Wie würdet ihr reagieren.............

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doedl
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Beitrag von doedl » Fr 3. Okt 2003, 19:56

Hallo Gast

also ich glaubs fast nicht, was ich da lese....... jeder Mensch hat eine Tochter etc..... ja glaubst Du wirklich, damit ist das Thema Pflege hilfreich abgehandelt????

Professionelle Pflege kostet zuviel- wir zahlen alle viel zu viele Beiträge- also weg mit dem ganzen sozialen System???

Das kann doch wohl nicht Dein Ernst sein............

Die pflegenden Töchter waren vor der Pflegeversicherung die Sozialhilfeempfänger von morgen- so siehts doch aus. Keinerlei Absicherung- weder Rente, noch Arbeitslosenversicherung. Wenn die pflegebedürftigen Senioren verstorben waren, wars für einen Wiedereinstieg in den Job meist viel zu spät. Das soll also das Evangelium sein?

Die Rentner und Pflegebedürftigen- die selbstverständlich Kosten verursachen- sind nicht der Ursprung der momentanen wirtschaftlichen Lage- die ist nur global und mit viel weniger Scheuklappen zu verstehen!!!

Natürlich sind wir als Solidargemeinschaft auch für bedürftige Menschen verantwortlich- also Alte, Behinderte, Arbeitslose. Diese Verantwortung haben wir und das ist auch gut so. Ich selbst bin auch nicht glücklich über die Abzüge auf dem Lohnzettel- doch ist die Lage im Moment nicht so, dass Urlaube in der Karibik 3 x jährlich angesagt sind. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache!

Ich halte es für vermessen, Senioren für die negative wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich machen zu wollen. Die Generation, die jetzt pflegebedürftig ist, war eben diese, die nach dem Krieg dieses Land wieder aufgebaut und zu einer wirtschaftlichen Grossmacht gemacht hat. Mal ganz abgesehen von moralischen und ethischen Grundwerten. Wenn heute zuviele Rentner von wenigen Arbeitnehmern ernährt werden müssen, so hat das auch mit einer Konsumhaltung zu tun- weil Kinder nämlich viel, viel Geld und Nerven kosten. Kind haben bedeutet- weniger Konsum, weniger Urlaub, weniger Freizeit. Oder warum glaubst Du, dass die Geburtenrate in der BRD so rückläufig ist?

Sorry, aber wenn ich Dein Posting lese, da geht mir das Messer im Sack auf

Gruss Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

Jutti
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Beitrag von Jutti » Sa 4. Okt 2003, 01:09

hallo Gast

dazu möchte ich dir nur sagen:
ich bin 41 jahre alt, habe 3 Kinder, bin selber Einzelkind, also wenn es hart auf hart käme, müsste ich wohl aus moralischen Gründen ran, wie du die Moral beschreibst, dazu bin ich angehender AP
Aus meiner Biographie heraus wurde meinem Vater vor bereits 25 Jahren mein Lehrlinggsgehalt als Einkommen angerechnet um den Heimplatz meines Großvaters zu finanzieren, der leider in unserer winzigen 3-Zimmer-Wonhung nicht mitversorgt werden konnte, dazu wog er ohne amputierte Beine über 100 Kilo, als Profi sag ich dazu nur Hurraaa

alles mal beiseite, Gast, ich möchte in der Altenpflege weiterhin arbeiten, weil ich daran glaube, dass jeder Mensch ein Recht auf seine Würde hat, egal, wie groß seine Behinderung/Einschränkung sein mag. Egal, wie sein Einkommen sein mag, denn er hat im Leben wohl auch sein Päckchen getragen und was ich noch wichtiger finde, sollte ich mal an pflegebedürftigen Alterserkrankungen erkranken, bitte, dann sei da jemand, der nicht fragt, und was bekomme ich an Kohle dafür????

....und verdienen tun wir auch nicht grad viel, nur am Rande mal nebenbei und ich habe trotzdem immer noch 3 Kinder...ein Auto, weil ich sonst nicht zum Dienst kommen kann..achja, mehr oder weniger bin ich alleinerziehend, das noch dazu......viel kommt da nicht rein.....ich finde das System auch nicht unbedingt sooo genial......aber wenn ich aus meinem Dienst weggehe, kann ich mir im Spiegel ins Gesicht gucken......
Jutta



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johannes
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RE: Der Mensch hat an 1.Stelle zu stehen!

