Familie wendet sich bei der Pflege ab

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Spezi
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Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Do 22. Mär 2018, 14:20

Hallo,

ich habe mich hier angemeldet um meinen angestauten Frust abzulassen.

Meine beiden Großeltern (87 & 88 Jahre alt) sind seit einigen Jahren demenzkrank und pflegebedürftig. Meine Tante wohnt schon seit ihrer Kindheit mit denen in einem Haus zusammen und trägt die Hauptlast der Pflege, obwohl sie voll berufstätig ist. Meine Mutter kümmert und pflegt die beiden ebenfalls täglich, obwohl sie berufsbedingt "gut ausgelastet" wird. Eine Schwester, welche 25 km weit entfernt wohnt, kommt jeden Sonntag und hilft bei dem Haushalt mit. Sie arbeitet an vier Tagen in der Woche. Eine andere Schwester wohnt ca. 12 km entfernt und kommt ca. einmal im Monat und hilft dann ebenfalls im Haushalt mit. Sie arbeitet Teilzeit und ist gesundheitlich angeschlagen. Mein Onkel wohnt, wie meine Mutter und ich auch, im selben Dorf. Ungefähr 300 Meter die Straße herunter. Er ist selbstständig und arbeitet seit ca. 1,5 Jahre auf einer Baustelle, welche sich schräg gegenüber des Hauses meiner Großeltern befindet. Er kommt immer nur sonntags zum Kaffeetrinken. Seine Frau (=Schwiegertochter) hatte jahrelang Unterstützung von meinen Großeltern bei ihrem Haushalt und Erziehung der drei Kinder bekommen. Anfangs kam sie gelegentlich vorbei und half ihnen. Jetzt kommt sie nur noch sonntags zum Kaffee trinken oder wenn es ein Notfall ist.

Ich selbst bin montags bis freitags zwei Mal täglich bei meinen Großeltern. Meine Tante und Mutter sind für die Pflege zuständig, ich für die Betreuung. Dennoch nimmt es mich sehr mit, wie sich Oma und Opa entwickeln. Zum Glück kommt jetzt vier Mal die Woche eine Frau von der Caritas zur Unterstützung.

Allerdings bin ich wütend und enttäuscht auf den Großteil der Familie, weil sie sich vollständig aus der Verantwortung nehmen. Ich bin der einzigste von acht Enkelkindern, der sich um Oma und Opa kümmert. Auch wenn manche weiter wegwohnen (25km) und alle berufstätig sind, finde ich es schwach wie sie sich verhalten. Zu den Feiern kommen sie, wie der Rest der Familie, natürlich gerne und nehmen Geschenke an.

Ich persönlich habe die Konsequenz daraus gezogen und ignoriere den Rest der Familie einfach bzw. gehe den aus dem Weg. Manche sind deswegen sauer auf mich, weil das "kein Benehmen" wäre, ist mir aber egal. Ich kann mir jeden Morgen mit gutem Gewissen in den Spiegel schauen.

Wie bewertet ihr den Sachverhalt?
Wie sind eure persönlichen Erfahrungen mit der Familie, wenn es um die Pflege der Eltern bzw. Großeltern geht?
Was geht in solchen Menschen vor?



resigniert
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von resigniert » Do 22. Mär 2018, 17:24

Ich kenne deine Großeltern nicht, ich kenne deine Familienangehörigen nicht, ich habe nur 42 Jahre ununterbrochene Pflege hinter mir, mit sehr vielen Kontakten von Angehörigen.
Es gibt immer 2 Seiten einer Medaille, es gibt immer eine lange Familienbiographie, mit vielen gewesenen Ereignissen die nie kommuniziert wurden.
Es gibt immer Menschen, die mit Situationen in der Pflege und der demenziellen Veränderungen absolut nicht umgehen können, wärend andere dies als halb so wild beurteilen.
Es gibt immer unterschiedliche emotionale Bindungen zu den unterschiedlichen Großfamilienmitgliedern, die nach außen nicht als Unterschied sichtbar werden.
Auch deine Familenangehörigen werden ohne Scham in den Spiegel schauen können, jederhat seine eigenen Fähigkeiten und Grenzen und ist in erster Linie für seine Selbstpflege zuständig.
Ich habe meine Mutter auch nicht gepflegt, obwohl es mir durchaus Entfernungsmäßig möglich gewesen wäre und ich sie sehr geliebt habe.
Aber durch unsere gemeinsame Biographie war es nicht möglich.



Winkelspinne
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Winkelspinne » Do 22. Mär 2018, 18:52

Hallo Spezi,

Du hast von resigniert schon eine sehr gute Antwort bekommen.

Was mich betrifft, sorry - soll nicht überheblich klingen - , ich habe beim lesen Deines Posts als erstes
gedacht: Willkommen im Leben!

Vorab, niemand ist dazu verpflichtet zu helfen, es ist eine freiwillige Entscheidung. Vor allem die Schwiegertochter
nicht. Selbst wenn sie damals Unterstützung durch deine Großeltern hatte. Es verpflichtet sie zu nichts. Menschlich
gesehen hast Du vielleicht Recht, aber dennoch.

