Täglicher Kampf

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Madi76
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Beitrag von Madi76 » So 25. Sep 2005, 20:43

Hallo!
habt ihr vielleicht einen Rollstuhl indem sie sitzen kann?Man könnte dann mit ihr spazieren gehen und sie ablenken,damit sie die zeit vom Sitzen nicht so wahr nimmt.Eventuell ist es zuhause auch zu langweilig,so das sie ihre Schmerzen beim Sitzen noch mehr wahr nimmt.
Viele liebe Grüße Madi



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doedl
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Beitrag von doedl » Di 27. Sep 2005, 18:26

Hallo Tortuga, erstmal herzlich willkommen!

Schwieriges Thema..!!

Du sagst, Deine Mutter sei schwer lungenkrank- also nehm ich an, sie hat Lungenkrebs- wie weit, welches Stadium, welche Prognose?

Ärztliche Empfehlungen sollte man durchaus hinterfragen nach ihrem Sinn. Handelt es sich um eine mortal verlaufende Krankheit, dann würde ich die Empfehlung in Frage stellen. Wenn Deine Mutter nur noch wenig Zeit hat, dann würde ich ihr diese Zeit so angenehm wie möglich machen, auch auf die Gefahr hin, dass sie 1 Monat früher stirbt!

Falls nicht dann:

Hilfreich ist ein Krankenbett, wo man das Oberteil aufrecht stellen kann. Ein ständiger Lagewechsel beugt zudem Liegegeschwüren vor.

Sinnvoll ist ein Therapiestuhl, der sich in alle Positionen- vom Liegen bis zum Sitzen- verändern lässt. Eine weitere Möglichkeit sind Atemübungen- auch sie beugen einer weiteren Lungenentzündung vor. Sprecht mit dem Hausarzt, ob er dafür eine Verordnung ausstellen würde, ansonsten solltest Du im Web Anregungen für Atemübungen finden.

Die Schmerzen sollten ja bei unserer Medikamentenvielfalt kein Thema sein- hm- sprecht mit Eurem Hausarzt, was er verordnen möchte.

Was die Transfers vom Bett in den Stuhl angeht- ich entnehme aus Deinem Posting, dass Ihr Laienpfleger seid. Wenn die Mutter eine Pflegestufe hat, so könnt ihr jederzeit einen ambulanten Dienst holen, der Euch anleitet. Profis haben schonendere Methoden des Lagewechsels; vielleicht könnt Ihr den ambulanten Dienst auch für die tägliche Pflege und die Transfers beauftragen.

Problematisch sind Essen und Trinken im Bett- hier kann es durch Verschlucken von Kleinstteilen zu einer Pneumonie kommen. Deshalb sollte nur in aufrechter Sitzposition gegessen und getrunken werden.

Bitte beschreibe die Umstände etwas näher, vielleicht können wir Dir dann besser helfen.

Lieben Gruss

Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

Roli-2002
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RE: Täglicher Kampf

Beitrag von Roli-2002 » Mi 28. Sep 2005, 09:24

Hallo Tortuga,

Doedl hat es sehr gut bereits geschrieben, es gibt viele Möglichkeiten eine Lungenentzündung vorzubeugen, Atemübungen, Einreibungen, besonderen Lagerungstechniken oder Mobilisation. Hilfsmittel wie Pflegebett oder Ruhestuhl können für eine Entlastung sorgen aber alles das kann Dir ein Pflegedienst viel besser vermitteln.

Ich wünsche viel Kraft und Ausdauer für deine kommenden Aufgaben.

Roland :)



Dirk Höffken
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Pflegerische Geschichte

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 28. Sep 2005, 15:58

Hallo Roland.
@Roli-2002
... „es gibt viele Möglichkeiten eine Lungenentzündung vorzubeugen, Abklatschen mit ätherischen Ölen,“ ...
Das sogenannte „Abklatschen“ insbesondere mit ätherischen Ölen sollte in der professionellen Pflege schon seit Jahren der Geschichte angehören!!!!!

Worin soll die Prophylaxe bestehen?

