Versorgung in Heimen tatsächlich so Katastrophal?

Das Diskussionsforum für alle Themen, die die Pflege betreffen, Fragen Tipps, Anregungen etc alles ist willkommen...
Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Versorgung in Heimen tatsächlich so Katastrophal?

Beitrag von Dirk Höffken » Di 8. Jul 2003, 23:02

Hallo.

Bin durch Zufall auf einen Bericht des Forum zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger alter Menschen in Deutschland über Menschenrechtsverletzungen in Altenpflegeheimen gestoßen.

Vier Auszüge:

1. ...“ Bei 4000 Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen bis Ende 1999 wurden erhebliche Defizite im stationären Altenpflegebereich festgestellt:
· Wundgelegene, von Austrocknung und Unterernährung gekennzeichnete alte Menschen
(6). Bis zu 85 % der Bewohner sind unterernährt (7).
· Ca. 36 % leiden an Austrocknung ( 8) .
· Jeder Dritte leidet unter Schäden infolge mangelhafter Pflege. Nur bei 4,9 % war die
Pflege angemessen (9).
Ein Altwerden in Würde ist in deutschen Pflegeheimen nicht mehr möglich.
.“...

2. ...“ Als Todesursache für im Altenpflegeheim Verstorbene wird häufig Herzversagen angegeben
(22). Es gelangen trotzdem immer wieder andere Todesursachen ans Tageslicht, wie folgende Beispiele, die in deutschen Zeitungen dokumentiert wurden, aufzeigen:
· 3 Tote in nur einigen Wochen in einem Altenpflegeheim aufgrund „mangelhafter
Pflege“(23),
· nach 6 Wochen Heimaufenthalt verhungert (21);
· auf Anordnung der Heimleitung kein Essen und keine Medizin mehr an Patienten gegeben
– tot nach 2 Tagen (24);
· bewußtes zu wenig Trinken geben, damit nicht ins Bett genässt wird (ist Arbeit) -
verdurstet – (24) ;
· 11 Tote durch Pflegefehler in Hamburg (25)....“

3. ...„11,2 % aller in Pflegeheimen Verstorbenen sind wundgelegen. Ernährungsdefizite stellen eine wichtige Ursache dar: Zusammenhänge zwischen Eiweiß- und Energiemangel und Dekubitus sind wissenschaftlich festgestellt. Bis zu 50 % aller Pflegeheimbewohner leiden unter diesem Ernährungsmangel, ca. 23 % davon haben Dekubitus (26,27).“...

4. ...“Auch die einfachsten Grundpflegehandlungen sind nicht mehr gewährleistet. Folgende
Beispiele seien hier genannt:
- Windeln und Kathederlegung statt Toilettengang (5,11,13,16,29,30)
- Magensonden und Infusionen statt Essen eingeben (11,13,14,16,28,29,30,31,32)
- Beruhigungsmittel statt Zuwendung (13,16,32)
- Fixierung statt Bewegung (33).
- Zwangsernährung (30).
- Die Bewohner werden vom Nachtdienst ab 1 Uhr früh gewaschen, um den Tagdienst zu
entlasten (30).
- Für Stuhlgang ist keine Zeit – es wird nach Termin abgeführt (34).
- Wochenlang kein Baden und Rasieren (14).
- Windelwechsel nur auf Druck von Angehörigen (14).
- Um 14 Uhr noch im Bett, da für Morgentoilette und Frühstück keine Zeit war (14).
- Keine Zeit zum Waschen und Drehen der Patienten, was zu Wundliegen und
Krankenhausaufenthalt führt (16).
- Brüche (von Oberschenkelbasis- bis Schädelbruch) tagelang nicht festgestellt (30, 21)
- Gestürzte Bewohner liegen stundenlang am Boden, weil oft nur alle 2 Stunden jemand vorbeischaut (14).“...

Herrschen in deutschen Alten- und Pflegeheimen tatsächlich derartige Zustände? Wenn ja, wie können die AltenpflegerInnen (natürlich auch alle anderen Pflegenden) das mit ihrem Berufsbild vereinbaren?

MfG DH

Zitat:
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
(Erich Fried, britisch-österreichischer Schriftsteller (1921 - 198 8) )



milchbrei
Beiträge: 181
Registriert: So 11. Mai 2003, 09:39

RE: Versorgung in Heimen tatsächlich so Katastrophal?

