Minusstunden im Nachtdienst

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partellar01
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Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von partellar01 » Mi 28. Dez 2016, 13:42

Hallo an Alle und herzlichen Dank für die Annahme
Ich bin in einem Altenheim in Hannover tätig und habe einen zugesagten Dauernachtdienst seit dem September 2013. Ich habe nur eine mündliche Zusage das ich dauerhaft im Nachtdienst arbeiten kann und eine 31,5 Stunden Woche. Ich arbeite im Wochenrytmus von Dienstag Abend bis zum folgenden Dienstag Morgen von 20:30 bis 06:30. Dann habe ich eine Woche Dienst und die nächste Woche frei.
Mein Problem es fallen immer Minusstunden an, aus dem Jahr 2016 sind das bereits -60 Stunden. Es wird nach den Arbeitstagen (Kalendertage) gerechnet und mir wurde gesagt, das ich dann eben in den Tagdienst muß wenn zu fiele Minusstunden anfallen. Ein Beispiel: ich habe pro Arbeitstag 5,5 Stunden berechnet und wenn der Monat 24 Arbeitstage hat ich aber dann nur 14 Nächte gearbeitet habe geht die Differenz zu meinen Lasten.Es wird dann pro Arbeitstag 5,5 Stunden an gerechnet. Ist das so richtig? Das will ich auf jeden Fall verhindern. Ich bin jetzt seit 1986 in der Pflege und seit 1997 mit Examen. Und ich habe den Tagdienst satt, ich möchte wenigstens den Luxus haben meine Arbeit zu strukturieren.



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fmh
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von fmh » Mi 28. Dez 2016, 18:07

Off-Topic:

Hallo und herzlich willkommen im Forum! Ich hab deinen Beitrag ins Unterforum Arbeitsrecht verschoben, hier passt es besser und dir wird schneller geholfen.

Beste Grüße
fmh


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christ.ai
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von christ.ai » Mi 28. Dez 2016, 19:29

Hallo Partella1,

ich fasse mal mit meinen Worten zusammen.

1. Du bist als Dauernachtwache angestellt. Dies aber nur auf mündlicher Basis.
2. Die Anstellung besteht seit September 2013.
3. Du hast eine 100%-Anstellung mit 31,5-Stunden-Woche.
4. Du arbeitest jeweils 7 Tage am Stück und hast dann 7 Tage frei.
5. Ein Nachtdienst dauert 10,0 Stunden ohne Pause (20.30 - 6.30 Uhr).
6. 60 Minusstunden in 11 Monaten (Jan. - Nov.) = 5,5 Stunden minus im Monat

zu 1 + 2.
Angesichts der seit Jahren praktizierten Gewohnheit / Regel, dass du nur im Nachtdienst arbeitest, könnte evtl. ein "Gewohnheitsrecht" bestehen. Bzw. wäre dies evtl. ein Beweis für eine arbeitsrechlich relevante mündliche Vereinbarung das du, auch ohne Erwähnung im Arbeitsvertrag, als Dauernachtwache beschäftigt bist. Diese Mutmaßungen meinerseits kann aber nur ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht fundiert beantworten.

zu 3.
oder bist du nur Teilzeitbeschäftigter?

zu. 4
tolle Dienstzeiten hätte ich auch gerne. Ist im übrigen NICHT normal, auch für Dauernachtwachen. Kannst echt froh sein drüber.

zu 5.
Ohne Pause??? Ich vermute mal, dass du doch eine Pause hast - vermutlich 45 - 60 Minuten?

Bitte liefere doch noch folgende Infos.

a) Vollanstellung oder Teilzeitanstellung - was liegt bei dir vor?
b) Welche Stundenwoche gilt in deinem Betrieb?
c) Pause? - Ja/Nein - wie lange?

Gruß
Christ.ai



partellar01
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von partellar01 » Mi 28. Dez 2016, 19:51

Danke für die schnelle Antwort
Ich bin Teilzeitbeschäftigter mit 31,5 Wochenstunden
Es gibt auch Teilzeitbeschäftigte mit nur 20 Stunden
Pause ist in der Nacht 1 Stunde
Es gibt bis zu 38,5 (Vollzeit) Wochenstunden
Mit meinen 31,5 Wochenstunden ist das in meinem Betrieb eine 3/4 Stelle.
Zuletzt geändert von partellar01 am Mi 28. Dez 2016, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachbesserung



christ.ai
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von christ.ai » Mi 28. Dez 2016, 20:53

OK

also arbeitest du in der Dienstwoche: 7 x 9,0 = 63 Stunden Arbeitszeit in der Dienstwoche.