Beitrag von johannes » Sa 4. Okt 2003, 15:22

Hallo Gast, Du schreibst:

"Du willst mir doch nicht erzählen, dass die Altenheime usw. aus purer Liebe die Alten pflegen!!"

Du hast Recht! Wenn Du Deine Pflicht tun würdest, wären die meisten Pflegeheime überflüssig. Aber ist es nicht eher so, daß Du daran denkst, wie Du das dickste Stück vom Kuchen abbekommen kannst? Ist Dir der Andere nicht im Grunde egal? Du versagst, nicht die Pflegeheime, die Deine Arbeit übernehmen. Nicht aus Liebe, sondern weil sie getan werden muß!

Mal so gesagt: Die Pflegeversicherung und die daraus resultierenden Kosten können wir sowieso nicht meht tragen!

Wer kann die Kosten nicht mehr tragen, und warum? Die Pflegeversicherung dient dazu, einen Teil der entstehenden Kosten, die sich aus der gewerblichen Pflege ergeben auf die Allgemeinheit zu verteilen. Ebenso dazu demjenigen, der seine Angehörigen zu Hause pflegt, einen kleinen Teil der entgangenen Verdienstmöglichkeiten auszugleichen. Als Anerkennung für eine eigentlich selbstverständliche soziale Leistung.

Wir können bald viele Kosten nicht mehr tragen, das ist richtig. Doch woran liegt das? 1. Zu viele wollen zu viel sofort haben; 2. Wenn etwas verteilt wird, schreien alle: HIER und keiner bedenkt, daß das zu Verteilende von irgendwo her kommen muß. 3. Unsere Ansprüche sind so sehr gestiegen, daß wir weit über unsere Verhältnisse gelebt haben - und das bereits über viele Jahre hinweg! 4. Immer mehr Aufgaben, die wir eigentlich selbst zu tun hätten, haben wir auf den STAAT übertragen - der macht das schon. Daß das Geld kostet, weil Menschen eben nicht aus Liebe, sondern aus Pflichterfüllung unsere ureigensten Aufgaben übernehmen, wollen wir geflissentlich nicht wahr haben. Und die Gründe könnten noch eine Weile fortgesetzt werden.

Den jeder Alte Mensch hat eine Tochter usw. die er mit seiner Hände Arbeit ernährt und mit viel Liebe gross gezogen hat.

Sag, wieviele Kinder hast Du? Es ist hinreichend bekannt, daß es immer weniger Deutsche gibt. Unser Sozialsystem wird von den so verachteten Ausländern getragen, die immer noch die Arbeiten machen, für die wir uns mittlerweile zu schade geworden sind. Die auch noch genügend Kinder haben, um die Zukunft zu gestalten.

Ist es nicht das Argument sehr vieler Deutscher: In eine so schlechte Welt kann man doch keine Kinder mehr setzen! und: Kinder behindern mich in meiner Persönlichkeitsentfaltung, stehen meiner Karriere im Weg, usw.

Die Folgen dieser Kurzsichtigkeit und Dummheit beginnen wir jetzt zu spüren. Unser gesamtes Sozialsystem ist auf dem Generationenvertrag aufgebaut. Gibt es keine nächste und übernächste Generation, muß auch das System zwangsläufig zusammenbrechen. Also gehe hin und zeuge Nachwuchs, dann stimmt wieder alles. Ich glaube aber eher, daß Dich Dein Egoismus davon abhalten wird. Deine Äußerung "Die arbeitenden Menschen müssen fast Ihr ganzes Geld dem Staat geben!"
läßt jedenfalls diesen Schluß zu.

Und wie soll unsere Jugend damit klar kommen,dass wir unsere Alten vergolden und die Jugend dan den Finger in den Mund stecken muss!

