Hartz IV und die Auswirkung auf die Pflege(qualität)?

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Triexi
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Beitrag von Triexi » Mi 28. Jul 2004, 17:14

Hallo Leute,

Ich hab zwar schon über Arbeitslosengeld 2 geschrieben aber egal dann mach ich es noch mal hier. Ich finde es super das es auch wieder in der Pflege arbeit geben wird da stimme ich voll mit zu aber um mal auf die Pulitiker zu kommen da kann ich sagen was die alles angreifen wollen und angegriffen haben das hat kein Hand und kein Fuß, ich selber hab von Lehrstellen gehört wie die Politiker das ändern wollen und was ist der schuß ist nach hinten los gegangen und es kommt noch mehr auf uns zu usw. ich frage mich nur wann wir uns mal rechen und auf die Barikaden gehen. Ich möchte hier jetzt nicht meckern, nein das auf keinem fall aber die sparen überall ein und das geht nicht mehr lange gut aber mal auf das Thema zurück zukommen es ist doch so das Leute auf der Strasse sitzen die seit 6 Jahren arbeitslos sind und ein so großen Mundwerk haben das die nicht mehr Arbeiten braquchen also die jenigen sollten die mal erst angreifen. Ich suche Arbeit und finde keine ich würde auch gerne Putzen gehen oder in der Pflege was machen aber ich finde zur Zeit nichts also heißt es nur abwarten für mich und jeden Tag mal im Netz gucken ob es eine freie stelle für mich gibt.

In diesem Sinne

LG

Triexi



olafohl
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Har(t)z-er

Beitrag von olafohl » Fr 30. Jul 2004, 23:23

Hartz is wie Harzer Käse .. stinkt zum Himmel....
Zwangsrekrutierung von Langzeitarbeitslosen halte ich persönlich für eine Schnapsidee ! Das einizige was dabei rauskommt ist eine vorübergehende Schönfärbung der Arbeitslosenstatistik. Die Pflege selbst wird dabei vor die Hunde gehen. Warum glauben eigentlich immer noch gewisse Leute das Pflege, im besonderen Altenpflege jedermann leisten könne ? Jeder der halbwegs bei gesundem Menschenverstand ist sollte sich darüber klar sein das dieser Beruf in vielerlei Hinsicht hohe Anforderungen stellt.

Eine Zwangsrekrutierung wird den Pflegenotstand kaum beheben, hierzu wäre meines Erachtens erst einmal eine Aufwertung dieses Berufes erforderlich, Immer noch, immer wieder, wird mit Verlaub Altenpflege gleichgesetzt mit dem entfernen von Exkrementen....

Soll man jemanden bestrafen weil er nicht pflegen kann ? Ich meine Nein, das wäre hirnrissig. Schließlich bestraft man auch niemanden weil er kein Auto bauen kann oder nicht schneidern kann...


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

andrea
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Beitrag von andrea » Fr 17. Sep 2004, 15:51

............und es scheint noch schlimmer zu kommen, wir haben in der Schule erfahren dass es eine Studie gibt in der man allen Ernstes herausgefunden hat dass Pflegefachkräfte für sogenannte Wohngemeinschaften nicht geeignet sind und sie das Konzept zerstören würden. (haben zuviel Wissen und halten sich eher an Pflegeplanung als am Menschen auf)
Manchmal denke ich ,sollte unsere "Studierten" die so einen Mist herausfinden, mal selbst für ein paar Jahre in die Praxis gehen um nicht nur theoretisch zu wissen worum es eigentlich geht.
Zur Zeit habe ich das Gefühl man wertet den Beruf Altenpfleger absichtlich ab................warum??................vielleicht um bei unseren Alten noch mehr Gelder einzusparen??? Meiner Meinung nach liegt es nicht an dem Begriff und dem Wissen einer Fachkraft ob sie für die Arbeit mit gerontopsychiatrisch veränderten Menschen geeignet ist sondern an dem Menschen selbst. Ich kann noch so eine gute Ausbildung haben, wenn es mir nicht gegeben ist auf den Menschen einzugehen und ihn mit Empathie zu begleiten kann weder Fachkraft noch Helferin oder Laie eine Hilfe sein. Das alles hört sich für mich fast wie ein Freibrief an, die 1 Euro Kräfte sind wahrscheinlich Laien, ....................eignen sie sich auf kostengünstige Weise besser??? ?(


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

andrea
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Beitrag von andrea » Fr 17. Sep 2004, 18:49

da frage ich mich bald warum ich wie eine verückte für meine Prüfung büffel und so viel Zeit investiert habe, irgendwie schon etwas frustrierend und wie ich finde eine bodenlose Unverschämtheit. von einer Gesetzesänderung habe ich aber noch nichts gehört. Man sollte einen Brief aufsetzen, vielleicht ist das was für Dirk, und wir unterschreiben alle??!! Ich glaube dass wir uns wieder rückentwickeln wenn das so weiter geht, in der Altenpflege kann jeder arbeiten, die Arbeitslosen für einen euro die Stunde nachdem sie einen Kurs belegt haben, ich könnte echt platzen. Die armen Alten....................... :sad liebe Grüße andrea


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Dirk Höffken
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Schade!