Die Durchschnittliche Wochenanzahl in Jahr beträgt 4,35 je Monat: 4,35 x 31,5 = 137,025 Stunden im Monat (deine durchschnittliche Sollarbeitszeit)

Du arbeitest aber nur alle 2 Wochen, daher also: 4,35 / 2 = 2,18 Wochen

Du schaffst also durchschnittlich im Monat: 2,18 x 63 = 137,34 Stunden

Tja, ... rechnerisch dürftes du garnicht ins Minus kommen :wall

Da stellt sich mir die Frage, wie es zu den 60 Minusstunden überhaupt gekommen ist. Sind diese langsam seit Januar 2016 angewachsen? oder in großen Schritten über z. B. 2 - 3 Monate?

Mir kommt nur die Idee, ... wie werden denn bei Urlaub und Krankheit die Stunden von deinem AG gerechnet? Welche tagewoche gilt den in deinem Betrieb - 5-Tage-Woche, 6-Tage-Woche, ...?

Gruß
christ.ai



partellar01
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von partellar01 » Mi 28. Dez 2016, 21:35

Danke für die Antwort
Die Erklärung meines Arbeitgebers ist folgende
Da ich keinen Nachtwachenvertrag habe, arbeite ich im Nachtdienst für die freie Woche vor. Z. B. Habe ich einmal den Fubrar 2017 errechnet Ich habe im Februar 2017 14 Nächte mal 9,0 Stunden sind 126 Stunden ohne Pause also reine Arbeitszeit Die Gesamten Tage sind dann laut deren Aussage 24 die dann mal 5,5 Stunden das sind dann 132 Stunden die ich arbeiten sollte. Die Differenz sind dann minus 6 Stunden So geht das schon in meiner ganzen Arbeitszeit seit 09.2013 Ich bekam gesagt, das sich "soll und ist" nicht gleichen. Ich soll dafür mal in den Tagdienst, was ich nicht will. Denn wann bitteschön, zwischen den 7 Nächten ganz klar NEIN Durch Krankheit kann das nicht entstehen denn krank wird gerechnet wie gearbeitet sagt mein AG. Den Urlaub rechnen wir im Nachtdienst auch alle Wochentage, außer die Sonntage die bleiben raus. Meine Frage: ich weiß nicht mit was für Argumente ich dagegen halten kann??? Und ob dieses Vorgehen überhaupt rechtens ist?
Ich habe mich schon versucht schlau zu machen hatte aber nie geklappt und ich habe heute erst nach so langer Zeit verstanden wie und warum das so nachteilig ist. Im Juli 2017 bin ich dann bei knapp 100 Minusstunden wenn ich die -60 Minusstunden aus 2016 mit berechne.
Zuletzt geändert von partellar01 am Mi 28. Dez 2016, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Verbesserungen



christ.ai
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von christ.ai » Mi 28. Dez 2016, 22:47

Gut. Für mich sieht es so aus:
Da ich keinen Nachtwachenvertrag habe, arbeite ich im Nachtdienst für die freie Woche vor. ... Ich habe im Februar 2017 14 Nächte mal 9,0 Stunden sind 126 Stunden ... reine Arbeitszeit
Das wäre für mich soweit i.O.
Die Gesamten Tage sind dann laut deren Aussage 24 die dann mal 5,5 Stunden das sind dann 132 Stunden die ich arbeiten sollte. Die Differenz sind dann minus 6 Stunden So geht das schon in meiner ganzen Arbeitszeit seit 09.2013
hier KANN etwas nicht stimmen.
1) 5,5 Stunden Sollarbeitszeit je Arbeitstag würde bedeuten, dass folgende Teilzeitbeschäftigung vorliegt : 5,5 Std. x 6 Tage = 33,0 Stunden (Sollarbeitszeit in der Woche bei einer 38,5 Stunden Woche) = 33 x 100 / 38,5 (Dreisatz) = 85,71 %-Anstellung
ABER
du hast doch bloss eine 75%-Anstellung. Oder?