Beitrag von milchbrei » Mi 9. Jul 2003, 17:01

Hallo Leute, diese Statistik finde ich erschreckend. Doch es sind nicht nicht alle Heime schlecht.Oft ist es auch das Problem das Rettungssanitäter die bew. nicht ins Krankenhaus mitnehmen wollen, mit 90 ist man ja schon zu alt für das Krankenhaus, da lohnt sich die Behandlung ja gar nicht.GRRRR.Seit dem es Die Heimaufsicht auch unangemeldet kommen kann, hören solche Mißstände hoffentlich bald auf.Ich arbeite gerne in diesem Beruf und habe ihn aus Überzeugung gewählt, liebe grüße milchbrei :smile :smile :smile :smile :smile :smile :smile :smile :smile


Lächeln ist das Kleingeld des Glücks. ( Heinz Rühmann)


Wer fleißig ist wie eine Biene,
arbeitet wie ein Pferd,
abends müde ist wie ein Hund,
der sollte zum Tierarzt gehen,
es könnte sein das er ein Kamel ist.

Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 9. Jul 2003, 19:27

Hallo.

Meine Absicht bestand nicht darin unseren ganzen Berufsstand (der sehr viel Leistet!!!) zu Diskreditieren.

Aber jede Berufsgruppe sollte hin und wieder auch mal über ihre Schattenseiten nachdenken und sich Bewusst werden, dass ihr „schwarze Schafe“ angehören.

Insbesondere dann, wenn der „Kunde“ in vielen Fällen keine Möglichkeiten mehr besitzt, sich gegen eine schlechte Dienstleistung zu wehren.

Das Bild der Altenpflege in der Öffentlichkeit wird leider immer noch von negativen Zeitungsartikeln geprägt. Aus dem Grunde mal ein paar Zeitungsüberschriften (alle schon etwas Älter):
„Alte Menschen als Opfer“ SZ vom 15.3.00
„Altenheim-Bewohner häufig Opfer von Gewalt“ Frankfurter Rundschau vom 13.7.99
„Altenheim – jeder zweite Bewohner muss leiden“ Abendzeitung vom 13.7.99
„Pflegeheimen werden zu `Sterbeheimen`“ SZ vom 16.9.94
„Qualität der Pflege in Heimen gefährdet“ SZ vom 16.3.98
„Pflege nach Katalog“ SZ vom 22./23./24.4.00 S.15
„Hauptsache satt und sauber“ SZ vom 19.12.97
„Alte Menschen als Opfer“ SZ vom 15.3.00

Die professionell Pflegenden setzen sich mit Missständen in den eigenen Reihen viel zu wenig und zu zögerlich Auseinander. Zumindest hier stehen wir einigen anderen Berufsgruppen nicht nach.

MfG DH

Zitat:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(Artikel 1 Abs.1 Grundgesetz der BRD)



Anja
Beiträge: 204
Registriert: Mo 20. Aug 2001, 22:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Anja » Do 10. Jul 2003, 23:38

Was ich in der Statistik gelesen habe, erschreckt mich schon sehr.
Trotzdem muss ich auch sagen, dass unsere Berufsgruppe immer wieder diskriminiert wird.
Laut Aussagen in vielen Medienberichten sind wir wirklich "Monster"!

Das sollten wir uns einfach nicht länger gefallen lassen. Denn es gibt auch Pflegepersonal, die mit Herz und Seele in ihrem Beruf arbeiten und sich sozusagen den "Arsch" aufreißen (Tschuldigung wegen der ordinären Ausdrucksweise).

Auch ich kann den größten Teil der Statistik nicht bestätigen.
Nächtliches Waschen ist bei uns Gott sei Dank untersagt!

Wir sollten uns alle für unseren Beruf stark machen!

Ich finde es sehr schade, dass immer nur die negativen Seiten an unserem Beruf betrachtet werden.
Naja aber Medienberichte über gute Pflege bringen ja keien Einschaltquoten bzw. liest keiner!

