Pflege: Ambulant ausbauen, stationär vermindern

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Ambulante Pflege ausbauen, stationäre Pflege vermindern?

ambulant ausbauen, stationär vermindern
16
32%
stationär ausbauen, ambulant vermindern
3
6%
beides ausbauen
31
62%
 
Abstimmungen insgesamt: 50

Anja
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Pflege: Ambulant ausbauen, stationär vermindern

Beitrag von Anja » Mo 28. Jul 2003, 08:58

Samstag, 26. Juli 2003

Pflege: Ambulant ausbauen, stationär vermindern

München (dpa) - Angesichts der Missstände in der Altenpflege hat SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget einen Ausbau der ambulanten Pflegedienste gefordert. Nur so sei auf Dauer eine menschenwürdige Versorgung alter und hilfsbedürftiger Menschen zu sichern, sagte Maget am Freitag in München. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Oberbayern, Andreas Niedermeier, stellte Maget den Bericht einer von der SPD eingesetzten Pflegekommission vor. In dem 40-Seiten-Papier heißt es, unter den gegenwärtigen Bedingungen werde die Würde pflegebedürftiger Menschen häufig verletzt. Es gebe «alltägliche Diskriminierung». Die Situation wird sich Maget zufolge noch verschlimmern, wenn vom Beginn des kommenden Jahres an die Fallpauschalen für Krankenhäuser gelten. Alte und kranke Menschen würden dann vorzeitig aus der Klinik entlassen und seien noch stärker als bisher auf Hilfe daheim angewiesen. Schon jetzt aber stünden viele ambulante Dienste finanziell auf der Kippe oder müssten gar ganz schließen: «Wenn man hier spart, kommt es spätestens Anfang nächsten Jahres zu einer Katastrophe.» Die Kommission spricht sich zudem für eine bessere Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und Heimen aus. Zudem seien strafferes Management, mehr Aus- und Fortbildung sowie eine bessere Heimaufsicht nötig, sagte Niedermeier. Maget forderte das bayerische Sozialministerium auf, im Rahmen der Rechtsaufsicht eine ausreichende Versorgung durchzusetzen.

Quelle: netdoktor



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Marcell
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Beitrag von Marcell » Do 7. Aug 2003, 08:03

Hi

Tja typisches Sommerloch wenn es sonst nichts mehr zu bereden gibt fällt den lieben Politikern ein das es ja noch die Alten und Kranken gibt... Vieles in der Presse Miteilung ist seit Jahren! bekannt und mehr als Lippen Bekenntnisse oder teils abstruse/unsinnige Gesetze ist da nicht bei Heraus gekommen. Zum Thema Ambulant vor Stationär: Klar sollten die Menschen daheim gepflegt werden dort fühlt sich wohl jeder m wohlsten und das würde auch jeder so wollen. Nur ihr lieben Politiker die Menschen werden zunehmend Multi Morbid die können schlicht weg nicht mehr daheim gepflegt werden weil das Geld nicht reicht und die Angehörigen irgendwann überfordert sind. Was ist den mit der nä. Generation? Die nicht mehr über so feste Familien Bindung verfügt wie die heutige? Sollen diese Menschen 2 mal am Tag Besuch vom Ambulanten Diensten erhalten und den Rest des Tages vor sich hin siechen? Was wir brauchen ist ein Anteils gleicher Ausbau beider Betreuungs- Formen grade jetzt auch in Hinsicht auf Die DRG´S die kommen werden und die Leute noch halb Tod krank bereits wieder entlassen werden. Gewalt tritt in beiden Formen auf Ambulant wie Stationär Ambulant wird die Rolle des Täters aber oft von den Angehörigen übernommen oft aus Überforderung...