Beitrag von Dirk Höffken » Fr 17. Sep 2004, 22:56

Hallo.
@Cecci
...„also für die pflege sehe ich schwarz im moment.....“
Es ist schon mehr als bedauerlich, wenn der pflegerischer Nachwuchs mit dieser Einstellung in den Beruf geht. Führt Veränderungen herbei. Mischt euch in die Berufspolitik ein. Resignation ist wohl kaum die Lösung!
@Andrea
„ ............und es scheint noch schlimmer zu kommen, wir haben in der Schule erfahren dass es eine Studie gibt in der man allen Ernstes herausgefunden hat dass Pflegefachkräfte für sogenannte Wohngemeinschaften nicht geeignet sind und sie das Konzept zerstören würden. (haben zuviel Wissen und halten sich eher an Pflegeplanung als am Menschen auf)
Manchmal denke ich ,sollte unsere "Studierten" die so einen Mist herausfinden, mal selbst für ein paar Jahre in die Praxis gehen um nicht nur theoretisch zu wissen worum es eigentlich geht.“...
Schade, dass schon die angehenden Pflegefachkräfte so eine negative Einstellung gegenüber der akademischen Pflege entwickeln. Kennst du die Studie im Original? Vermutlich nicht!

Es ist Unfair den akademischen Pflegekräften gegenüber!

MfG DH

Zitat:
Was die Gesellschaft öffentliche Meinung nennt, heißt beim einzelnen Menschen Vorurteil. - Karl Heinrich Waggerl



andrea
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Beitrag von andrea » Fr 17. Sep 2004, 23:50

Hallo Dirk,
nein ich kenne die Studie nicht im Orginal und ärgere mich trotzdem, beleidigen möchte ich niemanden auch wenn sich mein Frust zu dieser Studie, in den Worten widerspiegelt Ich hätte es sicher netter ausdrücken können.
Klar ist es bedauerlich, dass einige von uns mit keiner guten Einstellung in den Beruf gehen, ....................wenn wir denn gehen, denn Arbeit gibt es nur für ein paar wenige in unserer Region und jeder hat nicht mal eben die Möglichkeit wegzuziehen. Unser Kurs hat 20 Leute und gerade mal 3 von diesen Leuten haben Arbeit gefunden. Vollzeitstellen gibt es ohnehin fast nicht mehr und nu kommen auch noch immer mehr Negativschlagzeilen die, die Suche nach einem Arbeitsplatz zusätzlich erschweren (Hartz IV).
Vielleicht ist es auch meine persönliche Entäuschung über den derzeitigen Stand der Dinge. Als ich mit meiner Ausbildung anfing wurde mir gesagt ich solle mir keine Sorgen machen und könnte mir den Job nach der Ausbildung aussuchen. Mittlerweile ist es fast unwahrscheinlich geworden denn es gibt fast keine freien Stellen mehr.
Liebe Grüße


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Dirk Höffken
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Gerechtigkeit

Beitrag von Dirk Höffken » So 19. Sep 2004, 22:38

Hallo Cecci.
@Cecci
...„ Kommt einer vom arbeitslosen markt und nimmt mir meine stelle weg weil er ja nur dem Träger 1 € kostet und ich umso mehr.... also gerecht ist das nicht..“...
Es ist hier nicht der Raum über Politik und die laufenden Sozialreformen zu diskutieren, aber sie trifft Menschen. Die Menschen, die sich 1€ die Stunde hinzuverdienen dürften in den meisten Fällen nicht die Absicht haben jemanden den Arbeitsplatz wegzunehmen! Sie versuchen ihre Existenz zu sichern! Ihre Existenz die nicht unbedingt durch übermäßigen Luxus gekennzeichnet ist.

Sicher, ich kann deinen Frust verstehen und bin froh nicht in dieser Lage zu sein. Trotzdem gebührt jedem Menschen ein Mindestmaß an Respekt! Daran sollte wir auch denken, wenn wir bald mit diesen Menschen zusammenarbeiten.

MfG DH

Zitat:
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. - Artikel 1 der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Genehmigt und Verkündet am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen



Dirk Höffken
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System Deutschland

Beitrag von Dirk Höffken » So 17. Okt 2004, 23:30

Hallo Fedor.
@Fedor
...„So werden die Unternehmensführungen immer mehr Macht zum diktieren bekommen.“...
Ach, der Satz weckt so manche Erinnerung.

Ich empfehle dir als Einstieg die Bücher von Hans H. von Arnim insbesondere „Vom schönen Schein der Demokratie“ und „Das System“. Alle anderen seiner Bücher lohnen sich auch.