Du wolltest unsere Erfahrung mit diesen Dingen? Meine ist: Sei froh das es so gut läuft. Umso größer die Familie heißt
nicht das es leichter ist. Oftmals ist das Gegenteil der Fall da sich alle um das wichtigste Streiten. (nein, nicht der
Pflegebedürftige, sondern das liebe Geld)

Die welche am wenigsten getan haben schreien beim Erbe als lautestes Hier!
Da habe ich schon die schlimmsten Sachen von den Angehörigen gehört, und die erzählen mir viel was ich eigentlich
gar nicht wissen will. Selbst Verhandlungen, Betreuung wurde einem Kind zugesprochen - aber durch den Geldzank -
wurde die finanzielle Betreuung einem Berufsbetreuer zugesprochen.

In Deinem Fall, ignorieren ist meiner Meinung Quatsch, Du bist doch kein bockiges Kind. Versuche sie alle an einen
Tisch zu bekommen und über die Situation zu reden.

Wenn Sie dann nicht helfen wollen kannst Du nicht viel machen.

Viele Grüße
Winkelspinne



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doedl
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von doedl » Fr 23. Mär 2018, 07:47

Hallo Spezi,

ich kann Dich gut verstehen.

Wenn man selbst für Werte steht, wie Dankbarkeit, Liebe und gegenseitige Fürsorge, tut es schon weh, dass sich einige Leute offensichtlich nicht an sowas erinnern wollen.

Doch leider ist es, wie meine Vorposterinnen schreiben:

Egoismus ist die Krankheit unserer Gesellschaft und Du schilderst ein paar Beispiele davon.

Sei es drum. Du machst es anders und bist mit Dir zufrieden. Das steht im Vordergrund. Die es nicht so machen, müssen mit sich klar kommen.

Allerdings würde ich- wenn ich auf "mein Benehmen" angesprochen würde, mal klar sagen, dass es für mich auch kein gutes Benehmen ist, sich gänzlich aus der Betreuung der Großeltern heraus zu halten. Ganz ruhig sprechen, vielleicht hilft das ja.

Gruß Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

resigniert
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von resigniert » Fr 23. Mär 2018, 07:59

@doedl,
ich schrieb nichts von Egoismus!
Ich schrieb von u.U. alten Verletzungen und Selbstpflege/Selbstfürsorge.
Übrigens konnte z.B. bei mir diese Verletzungen mit prof. Hilfe geheilt werden, ich konnte trotzdem nicht längere Zeit mit meiner Mutter verbringen ohne aggressiv zu werden. Niemand in meiner Familie hat von den Verletzungen gewusst/geahnt und niemand außer meinem Psychologen habe ich davon erzählt.
Ich bin ganz bestimmt keine Ausnahme.
Aber natürlich gibt es auch egoistische - im Unterschied zu selbstfürsorglichen - Gründe, dies will ich nicht bestreiten



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Fr 23. Mär 2018, 11:31

Erst einmal möchte ich allen Usern für eure ehrliche Meinung danken.

Ich möchte einmal ein paar Aspekte aufgreifen:

1.) Niemand ist verpflichtet:

Vollkommen richtig. Wobei ich mich dunkel erinnere, dass im BGB definiert ist, dass Kinder unter Umständen Unterhalt für ihre Eltern zahlen müssen. Insbesondere wenn sie ins Pflegeheim kommen würden. Das wird bei meinen Großeltern aber wohl nicht der Fall sein. Wir möchten unbedingt, dasss sie bis zum Schluss in ihrem Geburtshaus leben.

Aus moralischer Sicht finde ich es aber sehr schade, dass viele Angehörige sich einfach abwenden. Zu den Feiern kommt man gerne, stellt sich in den Mittelpunkt. Aber Oma und Opa werden meistens nur am Anfang gegrüßt und am Ende verabschiedet. Sonst werden sie von den meisten ignoriert. Seh schade. Das verletzt mich auch. Und deswegen bleibe ich auch schon seit einigen Jahren Familienfeiern immer fern. Wobei die Zankerei, unabhängig von der Pflege, schon immer in der Familie gegeben war.

2.) Familienbiographie:

Es stimmt. Ich weis (noch) nicht alles über die Familie. Bestimmte Sachen werden einfach nicht (gerne) kommuniziert. Ich weis aber, dass mein Onkel (=der Mann der eingeheirateten Schwiegertochter) wohl in der Kindheit einmal von meinem Großvater geohrfeigt worden ist. Nach außen wird das abgestritten, aber es war wohl so passiert. Vermutlich deshalb hatte mein Onkel schon immer ein distanziertes Verhältnis zu meinen Großeltern gehabt.