Grüße

Marcell



olafohl
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Beitrag von olafohl » Do 7. Aug 2003, 08:49

München (dpa) - Angesichts der Missstände in der Altenpflege hat SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget einen Ausbau der ambulanten Pflegedienste gefordert. Nur so sei auf Dauer eine menschenwürdige Versorgung alter und hilfsbedürftiger Menschen zu sichern, sagte Maget am Freitag in München.
Wenn ich das richtig verstehe ist, der gute Mann der Ansicht das eine menschenwürdige Pflege nur ambulant möglich ist, welch ein Schwachsinn!!! Menschenwürde ist nicht an so etwas festzumachen wie ambulant oder stationär, sondern an den Bedingungen unter denen diese stattfinden. Einer der wesentlichsten Faktoren hierbei ist Zeit und die ist verkoppelt mit dem Personalschlüssel, sprich wenig Personal = wenig Zeit = adios Menschenwürde. Wenn man dann in einem anderen Beitrag hier liest das grade zur Zeit Maßnahmen laufen die der Altenpflege das Wasser (zukünftiges Personal) abgraben braucht man ein Antiemetikum...
Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Oberbayern, Andreas Niedermeier, stellte Maget den Bericht einer von der SPD eingesetzten Pflegekommission vor. In dem 40-Seiten-Papier heißt es,
unter den gegenwärtigen Bedingungen werde die Würde pflegebedürftiger Menschen häufig verletzt. Es gebe «alltägliche Diskriminierung».

Da hat der gute Mann etwas entdeckt was wir alle doch wohl schon etwas länger wissen, leider hat er sich scheinbar nicht die Mühe gemacht mal genauer hinzuschauen... Wenn seine Lösung ambulant vor stationär heißt hat er die Lage doch wohl absolut verkannt. Zaubert er qualifiziertes Personal und mehr Zeit für den einzelnen Menschen, die ja bezahlt werden muss, aus dem Hut ???
Die Situation wird sich Maget zufolge noch verschlimmern, wenn vom Beginn des kommenden Jahres an die Fallpauschalen für Krankenhäuser gelten. Alte und kranke Menschen würden dann vorzeitig aus der Klinik entlassen und seien noch stärker als bisher auf Hilfe daheim angewiesen.
Ja die Situation wird sich die nächsten Jahre verschärfen, aber die „Maget-lösung“ ist ne Mogellösung. Da müsste schon mehr passieren um sie zu entschärfen, sonst sieht es nämlich so aus dass das Personal welches noch in der Altenpflege ausharrt in der Hoffnung es könnte sich noch etwas zum guten bessern auch noch resigniert von dannen zieht, kein qualifiziertes Personal mehr nachkommt, etc.
Das Haus in dem ich arbeite bekommt seine Brötchen aus der Justizvollzugsanstalt, wer weiß vielleicht bekommen wir in naher Zukunft da auch unser Personal her (VORSICHT ZYNISMUS !)

Schon jetzt aber stünden viele ambulante Dienste finanziell auf der Kippe oder müssten gar ganz schließen: «Wenn man hier spart, kommt es spätestens Anfang nächsten Jahres zu einer Katastrophe.»
Die Kommission spricht sich zudem für eine bessere Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und Heimen aus.
Zudem seien strafferes Management, mehr Aus- und Fortbildung sowie eine bessere Heimaufsicht nötig, sagte Niedermeier. Maget forderte das bayerische Sozialministerium auf, im Rahmen der Rechtsaufsicht eine ausreichende Versorgung durchzusetzen.

Mir fällt jetzt noch spontan auf das hier die ganze Zeit von versorgen gesprochen wird, bitte schön nicht von Betreuung, Begleitung. Ich bin der Meinung Vieh im stall mag man ja versorgen Menschen Sollte man betreuen ! Hoffentlich ist der SOmmer bald vorbei damit solche "Experten" uns mit ihrem Wissen verschonen !!!


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Beitrag von doedl » Do 14. Aug 2003, 18:29

Hm,

ich kenne besagten Herrn persönlich und noja............ einer der selbsternannten Pflegeexperten halt.

Ist ja die absolute Neuigkeit aller Zeiten, dass ambulante Dienste wegen Finanzmisere schliessen müssen- hätten wir sicherlich ohne die Info nicht gewusst, ggggg.

Ambulante Pflege ersetzt keinen stationären Aufenthalt- gibt halt genug Krankheitsbilder oder soziale Indikationen, wo es zuhause nimmer geht.

Alle Aussagen täuschen doch nicht darüber hinweg, dass die Sozialpolitik in den letzten Löchern pfeift und aus ihrem Beitragsloch nicht mehr raussehen.