Suchst Du nicht auch nach Möglichkeiten, so wenig wie möglich von Deinem Einkommen für andere auszugeben (Steuern, Versicherungen, usw.)? Siehst du. Das versucht wohl jeder. Aber die Übernahme der Aufgaben, die mit diesen Geldern finanziert werden sollen, verweigerst Du. Ist auch ne Logik. Sind es nicht die Arbeiter, die durch immer höhere Lohnforderungen die Produkte immer teuerer, also unbezahlbarer machen? Dafür wird sogar gestreikt, was für ein Schwachsinn!

Klüger würden die Menschen handeln, wenn sie schon streiken wollen, weil's so interessant ist, wenn sie jedes Produkt, das teurer wird, im Regal stehen lassen, bis der Preis wieder unten ist! Aber so viel Intelligenz sucht man vergebens. Es will eben jeder immer mehr - ohne Rücksicht auf die Folgen.

Eine Umkehr im Denken könnte auch eine Wende in der Gesellschaft bringen. Aber bis dahin ist der Leidensdruck noch lange nicht groß genug.

Dies sind nur ein paar Gedanken zu Deinen Ausführungen.


Ein Mensch existiert nicht - er lebt!
Keiner ist so blind wie der, der nicht sehen will.
Ich vertrete nicht immer die herrschende Meinung - aber ich habe eine Meinung!
Einer sucht für ein Problem eine Lösung - ein Anderer sucht für eine Lösung ein Problem

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doedl
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An Christine und Jo

Beitrag von doedl » Sa 4. Okt 2003, 17:38

Hi Christine

geb Dir voll recht......... es ist ein Superberuf und ich könnte mir auch nichts anderes vorstellen.

Unsere Senioren, die heut pflegebedürftig sind, können mit Sicherkeit nichts dafür, dass unsere Wirtschaft hinkt- im Gegenteil; sie haben viel für den Aufbau und Erhalt des Systems getan.

Die Enkelgeneration ist eher die, die mir Kopfzerbrechen macht- aufgewachsen in Luxus und nicht fähig, mit Einschränkungen umzugehen.
Genau das ist aber angesagt zur Zeit.

Johannes, geb Dir auch voll recht- Du bist nicht die Enkelgeneration, sondern die, die noch gerackert hat und voller Idealismus und Motivation ist. Dein Schärflein für die Nachkommenschaft hast ja auch voll abgleistet.

Es ist immer einfach, andere für das Misslingen von Politik und Gesellschaft verantwortlich zu machen- mal sinds die Ossis, mal die Ausländer, mal die Alten etc etc etc. Ich hab schon gute Zeiten erlebt, aber auch miserable- beides ist ok, beides ist sinnvoll. Ohne die miesen Zeiten kannst die guten nicht schätzen, Einschränkungen haben noch keinem Menschen geschadet. Was das Posting über Kinder und deren armen Eltern angeht- ich hab selbst zweie, die auch einen Haufen Geld gekostet haben..... bin ich deshalb arm??? Glaub eher, ich bin reich- vielleicht nicht an Geld, aber an Erfahrung, an Liebe, an wirklich wichtigen Dingen!!!

Die Rechnung von Gast geht auch nicht auf- Väter mit zwei Kindern zahlen am wenigsten Lohnsteuer von allen Arbeitnehmern, kriegen Kindergeld, Erziehungsgeld...das sollte ja auch irgendwo auftauchen bei der Berechnung der Lebenshaltungskosten.............

Was die Kinder angeht, die bis 25 jahre zuhause wohnen- ja wenn alle erst mit 7 Jahren eingeschult werden, dann dauerts halt seine Zeit, ne?? Bleiben noch Ehrenrunden in der Realschule oder Gymnasium, dann sind wir schnell bei 25 Jahren. Ist eben auch eine Erziehungsfrage, wie verantwortungsbewusst man seine Kinder heranwachsen lässt. Meine beiden Söhne haben eine Ausbildung gemacht und beide mussten daheim was "abgeben"- nicht um mich zu bereichern, das Geld wurde für sie gespart- was sie aber nicht wussten, sondern um den Umgang mit Einkommen und Ausgaben zu üben. Tun wir als Eltern doch nicht so, als wär für die Kinder das Paradies auf Erden......... die Bauchlandung ist hinterher um so härter.

