernt haben sondern hängt vom Menschen ab. Genauso kenne ich tolle Ausgebildete Pflegekräfte und Pflegekräfte dennen man das Examen weg nehmen und ein Berufsverbot erteilen sollte. Man kann es nicht verallgemeinern. Ich habe die Erfahrung gemacht das gerade die ungelernten eine große Hilfe sein können. Der Pflege wird immer mehr Bürokratie aufgebürdet, immer mehr muss geplant und umgesetzt werden. Die Ansprüche an die Qualität steigen in einem Maß das nicht mit der Personal Entwicklung schritt hält. Wenn wir jetzt noch alle ungelernten aus dem Pflegebereich verbannen wollen sinkt der Stellenschlüssel garantiert um 30% weil eine Fachkraft mehr Geld verlangt als eine ungelernte Kraft. Grundpflegerische Tätigkeiten und Bereiche der Betreuung können die ungelernten hervorrangend abdecken.

Grüße

Marcell



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