Fußpflege

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Elpida
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Fußpflege

Beitrag von Elpida » Di 13. Jan 2015, 18:49

Hallo,
meine Mutter (91, dement) hat heute morgen bei der monatlichen Fußpflege erschreckend viel herum gezappelt.
Die Fußpflegerin war langsam verzweifelt. So wie ich.
Vor einem Monat ging es noch, aber da fing es an, daß meine Mutter mit den Beinen strampeln wollte.
Jedenfalls mußte ich mit Kraft (Gewalt nenne ich das hier vorsichtshalber nicht, könnte mißverstanden werden) jeweils ein Bein festhalten, bzw. mich :confused: drauf stemmen. Ich redete und rief meiner Mutter ständig zu, daß das doch nie weh getan hätte - nützte nix.
Sie wehrte sich.
Ich glaube ja kaum, daß es dafür ein Lösung gibt, nur denke ich bei solchen Begebenheiten immer daran, daß es auch verständlich ist, wenn Menschen festgebunden werden. Also, ich meine natürlich ein Bein nach dem anderen, nur solange man daran arbeiten muß. Wird ja immer so verpöhnt. (Ja ich weiß, zu Recht, wegen Vorsicht vor Auswüchsen.)
Wenn meine Mutter nächsten Monat noch mehr tritt - was sollen wir denn machen?
Es ist so traurig, daß man das einem Menschen antun muß.
Sie versteht's ja ganz offensichtlich nicht mehr, was man da an ihr macht, kriegt Angst und wehrt sich.
Die Nägel müssen ja nunmal ab.
Das Problem mit den Zahnprotesen habe ich eben auch beschrieben, da gibt's die Ausweichmöglichkeit mit nur noch Brei essen.
:confused:



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Elfriede
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AW: Fußpflege

Beitrag von Elfriede » Di 13. Jan 2015, 21:24

Hallo Elpida,

Eine Fußpflege ist nicht lebenswichtig aber verletzungsgeneigt.
Hier würde ich abwägen, ob man lieber die Nägel wachsen lässt, oder eine Verletzung riskiert. Eine Verletzung zieht einen täglichen Verbandwechsel (mit unvermeidlichem! Kampf) nach sich, und bei einer Infektion der Wunde ....
Warte doch lieber ab, bis Muttern gnädiger gestimmt ist. Solche Phasen sind für die Demenz typisch.

LG, Frieda


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Elpida
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AW: Fußpflege

Beitrag von Elpida » Mi 14. Jan 2015, 02:02

Danke Frieda,
ich bin überrascht. Wie lange kan man denn Nägel wachsen lassen?
Na und die Termine mit der Fußpflegerin lassen sich nicht spontan verabreden. Meine Mutter bekommt dieses Diabetes Rezept. Ich denke mal, daß es mir eher passieren würde, sie zu verletzen, als der professionellen Fußpflegerin. Ich habe vor ein paar Jahren mal so ein Nägelschleifgerät gekauft, wollte dann aber doch nie selbst dran an die Sache.

Es hilft mir, zu lesen, daß es demenztypische Phasen gibt.
Ja - eine Verweigerungsphase ist zurzeit offensichtlich.
Auch mit Essen.
Pudding will sie. Da macht sie schön den Mund auf.
Bei normalem Essen zeigt sich seit ein paar Tagen Verweigerung.
Heute gab es Tafelspitz. Hat sie früher sehr gern gemocht.
Jetzt wird das Fleisch wieder ausgespuckt. Ein paar Kartoffeln und Möhren habe ich quasi einflößen können, mehr nicht.

Ich mache mir Sorgen. Meine Mutter verhungert doch, wenn das so weiter geht. Ich kann sie doch nicht nur mit Grießpudding ernähren.
Sie hatte vor ungefähr 4 Jahren schon einmal so ein Phase. Nach welcher sie 20 Kilos verloren hatte. Was uns jetzt zugute kommt, denn einen 75 Kilo schweren Körper könnte mein Freund nicht stemmen. Er hat COPD.
Ich könnt's schon garnicht, bin klein und - nunja nicht mehr gerade zierlich, wiege 60 Kilo bei 1,56 Kleine - aber zu schwach um meine Mutter hoch zu halten.
Ich denke mal, daß meine Mutter inzwischen ungefähr 45 bis 50 Kilo wiegt, wir können sie nicht mehr auf die Waage stellen.
Jetzt bin ich vom Thema abgekommen.
Danke für Deine Info und Grüße!!!



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Angie
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Beitrag von Angie » Mi 14. Jan 2015, 11:52

Hallo Elpida,

zur Fußpflege kann ich nur sagen, dass unsere Erfahrung ist wo und wie es gemacht wird ist Ausschlag gebend. Viele Demente lassen sich die Fußpflege machen wenn sie im Bett liegen oder direkt nach dem Baden oder Duschen. Beruhigende Musik oder auch das Fernsehen hat schon oft funktioniert.