Die Größe der Familie ist sicherlich ein Problem. Es sind halt sehr viele unterschiedliche Charaktere dabei, die auch unterschiedliche Vorstellungen vom Leben, von Moral, Werte und Familie haben. Das macht die Pflege nicht einfach. Allerdings gibt es ein positives Beispiel einer Tochter, die sich in den letzten zwei Jahren sehr positiv entwickelt hatte. Über die Gründe möchte ich hier nicht offen schreiben. Sie kommt zwar nur etwa einmal im Monat, aber dann bringt sie immer Geschenke mit und macht den Haushalt ihrer Eltern. Das finde ich großartig und lieb von ihr

3.) Fähigkeiten der Familienangehörigen:

@resignierter hat es schon treffend forumuliert: Jeder hat seine eigene Fähigkeiten und nicht jeder kann die Pflege und Betreuung übernehmen. Aber, dass ich hintenherum von manchen Familienangehörigen schlecht gerdet werde, weil ich mich um meine Großeltern kümmere und nicht arbeiten gehe, ist schon dreist. Die Schwiegertochter hatte ich letztes Jahr damit indirekt konfroniert und es kam zu einem verbalen Schlagabtausch. Seitdem hat sie selbst von meiner Mutter Abstand genommen und kommt nur noch zu ihren Schwiegereltern, wenn sie gerufen wird.


4.) Erbe:

Es ist leider gar nichts geregelt. Meine Großeltern, insbesondere mein Opa, konnten sich nie vorstellen, dass deswegen mal Streitigkeiten ausbrechen werden. Für ein Testament ist es jetzt zu spät, wegen den gesundheitlichen Einschränkungen. Auch will das von den Enkelkindern niemand wirklich machen. "Es kommt wie es kommt" wird mit einem Lächeln gesagt. Das heißt im Klartext: Streit, Stress und Missgunst. Aber danach wird dann hoffentlich jeder seinen Weg gehen und es bleiben nur noch diejenigen zurück, welche schon immer miteinander klarkamen.

5.) Familienaussprache:

Sie kommt immer nur zu Ostern und Weihnachten zusammen. Allerdings auch nie vollzählig und teilweise getrennt, weil sie sich untereinander nicht grün sind. Aber außer Selbstdarstellung, heiße Luft und Heuchlerei kommt da nichts bei raus. Insbesondere Weihnachten ist immer sehr stressig und es kann sehr schnell eskalieren. Trotzdem hatte ich mit meiner Mutter und Tante mal darüber gesprochen, ob man nicht einmal eine Aussprache machen könne - keine wirkliche Antwort. Und ich solle mich daraus halten

Ganz besonders möchte ich @doedl danken: Deine Worte haben mir gut getan. Ich kann sonst quasi mit niemanden über meine Probleme reden. Mich macht das fertig. Ich hoffe, dass ich bald mal einen Urlaub machen kann, weil es mich fertig macht, wenn ich morgens ins Haus meiner Großeltern komme und ich Oma aus dem Bett holen muss. Sie sieht dann oftmals wie halbtot aus und fängt an zu weinen. Zum Glück kann ich das (noch) hintermir lassen und es verfolgt mich (noch) nicht im Schlaf. Aber eine kurze Auszeit tut mir gut.



Winkelspinne
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Winkelspinne » Mo 26. Mär 2018, 14:26

Hallo Spezi,

ich wollte Dich mit meiner Antwort nicht verletzten und ich verstehe Dich genauso wie Doedel,
deren Ansicht ich teile. Ich habe lediglich meine Erlebnisse sachlich klar gestellt. Und nach deinem zweiten
Post geht es immer mehr ich die Richtung die ich geschildert habe.

Sie sind nicht verpflichtet zu helfen. Wenn aber die Großeltern ins PH kommen muss vorab das Vermögen eingesetzt
werden. Danach wird Sozialhilfe beantragt. Die Finanzielle Lage der Kinder wird geprüft. Und nur wenn genügend
finanzielle Mittel vorhanden sind müssen die Kinder dazuzahlen.

Was mich wirklich ärgert, Du reißt dir krass gesagt den Allerwertesten auf und kümmerst dich, sollst Dich aber raushalten.
Das geht gar nicht. Mal rein geldlich gesprochen, Du sparst den anderen sehr viel Geld. Selbst wenn die Großeltern in der Lage
wären das Heim zu zahlen rechnet es sich hinterher darin das die Kinder mehr erben. Und daher ist das eine Frechheit
Dir gegenüber. Vor allem wenn Du so viel leistest das Du dich nach Urlaub und einer Auszeit sehnst.

Viel Kraft wünscht Dir
Winkelspinne



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Di 27. Mär 2018, 13:09

Winkelspinne hat geschrieben:
Mo 26. Mär 2018, 14:26
Hallo Spezi,

ich wollte Dich mit meiner Antwort nicht verletzten und ich verstehe Dich genauso wie Doedel,
deren Ansicht ich teile. Ich habe lediglich meine Erlebnisse sachlich klar gestellt. Und nach deinem zweiten
Post geht es immer mehr ich die Richtung die ich geschildert habe.
Kein Problem. Ich habe mich auch nicht persönlich angegriffen gefühlt. Grundsätzlich hast Du auch mit Deinem Beitrag Recht.
Sie sind nicht verpflichtet zu helfen. Wenn aber die Großeltern ins PH kommen muss vorab das Vermögen eingesetzt
werden. Danach wird Sozialhilfe beantragt. Die Finanzielle Lage der Kinder wird geprüft. Und nur wenn genügend
finanzielle Mittel vorhanden sind müssen die Kinder dazuzahlen.
Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht passieren, weil wir das für Oma und Opa nicht wollen.