Anja



Benutzeravatar
Hachi
Beiträge: 189
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 10:33
Kontaktdaten:

Beitrag von Hachi » Fr 11. Jul 2003, 08:30

Original von Anja
Wir sollten uns alle für unseren Beruf stark machen!
Genau Anja, Bild und deshalb gibt es solche Internet-Seiten wie diese hier, Bild was zumindest schon mal ein Anfang ist!



Benutzeravatar
Marcell
Beiträge: 2381
Registriert: Sa 11. Aug 2001, 16:35
Beruf: -/-
Einsatz Bereich: -/-
Wohnort: -/-
Interessen: -/-
Kontaktdaten:

Beitrag von Marcell » Fr 11. Jul 2003, 12:17

Hi

Es liegt aber in der Natur unseres Berufes alles "Schlechte" zu verleugnen, klar wir wissen was wir für eine Qualität leisten oder eben nicht leisten, aber wissen wir was das Heim nebenan treibt? Wie dort gearbeitet wird? Welche Ziele man dort verfolgt? Es ist doch überall so Schwarze Schafe gibt es immer und überall, dort wo man es mit Menschen zu tun hat fällt dieses nun aber nun mal immer vermehrt oder besser gesagt besonders auf, den es kommt nicht zu Schäden an Materialien sondern an "lebenden Menschen" Auf so was stürzt sich dann sofort die presse, daran ist doch die Gesellschaft selber schuld, wir lechzen nach immer mehr Blut, Toten, Unglücken. Was nur drei Tote bei einem Unfall? Dann nimmt der Reporter die Verletzten halt besonders in die Mangel dem Zuschauer muss ja schließlich was geboten werden. Die Horror Nachrichten über Monster Heime kommen auch regelmäßig in der Sommerzeit (Pünktlich zum Sommerloch) Die gleichen Nachrichten könnte man ja auch im Winter bringen nur da gibt's dann genug Promi Skandale über die sich der Zuschauer amüsieren kann. Das viele Berichte aber ein verzerrtes Bild des geschehenen zeigen brauche ich ja nicht erwähnen, bei der presse ist man nicht an einer sachlichen sondern an einen Quote bringenden bericht Erstattung interessiert (Allen Voran dieses Klo Papier Blatt "Bild Zeitung"). Aber wir müssen uns als Beruf auch fragen lassen warum es so weit kommt? Es arbeiten doch schließlich Menschen in diesen Heimen warum sagen diese nichts? Arbeitsplatz Not? Gleichgültigkeit? Oder was treibt diese Menschen zum schweigen? Was viele auch vergessen ist das sie Ihren beruf nach außen hin vertreten auch als einzelne Kraft, egal ob Pflegehelfer oder ex. AP. Wenn ich als Angehöriger frage warum mein Vater im Bett liegt und ich nur als Antwort erhalte ist halt so oder nur er ist müde, denke ich mir auch meinen Teil und werde sicherlich bei Gespräche mit anderen kein gutes haar am personal lassen wenn ich mit anderen rede du eben das führt dann zu Pauschalisierungen und Vorurteilen wie: Die saufen nur Kaffee, die Bewohner sind denen egal, alles ein faules pack etc man kennt die gängigen Klischees ja. Warum kann ich nicht sagen, ihr Vater hat z.b einen niedrigen Blutdruck ihm macht die Hitze zu schaffen er ist heute Morgen auf dem Stuhl eingeschlafen, setzen sie sich doch neben ihm er wird sich sicher freuen sie zu sehen, da denkt der Angehörige doch gleich anders. Wenn ihr für euren Beruf kämpfen wollt fangt an und zieht die Angehörigen mit ein versucht ihnen auf einfache Art verständlich zu machen was ihr tut und warum, weg mit dem "Feindbild" Angehörige. Sie sind die die unseren Ruf maßgeblich mitprägen.

Grüße

Marcell



milchbrei
Beiträge: 181
Registriert: So 11. Mai 2003, 09:39

RE: Versorgung in heimen

Beitrag von milchbrei » Fr 11. Jul 2003, 13:51

Zum Thema Angehörige: das wird nach dem neuen Altenpflegegesetz jetzt auch in der Schule unterrichtet. liebe Grüße milchbrei


Lächeln ist das Kleingeld des Glücks. ( Heinz Rühmann)


Wer fleißig ist wie eine Biene,
arbeitet wie ein Pferd,
abends müde ist wie ein Hund,
der sollte zum Tierarzt gehen,
es könnte sein das er ein Kamel ist.