Ich würd mal dringend empfehlen, weniger Bürokratie einzuführen; damit wird nämlich massenhaft Geld verschleudert; die Werbekampagnen der Krankenkassen zu deckeln; die Verwaltungsausgaben straff zu reduzieren. Kann nämlich nicht sein, dass die Pflegekräfte im aktiven Dienst durch ihre Arbeit einen ganzen Rattenschwanz von Bürokraten miterhalten müssen.

Lieben Gruss

Doedl

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Beitrag von Jutti » Do 14. Aug 2003, 21:04

Tja Doedl
"Weniger ist mehr".........das haben kluge Köpfe auch schon heraus gefunden
(nachzulesen als Pressebericht unter Downloads auf http://www.gewalt-in-der-pflege.de)

Rattenschwanz an Büroarbeit.....................
Entbürokratisierungsdiskussionen werden en masse geführt, doch hilft das zB mir nicht sofort. Seit der Einführung vom stationseigenen PC (ich liebe ja PC-s aber in der Pflege?) kannst dir bei uns ne Nummer ziehen, bis du mal dran bist mit eintragen. Dann wolltest du eventuell den BZ-Wert von gestern zum Vergleich? Pustekuchen, nix Doku auf und schnell nachschauen, ne, erst anmelden an Pc, falls du dir grad nen Platz erkämpfen kannst, dann hoffen und bangen, dat er sich nit eben ma wieder platt macht und so nach 3-6 Min. hast dann deinen Wert. In der Doku hätte ich den in ca 15 sec gehabt.

Irgendwie ist mir schon klar, wir arbeiten mit Menschen und ein lückenloses Dokumentationssystem ist der Nachweis über die Arbeit, die ich geleistet habe, ausserdem soll und muss Pflege transparent sein, aber wieso man dreifach und vierfach im Prizip das ähnliche Formular ausfüllt, wird mir für immer ein Rätsel bleiben, die Zeit fehlt mir beim Klienten.

...und Pflegeexperten, da kann ich nur grinsen, der PC-Fuzzi, der unser Pflegeprogramm erstellt hat, ist garantiert nit aus der Pflege, sonst wär es anders.
Fazit: so schnell wird sich nüscht ändern, der gute Beamte oder wer auch immer, sitzt et erst mal aus, vielleicht erledigt sich dat Problem ja von alleine........................



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Beitrag von doedl » Mi 4. Mai 2005, 08:04

Hallo Brockenhexe

Du hast völlig recht- natürlich muss es sowohl ambulante wie auch stationäre Altenpflege geben; siehe auch die Beiträge von Marcell und Olafohl.

Das Gesundheitssystem unterliegt heute marktwirtschaftlichen Zwängen. 95 mit Einführung der Pflegeversicherung wurde die Altenpflege kommerzialisiert; das gleiche passiert nun mit den DRGs in der Krankenpflege. Die finanzielle Ausstattung der öffentlichen Hand ist miserabel; mit der Folge, dass für Pflege immer weniger Geld zu Verfügung steht.

In wirtschaftlich guten Zeiten wurden keine Rücklagen geschaffen für eine demografische Entwicklung, die uns seit 30 Jahren bekannt ist- Kopfschüttel. Unser Rentensystem basiert auf dem Prinzip- die Arbeitenden erhalten die Rentner; obgleich wir bei der Einführung auch das Prinzip der Lebensversicherung hätten wählen können. Letzteres wäre bei zunehmender Zahl von Rentnern und abnehmender Zahl Erwerbstätiger das leistungsfähigere gewesen.

Nun- heute leben wir mit den Folgen von Politik, die über Jahrzehnte hinweg nicht über die 4 Jahre Regierungsmacht hinaus geblickt hat.

Was mich aber richtig ärgert, das sind so hausgemachte Schwierigkeiten, die mit der Finanzlage nichts zu tun haben, sondern schwachsinnigen Bürokratenköpfen entsprungen sind. Diese Bürokratie kostet immens Geld- Geld welches sowieso schon nicht vorhanden ist. Wenn von einem Staatshaushalt 80 % für Verwaltung draufgehen, dann muss es doch mal KLICK machen und die Erkenntnis kommen, dass das einfach viel zu viel ist.

Du arbeitest bei einem ambulanten Dienst- sieh Dir nur die Verordnungs- und Genehmigungspraxis an...... das beste Beispiel.

Lieben Gruss

Doedl

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