Davon ungeachtet hätte wohl nur meine Tante und mein Onkel die finanziellen Mittel dafür sie zu unterstützen. Meine Mutter z.B. hat nur einen Teilzeit-Job mit ca. 800 Euro netto monatlich. Ich selber beziehe gegenwärtig ALG 2.

Ich kenne mich nicht genau mit der Rechtslage aus, wenn z.B. ein Kind nicht zahlungsfähig ist wie es dann weitergeht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass dann eventuell die Enkelkinder in Regress genommen werden könnten? Wobei meine Großeltern aber noch einen fünfstelligen Betrag auf ihr Konto haben und dann noch ein unbebautes Grundstück am Dorfrand. Vermutlich muss erst dieses Vermögen eingesetzt werden. Im Zweifel finde ich das auch nicht schlimm, weil sich dann im Endeffekt später um weniger gestritten wird. 8)
Was mich wirklich ärgert, Du reißt dir krass gesagt den Allerwertesten auf und kümmerst dich
Eins möchte ich erst einmal klarstellen: Die eigentliche Pflege übernimmt meine Mutter und meine Tante. Ich bin in der Hauptsache für die Betreuung und die Grundstückspflege (Rasen mähen und Schnee schaufeln) zuständig.

Um es einmal konkret zu schreiben:

- Unterhaltung
- Oma und Opa Getränke einschenken und anreichen
- insbesondere Oma bei der Tabletteneinnahme helfen.
- je nach Tagesform Oma morgens aus dem Bett holen und Hausschuhe (richtig) anziehen
- sie in die Küche mit der Gehhilfe begleiten
- für Opa in den Keller Getränke holen bzw. dort Dinge erledigen.
- für ihn Einkaufen gehen und die Einkäufe verräumen
- morgens mithelfen das Frühstück vorzubereiten und aufzutischen (inkl. abräumen). Das selbe gilt auch nachmittags für das Kaffee trinken sollst Dich
- Opa ggf. den Gehstock bringen, wenn er ihn irgendwo vergessen hat bzw. ihn gelegentlich beim Gehen helfen
- auch mal einen Apfel bzw. Banane schneiden und insbesondere Oma dann häppchenweise anreichen
- Rollläden hochziehen
- Fenster öffnen
- Betten machen
- Müll heraus bringen
- Mülltonne an die Straße stellen und wieder in den Hof stellen

Das war es im Groben. Ich muss aber auch schon mal benutze Pampers herausbringen und die Toilettenschüssel sauber machen. Mit der Zeit wird wohl noch einiges dazukommen. Das ist nicht immer einfach. Zum Glück bin ich am Donnerstag erst einmal für 3 Wochen in den Urlaub. Werde die Zeit genießen :)
aber raushalten.
Das stört mich auch. Und deswegen sprach ich auch mit meiner Mutter und Tante deswegen. Sie gaben mir indirekt Recht, wollen aber keinen offenen Streit mit der Familie, solange Oma und Opa noch leben. Mit der Frau meines Onkels hatte ich letztes Jahr mal einen Streit gehabt. Seitdem macht sie noch weniger als sonst und ist noch eigenartiger geworden.
Das geht gar nicht. Mal rein geldlich gesprochen, Du sparst den anderen sehr viel Geld. Selbst wenn die Großeltern in der Lage
wären das Heim zu zahlen rechnet es sich hinterher darin das die Kinder mehr erben. Und daher ist das eine Frechheit
Dir gegenüber. Vor allem wenn Du so viel leistest das Du dich nach Urlaub und einer Auszeit sehnst.
In der Vergangenheit bekamen meine Mutter und ich auch immer (finanzielle) Hilfe von den Großeltern und meiner Tante. Dafür sind wir ihnen auch dankbar. Aber ich sage deutlich: Wenn sie nicht mehr leben, ist auch diese Schuld erloschen.

Gestern hatte mein Opa Geburtstag. Selbstverständlich war die ganze Sippe da bis teilweise abends. Das hatte meiner Tante schon im Vorfeld nicht gepasst, weil das für Oma und Opa zu viel wird. Dennoch wird das immer noch geduldet. An Heiligabend letzten Jahes waren meine beide Großeltern schon im Bett gewesen, da waren immer noch welche von der Familie da gewesen und haben "fröhlich gefeiert".

Viel Kraft wünscht Dir
Winkelspinne
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*Angie*
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von *Angie* » Do 5. Apr 2018, 23:34

Du hast etwas Wichtiges geschrieben:
D U kannst Dir selbst ins Gesicht sehen.

