Epidemiologie der Harninkontinenz und ihre Konsequenzen

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Dirk Höffken
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RE: Epidemiologie der Harninkontinenz und ihre Konsequenzen

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 5. Nov 2003, 13:53

Hallo Helmut.

Der Artikel mag Interessant sein. Neue Erkenntnisse liefert er nicht.

Zur medikamentösen Therapie bleibt einfach nur zu sagen, dass es immer noch
keine wirksame medikamentöse Behandlung der Stressinkontinenz gibt. Da es sich um ein vorwiegend mechanisches Problem handelt, ist damit auch kaum zu rechnen. Dem gegenüber
gibt es zwar sehr effiziente Medikamente zur Behandlung der Dranginkontinenz. Die wirksamsten Medikamente sind die Anticholinergika , welche zu einer Zunahme der Blasenkapazität und dadurch Verminderung der Miktionsfrequenz führen. Bei Verdacht auf z.B. benigne Prostatahyperplasie, muss wegen der Gefahr der Auslösung eines Harnverhaltes auf diese Stoffgruppe jedoch verzichtet werden. Zudem sie weitere Nebenwirkungen wie z..B. Mundtrockenheit, Akkomodationsstörungen, Obstipation und Tachykardie auslösen können. Alles Dinge mit denen geriatrische Patienten (Bewohner) eh schon zu Kämpfen haben. Zumal sich dann auch noch die Frage der Wechselwirkung mit anderen Medikamenten stellt.

Die physikalischen Therapien mögen bei ansonsten gesunden Patienten hilfreich sein, aber das Durchführen von Beckenbodentraining oder aber Autogenem Training mit einem 80 – jährigen multimorbiden Menschen erscheint (zumindest mir) etwas Kompliziert. Das sogenannte Toilettentraining wird schon sehr lange innerhalb der pflegerischen Fachberufe eingesetzt. Führt aber meiner praktischen Erfahrung nach selten zum gewünschten Ergebnis.

MfG DH

Zitat:
Es gibt Leute, die gut zahlen, die schlecht zahlen, Leute, die prompt zahlen, die nie zahlen, Leute, die schleppend zahlen, die bar zahlen, abzahlen, draufzahlen, heimzahlen - nur Leute, die gern zahlen, die gibt es nicht. - Georg Christoph Lichtenberg (Physiker u. Schriftsteller (1742-1799))



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Mi 5. Nov 2003, 16:08

Hallo Helmut.

Bevor ich mich noch mal der pharmakologischen Therapie zuwende eine kurze Frage.

Das ist bei mir alles schon etwas länger her, aber wird die zunehmende Füllung der Blase nicht über afferente Nerven zu Zentren innerhalb des Rückenmarks und dann dem pontinem Miktionszentrum gemeldet. Wenn ich mich da richtig Erinnere, läuft der Miktionsreflex doch nur beim Säugling ausschließlich im Sakralmark ab.

MfG DH

Zitat:
Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben, die Dummheit, damit wir die Männer lieben. (Coco Chanel)



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Hachi
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RE: Epidemiologie der Harninkontinenz und ihre Konsequenzen

Beitrag von Hachi » Mi 5. Nov 2003, 20:23

Was wird das denn jetzt?
Ein Fachgespräch?
Könnt ihr das nicht intern austragen - finde es hier über"flüssig".

@Helmut
Tut mir leid für Dein Leiden, aber hast Du auch andere Themen ausser Inkontinenz, die für die anderen Mitglieder interessant und von Nutzen sein können (hab mir alle Deine Beiträge mal angesehen)!?

Weiss nicht wie ihr`s seht, mich langweilts mittlerweile...

:wink



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Hachi
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Beitrag von Hachi » Mi 5. Nov 2003, 21:16

*gäääähn*

Wer wird denn gleich beleidigt sein :wink
Aber Dein weiterer Beitrag mit Fachgesäusel bestätigt meine Vermutung. Wünsch Dir alles Gute - cheers, stay alive :yo



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Mi 5. Nov 2003, 22:32

Hallo Helmut.

Ich fand Deine Beiträge immer bereichernd und fundiert. Auch wenn ich nach der Durchsicht meiner Unterlagen zwei oder drei Kleinigkeiten zur Blasensteuerung vermisse. Zumindest Beherrsche ich diese jetzt wieder.

Solltest Du noch Informationen zur medikamentösen Therapie besitzen, würde ich mich sehr Freuen, wenn Du sie mir mailen könntest (DirkHoeffken@aol.com).

Hallo Hachi.

Deinen Einwand kann ich irgendwie nicht Nachvollziehen. Es handelt sich hier doch um ein Fachforum für Alten- und Krankenpflege. Inkontinenz ist ein pflegerelevantes Thema und die Diskussion mit Betroffenen bringt oft neue Einblicke. Dazu gehören nun einmal auch fundierte anatomische, physiologische und pharmakologische Kenntnisse. Stichwort: Professionalität!!!

MfG DH

Zitat:
Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden. (Bertha von Suttner)



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Marcell
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Beitrag von Marcell » Mi 5. Nov 2003, 22:34

Hi
Was wird das denn jetzt?
Ein Fachgespräch?
Könnt ihr das nicht intern austragen - finde es hier über"flüssig".
Fach Gespräche sind hier ausdrücklich erwünscht. Wenn einzelne User mit anderen Usern Probleme haben, möge diese das doch bitte per Mail oder PN klären und hier keinen "offenen Krieg" führen.