Was unsere Senioren angeht- die haben ihren Teil beigetragen- kaum eine Generation hat so das Sparen gelernt, als die heute 80 Jährigen; die kannten noch wirkliche Entbehrungen, wie Hunger, Kälte usw. Heut wird doch schon geschrien, wenn Handy, Premiere, Internet, TDLS Anschluss nicht mehr drinne sind........... also unheimlich lebensnotwendige Dinge !

Gruss

Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

Benutzer 45 gelöscht

Beitrag von Benutzer 45 gelöscht » So 5. Okt 2003, 12:35

Hallo Doedl,

Ich geb dir auch recht die 80 Jährigen oder 70 Jährigen haben früher sehr viel gelieten. Diese Leute haben doch aufgebaut usw. da können wir doch denn Hut vor ziehen.

Ich muss sagen das ich wie du sagtest mit 7 Eingeschul worden bin usw. aber ehrlich gesagt hab ich noch nichts viel gebracht das ich sagen kann ich hab auch was gemacht.

Die Jungen leute heut zu Tage machen sich doch auch keinen Kopf mehr was noch alles Passieren kann sei es der Krieg oder an anderen dingen.

Ich finde das die Jugentlichen von heute garnnicht wissen was armut ist und sollten mal im Heim gehen und sich diese Geschichten von denn Bewohnern anhören, ich glaube da würden sie mit denn Ohren schlackern.

Ich hab einen in der Familie der ist 35 Jahre alt und meinte zu seiner Kindheit war das Leben schon arm da musste ich nur lachen und hab ihm gesagt, nur weil du mit 5 Geschwistern dir alles teilen mußtest war das Leben doch nicht hart.

Also manche meinen das zu ihrer Zeit das Leben hart war aber da hätte ich eine Idee, einfach eine Zeitmaschiene bauen dann mal sehen wie sie im Krieg klar kommen würden.

LG

Triexi



Jutti
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Beitrag von Jutti » So 5. Okt 2003, 13:07

Hallo Triexi

Dazu möchte ich dir einen Beitrag meiner Tochter einfügen. Ich glaube sehr wohl, das sich einige Jugendliche Gedanken machen. Nur ist es bei ihnen so, wie bei den Erwachsenen, der Eine denkt mit und der Andere eben nicht, man kann auch sie nicht über einen Kamm scheren. Sie hängen genauso in der "Konsumschere" wie es ihnen ggf vorgelebt wird, sie entwickeln Bedürfnisse in die verschiedenen Richtungen, unterliegen Gruppenzwängen an Schulen und vieles mehr........

So sehe ich Senioren von Caroline Becker

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Wer kennt das Bild nicht? Eine ältere Frau, die ihren Enkeln entzückt in die Wange kneift und ihnen Süßigkeiten und anderes schenkt - das ist das weltweit gesehene Bild eines alten Menschen. Aber muss das unbedingt so sein?



Ich, in meiner Erfahrung als Vierzehnjährige, sehe alte Menschen anders: sie können vor allem verschieden sein. So kenne ich zum Beispiel einige alte Menschen, die sich benehmen wie Teenager, immer zu Scherzen aufgelegt. Dann gibt es wiederum andere, die streng sind und strikte Meinungen über Dinge haben, die sie einfach nicht ändern wollen. >Alt< ist daher ein dehnbarer Begriff und ich finde, dass man erst >alt< ist, wenn man aufhört, dazu zu lernen. Denn, mal ehrlich, fühlen Sie sich wirklich alt, wenn sie mit ihren Freunden zusammen grillen und lachen?



Ich persönlich finde es absolut nervenaufreibend, wenn Erwachsene bei jedem bisschen anfangen mit "Wir hatten es damals viel schwerer" oder "Sei nicht so frech" und ergreife jedes mal die Flucht, wenn meine Oma anfängt mit "In der Nachkriegszeit...". Es ist wahr, die Erwachsenen von heute hatten es in ihrer Jugend nicht leicht, das weiß die heutige Jugend, aber wir haben es doch auch nicht leichter: Drogen, Jugendkriminalität, Gruppenzwang, Gewalt an Schulen, Alkoholkonsum, Verbrechen die an Kindern begangen werden. Ich habe Glück, dass meine Mutter mir sowas nicht vorträgt (im Gegensatz zu meinem Vater!!), denn ich glaube, dass sie selbst gut weiß, wie schrecklich das ist.