LARA
Beiträge: 54
Registriert: Do 24. Jul 2003, 21:54

RE: Versorgung in Heimen tatsächlich so Katastrophal?

Beitrag von LARA » Fr 25. Jul 2003, 23:49

Hallo,

also ich kann über die hälfte der aussagen, unterstützen.es ist wirklich oft sehr schlimm was in heimen so vor sich geht.
weiss deshalb auch oft garnicht ob ich diesen beruf, bin ja noch schülerin, überhaupt zuende machen möchte. ich verzweifel im moment an der machtlosigkeit meiner seits da gegen was zu tun. sag ich was dazu heisst es nur so dachten wir auch mal das ändert sich bei dir auch noch usw.und in dem haus wo ich zur zeit arbeite, ist kein personalmangel, sind keine sehr aufwendigen bw oder sonst was. es ist halt einfach so, war schon immer so. traurig aber leider wahr.



traurigengruss
von


lg
LARA


Älter werden ist kein Job für Feiglinge !!!


(Bette Davis)

andrea
Beiträge: 3406
Registriert: Di 16. Jul 2002, 19:15

Beitrag von andrea » Sa 26. Jul 2003, 11:23

hallo Lara,
es liegt an dir ob du bei deiner Arbeit ein anderes Denken hast. Ich habe einige PK kennengelernt die meiner Meinung sind und auch so arbeiten auch wenn sie länger im Beruf stehen.- Pk die behaupten du wirst deine Einstellung auch verändern haben nicht unbedingt recht denn wie gesagt es liegt an der jeweiligen Einstellung des Einzelnen. -Ich denke du solltest nicht abbrechen überleg doch was du den alten Menschen und gleichgesinnten Kollegen geben kannst. Ein Abbrechen der Ausbildung fördert jedoch das Verhalten von vielen Arbeitskollegen die wie ich finde entweder nicht nachdenken oder resigniert haben.Arbeite so wie du meinst dass es dir auch gefallen würde, reflektiere dein Verhalten, und zeige auf dass es auch anders gehen kann. Das kann auch andere motivieren. Außerdem gibt es viele die so denken wie wir und eine dementsprechende Pflege leisten ( werden oft belächelt werden weil man sie für superkorrekt hält)
:yo liebe grüße


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Anja
Beiträge: 204
Registriert: Mo 20. Aug 2001, 22:55
Kontaktdaten:

Beitrag von Anja » Mo 28. Jul 2003, 08:25

Ich möchte auf keinen Fall, das Schlechte unseres Berufes verleugnen. Wie Marci schon sagte "Schwarze Schafe" gibt es überall. Und natürlich ist es so, dass sich die Medien auf solche "Schwarzen Schafe" stürzen. Klar ist das für die ein gefundenes Fressen!

Es gibt noch viele Dinge an denen die Altenpflege zu arbeiten hat. Dazu gehört auch Angehörigenarbeit etc.

Wichtig ist für mich, dass ich zu dem stehe was ich tue.

@ Lara ich hoffe, dass du nicht abbrichst. Lass dich nicht beeinflussen!


Gruß Anja



Benutzeravatar
doedl
Beiträge: 6407
Registriert: Sa 11. Aug 2001, 19:12
Beruf: Pflegedinosaurier
Einsatz Bereich: Geschäftsführung Sozialstation
Interessen: Mauern, Verputzen, Betonieren, grins

Schlechte Versorgung

Beitrag von doedl » Mo 28. Jul 2003, 17:22

Hallo Alle,

habe die Diskussion nun mitgelesen und möchte doch noch einige Ergänzungen anbringen.

Ich mißtraue zutiefst solchen Statistiken, denn sie spiegeln nicht wider, in welchem Zustand z. B. Senioren ins Heim kamen. Nichts gegen die Versorgung durch Angehörige, aber da werden viele Fehler in punkto Ernährung, Lagerung etc. gemacht, die dann bei Einzug ins Heim Probleme machen.

Zu der überwiegend schlechten Pflege in Heimen kann ich nur sagen, dass dieses aus meiner Erfahrung nicht so ist. Sicherlich mag es sogenannte schwarze Schafe geben, doch die mittlerweile so engmaschigen Kontrollen von Heimaufsicht und MDK geben diesen kaum eine Chance- gottlob.