Es ist schön, zu lesen, dass Du Dich so kümmerst und da man den Rest der Verwandtschaft wohl leider nicht zwingen kann, möchte ich es so ausdrücken:

Du machst Deinen Großeltern da gerade ein wunderbares GESCHENK :)
Vielleicht hilft es Dir und gibt es Dir wieder Kraft, es auch so zu sehen?

Denn was Du ihnen da von Herzen gibst, kann niemand ihnen nehmen und Du kannst all das stolz mit in Deine spätere Zukunft nehmen.

Aber versuch Dir immer kleine Inseln zu schaffen in Deinen Tagen.

Du kannst echt stolz auf Dich sein und ich hoffe, ich darf später auch ein Enkelchen haben, das so ist wie Du.

Alles Liebe und viel Kraft!

Angie


» Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. « (Albert Schweitzer)

Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Fr 13. Apr 2018, 13:49

Vielen Dank für Deine lieben Worte. Sie tuen mir unheimlich gut.

Mich persönlich würde interessieren, ob andere Menschen die selben oder ganz ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht haben. Ich denke als Meinungsaustausch wäre das doch geeignet, oder?



RR77/38
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von RR77/38 » So 15. Apr 2018, 21:36

Ich habe 1 1/2 Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet (ansonsten stationär) und habe großen Respekt vor pflegenden und anders helfenden Angehörigen, die auch oft selber schon in reifem Alter sind.
Holt ruhig noch mehr professionelle Helfer ins Team, dann bleibt nachher so gut wie nichts, um das sich Erben streiten könnten (Vorsicht: Sarkasmus).
Wenn nur noch eine Tochter und keine weiteren Töchter und Söhne der Großeltern leben, dann erbt diese ohnehin alles, wenn kein Testament vorliegt.

Ich habe einen Erbfall hinter mir, bei dem Neffen, Nichten, Großneffen und Großnichten erbten. Da ging es um Zwölftel von weniger als 2000 DM und der Sachbearbeiter vom Amtsgericht wollte von allen möglichen Erbberechtigten Geburts- oder Todesurkunden. Das dauerte gut ein halbes Jahr.
Na ja, dadurch wurden die Ahnentafeln wenigstens vervollständigt. Da es um praktisch nichts ging, gab es unter den Erben keinen Streit, einer verzichtete sogar zugunsten der Grabpflegekosten.

Edit:
Wenn ich den 1. Beitrag richtig gelesen habe, dann sind es 3 Töchter und 1 Sohn der Großeltern.
Das läuft dann wohl darauf raus, das der länger lebende Großelter (Singular) 50% und die vier Kinder je 12,5% erben.
Da wird man wohl das Grundstück verkaufen müssen, außer alle 4 Kinder sind bereit zu warten.

Edit 2:
Ich würde empfehlen schon mal je ein Konto für die sog. Schonbeträge einzurichten.



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Di 17. Apr 2018, 06:23

Es sind vier Töchter und ein Sohn der Großeltern.

Das Erbe ist auch so eine Sache. Es liegt kein Testament vor und deshalb wird die gesetzliche Erbfolge greifen. Das ist auch erst einmal nicht das Problem, wenn es um das Geld auf dem Konto geht. Problematisch wird es um das Haus der Großeltern.

Meine Tante lebt seit ihrer Kindheit dort und meine Mutter möchte gerne dort einziehen, wenn ihre Eltern nicht mehr leben. Es soll ihre Altersvorsorge sein. Nach dem jetztigen Stand müsste wohl ein Kind das Haus übernehmen und die anderen auszahlen. Das wäre natürlich heftig und einer würde richtig bluten müssen.

Allerdings haben sich die fünf Kinder wohl mündlich darauf geeinigt, dass das Haus meine Mutter und Tante bekommen soll. Bei den vier Töchtern ist das auch sehr glaubhaft. Dort gibt es keine Intrigantin. Problematisch wird der Sohn sein. Kein schlechter Mensch, aber er hat in seinem Haus nichts zu melden. Seine angeheiratete Frau (siehe erster Beitrag) ist ganz scharf aufs Geld und will so viel wie möglich für sich herausschlagen. Deshalb weis ich nicht, wie er dann später schließlich reagieren wird.

Natürlich wäre es besser etwas schriftliches abzuschließen und darüber habe ich auch mit meiner Mutter und Tante gesprochen. Sie sind einfach zu beschäftigt und meine Mutter meint "es kommt wie es kommt".

Angenommen, die vier Töchter verzichten auf ihren Teil des Hauses (weil ja noch anderes Vermögen vorliegt), aber nur der eine Sohn nicht: Wie geht es dann weiter?

Besteht die Möglichkeit, dass die Erbengeschmeinschaft sich auf eine Schenkung bzw. Nießbrauchrecht für meine Mutter und Tante einigt?