In der plötzlichen Auskühlung, die z. B. eine Einreibung mit Franzbranntwein (der wird in der professionellen Pflege noch verwendet!!!!) erzeugt, in dem Schreck, der hervorgerufen wird und seinerseits ein einmaliges Durchatmen zur Folge hat? In der Störung des Wärmehaushaltes? u.s.w..

MfG DH

Zitat:
Die Fragen von morgen wachsen auf den Antworten von heute, die wir auf die Fragen von gestern gegeben haben. - © Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker / Quelle : »kurz und fündig« Edition VA BENE, Wien



Roli-2002
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Beitrag von Roli-2002 » Sa 1. Okt 2005, 10:46

Hallo Sonnenkind,

es ist schon richtig, Abklatschen gehört nicht zu den Prophylaxen aber wenn es Psychologisch Hilft ist auch gegen Einreibungen nichts zusagen.

Hier noch ein Link über die Pneumonieprophylaxe:

http://www.modernealtenpflege.de/Pflege ... ylaxe.html

Roland


Zitat:
In der Praxis ist es oft anders als es in der Theorie den Anschein hat! Quelle Unbekannt



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schnitte
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Registriert: Mi 31. Aug 2005, 12:02

kleine tipps zur pneunomieprophylaxe

Beitrag von schnitte » So 30. Okt 2005, 08:39

bin zwar nur schülerin und ich hoffe ich erzähle jetzt nichts falsches, da ich ja nebenwirkungen und krankheitsbilder noch nicht so gut kenne, aber gerade die pneunomieprophylaxe lässt sich super in den alltag, zusammen mit körperkontakt und auch gedächtnistraining einbauen.


wichtig ist tiefes durchatmen:
es bringt mehr mit ihr kurz an der frischen luft zu spazieren als sie 2stunden im zimmer sitzen zu lassen. es ist psychologisch bewiesen, dass man frischluft aus purem genuss tiefer atmet.
zudem könnte man es als ausflug gestalten, um ihre erinnerungen zu erhalten und ihr vielleicht einen wunsch zu erfüllen. vielleicht möchte sie ja mal an das grab ihrer eltern oder zu einer freundin. so dass eben nicht das sitzen im mittelpunkt steht, sondern ein muss ist um ihr eigenes ziel zu erreichen. schließlich brauch sie ja eine motivation.

dann ist ein gutes training seifenblasen zu pusten.
oder: mit einem strohhalm blubberblasen im glas wasser machen(je mehr wasser im glas, desto mehr widerstand/anstrengender, also langsam steigern). auch hier könnten sie es vormachen und kindheitserinnerungen wecken.

alles geht auch einfacher, wenn man es gemeinsam macht. also ruhig mal ihre hände nehmen ihr tief in die augen schauen und ihr deutlich voratmen. sie soll sich dann diesem atemrhythmus anpassen. schön langsam tief atmen. das geht auch gut von hinten, so dass sie sie umarmen und ihr rücken ihre brust spürt. die körperliche nähe wird sicher auch etwas gut tun.

es hilft auch wenn man vor dem mund ein röhrchen oder einen strohhalm hält und atmet. es gibt das als spezielle geräte, aber ein halm tuts auch. so wird der todraum vergrößert und sie ist gezwungen tiefer zu atmen. einfach 10x tägl. und gut. (totraum ist rachenraum und gesamter weg bis zur lunge, der zwar mit luft gefüllt ist, aber dessen luft eigentlich ja nicht zum atmen genutzt wird.wenn der totraum größer ist muss man mehr einatmen, damit die gleiche masse sauerstoff in derlunge ankommt, da ein größerer luftanteil in dem totraum verbleibt.)

letztlich gilt doch überall: klientenwunsch hat absolute priorität, alles andere ist gewalt in der pflege!
also lassen sie sie doch sitzen, und zeigen etwas mehr liebe. es gibt auch andere möglichkeiten der prävention. schade, dass der arzt auf sowas nicht hingewiesen hat.



Dodger
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Registriert: So 19. Jan 2003, 22:55

Beitrag von Dodger » So 30. Okt 2005, 17:32

dazu noch die Arme in einer erhöhten Position dann wir die Atemhilfsmuskulatur angeregt.


Erhöht heisst in diesem Fall aber nicht über den Kopf oder so!



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