Zum Essen kann ich nur folgende Erfahrung teilen, dass viele Demente oft in der Essensverweigerung pikantes Essen ablehnen. Süßes geht fast immer.

Ne Brühe zum Trinken anbieten und dann was Süßes hinterher funktioniert bei vielen gut. (Kann muss aber nicht) ;-)

LG Angie


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Elfriede
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Beitrag von Elfriede » Mi 14. Jan 2015, 18:41

Bloss nicht selber mit dem Schleifgerät loslegen.
Bei einem diabetischen Fußsyndrom (ohne dem gibt es kein Rezept vom Doktor) ist das Risiko einfach zu hoch.


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Elpida
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Beitrag von Elpida » Mi 14. Jan 2015, 20:11

Mach' ich auch nicht, Elfriede.
Angie: Die Info über Süßspeisen ist hilfreich. Heute gab's Kartoffelpuffer, das ging. Auch ohne Zähne, die habe ich heute mal aus gelassen.
Ansonsten gibt's über den Tag verteilt Grießpudding.
Grüßeuch



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Beitrag von sanne44 » Sa 24. Jan 2015, 17:19

Fußpflege muß ja nicht mit elektrischen Schleifgeräten durchgeführt werden? Privat geht es doch auch mit Nagelschere oder -zange und Sandblattfeilen.

Für Menschen mit Demenz, die die Prozedur der Fußpflege nicht mehr verstehen, ist es vielleicht angenehmer, wenn man täglich im Rahmen des Waschens und Eincremens die Nägel ein bißchen mit der Nagelfeile bearbeitet. Zumindest in der privaten Pflege von Angehörigen könnte das machbar sein.

In der professionellen Pflege gibt es die Regel, daß Fußnägel nur von Fußpflegern gekürzt werden dürfen (wo steht das eigentlich geschrieben? Und mit welcher Begründung?) Wir Pflegekräfte dürfen dann die Wunden verbinden, die die Fußpfleger verursachen. Kommt leider viel zu häufig vor.



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Beitrag von Elfriede » Sa 24. Jan 2015, 20:10

@ Sanne44
Schaue doch mal nach oder frage an bei :
http://www.podologie.com
Zuletzt geändert von Elfriede am Sa 24. Jan 2015, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.


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thomas09
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Beitrag von thomas09 » So 25. Jan 2015, 08:40

In der professionellen Pflege gibt es die Regel, daß Fußnägel nur von Fußpflegern gekürzt werden dürfen (wo steht das eigentlich geschrieben?
das würde mich auch mal interessieren wo dieses stehen sollte?
höchstens
dass es in hauseigenen Standards aus rechltichen Gründen bei bestimmten Krankheitsbildern Einschränkungen gibt.



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Beitrag von sanne44 » So 25. Jan 2015, 15:25

Wenn Patienten mich gefragt haben, warum ich nicht Fußnägel schneiden darf, habe ich bisher immer gesagt: "Die Fußpfleger wollen ja auch was verdienen..."

Ich habe ein bißchen gegoogelt, Fußnägelschneiden ist eigentlich nicht für Pflewgekräfte verboten, andererseits wird es von den Pflegekassen nicht bezahlt, deswegen müssen die Altenpflegeheime und Pflegedienste es nicht machen, und inm den meisten Einrichtungen gibt es wohl entsprechende Anweisungen. Wenn sie es trotzdem machen und es passiert ein Fehler, kann es da haftungsrechtliche Probleme geben... oder so ähnlich.

Hier steht es ganz gut erklärt: http://www.altenpflege-online.net/Infop ... -Altenheim

in anderen Artikeln wird Pediküre als ganz normale Pflegetätigkeit beschrieben, die jede Pflegekraft durchführen kann, außer bei Diabetikern usw.
http://www.pflegewiki.de/wiki/Fu%C3%9Fpflege
http://www.pflege-abc.info/pflege-abc/a ... logie.html



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Beitrag von Elfriede » So 25. Jan 2015, 19:27

Überlegen wir doch mal :

Wann geht die Pflegekraft nicht auf die Fußnägel los ? Bei :

- Diabetikern
- Mykosen (Holznägel)
- Durchblutungsstörungen (AVK jeden Grades)
- Infektionsgefährdung/Abwehrschäche
- Blutungsneigung z.B. durch Antikoagulantien wie Marcumar, ASS, Heparine u.v.a.

Mit elektrischen Maschinen sowieso nicht und auch nicht ohne die
ausdrückliche Einwilligung des (voll geschäftsfähigen) Patienten.

Fazit : In der Altenpflege findet sich (fast) immer ein zwingender
Ausschlussgrund.


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