Hat sonst noch jemand eine Idee?



thomas09
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von thomas09 » Di 17. Apr 2018, 10:38

5 Kinder, mit Ehe/Lebenspartner 10 Leute werden sich nicht einigen.
Angenommen, die vier Töchter verzichten auf ihren Teil des Hauses (weil ja noch anderes Vermögen vorliegt), aber nur der eine Sohn nicht: Wie geht es dann weiter?
Dann bekommt der Sohn ALLES.
Besteht die Möglichkeit, dass die Erbengeschmeinschaft sich auf eine Schenkung bzw. Nießbrauchrecht für meine Mutter und Tante einigt?
Natürlich, möglich ist alles - aber wahrscheinlich?

Der Umgang miteinander, wie du schreibst, scheint wohl nicht von gegenseitiger Achtung und Rücksicht im Besonderen geprägt zu sein, so dass ein Verzicht auf in Aussicht stehende mögliche größere Geld- oder Sachbeträge als eher unwahrscheinlich einzuschätzen ist.

Ein Erbverzicht bedeutet, Verzicht auf das GESAMTE Erbe.
Ist das realistisch?
Natürlich wäre es besser etwas schriftliches abzuschließen und darüber habe ich auch mit meiner Mutter und Tante gesprochen. Sie sind einfach zu beschäftigt und meine Mutter meint "es kommt wie es kommt".
Zu beschäftigt - halte ich für ein Ausrede, denn da müsste man unangenehme Dinge besprechen.
"es kommt wie es kommt" - dann würde ich Sagen es kommt dazu, dass deine Mutter in dieses Haus nicht einzieht.
Hat sonst noch jemand eine Idee?
Deine Mutter kauft das Haus und zahlt die Erbengemeinschaft aus.



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Di 17. Apr 2018, 12:25

Besteht die Möglichkeit, dass die Erbengeschmeinschaft sich auf eine Schenkung bzw. Nießbrauchrecht für meine Mutter und Tante einigt?
Natürlich, möglich ist alles - aber wahrscheinlich?
Der Umgang miteinander, wie du schreibst, scheint wohl nicht von gegenseitiger Achtung und Rücksicht im Besonderen geprägt zu sein, so dass ein Verzicht auf in Aussicht stehende mögliche größere Geld- oder Sachbeträge als eher unwahrscheinlich einzuschätzen ist.

Ein Erbverzicht bedeutet, Verzicht auf das GESAMTE Erbe.
Ist das realistisch?
Ich dachte, wenn der Sohn beispielsweise nur auf seinen Anteil des Hauses verzichtet, bekommt er weiterhin seinen gesetzlichen Anteil vom Barvermögen.

Das Haus der Großeltern ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Meine Tante lebt mit ihnen seit ihrer Kindheit unter einen Dach. Meine Mutter stand ihnen immer am nächsten und sah das Haus als Altersabsicherung.
Natürlich wäre es besser etwas schriftliches abzuschließen und darüber habe ich auch mit meiner Mutter und Tante gesprochen. Sie sind einfach zu beschäftigt und meine Mutter meint "es kommt wie es kommt".
Zu beschäftigt - halte ich für ein Ausrede, denn da müsste man unangenehme Dinge besprechen.
"es kommt wie es kommt" - dann würde ich Sagen es kommt dazu, dass deine Mutter in dieses Haus nicht einzieht.
Das habe ich beiden gesagt. Sie wollen das nicht hören. Kann ich dann auch nicht ändern.

Hat sonst noch jemand eine Idee?
Deine Mutter kauft das Haus und zahlt die Erbengemeinschaft aus.
Meine Mutter hat aber nur einen Teilzeit-Job und keinerlei Rücklagen. Wie soll sie das finanzieren? Einen Kredit etc. will sie nicht aufnehmen, weil sie ihn nicht mehr zurückbezahlen kann. Eventuell würde ich dann auch die Verbindlichkeiten erben. Das wollen wir beide nicht.

Übrigens: Wie verhält sich Paragraph 2057a BGB in dem Kontext?

https://dejure.org/gesetze/BGB/2057a.html

Meine Tante und Mutter pflegen meine Großeltern schon seit 3 - 3,5 Jahren. Allerdings ohne das zu dokumentieren. Das wollen sie auch in Zukunft nicht machen "zu beschäftigt", " das wissen doch eh alle in der Familie". Sie sind beide als Pflegegeld-Berechtigte für meine Großeltern eingetragen und meine Tante bekommt das Geld auf ihr Konto ausgezahlt.

Im Übrigen führe ich auch ein so genanntes "Pflegetagebuch", wo ich Zeit, Umfang und Tätigkeiten dokumentiere. Allerdings bin ich nur für die Betreuung und Haushaltsarbeit sowie Grundstücksarbeit zuständig. Ursprünglich habe ich es - aus einen anderen Grund angefangen zu dokumentieren. Aber könnte es mir vielleicht weiterhelfen?