2) Solltes du also nur eine 75%-Stelle haben ist bei der 6-Tage-Woche die Sollarbeitszeit falsch. Korrekter Rechenweg lautet nach meiner Kenntnis: Wochenarbeitszeit durch die Arbeitstage teilen: 31,5 / 6 = 5,25 Stunden (Sollarbeitszeit je Arbeitstag).
So ergeben sich zwei Möglichkeiten:
a) 85,71%-Stelle = 5,5 x 25 = 137,5 Sollstunden
b) 75 %- Stelle = 5,25 x 25 = 131,25 Sollstunden

3) Bei einer 6-Tage-Woche hatte der Februar 2016 nicht 24 Arbeitstage sondern 25 Arbeitstage (= Montag bis Samstag).
Ich bekam gesagt, das sich "soll und ist" nicht gleichen.
was nur logisch ist. Aber rechnerich auf einen Monat gesehen damit endet, dass DU im Plus bist mit: 137,34 - 137,03 = 0,31 Stunden oder auch 18,6 Minuten im Monat.
Ich soll dafür mal in den Tagdienst, was ich nicht will.
Mir drengt sich langsam der Eindruck auf, dass was bei der Berechnung deines AG nicht stimmt.
Durch Krankheit kann das nicht entstehen denn krank wird gerechnet wie gearbeitet sagt mein AG.
Was dein AG auch garnicht anders machen darf, den dies ist Arbeitsrecht.
Den Urlaub rechnen wir im Nachtdienst auch alle Wochentage, außer die Sonntage die bleiben raus.
Dies beweist, dass bei Euch die 6-Tage-Woche gilt.
Meine Frage: ich weiß nicht mit was für Argumente ich dagegen halten kann??? Und ob dieses Vorgehen überhaupt rechtens ist?
Nun soweit ich deine angaben bisher nachvollziehen kann, stimmt die Berechnung deines AG nicht.
Er nimmt 5,5 Stunde Sollarbeitszeit, darf aber bei einer 75%-Stelle nur 5,25 Stunden ansetzen. Und siehe da, Du bist nicht mit 60 Stunden im Minus am Jahresende. Sondern mit (18,6 x 12 /60 =) 3,72 Stunden im Plus.
Ich habe mich schon versucht schlau zu machen hatte aber nie geklappt und ich habe heute erst nach so langer Zeit verstanden wie und warum das so nachteilig ist.
Nun da kann ich nur sagen. Mach dich mit der Art und Weise wie die Sollarbeitszeit berechent wird vertraut. Dann versuche deinem AG behutsam zu erleuchten, wo er seinen Rechenfehler hat und hoffe darauf, dass er es auch verstehen will.
Denn wer nicht verstehen will, der lernt nie dazu.

Gruß
christ.ai



partellar01
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von partellar01 » Mi 28. Dez 2016, 23:07

Danke christ.ai
Ja ich habe laut Arbeitsvertrag 31,5 Stunden in der Woche eine 75% Anstellung
Die Sollarbeitszeit wird nach den monatlichen Arbeitstagen minus den Sonntagen mal 5,5 Stunden gerechnet. Z B Der Monat hat 31 Tage minus 4 Sonntage sind 27 Arbeitstage mal 5,5 Stunden sind 148 Habe ich 14 Nächte sind 126 Stunden. Die Differenz sind dann -22 Stunden die ich nacharbeiten soll.
OO das ist mir aber rechnerisch sehr hoch. Ich muß mich dann einmal neu reinlesen? Die PDL und das ist die dritte konnten uns das auch nicht erklären.Es wurde gesagt: das liegt an der Buchhaltung In jedem Fall wehre ich mich dagegen Danke noch mal.
Zuletzt geändert von partellar01 am Mi 28. Dez 2016, 23:11, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachbessern



christ.ai
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AW: Minusstunden im Nachtdienst

Beitrag von christ.ai » Mi 28. Dez 2016, 23:20

Eigentlich reichen auch die Rechenwege die ich hier verwendet habe. Sollten logisch genug sein.

ansonsten soll dir der AG mal konkret seinen Rechenweg zu den 5,5 Stunden aufzeigen.

die Arbeitstag findest du über google.de unter "Arbeitstage je Monat + Bundesland". Dann braucht auch niemand mehr "rechnen".

Gruß
christ.ai



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