Junge polnische Hilfskräfe??

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claridge
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Beitrag von claridge » Do 22. Sep 2005, 11:46

@ Mara Cash
Ich denke das du mit deinen Anschuldigungen mächtig daneben liegst.
Du machst es dir mit deinem pauschalen Rundschlag gegen die Pflegekräfte zu einfach.
In all den Jahren in denen ich jetzt in der Pflege bin habe ich tatsächlich einige Pflegekräfte erlebt wo ich der Meinung bin das sie im Pflegeberuf nichts zu suchen haben. Aber das ist nur eine absolute Minderheit. Die meisten reißen sich gelinde gesagt jeden Tag unter den teilweise miesesten Bedingungen den Arsch auf für einen Appel und ein Ei!!! Und das nur weil die sog. Arbeitgeber nicht bereit sind für vernünftige Arbeitsbedingungen zu sorgen. Personalmangel ist doch in vielen Einrichtungen an der Tagesordnung. Jeden Tag aufs neue improvisieren weil Pflegematerialien fehlen. Es wird auf Teufel komm heraus gespart an allen Ecken und Enden damit der Heimbetreiber sich ein neues Häuschen auf Mallorca und einen neuen Benz anschaffen kann. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Man muß einfach mal die Augen aufmachen und hinsehen wie das Personal unter Druck gesetzt und klein gehalten wird. Ich selbst habe es auf meiner letzten Arbeitsctelle erlebt. Wer sich zur Wehr setzt sitzt ganz schnell auf der Strasse mit dem entsprechenden Zeugnis. Und jeder der sich für diesen Querulanten ausspricht kann sich auch gleich seinen Papiere abholen (Originalton Heimleitung).
Alleinerziehende Mütter, Alleinverdiener in der Familie, da kann man sich schon denken was in deren Köpfen vor sich geht. Meine Frau arbeitet immer noch dort. Sie geht jeden Tag mit Angst zur Arbeit. Leider ist hier in der Ecke der Stellenmarkt wie leergefegt.
Das ist die Realität in vielen Einrichtungen in Deitschland!
Schau mal in entsprechende Rechtsforen rein. Da tränen dir die Augen wie bei uns mit Pflegekräften umgegangen wird. Wo sollen die denn hin mit ihren Ängsten, Sorgen und Aggressionen. Und wer sich dann noch darüber wundert was für ein Umgangston in der Pflege herrscht kann nur unendlich naiv sein, undendlich dumm oder ist was Pflege angeht gänzlich unbeleckt.
Ach ja, noch schnell meine Meinung zum eigentlichen Thema: Polnische Hilfskräfte haben hier bei uns nichts zu suchen. 1. haben wir hier genügend arbeitslose Pflegekräfte 2. brauchen wir Menschen mit einer professionellen Berufsauffassung in der Pflege und nicht solche die unter Helfersyndrom leiden!



claridge
Beiträge: 92
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Beitrag von claridge » Do 22. Sep 2005, 12:46

Habe gerade noch etwas interessantes gefunden:

Wer ist verantwortlich für solche Zustände? Die Pflegekräfte, die mangels ausreichender Besetzung oft am Rande der Erschöpfung arbeiten? Nur bedingt.

Breitscheidel sieht sie eher als Opfer der Gewinnsucht der Heimbetreiber und eines Systems, das zu wenig Geld für die Pflege bereit stellt. Kaum eine der Pflegekräfte erscheint sympathisch - und doch erregen sie beim Leser Mitleid, weil sie den Zwängen ihrer Arbeitswelt nicht entkommen.

Und hier der Artikel:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/0 ... tik/pflege



ferdi
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an Alle die sich an diesem Thema beteidigt haben

Beitrag von ferdi » Do 22. Sep 2005, 22:58

Doedel hat zur Höflichkeit und Toleranz aufgerufen.
Denk!!!
Wenn ich mir alle Beiträge der Reihe nach noch mal durchlese hab ich teilweise sehr hitzköpfig reagiert.
In so einem Forum ist es verdammt schwer wenn Meinungsverschiedenheiten auftreten. Man versucht so knapp wie möglich zu antworten. Oft liest es sich dann wie ein Angriff auf die Person. Wenn ich einem zu nahe getreten bin dann entschuldige ich mich hiermit.
Stellt Euch vor die Frage wäre an einem "Runden Tisch" gestellt worden.
Auch da geht es heiß her und anschließend geht man immer noch als Freunde auseinander. Ich finde die Diskussion hier gelungen.
Auch wenn es mal hart her geht. Dem letzten Beitrag von Mara Cash kann ich nur zustimmen. Ohne das Spiel Angriff und Verteidigung gäb es kein Einigung.