In der gesetzlichen Erbreihenfolgen käme ich hinter meiner Mutter. Gibt es aber dennoch die Möglichkeit für meine geleistete Arbeit eine Ausgleichszahlung zu bekommen? Wie gehe ich dann dabei am besten vor?



resigniert
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von resigniert » Di 17. Apr 2018, 13:30

Spezi hat geschrieben:
Di 17. Apr 2018, 12:25


Das Haus der Großeltern ist eine hoch emotionale Angelegenheit. Meine Tante lebt mit ihnen seit ihrer Kindheit unter einen Dach. Meine Mutter stand ihnen immer am nächsten und sah das Haus als Altersabsicherung.

Es ist immer problematisch, das Eigentum von Anderen, als seine eigenen Altersabsicherung zu sehen.



thomas09
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von thomas09 » Di 17. Apr 2018, 14:02

Eine Teilverzicht auf das Erbe ist nicht möglich.
Das Haus der Großeltern ist eine hoch emotionale Angelegenheit.
Emotional oder nicht - interessiert das Gesetz nicht.
Meine Mutter hat aber nur einen Teilzeit-Job und keinerlei Rücklagen.
Dann müßten ALLE anderen 4 incl. Partner verzichten - ist das wirklich realistisch?

Wenn nichts dokumentiert wird, wirds schwierig, wenn die anderen Erben nicht sagen - ja wir sind uns einig, dass deine Mutter/Tante 10/20/30tsd.€ mehr bekommen - dann gehts vor Gericht - kostet auch ne Stange Geld je nach Erbwert.
Angenommen, die vier Töchter verzichten auf ihren Teil des Hauses (weil ja noch anderes Vermögen vorliegt), aber nur der eine Sohn nicht: Wie geht es dann weiter?
Dann muss der Ausbezahlt werden.
Gibt es aber dennoch die Möglichkeit für meine geleistete Arbeit eine Ausgleichszahlung zu bekommen?
Ja jetzt, aber dann evtl. Jahre später den Erben eine Rechnung zu präsentieren? Das Unterfangen halte ich für nicht durchführbar und erfolgversprechend.

Mir scheinen hier innerfamiliäre, persönliche und erbrechtliche Fragen völlige durcheinander zu gehen.

Es gibt kein Testament, damit tritt die gesetzliche Erbfolge ein.
Die betroffenen Personen (Mutter, Tante) wollen nichts dokumentieren, sind zu beschäftigt, die Familie zu Zeiten nichts geregelt, genauso wie deine Großeltern.

Wie ich oben schon geschrieben habe, wenn ALLE sich einig sind und Zustimmen ist alles/vieles möglich.
Nur bei deinen Überlegungen - ist das wirklich realistisch?

Welchen Grund sollte es geben das die anderen 4 Kinder auf ihren Erbteil am Haus zu verzichten?

Verstehe auch nicht, genauso wie <resigniert>, wie deine Mutter das Haus als ihre Altervorsorge betrachten kann, wenn noch 4 andere Kinder da sind und auch deine Großeltern dies wohl so nicht gewollt haben, sonst hätten diese ja sicherlich ein Testament gemacht.



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Di 17. Apr 2018, 14:19

Gibt es aber dennoch die Möglichkeit für meine geleistete Arbeit eine Ausgleichszahlung zu bekommen?

Wie ich oben schon geschrieben habe, wenn ALLE sich einig sind und Zustimmen ist alles/vieles möglich.
Ich werde an dieser Stelle natürlich alle familiären Details preisgeben. Aber zumindest bei den vier Töchtern ist das auf jeden Fall realistisch. Nur der Sohn ist halt ein Wackelkanditat.
Welchen Grund sollte es geben das die anderen 4 Kinder auf ihren Erbteil am Haus zu verzichten?
Die drei Kinder (zwei Töchter und der Sohn) wissen genau was meine Tante und Mutter für die Großeltern leisten.

Du hattest weiter geschrieben, dass auch die Ehepartner der Kinder mitbestimmen. Also ein gesetzliches Mitbestimmungsrecht haben sie doch nicht, oder? Vermutlich werden sie das aber hausintern regeln.
Verstehe auch nicht, genauso wie <resigniert>, wie deine Mutter das Haus als ihre Altervorsorge betrachten kann, wenn noch 4 andere Kinder da sind und auch deine Großeltern dies wohl so nicht gewollt haben, sonst hätten diese ja sicherlich ein Testament gemacht.
Ah, ok. Das war jetzt mein Fehler. Es ist etwas unglücklich ausgedrückt: Altersvorsorge in dem Sinne nicht. Es war und ist viel mehr ihr persönlicher Wunsch in diesem Haus ihren Lebensabend zu verbringen. Inwiefern das tatsächlich der Fall sein wird, zeigt sich noch.

Wenn das wirklich nicht anders geht, dann muss die Immobilie halt veräußert werden. Solange man dann endlich Ruhe vor der Sippe hat, soll es mir recht sein.s



thomas09
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von thomas09 » Di 17. Apr 2018, 14:31

Du hattest weiter geschrieben, dass auch die Ehepartner der Kinder mitbestimmen. Also ein gesetzliches Mitbestimmungsrecht haben sie doch nicht, oder? Vermutlich werden sie das aber hausintern regeln.
Genauso ist es, die Quatschen halt auch mit und Beeinflussen die Erben.
Solange man dann endlich Ruhe vor der Sippe hat,
Klingt jetzt nicht wirklich nach Harmonie, was die Voraussetzung für dein, deiner Mutter/Tante vorhaben wäre.



