schnellere Heilung eines Dekubitus im Sterbeprozess?

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andrea
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schnellere Heilung eines Dekubitus im Sterbeprozess?

Beitrag von andrea » Mi 28. Jul 2004, 12:41

Hallo,
habt ihr schon davon gehört dass ein Dekubitus im Sterbeprozess plötzlich abheilt?
Meine Anleitung erzählte dass das auch ein Zeichen für das baldige Sterben wäre. Ich habe noch nie so etwas gehört und hätte gern gewusst ob einigen von euch das auch geläufig ist. Bin schon jetzt gespannt auf die Antworten. Liebe Grüße, genießt das schöne Wetter


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Jutti
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Beitrag von Jutti » Mi 28. Jul 2004, 12:50

Hi Andrea
hab ich noch nie gehört und einfach so aus dem Bauch heraus würde ich eher das Gegenteil annehmen. Der ganze Stoffwechsel ist doch herabgesetzt schon und ich würde eher an eine noch verlangsamtere Heilung denken. aber wie gesagt: nur reine Vermutung von mir
liebe Grüße
Jutti



mara
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Beitrag von mara » Mi 28. Jul 2004, 18:14

hmm.....

Belegen kann ich es nicht.. nur erzählen, was ich letzte Woche erlebt hab..

Wir hatten eine Bewohnerin, die ausm Krankenhaus nen Dekubitus am Steiß sowie einen an der Ferse mitbrachte.

Bei Besagter Bewohnerin wurden über Wochen hinweg Nekrosen abgetragen und die die Dekubiti 2x tgl. versorgt, weil sie einfach nicht abheilen wollten, sondern weiter fortschritten.

Letzte Woche plötzliche Besserung. Die Dekubiti sind fast vollständig abgeheilt. Übers WE dann schlagartige Verschlechterung des AZ, gestern ist die Bewohnerin verstorben.

Zufall?



mara
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Beitrag von mara » Mi 28. Jul 2004, 20:53

@Bernd

Ich hab doch nur beschrieben, was ich selbst jetzt erlebt hab.

Ich kann die These des Ursprungsbeitrags ja weder bestätigen, noch widerlegen..

Im übrigen muss ich deinem Beitrag auch zustimmen.. für mich wäre das Gegenteil auch wesentlich nachvollziehbarer... :in

Warum aber sind bei dieser Bewohnerin die Dekubiti wirklich fast (!) vollständig abgeheilt?! Bisher konnte mir auch in unsrem Team noch keine Erklärung liefern.. ist mir wirklich ein Rätsel... ?(

Leider kann ich auch nichts anderes in diesem Thema berichten.. denn die Sterbenden, die ich bisher begleiten durfte, hatten weder vorher Dekubiti noch während der Sterbephase welche entwickelt... :o hwell



andrea
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Beitrag von andrea » Mi 28. Jul 2004, 22:08

Hallo
bei unserer Patientin besteht der Dekubitus seit fünf Jahren, er hat sich in dieser Zeit nur unwesentlich in der Größe verändert. Am Montag sah es aus als hätte sich Granulat gebildet, der Dekubitus dadurch deutlich kleiner. Gestern Morgen hatte sich schon so viel Gewebe gebildet dass die Hälfte des Dekubitus bereits verschlossen war.
Mein Anleiter, selbst schon länger im Dienst als er müsse erzählte mir dass das auch ein Zeichen für den nahenden Tod wäre und er das oft erlebt hat.
( er meinte auch dass ich wieder was gelernt hätte von dem alten Hasen)Die Dame ist heute nacht ins KH wegen Pneumonie. Ob sie nun verstirbt weiß ich nicht aber eigenartig ist das schon und wahr ist es auch denn ich hab es selbst erlebt. Vielleicht ist durch den nahenden Infekt eine ganz starke Durchblutung angeregt worden. ?( Eine andere Erklärung kann ich nicht finden weil ich die Theorie ja auch kenne.


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andrea
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Beitrag von andrea » Do 29. Jul 2004, 17:51

Hallöchen,
besagte Dame ist heute nacht verstorben, vielleicht besteht ja ein Zusammenhang. Tod und schnelle Wundheilung. Wie gut dass wir nicht alles wissen, ich weiß nun aber dass es sich bei díesem Gerücht um die Wahrheit handelt, denn ich konnte es ja mit eigenen Augen beobachten.
liebe Grüße, genießt die Sonne solang sie noch scheint


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andrea
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Beitrag von andrea » Mo 2. Aug 2004, 22:40

Vielleicht hatte diese Schnellheilung ja nichts mit dem Tod zu tun, welche anderen Faktoren können denn Grund für das superschnelle Wachstum von gut durchblutetem Fleisch sein?
Ich will niemanden veräppeln, hätte aber gern eine Erklärung dafür ?(
Da ich erst dachte man hätte vielleicht Verbandsmaterial in der Wunde gelassen beim letzten VW hab ich selbst mit einer sterilen Pinzette versucht ob es ablösbar war. Es war Fleisch und nicht ablösbar.
Gibt es eine Erklärung dafür, selbst wenn wir den Tod des Pat. außen vor lassen????


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Jutti
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Beitrag von Jutti » Do 5. Aug 2004, 15:06

Hi
von der 3-er Regel halte ich ganz und garnix. Es ist einfach das subjektive Empfinden von uns, da uns viele Wochen bis manchmal Monate niemand verläßt, dann aber 3,4 5 und mehr nacheinander, kommt einem das so vor, als hätte man die "Serie".

Ist doch genauso mit den "magischen 6 Wochen" zu Beginn nach dem Heimeinzug.
Gibt immer wieder Klienten, die innerhalb dieser Zeit versterben und es bei Einzelnen eigentlich nicht wirklich nachvollziehbar ist und doch passiert. Aber es gibt nunmal Menschen, die sich zusätzlich zur Multimorbidität mit ihrem Schicksal nicht abfinden und aufgeben, zu kämpfen. Keine Compliance mehr da, kein Lebenswille und so passiert es vermutlich dann einfach. Ist nicht magisch, ist nur traurig.
vG Jutti



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