Einigkeit!, wo ist sie geblieben?
Wir haben hier in Dortmund ein hartes Brot: Ca. 35 Heim (8 städtisch), 80 - 85 Ambulante (Zahl schwankend, zwei machen dicht, drei kommen), hinzu kommen die Teilstationären (Tagespflege) und die Kurzzeitpflegen.
Es gibt auch hier super Einrichtungen, nur werden sie durch die schwarzen Schafe im AP- Bereich platt gemacht.
Einrichtungen in denen Pflege und Personal groß geschrieben werden machen zu. Lieber aufgeben statt schlechter pflegen und Personal verheizen.
Die Guten geben auf. Die Schlechten,die jetzt schon die Kunden auf Teufel komm raus betrügen (meine Antwort an "mary"), bekommen jetzt die Kokurenz der Osteuropäer. Ich glaube dazu brauch ich nicht mehr zu sagen.

@ Mara Cash,
wir haben einen monatlichen AP- Stammtisch. Ich hab schon erlebt das 5 aus einer Einrichtung den Mut hatten und zu uns gefunden haben. Wie Du schon sagst, jammer, jammer, klag, klag. Wir klären über Rechte auf, bieten Hilfe an und beraten zur Selbsthilfe.
Zum nächsten Stammtisch kommen 2 wieder: "Wir haben euren Rat befolgt." "Und?" Sie sind noch resignierter als vorher. "Die anderen haben nicht mit gemacht wir sind gescheitern weil die 3 anderen Ankläger unsere Arbeit mit gemacht haben. "Die haben sich beim Chef lieb Kind gemacht und uns hat er ausgelacht."

Früher hieß es mal: "Da ist ein Lattenzaum, komm wir demonstrieren dagegen." Morgen ist eine Demo für bessere Pflege und Bedingungen in der Altenpflege. Wie sieht es aus? Keiner kommt hin.

Da in den Medien nur über über Mißstände in unserm Beruf geredet wird haben wir eine schlechte Lobby.
Unsere schlechte Lobby ist für die skrupelosen AG Wasser auf die Mühlen, sie setzen uns damit unter Druck.
Unser "Helfersyndrom" unterstütz ihn dabei noch.

An alle aus der AP,
Ihr denkt immer "was wird aus den armen "Alten" wenn ich nein sage".
Denkt doch einfach mal "was wird aus unserem AG wenn wir nein sagen".
Wenn die Mehrheit (Einigkeit macht stark) der Belegschaft sagt Schluß, aus wir kommen Morgen nicht. Ihr seit nicht für die Bewohner/Kunden verantworlich. Verantworlich ist Euer Arbeitgeber. Er hat mit den Kassen einen Versorgunsvertrag abgeschlossen und muß ihn erfüllen.
Ihr erfüllt nur den Auftrag Eures Chef, nicht den des Bewohners/Kunden.

ferdi
NS: mich wundert das der Fragesteller "junge polnische Arbeitskräfte" sich nicht mehr gemeldet hat. Lagen unsere negativ Kommentare doch nicht so falsch?



ilios1966
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RE: Osteuropäische Haushaltshilfen als Pflegekräfte

Beitrag von ilios1966 » Fr 7. Okt 2005, 20:47

Hallo,vielen Dank für diesen Beitrag,er ist sachlich und realistisch.Ich sehe das genauso,denn die polnischen Arbeitskräfte tun dies vielleicht aus Not,aber sie können es nur weil es eine Stelle gibt die sie vermitteln und genug deutsche die sie einstellen.Lieber Gruss ilios


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

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doedl
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Beitrag von doedl » Mo 17. Okt 2005, 17:30

Nicht schwer

es gibt in Polen Agenturen, die Hilfskräfte vermitteln. Wollen diese hier arbeiten, so benötigen sie einen Nachweis, dass sie in Polen ihre Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Dass diese Nachweise des öfteren gefälscht werden ist ein offenes Geheimnis.

Da sie auch unter der Steuergrenze liegen, ist es ziemlich schwierig die Illegalität nachzuweisen.

Gruss Doedl


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Beitrag von doedl » Do 20. Okt 2005, 10:49

Hallo Alle,

hier eine Meldung von Vincentz- Hessische Sozialministerin äußert sich wie folgt:


Dreyer will darüber hinaus stärker gegen die illegale Pflege vorgehen und dazu zum einen bezahlbare Alternativen wie die Assistenzkraft für die Pflege schaffen und pflegende Angehörige noch besser über weitere Alternativen zur illegalen Pflege informieren. Zum anderen seien die Zollbehörden gebeten worden, Schwerpunktaktionen gegen die Vermittlung illegaler Pflegekräfte durchzuführen. (Quelle: Pflege intern vom 13.10.2005, aktueller Nachrichtendienst aus dem Berliner Büro des Vincentz Network)

Gruss Doedl

http://www.vincentz.net/haeuslichepflege


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AW: Junge polnische Hilfskräfe??