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Di 17. Apr 2018, 14:44

thomas09 hat geschrieben:
Di 17. Apr 2018, 14:31
Du hattest weiter geschrieben, dass auch die Ehepartner der Kinder mitbestimmen. Also ein gesetzliches Mitbestimmungsrecht haben sie doch nicht, oder? Vermutlich werden sie das aber hausintern regeln.
Genauso ist es, die Quatschen halt auch mit und Beeinflussen die Erben.

Ja, kann man leider nix machen. Stinkstiefel gibt es halt genug.
Solange man dann endlich Ruhe vor der Sippe hat,
Klingt jetzt nicht wirklich nach Harmonie, was die Voraussetzung für dein, deiner Mutter/Tante vorhaben wäre.
Naja, eine wirkliche Familie war das noch nie gewesen. Das liegt zum einen an der Größe und zum anderen auch an den verschiedenen Vorstellungen der einzelnen Mitglieder.

Der engste Kreis, dazu zähle ich die fünf Kinder, bilden durchaus eine enge Familie. Man ist sich nicht immer einig, aber man hält zusammen. Dennoch geht die Zeit natürlich nicht spurlos an meiner Mutter und Tante vorbei. Ich weis von beiden, dass sie enttäuscht sind über den Rest der Familie. Zu den Feiern kommt man gerne, aber Oma und Opa hilft man nicht so gerne.

Aber im Endeffekt muss man sehen, was kommt. Wenn wirklich der Super-Gau kommt, dann ist es halt so. Dann kommt halt was Neues. Muss ja auch nicht immer schlecht sein. ;)



Spezi
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Re: Familie wendet sich bei der Pflege ab

Beitrag von Spezi » Do 19. Apr 2018, 07:33

Nach dem ich jetzt zwei Nächte darüber geschlafen habe, ist es vielleicht sinnvoll den Schwerpunkt wieder auf den Erfahrungsaustausch zu legen. Das mit dem Erbe, kann ich eh schlecht beeinflussen. Die Gründe wurden genannt. Höchstens könnte ich mich hierrauf berufen: https://dejure.org/gesetze/BGB/2057a.html. Allerdings wäre vermutlich vorher ein Gespräch mit einem Fachanwalt empfehlenswert, um insbesondere den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Ob man für ein solches Beratungsgespräch Prozesskostenhilfe bekommt?

Ich möchte aber noch etwas schreiben, was bis her noch nicht geschildert worden ist. Es geht wieder einmal um die angeheiratete Frau meines Onkels. Wie bereits geschrieben: Sie kümmert sich überhaupt nicht mehr um die Schwiegereltern, außer sie wird gerufen. Dann bleibt sie aber auch meistens nicht so lange (ca. 10 Minuten), sofern kein Besuch da ist, mit dem sie quatschen kann. Was mir aber sauer aufstößt, sind ihre Spitzen gegenüber meinen Großeltern. Das letzte Mal beispielsweise als das Thema "Zahnarztbesuch" diskutiert worden ist und sie das Haus verlies sagte sie sinngemäß in Richtung meiner Großeltern "Damit habt ihr ja nichts mehr zu tun". Die beiden haben aufgründ ihres Alters schlechte Zähne bzw. Ersatz in dem Mund.
Als das letze Mal der Krankenwagen für meinen Großvater kommen musste und er ins Bett lag, flüsterte sie meinen Onkel irgendetwas in das Ohr, obwohl die Tür zum Schlafzimmer offenstand und mein Opa das sehen konnte. Dann ging sie in die Küche zu meiner Tante und Mutter und hat einen auf ganz nett und hilfsbereit gemacht.b

Beide Mal musste ich tief die Luft anhalten. Hinterher hatte ich mit meiner Mutter und Tante darüber diskutiert. Sie sagen zu der Schwägerin "Sie ist halt so." "Ignoriere sie doch einfach". "Wir haben sie ja gerufen und sie hat uns geholfen." (Dadurch, dass sie den Krankenkwagen gerufen hat ihr Mann (mein Onkel) mit meiner Mutter zusammen ins Krankenhaus zu meinen Großvater gefahren ist. Insbesondere meine Mutter sagt auch hinterher immer "Ja, so ein enges Verhältnis zu ihr (der Schwägerin) wie früher habe ich ja nicht mehr. So lange Oma und Opa leben, möchte ich keinen ofenen Streit haben."

Bevor ich mich dazu weiter äußere möchte ich gerne eure Meinung hören.

Wie beruteilt ihr den Sachverhalt? (ich habe ihn so objektiv wie möglich geschildert)
Was geht in der Schwägerin vor?
Wie sollte ich mich in der Zukunft ihr gegenüber und gegenüber anderen verhalten?



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