Autor: Caroline Becker, 14 Jahre alt
(nachzulesen auf:http://gewalt-in-pflegeberufen.de/modul ... ex&catid=5 )

Mittlerweile ist Caroline 15,5 Jahre alt und macht sich sehr wohl Gedanken darüber, was früher war und heute ist und was wohl sein wird, wenn sie erwachsen sein wird. Genauso andersherum macht sich zum Beispiel mein älterer Sohn keine großen Gedanken darum, was beweist, auch die Jugendlichen sind Individuen, die ihre eigene Art zu leben haben.

liebe Grüße von Jutti



Benutzer 45 gelöscht

Beitrag von Benutzer 45 gelöscht » So 5. Okt 2003, 14:58

Hallo Christine,

Ich schäre ja nicht alle Jugendliche über einen Kam, nein ganz im gegenteil ich meinte es mal bezüglich auf einen meiner Familie.

Manche Jugentliche sind nun mal so das sie sagen wir haben es heute schlechter zumal ich auch seh wie sie um einen Ausbildungsplatz kämpfen oder Drogen nehmen.

Manche jugentlichen denken auch garnicht mehr nach was die alteren alles getahn haben.

Aber nun das ist meine Meinung.

LG

Triexi



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Beitrag von doedl » So 5. Okt 2003, 17:45

Hallo Christine,

Du hast ganz recht- die Schwarz- Weiss- Malerei hat keinen Platz im Leben, weil sie zu einfach ist. Menschen sind nicht einfach, die Gesellschaft schon garnicht- Politik und Wirtschaft noch weniger.

Caroline hat trotz ihrer Jugend (oder gerade deshalb??) den Nagel auf den Kopf getroffen- Menschen werden dann alt, wenn sie aufhören zu lernen. Hinter die Kulissen schauen zu wollen, zu verstehen, zu denken, auch vorgefasste Meinungen über Bord werfen zu können, das macht einen junggebliebenen Menschen aus- und es ist das absolute Gegenteil von Schwarz-Weiss; weg von dieser Pauschalisierung

alte Menschen sind alle reich, junge Familien alle arm, Jugendliche haben kein Hirn und wollen nur Markenklamotten, Polen klauen und was es sonst noch an dummen Vorurteilen gibt.

Meine älteste Freundin ist 86 Jahre alt; mein jüngster Freund 23...... sollte es nicht möglich sein, egal welcher Altersstufe jemand ist, ihn als Individuum zu sehen, ohne den Aufkleber- Senior- Jugendlicher??

Zugegeben- es macht es viel schwieriger die Menschen zu beurteilen; weils dann keine Schubladen mehr gibt, die ich aufmache und in die ich jemand reinstopfen kann. Du klingst nicht danach, als ob Du es Dir einfach machst mit Deinen Beurteilungen- was ich sehr sehr wertvoll finde. Dummschwätzer gibts nämlich grad genug auf dieser Welt.

Lieben Gruss

Doedl

http://www.temporaire.info


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

olafohl
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Beitrag von olafohl » So 5. Okt 2003, 22:51

Hallo
ich habe dieses Thema leider erst jetzt mitbekommen, von daher sorry wenn ich hier einiges wiederholen sollte, was andere schon gesagt haben... wollte aber erst mal alles sacken lassen...
Wenn ich das richtig sehe geht es hier inzwischen um mehrere Themen :

