TV-Bericht Misshandlung

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Jutti
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Beitrag von Jutti » Di 30. Nov 2004, 19:14

Hi Maru
ich habe den Bericht auch eben verfolgt...tja, was soll man dazu sagen.....
Ich glaube, die Dunkelziffer liegt höher, als man glauben kann.
Desweiteren glaube ich nicht so recht an die Zahlen, die dort genannt wurden.
Angehörige sind oft derart ausgebrannt, überfordert, von vielen Stellen im Stich gelassen worden, das ich nicht einfach sagen mag: du Böse da, denn daran, das so etwas passieren kann, ist die Gesellschaft im Ganzen mitschuldig (Einzeltäter ggf ausgenommen).
Jede Tat hat ihre Ursache und die muss nicht zwingend der schnöde Mammon sein, klar, kommt genauso vor, aber Überforderung usw sind auch oft genug als Faktor mit einzuberechnen. Das soll nicht etwa heißen, das ich so etwas toleriere, aber im Einzelfall kann ich doch irgendwie Verständnis aufbringen, wenn jemand nur alleine gelassen wird mit seinen Problemen.
Der Zustand der aufgefundenen Person in diesem TV Bericht sprach jedoch eine recht klare Sprache. Die gezeigten Bilder, falls nicht TV-gerecht aufgearbeitet, ebenso.

vG Jutti



blaky
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RE: TV-Bericht Misshandlung

Beitrag von blaky » Do 2. Dez 2004, 08:57

Hallo zusammen,

ich dachte auch mich haut der Hammer um.
Ich bin über sowas echt sauer,sowas kann/darf doch nicht sein.

Mehr kann man darüber auch nicht sagen

blaky



schmidti
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RE: TV-Bericht Misshandlung

Beitrag von schmidti » Do 2. Dez 2004, 17:45

X( Mich macht so etwas wütend wenn ich so etwas sehe.Es kann auch nicht sein wenn einer ein Problem hat ,sich dann an wehrlosen zu vergreifen oder? Stellt euch doch bitte mal vor wir haben Probleme auf Arbeit und die hat jeder mal, und verprügeln unsere Bew. darf garnicht dran denken. :(



olafohl
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Beitrag von olafohl » Do 2. Dez 2004, 20:16

Macht es mich wütend ? Ja auch, jedoch was mich noch wütender und auch inzwischen traurig macht ist das scheinbar keiner über die Ursachen nachdenkt, hinterfragt wie es dazu kommen konnte....

Solange die Ursache nicht erkannt ist und etwas gegen diesen wahren Mißstand getan wird wird die Wirkung nämlich ,Gewalt in der Pflege, bestehen bleiben.
Das ist nun einmal das Gesetz von Ursache und Wirkung !


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

ApoPfleger
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Beitrag von ApoPfleger » Do 2. Dez 2004, 22:43

Für Gewalt gegen Schutzbefohlene im professionellen Bereich habe ich auch kein Verständnis, auch wenn ich die möglichen Gründe (Überforderung, schlechter Ausbildungsstand etc.) rein intellektuell nachvollziehen kann. Aber diese "KollegInnen" sollten dann ganz klar sagen: Tut mir leid, Pflege ist nichts für mich, ich gehe lieber in eine Fabrik und sortiere Schrauben....

Anders sieht es meines Erachtens in der häuslichen Pflege aus: Wer weiß schon, welche unverarbeiteten Kindheitstraumen da plötzlich hochkochen und zu "Racheakten" führen? Oder (klassisch) was passiert, wenn jemand in die Rolle gedrängt wird, die ungeliebte Schwiegermutter, die jahrelang an allem herumgemäkelt hat, pflegen zu müssen?

Meine Hochachtung gilt in jedem Falle allen Ehepartnern, Söhnen und Töchtern, die klaglos und geduldig tagtäglich ihre hochgradig dementen oder körperlich schwerst pflegebedürftigen Angehörigen pflegen.

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

Dirk Höffken
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Gewalt und Ausbildung

Beitrag von Dirk Höffken » Do 2. Dez 2004, 23:24

Hallo Apo.
@ApoPfleger
„Für Gewalt gegen Schutzbefohlene im professionellen Bereich habe ich auch kein Verständnis, auch wenn ich die möglichen Gründe (Überforderung, schlechter Ausbildungsstand etc.) rein intellektuell nachvollziehen kann. Aber diese "KollegInnen" sollten dann ganz klar sagen: Tut mir leid, Pflege ist nichts für mich, ich gehe lieber in eine Fabrik und sortiere Schrauben....“...
Dein Text stellt für mich gerade ein „gutes Ziel“ da. Zudem du auch in der Ausbildung tätig bist. Ich hoffe die folgende Kritik kommt richtig an.

Intellektuell nachvollziehen? Das hört sich gut an. Aber was nutzt Wissen wenn es in der Praxis nicht angewendet wird?

Mentoren reden mit Schülern über pflegerische Maßnahmen, medizinische Vorgehen und juristische Aspekte ihrer zukünftigen Tätigkeit. Notwendig! Unerlässlich! Wichtig!

Aber welcher Mentor redet mit Schülern über moralische und ethische Aspekte ihrer Arbeit. Über Emotionen und Probleme die aus dem Beruf entstehen? Über Lösungsansätze? Nur wenige Mentoren? Keiner?

Pflegerische Arbeit enthält Belastungen mit denen viele Schüler nicht in dem Ausmaß rechnen! Denken wir an die Arbeit an Wochenenden. Der Partner, die Familie und Freunde haben Freizeit. Pflege muss arbeiten. Wie kompensiert man (private) Probleme ohne dem Patienten feindlich gegenüberzustehen? Wie verarbeitet der Schüler die letzte Klausur die eine 5 trug?

Wie geht der Schüler mit (z.T. notwendiger) Gewalt im Pflegealltag um? Nehmen wir das Beispiel Fixierung. Da wird über pflegerische Ausführung und Beobachtung, medizinische Indikation sowie juristische Aspekte diskutiert. Muss sein! Aber welcher Mentor nimmt sich Zeit mit Schülern über ihre Emotionen bei diesem „gewalttätigen Akt“ zu sprechen. Über die Bedeutung von Freiheit? Unnötige Zeitverschwendung? Wirklich?

Geschwätz eines Idealisten werden nun manche denken. Damit kann ich leben. Aber wie der pflegerische Nachwuchs mit den zu pflegenden Menschen in der Zukunft umgeht, wird zu großen Teilen in der Ausbildung entschieden!

Ausbildung versagt an dieser Stelle! Auf der ganzen Linie!

MfG DH

Zitat:
Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten. - Unbekannt



olafohl
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Registriert: So 1. Dez 2002, 22:31

Beitrag von olafohl » Fr 3. Dez 2004, 04:59

Original von ApoPfleger
Für Gewalt gegen Schutzbefohlene im professionellen Bereich habe ich auch kein Verständnis,
Apo 8)
Verständnis habe ich dafür auch keines ! Jedoch sollte man sich die Ursachen dafür anschauen umd die Wirkung beseitigen zu können....


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

ApoPfleger
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Beitrag von ApoPfleger » Fr 3. Dez 2004, 21:40

Hallo Dirk!
Aber welcher Mentor redet mit Schülern über moralische und ethische Aspekte ihrer Arbeit. Über Emotionen und Probleme die aus dem Beruf entstehen? Über Lösungsansätze? Nur wenige Mentoren? Keiner?
Ich.

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

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