Zuzahlung für Behandlungspflege

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doedl
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Zuzahlung für Behandlungspflege

Beitrag von doedl » Do 11. Sep 2003, 09:26

Hallo Leute,

hab gestern erfahren, dass die Kunden ambulanter Dienste nun für die Behandlungspflege zuzahlen müssen- also wie bei Medikamtenten oder Krankenhausaufenthalt.

Da werden es sich bestimmt einige überlegen, den ambulanten Dienst dann noch in Anspruch zu nehmen und die Behandlungspflege lieber selbst machen.

Also ein weiterer Abbau der Leistungen- wo bitte bleibt dann noch der Grundsatz im SBB XI- ambulant vor stationär???

Wie dramatisch sich die Kürzungen der Kostenerstattung auswirken, sehen wir ja am bundesweiten Sterben der ambulanten Dienste. Es wurden reihenweise Leistungen aus dem Leistungskatalog des SGB V herausgenommen- entweder in den SGB XI verschoben, einfach gestrichen, oder zeitlich begrenzt.



"Zuzahlungen für Leistungen der Häuslichen Krankenpflege - 10 Prozent der Kosten - werden auf einen Zeitraum von 28 Tagen begrenzt. Dies ergibt eine Zuzahlung von rund 20 bis 50 EURO für das Jahr, zuzüglich für jede Verordnung 10 EURO. " Quelle Vincentz.net Newsletter

Wohin solls noch gehen in der häuslichen Pflege????

Gruss Doedl

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andrea
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Beitrag von andrea » Do 11. Sep 2003, 14:49

..............und warum immer auf die Schwächsten in der Kette, sie wehren sich nicht ,verursachen nur noch Kosten und sind damit eine Belastung. Meiner Meinung nach Zeit sich mal zu wehren und zwar nicht nur mit den kleinen Leuten sondern auch mit den großen Unternehmern Schauspielern Fussballern usw . Für Kinder wird sehr viel getan (ist auch gut) aber darf es soweit kommen dass unsere Gesellschaft dazu erzogen wird den Menschen die für unseren Wohlstand verantwortlich sind und die nun eigentlich ihre wohlverdiente Rente kassieren krank sind,und ihr Leben im Alter in Sicherheit wussten, noch mehr Sorgen aufzuhalsen??? Ein Sozialstaat hat meiner Meinung nach dafür zu sorgen dass die, denen es besser geht, für die Kranken aufkommen unabhängig davon ob dieser Mensch nun jung oder alt ist.( Auch unsere Politiker sollten sich mal überlegen dass Sparkurs angesagt ist. Da wird für einige Arme der Platz für ein Heim geschaffen was ist mit denen die zu Haus leben müssen und nicht zum Arzt gehen können weil sie das Geld nicht aufbringen können? Ich denke die Renten einiger Politiker die nur ein paar Jahre dabei waren ist nur ein winziger Punkt. Nur mit Meckern werden wir nix erreichen wenn dann Wahl ist gehen alle ganz brav hin wählen zwischen zwei Parteien die im Grunde genommen doch ein und die selbe Strategie verfolgen.


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Triexi
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Beitrag von Triexi » Fr 12. Sep 2003, 13:31

Hallo Leute,

Ich hab grade eure Sachen gelesen und was Andrea gesagt hat mit helfen usw. das klingt nicht schlecht.

Man müsste doch einfach mal eine Liste mit Unterschriften von höheren Personen zusammen bekommen die das unterstützen.

Wenn man immer im Fernseh hört wir Spenden für alle dann sollte es doch kein Problem sein.

Ich bin der Meinung das die Menschen die eine Hilfe benötigen nicht hohe Kosten übernehmen sollten sondern das man für Sie Spenden sollte.

Ich hab so eine Liste mit Unterschriften noch nir gemacht aner mit der Hilfe von euch würde ich mal gerne so eine Liste machen und mal die höheren da zu betten zu Unterschreiben.

Was´haltet ihr davon????

LG
Triexi



andrea
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Beitrag von andrea » Fr 12. Sep 2003, 13:55

gute Idee leider bin ich genauso ahnungslos wie du aber ihr habt hier im Forum doch viele "schlaue Köpfe" vielleicht weiß einer von denen ja was. Ich glaube aber nicht dass so etwas nur über Spenden finanziert werden kann da muss eher ein Umdenken der Politik und unserer Gesellschaft geschehen. Im Moment werden alle Schwierigkeiten auf die sowieso schon schwache Gesellschaft abgewälzt und alle sehen zu. Ich glaube da liegt das Problem dass man anregen sollte es zu überdenken. Dafür müßte die Gesellschaft aber erst sensibilisiert werden überhaupt darüber nachzudenken. :lolich hätt in die politik gehen sollen :lol :wave


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doedl
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Beitrag von doedl » Fr 12. Sep 2003, 14:12

Sorry Leute,

aber das ist doch illusorisch........!!!

Laut Statistik sind im Jahr 2000 1,2 Mio Menschen von ambulanten Pflegediensten versorgt worden- in der Regel haben die Empfänger von Leistungen des SGB XI auch Leistungen im SGB V. Also.... das ist ein Fass ohne Boden!!!

Irgendwo wars auch nicht mein Anliegen, auf die zuzahlenden Senioren hinzuweisen- sondern auf die Pflegedienste, denen Stück für Stück der finanzielle Grund entzogen wird.

Bei Zuzahlungen für Medikamente, Krankentransport etc. gibt es ja jetzt schon für Bedürftige eine Befreiung; also kleine Renten, chronische Erkrankungen etc. werden ja schon berücksichtigt. Denkmal dass die Zuzahlung für die Behandlungspflege unter die gleichen Kriterien fällt.

Was mich bei dem ganzen Spielchen nur so ärgert ist die Tatsache, dass laut und wohltönend die häusliche Pflege propagiert wird, aber klammheimlich auf Massensterben der Pflegedienste spekuliert wird. Das ist doch der Hintergrund des Ganzen.

Gruss

Doedl

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Triexi
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Beitrag von Triexi » Sa 13. Sep 2003, 15:13

Hallo Geo,

Doch man kann was machen, wir haben doch schon öfters mal eine Liste zusammen gestellt und Unterschriften gesammelt also kann man das jetzt doch auch.

Das problem ist nur ich weiss nicht wie man es macht und möchte allen die sich damit auskennen nun ansprechen zu helfen damit mal was gemacht wird und wenn diese Liste mit allen Namen versehen ist dann schickt man diese zu der geeigneten Stelle.

Gruß

Triexi



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Beitrag von andrea » So 14. Sep 2003, 19:38

Original von doedl
Irgendwo wars auch nicht mein Anliegen, auf die zuzahlenden Senioren hinzuweisen- sondern auf die Pflegedienste, denen Stück für Stück der finanzielle Grund entzogen wird.
hallo Doedl
diese vermehrten Zuzahlungen führen dann aber zum Abbau der Pflegedienste. Glaubst du denn im Ernst dass die Pflegebedürftigen sich so schnell für einen Pflegedienst entscheiden? Du hast zwar Recht dass diese Leute bei Notwendigkeit finanzielle Unterstützung bekommen aber was ist mit einem Ehepaar die ein kleines Häuschen haben und das ersteinmal verkaufen müssten bevor sie solche Hilfen bekommen. Das ist schon vorher ein Problem gewesen und nun wird es ein noch größeres. Ich glaube dass es eine Menge Menschen geben wird die den Arztbesuch, Krankenhaus und auch Pflegedienste nicht mehr in Anspruch nehmen können/wollen wenn es nicht dringend nötig tut weil man nicht fast an die Sozialhilfegrenze abrutschen möchte. Und genau dadurch bekommen die Pflegedienste ihre finanziellen Schwierigkeiten. :o hwell ..........oder hab ich vielleicht was falsch verstanden. :wave


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Beitrag von andrea » So 14. Sep 2003, 19:48

:wall uups das mit dem Zitat hat wieder nicht geklappt...... ?(außerdem wollte ich dir auch herzlichen Glückwunsch zum Oma werden sagen. Ich hoffe das alles gut geht und du bald einen richtig süßen Fratz im Arm halten kannst. :wave


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Beitrag von Triexi » Mo 15. Sep 2003, 13:46

Hallo Leute,

Ich muss ehrlich dazu sagen viele alte Leute werden sich das 4 mal überlegen ob die aus denn eigenen vier Wänden ziehen oder nicht, es wird doch so wieso alles teurer und die Großen machen sich doch nicht über denn Kleinen Mann sorgen hauptsache die können greifen wie sie wollen.

Ich sehe das schon so das viele Pflegedienst zwar nicht sterben werden weil die Leute schon mal denn Dienst brauchen aber es werden einige veränderungen geben wo wir schon drauf gefasst sein dürfen.

LG

Triexi



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Beitrag von doedl » Mo 15. Sep 2003, 13:55

Hallo Andrea,

Du hast es richtig verstanden; viele Kunden werden künftig die Behandlungspflege selbst oder durch Angehörige machen- sprich von den Pflegediensten abwandern.

Was Sozialhilfe im eigenen Haus angeht- das ist sehr wohl möglich. Also auch Senioren im eigenen Wohneigentum- Haus- Eigentumswohnung- können Sozialhilfe beantragen. Abgesehen davon berechnet sich Rezeptfreiheit bei den Krankenkassen nicht nach dem Muster der Sozialhilfeberechnung- ist ja ein anderer Kostenträger.

Dass viele Senioren zu Hause bleiben, statt ins Heim zu gehen, ist ja jetzt schon ersichtlich. Einige mir bekannte Altenheime haben keine Vollbelegung mehr. Damit ist die Absicht der Sozialgesetzgebung, häusliche Pflege vor stationärer- schon erfolgreich.

Jedenfalls bleibts spannend in unserem Gewerbe.......

Gruss Doedl

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(Andrea, danke für die guten Wünsche ggg)


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