Aber Erst einmal sehe ich es auch so das unser Gesundheits- und Sozialwesen ziemlich marode ist und es nur noch eine Frage der Zeit ist bis dieses System kollabiert. Allerdings lieber Gast glaube ich nicht das der Aufruf zum Sozialdarwinismus hier auch nur im geringsten einen Lösungsansatz bietet ! Dein Lösungsansatz Die Pflegeversicherung, die Alten sind Schuld ist einfach, zu einfach...
Der Vorschlag die Angehörigen sollten sich zukünftig wieder selbst um ihre Alten kümmern, dann könnten wir die Pflegeversicherung abschaffen, ist mit Verlaub nicht sonderlich durchdacht. Denn wenn sie dieses täten könnten sie nicht mehr arbeiten gehen, nur noch weniger arbeiten ergo weniger verdienen ergo sie würden Sozialhilfeempfänger werden oder eben der Armut zum Opfer fallen, da ich mir nicht ganz sicher bin ob du nicht beabsichtigst das gesamte Sozialwesen zu eliminieren. Auch meine ich das Pflege durchaus eine gewisse Professionalität benötigt, oder glaubst du unseren Berufsstand gibst es ohne besonderen Grund ? Und warum sprichst du nur von Töchtern, was ist mit denen die „nur“ Söhne haben ?
Meiner Meinung nach mischt du Äpfel mit Birnen, und suchst dir das schwächste Glied in der Kette , was in diesem Fall die Alten sind !
Einfach mal ein paar Fakten / Fragen :

Massenarbeitslosigkeit :
Es ist Fakt das immer weniger Arbeiter für immer mehr Arbeit benötigt werden. Das nennt sich Fortschritt, wo vor 100 Jahren noch 50 Arbeiter benötigt wurden braucht man heute noch 1 und der wartet und inspiziert häufig nur noch. Dieser Trend schreitet voran.

Familienpolitik und Altenpolitik sind aufs engste miteinander verknüpft, beide würde ich als „feindlich" definieren, beide haben keine wirkliche Lobby... Kinder sind in diesem Staat letztendlich unerwünscht, sie produzieren noch nichts und alte sind lästig, sie produzieren nichts mehr.... Dies ist meiner Meinung nach eines der größten Probleme und das löst du nicht dadurch das du die Pflegeversicherung abschaffst....

Dieses System ist mehr oder weniger funktionalisiert, ich meine Gesundheit, Leben, Menschenwürde kann und darf nicht finanziellen Gesichtspunkten unterliegen... dieser Trend besteht sowieso schon, Gesundheit und menschenwürdiges Dasein kann sich bald nur noch der Leisten der Geld hat, was macht dich so sicher das du zu dieser Minderheit gehören wird ? Sozialdarwinismus ist INAKZEPTABEL !

Ende hier erst einmal und lass die Gedanken sacken und melde mich dann evtl. später noch mal zu Wort, nur noch zum Abschluss Entwicklung sollte immer voranschreiten niemals zurück, dein Ansatz ist ein zurückschreiten, ein zurück ins Mittelalter....

Themen die ich sehe und leider nu nicht mehr in angriff nehmen kann :
(a)
Die Pflegeversicherung, die durch sie entstehenden Kosten, sind nicht mehr zu tragen deswegen sollen die Angehörigen (Töchter) die Pflege wieder übernehmen... und weg mit der Pflegeversicherung....
(B)
die arbeitende Bevölkerung hat nichts mehr zum Leben weil sie die teuren Sozialleistungen erbringen muss...
Zitat: Wie viel Arbeiter müssen 1 Rentner finanzieren? Wie viele Arbeiter sind nötig um 1 Rentner noch zusätzlich zu der Rente auch noch die Pflege und die Heimkosten zu bezahlen?
(C)
Wir vergolden unsere Alten und die Jugend hat keine Arbeit, kein Einkommen!
(D)
Von was aber soll der Arbeiter selbst noch Leben und existieren??
(E)
Hast du diese Menschen mal gefragt, wie sie sich fühlen, weisst du nicht dass diese Menschen nicht mehr Glücklich sind! Frag sie mal ob sie noch Freude am Leben haben! Siehe dir auch solche Lohnabrechnungen an, was der Staat alles abzieht, bleibt nicht viel übrig! Arme Eltern kann ich da nur sagen! Und hast du mal die Gegenseite dir angeschaut?
(F)
Die meisten Rentner haben 1000€ Rente! Viele habe ich befragt: So gut wie es mir heute geht ging es mir mein ganzes Leben nicht, ich habe mehr Rente als ich früher Lohn hatte!
(G)
Die Jugend von Heute denkt nicht mehr, weiß nicht was Armut ist,
Zitat: Die Jungen leute heut zu Tage machen sich doch auch keinen Kopf mehr was noch alles Passieren kann sei es der Krieg oder an anderen dingen. Ich finde das die Jugentlichen von heute garnnicht wissen was armut ist und sollten mal im Heim gehen und sich diese Geschichten von denn Bewohnern anhören, ich glaube da würden sie mit denn Ohren schlackern. Also manche meinen das zu ihrer Zeit das Leben hart war aber da hätte ich eine Idee, einfach eine Zeitmaschiene bauen dann mal sehen wie sie im Krieg klar kommen würden.
(H)
Manche jugentlichen denken auch garnicht mehr nach was die alteren alles getahn haben.


