Seminar Förderung psychosozialer Kompetenzen in der Palliativpflege

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Martin_83
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Seminar Förderung psychosozialer Kompetenzen in der Palliativpflege

Beitrag von Martin_83 » So 19. Jun 2005, 17:52

Hallo Zusammen!

Also ich habe in der letzten Woche an einem Seminar teilgenommen, das das UKE Eppendorf in Hamburg anbietet. Titel des Seminares siehe oben.
Ich muss sagen es war ausgesprochen interessant. Vorallem der Teil in dem es darum ging wie man mit Sterbenden am besten spricht. Der leitende Psychologe wies uns darauf hin auf die vier Seiten einer Nachricht zu achten, und die Technik des aktiven Zuhörens anzuwenden.
Gut in jungen Jahren denkt niemand ernsthaft darüber nach wie sein Tod sein wird oder wann. Aber ich finde solche Seminare regen ein an, sich Gedanken über seinen eigenen Tod zu machen. Weil wünschen wir uns nicht alle irgendwann einen schönen Tod, ohne Schmerzen? Aber wie ist die Realität in deutschen Heimen? Sieht es nicht so aus das wir uns dem Dogma unterwerfen: "Leben um jeden Preis erhalten!" ? Gibt es noch den würdevollen Tod? Das Phänomen der Natur einfach ihren Weg gehen zu lassen. In manchen Situationen zweifle ich ernsthaft daran.
Kämpfen wir nicht alle täglich auf Arbeit gegen den Tod?
Und dann wenn es soweit ist darf man Sterbende nicht würdevoll gehen lassen.Nein er muss weiterhin gelagert werden seine Medi bekommen, und natürlich sein essen.
Manchmal fühle ich mich hilflos.
Werde ich auch irgendwann so gehen müssen?
Ich liege nur noch im Bett und warte auf das Ende, und die Pflegekräfte sehen mich nicht als einzelnen Menschen sondern nur als Teil ihrer täglichen Arbeit die erfüllt werden muss.
Was solls so wie wir kommen so gehen wir auch.
Danke falls jemand sein Kommentar abgibt. :)



Martin_83
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Beitrag von Martin_83 » So 19. Jun 2005, 18:19

Dieser Teilaspekt ist mehr oder weniger für den einzelnen zusätzlich belastend. Du willst gehen aber deine Angehörigen stellen sich über deine Entscheidung. Weil sie nicht los lassen können.
Ich bin da ein Anhänger der passiven Sterbehilfe, man lässt den Menschen seinen Weg gehen, und steht im höchstens in der Form bei, das man einen " schmerzfreien Tod" gewährleistet.
Für mich wäre es wichtig, das jemand für mich da ist, und mir den Weg durch seine Gegenwart erleichtert.
Aber ich geh mal davon aus das ich noch viele Wege gehen werde, bevor ich den letzten Pfad beschreite.



Martin_83
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Beitrag von Martin_83 » So 19. Jun 2005, 18:52

Ach ja die liebe PEG - Sonde, kaum trinkt der Bewohner zu wenig oder seine Einfuhrlisten sind spärlich, kommt er ins Krankenhaus und siehe da wenn er zurück kommt hat er ne PEG.
Wurde er vorher gefragt? In den meisten Fällen natürlich nicht.
Wo bleibt da die Selbstbestimmung?
Und noch was zum persönlichen Lebensweg, er kann manchmal sehr steinig sein. Kenne ich aus eigener Erfahrung.



Martin_83
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Beitrag von Martin_83 » Do 23. Jun 2005, 17:47

Trotz alledem können sich Sterbende noch äußern, und man kann sie begleiten. Ob man ihnen nun die Angst nehmen kann oder nicht es ist doch ein beruhigendes Gefühl wenn jemand da ist, oder zumindestens einen noch anspricht. Vor lauter Angst sprechen manche Leute Sterbende überhaupt nicht mehr an, und was dann, sie sterben allein in ihrem Kämmerlein, und niemand war da um Beistand zu geben. Und ob nun würdevoller Tod oder nicht sterben müssen wir alle mal, das geht manchmal sehr schnell. Denken wir mal an die ganzen Verkehrstoten.
Der Tod kommt zu jedem, es ist nur eine Frage der Zeit. Und ich geh mal davon aus das er nicht fragen wird ob er zur rechten Zeit kommt.
Außerdem in unseren Zeiten wird das Leben doch immer weiter verlängert, und das Leid dazu, wenn einer gehen will dann muss man ihn auch lassen.
Und nicht alles daran setzen das Leiden zu verlängern, das würde ich einen würdevollen Tod nennen wollen. :)
Schönen Abend noch!



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