Was zu negativer Bewertung von Heimen oft beiträgt, ist die fehlende Papierflut- also dass alles, was denn nun gemacht wird, auch dokumentiert werden soll. Damit meine ich nicht allein die Pflegenachweise, sondern auch das gesamte QM. Allerdings hat ein lückenloses QM Handbuch noch nichts mit tatsächlich guter Pflege zu tun.

Irgendwo in Marcis Fundus gibt es eine Facharbeit von mir, in der ich beschreibe, wie ich 1999 in einem sogenannten Skandalhaus anfing- welches durch MDK geschlossen werden sollte. Die aufgetretenen Mängel hatten nur wenig mit Pflege zu tun.

Ich denkmal dass die Arbeit in der Altenpflege viel zu lange nicht transparent gemacht wurde, und dies ist teilweise immer noch so- siehe Übergabe= Kaffeetrinken der Pflegekräfte usw. usw.

Lieben Gruss


Doedl

http://www.temporaire.info


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

Jutti
Beiträge: 2783
Registriert: So 12. Mai 2002, 21:52
Einsatz Bereich: Demenzzentrum
Wohnort: NRW

Beitrag von Jutti » Mi 30. Jul 2003, 20:53

mmmmmmh

Da mir genau über dieses Thema zur Zeit, bedingt durch das, was Olaf grad so erlebt, sehr viel durch den Kopf geht, ich mir sehr viele Gedanken mache, möchte ich noch ein paar Fragen dazu aufwerfen.
Doedl:
"Ich denkmal dass die Arbeit in der Altenpflege viel zu lange nicht transparent gemacht wurde, und dies ist teilweise immer noch so- siehe Übergabe= Kaffeetrinken der Pflegekräfte usw. usw."

........nicht nur, das sie zu lange nicht transparent war, wie Anja bereits bemerkte, ist sie auch oft durch Negativ-Presse behaftet.
Was mir da als Antwort drauf fehlt, ist die gemeinsame Lobby. Unser gemeinsamer Nenner, der uns unser gemeinsames Leitbild vermittelt, wohinter wir alle stehen können. Ich spiele da auf eine Demonstration von AP vor etlichen Jahren an, die da tatsache mit Bettpfannen demonstrieren gingen. Ich meine, wenn wir Forderungen stellen wollen, sollten wir uns auch mit der Kompetenz verkaufen, die wir haben. Viel enger mit Angehörigen zusammen arbeiten, viel mehr Transparenz eben zeigen. Es ist ja eben nicht so, dass alle Häuser schlecht sind, alle AP nur Kaffee trinken, das Schwesternzimmer die Fluchtburg ist. Wir leisten im allgemeinen eine hervoragende Arbeit und werden durch wenige schieflaufende Berichte, skandalös aufgemacht (ich will nicht wegleugnen, das diese Dinge tatsächlich passieren, ich weiß es, weil ich es gesehen habe) in eine Ecke geschoben, aber manchmal kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass wir uns selber durch unser Verhalten innerhalb der Teams ausbremsen. Wir wären stärker, wenn wir besser zusammen arbeiten würden, das auch öffentlich zeigen würden, jedem Einblick lassen würden etc........und uns auch innerhalb der einzelnen Häuser stärker für gute, kompetente, menschliche Pflege einsetzen würden, innerhalb der Teams sowie gegenüber Trägern, Presse, Angehörigen
Jutta
PS: ist bisschen unsortiert, aber mir geht unwahrscheinlich viel durch den Kopf, ich weiß nur, das es geht, sonst gäbe es die hervorragenden Häuser ja nicht!



Jutti
Beiträge: 2783
Registriert: So 12. Mai 2002, 21:52
Einsatz Bereich: Demenzzentrum
Wohnort: NRW

Beitrag von Jutti » So 31. Aug 2003, 19:51

Hallo Gitte

ich hänge dir mal den Link zur Heimaufsicht Berlin an:

http://www.berlin.de/SenGesSozV/lageso/heima.html


da sollte dir hoffentlich jemand weiterhelfen können und lass dich nicht abwimmeln!!!
Jutta



Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste