Was haltet ihr von speziellen alzheimergruppen?

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schensi
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Beitrag von schensi » Mi 15. Sep 2004, 22:31

Hallo Bizy,
ich verstehe deine Frage nicht ganz. Meinst du mit Alzheimgruppen so eine Art Tagesbetreuung, wo die Leute abends wieder nach Hause gehen oder eher als Betreuungsmodell in Altenheimen?

Schensi


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Ich weiß, was ich weiß, lass mich aber gern eines besseren belehren :)

schensi
Beiträge: 537
Registriert: Sa 17. Apr 2004, 23:01

Beitrag von schensi » Do 16. Sep 2004, 22:52

Hallo,
wenn es um Gruppen geht, wo die Erkrankten tagsüber betreut werden und abends wieder nach Hause gehen, so sehe ich das doch etwas kritisch. In der Alzheimer- / Dementenbetreuung gibt es einen Grundsatz, der besagt, das Erkrankte nicht aus ihrer gewohnten Umgebung (Wohnung etc.) herausgelöst werden sollten, um sie in einer (für sie) fremden Umgebung therapeutisch zu versorgen. Wohngruppen mit bestimmten Betreuungskonzepten hingegen sind hingegen gerechtfertigt, da die Erkrankten dort ja ihre gewohnte Wohnumgebung beibehalten.

Dein Gedanke der biografiebezogenen Arbeit mit den Erkrankten finde ich an sich gut.

Schensi


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Jutti
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Beitrag von Jutti » Fr 17. Sep 2004, 06:44

Hi Bizy

zunächst finde ich grundsätzlich die Idee gut, die Menschen biografisch orientiert zu beschäftigen, da sie Neuem nicht mehr offen sind und das eigentlich deine einzige Chance ist, sie etwas zu erreichen. Eine Einheit über 3-4 Stunden ist erfahrungsgemäß zu lang, da sich niemand so lange konzentriert an einer Aufgabe hält.
Praktischerweise solltest du vielleicht zunächst den Rahmen festlegen: welcher Ort, welche Person, welches Material, welche Durchführung und dies dann in kleine Einheiten unterteilen.
Mit jedem Teilnehmer im Vorfeld schon ausreichend Zeit verbringen, um festzustellen, wer speziell welche Angewohnheiten und Bedürfnisse noch hat, was zum Beispiel eine starke Lauftendenz sein könnte, der du dann Rechnung tragen solltest und die Möglichkeit auch schaffen solltest.
Dann denke ich noch, es kommt darauf an, in welchem Stadium deine Teilnehmer sind. Eine größere Anzahl in fortgeschrittenerem Stadium kannst du nicht gemeinsam anregen in so großer Anzahl. Dann kannst du eher 1-2 Personen in andere Kleingruppen integrieren und sogenannte Paten für sie durch die Gruppenteilnehmer schaffen.

Dann wäre immer noch zu klären für mich auch, machst du das an einem angemieteten Ort oder möchtest du es als Beschäftigung und Anregung als Gruppe im stationären Alltag integrieren?

Auf Schensis Einwand Betreuungskonzepte, such dir mal was über Boehmpflege raus, ebenso ist dann Schützendorf ganz interessant für dich.

vG
Jutti



Jessy2004
Beiträge: 10
Registriert: Di 19. Okt 2004, 17:43

Beitrag von Jessy2004 » Di 19. Okt 2004, 19:37

Hallo zusammen,

meines erachtens sind 3-4 Std. zu wenig Zeit, denn bis die dementen Klienten sich an den Ortswechsel gewöhnt haben und erreichbar sind für ein Beschäftigungsangebot vergeht schon einiges an Zeit.
Schensi hat das richtige anklingen lassen. Die ganzheitliche Betreuung mit einem spez. Konzept wäre das optimale.

Aber in einer Zwischenlösung mache ich seit ca. 1 1/2 Jahren in einer hausinternen Tagesgruppe für 12 Bew. so meine Erfahrungen. Wir betreuen die demenziell erkrankten von 9:30h - 18:30h.
Hier kann eine Gruppengemeinschaft entstehen und viel mehr Freiraum für die Bedürfnisse der Klienten geschaffen werden.

Nur allein ein Beschäftigungsangebot für Alzheimerpatienten, da sehe ich einige Probleme.


Liebe Grüße Jessy


Gruss Jessy

Behandle Deine Mitmenschen so wie Du selbst behandelt werden möchtest. ;)

schensi
Beiträge: 537
Registriert: Sa 17. Apr 2004, 23:01

Beitrag von schensi » Do 21. Okt 2004, 22:50

Hallo Gust,
aber besteht nicht die Gefahr, mit der Tagespflege kontraproduktiv zu wirken.
Ich hatte ja weiter oben schon mal angesprochen, dass ein Grundsatz der Dementen- /Alzheimerbetreuung ist, die Betroffenen nicht aus ihrer gewohnten Umgebung herauszulösen und sie an einem für sie fremden Ort zu versorgen bzw. zu betreuen.
In der Tagespflege ist dieser Grundsatz ja theoretisch nicht gewahrt. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht.

Jens.


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