Beitrag von waldemiene » Fr 5. Sep 2008, 01:28

F.Leis, ich freue mich aufrichtig das es ihrer Mutter gut geht!!
Die Altenpflege ist in den letzten Jahren zu einem Geschäft gemacht worden(freie Marktwirtschaft). Es liegt sicherlich nicht an dem Personal das die Versorgung nicht optimal ist. Es ist politisch so gewollt, und es wird auch nur politisch gestoppt werden können. Wollte ich man klar stellen.



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Griesuh
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AW: Junge polnische Hilfskräfe??

Beitrag von Griesuh » Fr 5. Sep 2008, 07:14

Hallo, F. Leis, ich schließe mich der Aussage von Waldmine an und freue mich, dass es ihrer Mutter gut geht, sie eine qualifizierte Hilfskraft gefunden haben und das sogar legal.
Aber etl. Punkte ihres Beitrages sind nicht mehr objektiv.
Siehe hier:
150000 Arbeiter illegal bedeuten 150000 Arbeitgeber illegal - sind das alles Leute, die sich einen feuchten Dreck um jedwedes Gesetz scheren oder bleibt denen nichts anderes übrig? 150000 notorische Rechtsbrecher, die ihre Tv-Geräte beim Einbrecher bestellen, ihr Rauchwerk aus den Auslagen stehlen und nebenbei noch eine Polin illegal beschäftigen?
Zitat Ende.
Sie werfen hier einiges durch einander. Was hat die illegale Beschäftigung mit den von Ihnen beschrieben Dingen zu tun? Nichts!
Es kann nicht gerechtfertigt sein, dass hier SCWARZARBEIT ausgeführt wird und das obwohl es allen Beteiligten bekannt ist.
Bei allem Verständnis für die Situation der Pflegebedürftigen u. deren Angehörigen, kann das nicht hingenommen werden. denn das ist ein Schlag ins Gesicht derer die ihre Abgaben zahlen. Zu dem werden hierdurch Arbeitplätze vernichtet und gefährdet. Zugelassene Einrichtungen können wegen der hohen finaziellen Belastungen keine 24 Stundenkraft
für 1000- 1600€ mtl. bereitstellen. Würden Sie für durchschnittlich 1600€ Brutto im Monat, 31 Tage, tgl. bis zu 20 Stunden ohne Urlaub und Frei, mit evtl. Mittags 2-3 Stunden Pause und auch noch Nachts auf Abruf, arbeiten gehen? Warscheinlich nicht.
Sowas nenne ich moderne Sklavenhaltung. Würde unser westeuropäisches Lohnniveau und Arbeitsrecht auf das Osteuropäische gesenkt werden und diese Arbeitsbedinungen wie oden beschrieben eingführt, was kein deutscher Arbeitnehmer hinnehmen würde, wäre das kein Problem denn dann könnten zugelasse Einrichtungen auch zu diesen niedrig Löhnen und Bedingungen Personal zur Verfügung stellen.
Wer eine osteuropäische Kraft unangemeldet im Haushalt beschäftigt begeht eine Straftat. Es ist Steuerhinterziehung und Sozialbetrug. Auch im Rahmen der von Ihnen genannten Öffnung ab 2011. Diese Kräfte sind Anzumelden. jeder der keine Abgaben zahlt arbeitet SCWARZ. Das ist Fakt.
Diese Kräfte können auch, wie Sie selbst schreiben, legal über den Arbeitgeberservice des Arbeitsamtes vermittelt werden.
Über die Quailität der Leistung und die Qualifktion dieser Helfer ist das gesamte Spektrum von sehr Gut bis ungenügend vor zu finden. Ich spreche hier aus meiner tgl. Erfahrung und weis wo von ich Rede. Deshalb können nicht einfach alle über einen Kamm geschert werden.
Ein weiteres Problem sehe ich darin, dass sehr viele dieser Damen sehr schlecht oder überhaupt kein Deutsch sprechen oder verstehen. Gerade demente Pflegebedürftige brauchen jedoch eine qualifizierte Ansprache um nicht völlig zu vereinsamen.

Lg Griesuh
Zuletzt geändert von Griesuh am Fr 5. Sep 2008, 07:34, insgesamt 1-mal geändert.



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