Müssen Mediakmente ärztlich abgezeichnet werden?

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Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Mo 21. Jun 2004, 21:36

Hallo.

Es ist schon erstaunlich welche Gerüchte selbst bei den pflegerischen Führungskräften und der Heimaufsicht kursieren.

In den Berufsordnungen für Ärzte ist nicht eindeutig geregelt, dass Aufzeichnungen in der Pflegedokumentation der Bewohner im Heim zu erfolgen haben. Es bleibt dem Arzt überlassen, wie er seine Dokumentationspflicht entsprechend der für ihn geltenden Berufsordnung sicherstellt.

Insbesondere ist es nicht die Aufgabe von Pflegekräften für Herrn oder Frau Doktor das Kindermädchen zu spielen.

MfG DH

Zitat:
Das Gerücht ist wie Falschgeld: Rechtschaffene Menschen würden es niemals herstellen, aber sie geben es bedenkenlos weiter. - Claire Boothe Luce (1903-87), amerik. Journalistin u. Diplomatin



schensi
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Beitrag von schensi » Mo 21. Jun 2004, 22:38

Kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass die Heimaufsicht solche Schreiben herausgibt bzw. solch eine Vorgehensweise dulden würde.

Also ehrlich gesagt, würde ich mir dieses Schreiben mal zeigen lassen.

Schensi


... wieder da ...

Ich weiß, was ich weiß, lass mich aber gern eines besseren belehren :)

Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Mo 21. Jun 2004, 22:55

Hallo Michi.

Das bezweifle ich nicht. Ich zweifle aber die Rechtmäßigkeit an.

Artikel 1 Abs. 3 GG
Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 20 Abs. 3 GG
Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

Nun will ich mich hier nicht in Einzelheiten verlieren. Der im Grundgesetzes verankerte Grundsatz des Gesetzesvorbehalts bindet auch die Heimaufsicht. Derartige Anordnungen dürfen nur mit einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage (Ermächtigungsgrundlage) durchgeführt werden. Relevant wird der Grundsatz also, wenn die Verwaltung ohne gesetzliche Grundlage agiert. Ein solches Handeln ist im Anwendungsbereich des Vorbehaltsgrundsatzes rechtswidrig.

Nun ist es zugegebenermaßen unmöglich jede einzelne Rechtsquelle zu kennen. Alle mir vorliegenden Dokumente (z.B. des RP Gießen) stützen meine Ansicht allerdings uneingeschränkt.

Insofern bleibt die Frage: Worauf stützt die Heimaufsicht bzw. alle anderen ihre Ansicht?

MfG DH

Zitat:
Ach! Das waren noch gute Zeiten, da ich noch alles glaubte, was ich hörte. - Theodor Fontane (1819-9 8) , dt. Erzähler



Dirk Höffken
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Ja und Nein

Beitrag von Dirk Höffken » Di 22. Jun 2004, 11:17

Hallo Jeaneau.

Es obliegt dem behandelnden Arzt wie er seiner Dokumentationspflicht nachkommt. Er muss ihr eben nur nachkommen. Ob er das ganze nun in der Pflegedokumentation, einem Zettel mit Datum, Stempel und Unterschrift oder sonst wie dokumentiert, ist seine Entscheidung.

Ich schick dir mal eine Stellungnahme des Regierungspräsidiums Gießen per E-Mail. Das gilt in allen Bundesländern. So wie es darin beschrieben ist, ist die geltende Rechtslage. Alles andere sind und bleiben vorerst Gerüchte.

MfG DH

Zitat:
Es gibt Leute, die können alles glauben, was sie wollen; das sind glückliche Geschöpfe. - Georg Christoph Lichtenberg (1742-99), dt. Aphoristiker u. Physiker



schensi
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Beitrag von schensi » Di 22. Jun 2004, 11:23

@Dirk

könntest du mir diese Stellungnahme bitte auch mal zukommen lassen. Würde mich echt interessieren. Mail - Adresse bekommst du als Nachricht von mir.
Schon mal danke im Voraus.

Schensi


... wieder da ...

Ich weiß, was ich weiß, lass mich aber gern eines besseren belehren :)

Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Di 22. Jun 2004, 11:51

Hallo Schensi.

E-Mail ist auf dem Weg.

MfG DH

Zitat:
Zu mancher richtigen Entscheidung kam es nur, weil der Weg zur falschen gerade nicht frei war. (Hans Krallsheimer)



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Di 22. Jun 2004, 15:26

Hallo.

Hier die Stellungnahme des Regierungspräsidiums Gießen. Erschienen im Hessischen Ärzteblatt 12/2003.

MfG DH

Zitat:
Mich überkam Ekel vor mir selbst und ich dachte wieder an Selbstmord - diesmal wollte ich direkt neben einem Versicherungsvertreter einatmen. - Woody Allen
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Dippi06
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Beitrag von Dippi06 » Fr 2. Jul 2004, 17:57

Es darf kein Medikament ohne ärztl anordnung. verabreicht werden.
Und jedes angeorndete Medikament muss vom Arzt unterschrieben werden, selbst wenn es telef. angeorndet wird muss der Arzt sofort ein Fax schicken wenn er nicht vorbei kommt.
Sonst macht man sich strafbar.



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