Reanimation in der Altenpflege

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Dirk Höffken
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Reanimation

Beitrag von Dirk Höffken » Fr 1. Okt 2004, 19:03

Hallo Gast.

Da gibt es keine Einstellung.

Findet man eine Person mit Herz – Kreislaufstillstand und sie hat der Reanimation nicht widersprochen, läuft das Notfallprogramm ab bis die Maßnahmen zum Erfolg führen (was immer auch Erfolg in dem Zusammenhang bedeuten mag) oder der Arzt den Tod des Patienten erklärt.

MfG DH

Zitat:
Da hab ich ein Leben lang Angst vor dem Sterben gehabt, und jetzt das! - Karl Valentin (1882-194 8) , eigtl. Valentin Ludwig Fey, dt. Komiker



Jutti
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Beitrag von Jutti » So 3. Okt 2004, 11:31

mh,
mag ich auch etwas zu sagen.
Ich habe jemanden reanimiert, dessen schriftlich verfasster Wunsch es war, das alles erdenkliche an lebensrettenden Maßnahmen für ihn unternommen wird. also habe ich ihn reanimiert - leidlich erfolgreich: er kam zumindest lebend im KH an - wo er letztendlich verstarb ein paar Wochen später
Kollegen haben mich danach gefragt: warum hast du es überhaupt gemacht? und ich habe geantwortet: wenn ich schon weiß, was dein Wunsch ist, habe ich nicht das Recht, dem zu widersprechen sondern tue alles (rechtlich) mögliche, dir diesen Wunsch zu erfüllen. Es steht mir nicht zu, zu entscheiden, oder auch überhaupt nur zu wissen, wie der Ausgang der Reanimation aussehen wird, von daher habe ich nur ausgeführt, was der Wunsch des Patienten war in diesem speziellen Falle.
Dies war klar eine Einzelfallentscheidung aber entsprach genau dem Wunsch des Patienten, was mir die Entscheidung, es auszuführen erleichtert hat. Und es war eine Sekundenentscheidung, weil er praktisch vor meinen Augen zusammenbrach und ich unmittelbar gehandelt habe - aber ich kannte ihn und seine Wünsche auch schon 4 Jahre recht gut.

nachdenkliche Grüße
Jutti



Dirk Höffken
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Besondere Konfliktlage

Beitrag von Dirk Höffken » So 3. Okt 2004, 16:00

Hallo.

Für die Meisten sicher nicht von besonderem Interesse. Mir fiel in dem Zusammenhang gerade der sog. „Wittig“ Fall ein. Auch wenn es hier um Suizid und nicht um einen natürlichen Sterbeprozess ging, lassen sich Parallelen ziehen.

Der Hausarzt fand seine Patientin mit Medikamentenüberdosis vor. Die Medikamente wurden in Selbsttötungsabsicht genommen. Aufgrund der vorher geäußerten Suizidabsicht, einem Schriftstück sie nicht ins Krankenhaus einzuliefern und einer schriftlichen Verfügung keine intensivmedizinischen Maßnahmen an ihr durchzuführen entschied der Arzt sie sterben zu lassen. Der Bundesgerichtshof ging zwar auch hier von einer Rettungspflicht aus und der daraus resultierenden Strafbarkeit wegen Tötung auf Verlangen durch Unterlassung. Sprach Dr. Wittig jedoch im Ergebnis in einer Art Minimallösung frei, weil die Richter von einer besonderen Konfliktlage des Arztes ausgingen.

Ähnlich könnte man auch bei schwerstkranken und unheilbaren Menschen argumentieren. Wobei sich dann aber letztendlich die Frage stellt, ob diese Entscheidung nur der Arzt oder auch medizinisches Fachpersonal treffen kann.

Ist nur ein Gedankengang!

MfG DH

Zitat:
Im Examen sagt der Strafrechtsprofessor: "Dieser Fall ist schwierig und wurde bereits vom BGH entschieden. Wir sollten trotzdem die richtige Lösung suchen.........."



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