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

andrea
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Beitrag von andrea » Di 7. Okt 2003, 18:19

hallo Gast,
du schreibst dass die alten Menschen alle zu Hause gepflegt werden müssen und wollen. Es gibt aber Menschen die das einfach nicht können, ob aus Geldmangel Zeitmangel oder Ethikgefühl. Soll man diese Menschen dann zu ihrem Glück zwingen???? Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie das für beide Parteien werden würde. Früher war das selbstverständlich so, aber da wuchsen auch ganze Generationen miteinander auf. Meine Oma war auch im Altersheim , da weder meine Mutter noch meine Tanten sich imstande sahen Oma zu pflegen. (Waren alles reine Stadtmenschen und nie so in die Familie eingebettet) Heute wohnen, wenn es hoch kommt noch Kinder bei ihren Eltern die dann auch oft von ihnen gepflegt werden. Wie aber schon erwähnt ,kann einer oder zwei die Pflege von zB Dementen gar nicht aushalten denn da heißt es nicht einfach nur pflegen. Man muß Tag und Nacht aufpassen denn es kann immer was passieren. Mit deinen Kindererziehungszeiten gebe ich dir recht, Müttern sollte die Möglichkeit geboten werden ihre Kinder selbst zu erziehen. Viele Mütter können und wollen das aber nicht, sie möchten arbeiten und sind deshalb sicher keine schlechteren Mütter als die zu Hause gebliebenen.Ich habe vier Kinder der älteste ist mittlerweile schon zwanzig. Als die jüngsten gerade 11/2 Jahre alt waren und der mittlere 31/2 war mußte ich einfach arbeiten gehen, nicht nur weil das Geld nicht reichte sondern auch für mich ich wollte was anderes sehen als den ganzen Tag Haushalt und Kinder. Dadurch war ich viel ausgeglichener was der Familie im Endeffekt zugute kam. Deshalb solltest du nicht alle über einen Kamm scheren. Was du dir vorstellst passt lange nicht auf jeden. Ich glaube es gibt anderes wo man sparen kann warum bei den alten Menschen noch mehr einsparen???? Im Alter hat man so viel auch nicht und selbst wenn, was haben wir denn mit den Kindern an Vergünstigungen??? Das erste Jahr bekam ich pro Kind 600 DM, (heute gibt es glaub ich länger was)war zwar toll aber Luxus denn da ich alle ein halbes Jahr stillte war nicht so viel mehr an Ausgaben in dieser Zeit. Dann das Kindergeld ist auch nicht zu verachten oder?????? Wir alle leben knapper, aber ich glaube wenn wir einiges an Luxus wie auch oben schon beschrieben weglassen würden, hätten wir ne Menge Geld mehr zur Verfügung. Ich glaube deine Gedanken sind etwas einseitig du solltest mal ein paar Pflegeheime besuchen oder alte Menschen die zu Hause leben müssen weil die Kinder Angst haben dass sie die gute Rente des Menschen verlieren. Nicht alle alten Menschen sind zu Hause glücklich ich habe während meiner Praxiseinsätze alte Menschen erlebt die nicht einmal genug zu essen hatten weil der Rest der Rente von den Kindern die ja Vormund waren gebraucht wurde und die Alte einfach übersehen wurde. Das ist sicher kein Einzelfall alte Menschen werden in ihren Familien geschlagen ...............mißhandelt...........und da ist die Pflege noch freiwillig. Wie würde das werden wenn Menschen zur Pflege ihrer Eltern gezwungen würden. ?(


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

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