Grüße

Marcell

P.S Man kann Themen auf 2 Ebenen führen auf der Fachlichen und auf der Emotionalen, bitte bevorzugt doch die erstere Variante...

Edit: Jetzt ist mir Dirk doch noch zuvor gekommen :wave



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Hachi
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Beitrag von Hachi » Mi 5. Nov 2003, 22:51

Jaja, is ja schon gut...nehme den Rüffel zur Kenntnis und ihn zu Herzen! :rolleyes: Aber bei zuviel Fachsimpelei, versteht der eine oder andere nur Bahnhof...und das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Zudem spielt das Thema Inkontinenz ala Helmut auch nicht die erste Geide, oder!?



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Do 6. Nov 2003, 00:07

Hallo Hachi.

Ich spreche jetzt Ausdrücklich nur für mich!!!

Genau solche Diskussionen fehlen mir hier noch. Wenn es denn Leser gibt die ein Thema interessiert, aber aus dem einen oder anderen Grund nicht alles Verstehen können sie jederzeit Nachfragen. Viele Fragen bleiben z.B. im Unterricht auf der Strecke und als Schüler fragt man, aus welchen Gründen auch immer, oft genug nicht nach. Hier besteht die Möglichkeit!!!

Zwar kann ich z.B. zur spezifischen Altenpflege und zum Qualitätsmanagement nur sehr wenig Beitragen. Da gibt es eine Menge Mitglieder die wesentlich Kompetenter sind. Aber z.B. für Fragen zur Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre und juristischen Themen stehe ich jederzeit zur Verfügung.

Ich weiß nicht wie die anderen Mitglieder es sehen, aber das ist für mich der Sinn eines solchen Forums. Deshalb Beteilige ich mich!!! Und Natürlich auch um neues zu Erfahren.

MfG DH

Zitat:
Gut, dass es den Fernsehsender 'Phoenix' gibt. Seitdem wissen die Leute, dass es Politiker gibt, denen es gelingt, mehr als einen Satz im Zusammenhang zu sprechen. - Detlef Kleinert (FDP-Bundestagsabgeordneter)



andrea
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Beitrag von andrea » Do 6. Nov 2003, 18:37

Hallöchen,
ich finde die Beiträge eigentlich sehr interessant (auch wenn ich öfter Lesen muß und nachschlagen muß um es zu verstehen :hehe ).........aber zusätzliche Infos sind immer gut zumal wir das nicht so ausführlich in der Schule hatten.Ich kann allerdings die Aussage, dass Inkontinenz im Alter meist ein Hilfeschrei nach Zuwendung ist, nicht ganz teilen. Trifft das nicht eher für Kinder zu???- Die alten Menschen sind zwar oft einsam aber durch das Alter entstehen doch nun mal auch "Abnutzungserscheinungen" die normal sind.........oder??
Ich glaube auch dass alte Menschen die in Pflegeeinrichtungen Leben nicht mehr so leiden wie du es tust Helmut, sie sehen dass sie nicht die einzigen sind und dass das Problem in den Einrichtungen sehr verbreitet ist. Ich glaube es wäre für die meisten alten Menschen viel schlimmer wenn sie regelmäßig katetherisiert werden müßten denn ich glaube nicht dass es noch viele allein können. In Gesprächen mit alten Menschen sind mir eher Einsamkeit ein Gefühl des Abgeschobenseins und Resignation wegen des Alters und den Gebrechen (Schmerzen, Immobilität) aufgefallen als die Scham wegen der Inkontinenz. Ich hoffe du verstehst mich nicht falsch Helmut ,mir ist klar dass du, als eigentlich gesunder Mensch, sehr unter diesem Handycap leidest, mehr als Menschen die neben ihrer Inkontinenz Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Herzerkrankungen usw. haben.(belehrt mich wenn ich falsch liege) :o hwell Während für dich und andere eigentlich gesunde Menschen, das Problem an erster Stelle steht glaube ich bei den alten Menschen im Heim nicht unbedingt daran zumindestens wenn noch andere Probleme bestehen. Liebe Grüße und fachsimpelt ruhig weiter wenn ich irgendwas nicht verstehen frage ich nach............... :lolsind schließlich genug da die mir auf die Sprünge helfen können damit ich noch ein bissel was lerne. Deshalb ist dieses Forum ja so klasse! :yo :yo :wave


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Fr 7. Nov 2003, 00:55

Hallo Andrea.
Die alten Menschen sind zwar oft einsam aber durch das Alter entstehen doch nun mal auch "Abnutzungserscheinungen" die normal sind.........oder??
Ja, auch „Abnutzungserscheinungen“ können bzw. sind ein Grund für die Inkontinenz bei geriatrischen Patienten bzw. bei Bewohnern.

So kommt es u.a. häufig zu einer Sphinkterschwäche durch alterbedingte
Degeneration der Muskelfasern. Aber auch degenerative zerebrale Veränderungen, wie z.B. Zerebralsklerose und Apoplexie können zu Defekten in der Schaltzentrale des Gehirns führen. Die Hemmung des Kortex auf den Detrusorreflex (s. Beiträge oben) nimmt ab oder fällt aus, es kommt zur zerebral enthemmten Blase.

MfG DH

Zitat:
In unserer Jugend schuften wir wie Sklaven, um etwas zu erreichen, wovon wir im Alter sorglos leben können. Und wenn wir alt sind, sehen wir, dass es zu spät ist so zu leben. - Alexander Pope (engl. Dichter (1688-1744))



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