Zudem:

Das Schweigen des Geldes von Ernest Backes und Denis Robert

und

Korruption in Deutschland von Britta Bannenberg und Wolfgang J. Schaupensteiner

und

Das Netz der Korruption von Peter Eigen.

Mir fielen hierzu noch so viele gute Bücher ein.

Wunderbar, weil gut nachvollziehbar, ist auch der Fall Mannesmann.

Danach kann man sich wieder mit ruhigem Gewissen den Missständen im Gesundheitssystem zuwenden. Die sind dann allerdings nur noch "Peanuts" (um mal wieder an Herrn Ackermann zu erinnern).

MfG DH

Zitat:
Korruption ist die tägliche Gesetzesänderung. - Lothar Schmidt



Dirk Höffken
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Politisches System und Egoismus

Beitrag von Dirk Höffken » Mo 18. Okt 2004, 09:53

Hallo Fedor .
@ Fedor
...„Ob man nun das Gesundheitssystem als einzenes sieht oder die (sog.) "Demokratie" ansich: letztlich führt das System (nenne man es Marktwirtschaftlich oder Kapitalismus, ganz egal) als ganzes in eine andere Richtung als einem als etwas sozial denkender Mensch lieb sein kann.“...
Ich bin aus innerer Überzeugung Demokrat, stehe zum Grundgesetz und bin ein Anhänger der (sozialen) Marktwirtschaft. Anders: Ich stehe voll und ganz zum derzeitigen politischen und wirtschaftlichen System. Dies liegt an meiner Erziehung. Es ist aber auch das Einzige, dass mehr oder weniger funktioniert.

Wir Deutschen (aber auch die Menschen der meisten anderen Industrienationen) haben im Moment ein entscheidendes Mentalitätsproblem. Wir glauben der Staat sei für einen großen Teil unseres Lebens verantwortlich und unser wirtschaftlicher Wohlstand sei eine Art Naturgesetz. Langsam und unaufhaltsam müssen wir nun erkennen das dem nicht so ist.

Egal ob millionenschwerer Manager oder armer Sozialhilfeempfänger. Egal ob jemand den Raubfisch-Kapitalismus oder den Sozialismus fordert. Man verfolgt identische Ziele: Eigennutz auf Kosten anderer Menschen zu mehren. Menschen sind nun mal Egoisten!
@ Fedor
...„Nur das "Wissen" von Mißständen reicht nicht“...
Nein, es reicht mit Sicherheit nicht. Aber ist der ein Missstand beseitigt folgen zwei Neue. Wir leben nicht auf Utopia und ebenso wenig im Paradies.

Es ist schon erstaunlich mit welcher Raffinesse manche Menschen das System für ihr eigenes Wohlergehen nutzen. Nehme ich ihnen das Übel?: Nein! Würde ich es an ihrer Stelle anders machen: Darauf verweigere ich die Antwort!

MfG DH

Zitat:
Die Sehnsucht nach dem Paradies ist das Verlangen des Menschen, nicht Mensch zu sein. - Milan Kundera (*1929), tschech. Schriftsteller



Dirk Höffken
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Politisches System

Beitrag von Dirk Höffken » Mo 18. Okt 2004, 18:02

Hallo Fedor.

Dieses Zitat ist von Bakunin. Eine sehr fragwürdige Quelle um es vorsichtig zu formulieren. Seine Ansichten haben aber etwas. Auch wenn ich mich nicht damit identifizieren kann.
@ Fedor
...„Du machst es dir zumindest ziemlich leicht.
Genauso wird die Markt- und Wachstumswirtschaft (ziemlich von allen pol. Gruppen-der "real existierende Sozialismus" gehörte
ja auch dazu, nur das er ein anderes modell mit weniger freiheiten war;grob gesagt) als naturgesetz dargestellt, bzw. treu
von Presse & CO übernommen.“...
Nein, ich mache es mir nicht leicht! Damit ein System funktionieren kann, muss die überwiegende Mehrheit einer Bevölkerung daran glauben respektive dieses System akzeptieren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde eine Entscheidung getroffen. Es gibt keinen zwingenden Grund diese Entscheidung in Zweifel zu ziehen. Wir können uns nicht ständig mit Systemkritik beschäftigen. Sonst geht es nicht vorwärts.
@ Fedor
...„Und den Leuten die in das System eingebunden sind, mit dem "ausnutzen" des Systems groß verantwortlich machen zu wollen bringt auch nix, da es eine grundregel des systems fast ist.“...
Es ist keine Grundregel des Systems. Es ist eine Grundregel menschlichen Zusammenlebens. Niemand tut etwas ohne Eigennutz. Selbst altruistisches Verhalten dient nur dem Individuum selbst.

MfG DH

Zitat:
Wer heute auf die Demokratie schimpft, dem wird morgen der Marsch geblasen. - Werner Mitsch



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