Einbeziehen alternativer Heilmethoden in die Pflege

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olafohl
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Beitrag von olafohl » Mi 10. Mär 2004, 23:42

Hallo
Also das Thema war ja alternative Heilmethoden in der Alten/Pflege.

Grundsätzlich halte ich dies für eine gute Idee ! Jedoch sollte man bedenken das wir als Pflegekräfte weisungsgebunden sind, sprich ohne ärztliche Weisung läuft nix !
Allein dieser Umstand macht es schwierig alternative Heilmethoden in den Pflegealltag zu integrieren, jedenfalls wenn nicht die notwendige Akzeptanz seitens der Ärzte vorhanden ist.

Alternative Heilmethoden gibt es nun gar viele, wobei man sich auch Fragen muss inwieweit und zu was sie eine Alternative bilden. Und was bitte schön definieren wir als Alternative Heilmethode ?
Phytotherapie ,Komplexhomöopathie, Klassische Homöopathie, Akupunktur, Akupressur, Reiki, Shiatsu, Qi-Gong, Bachblüten, Meridiankomplexe, Edelsteintherapie, Aromatherapie, etc....

Letztendlich ist es egal welche „Methode“ angewandt wird, sie bedarf eines verantwortlichen Umganges ! Aus meinem Verstehen heraus bedarf dies jedoch eines fundierten Wissens vom Aufbau und der Funktion des Menschen, sowie den Möglichkeiten des „Nichtfunktionierens“.

Ich beschäftige mich schon eine gewisse Zeit mit alternativen Heilmethoden, und wenn mir etwas aufgefallen ist dann das praktisch jedes Jahr ein Präparat, eine Methode, auftaucht welche dann praktisch für und gegen alles hilft (z.B. Spirulina, Gerstengras, Aloe vera, Teebaumöl, ...). Nenne bewusst hier keine Methoden. Das Ergebnis ist meist ernüchternd, weil Tatsache ist :

Nichts hilft gegen Alles
aber
Alles bedarf einer Überprüfung !

PS:
Reiki (gesprochen Reeki) ist das japanische Wort für "Universelle (rei-) Lebensenergie (ki)" und wird als die Energie bezeichnet, die Grundlage allen Lebens ist. Reiki ist bestrebt, den physischen Körper und die Seele in Einklang zu bringen. Reiki wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts von dem Japaner Dr. Mikao Usui wiederentdeckt und weiterentwickelt. Schon vorher jedoch hatte das Handauflegen eine jahrtausende lange Tradition.

Dr. Mikao Usui war übrigens Buddhist ...

Zitat :
Selbstverständlich erkläre ich denen das mit dem Glauben an Gott und das er mir diese Heilmethoden geschenkt hat. Ich erkläre das mit der Verbindung unserer Bibel. Ich verbinde Reiki mit der Bibel (denk an die Geschichte mit Jesu der seine Hände auf einen Gelähmten gelegt hat und wieder gehen konnte) bei den BW, denn ich lese oft aus der Bibel wenn einer im Sterben liegt

Anmerkung :
Reiki ist an keine Glaubensrichtung gebunden, ich hoffe doch dass du das lesen aus der Bibel individuell und auf Wunsch des Bewohners vollziehst...

Reiki ist weniger eine Heilungsmethode im medizinischen Sinne, als eine Methode zur Entwicklung der Persönlichkeit auf allen Ebenen. Eine der "Nebenwirkungen" ist dabei, dass sich körperliche Symptome auflösen, wenn der betreffende Mensch aus den ihm zugrunde liegenden psychischen Strukturen herauswächst und ersetzt nicht den Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen.

Zitat :
Sie mögen mich von anhieb sofort an und das sind meistens auch nur gute sensible ältere Menschen in ihrem Herzen.
Anmerkung :
Ist der Umkehrschluss wer dich auf anhieb nicht mag ist nicht gut und nicht sensibel ???

Zitat :
Im Gegensatz ist mir aufgefallen das einige Demente oft mir gegenüber sehr aggressiv sind und wollen auch nicht von mir gepflegt werden.

Anmerkung :
Den Gegensatz bekomme ich nicht nachvollzogen, meinst du damit das Demente nicht sensibel, nicht gut sind ?
Im Bezug auf Aggression und Demenz gibt es recht gute Literatur bzw. werdet ihr im Unterricht sicherlich noch drauf eingehen

Zitat :
REIKI ist eine Heilmethode und in unserer Zeit gibt es Menschen die daran glauben oder es abweisen weil sie an garnichts glauben.

Anmerkung :
Wer also nicht an Reiki glaubt, glaubt an gar nichts ???

Zitat :
... dann erst erzähle ich das ich Reiki habe.

Anmerkung :
Reiki hat jeder, denn jeder hat teil an der universellen Lebensenergie ...

Zitat:
Ob Schüler oder exam. AP macht keinen Unterschied bei diesem Status.
Lass dich nicht von anderen verunsichern und handele aus deinem Gefühl.

Anmerkung :
Sehe ich anders, weiß allerdings nicht recht genau von welchem Status du redest, meine jedoch das eine examinierte die Reiki gibt einen anderen Staus hat, da diese die Grenzen ihres Handelns anders bewerten kann...


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Do 11. Mär 2004, 11:28

Hallo Olafohl.

Auf den ersten Blick mag man „Reiki“ und vergleichbare Angebote zu den alternativen Heilmethoden zählen, über die man kurz Lächelt und sie dann wieder Vergisst. Letztendlich wird aber Versucht mit unhaltbaren Versprechungen die Gutgläubigkeit und Hoffnungslosigkeit vieler Menschen für die eigenen Zwecke zu Instrumentalisieren. Den Hilfesuchenden wird auferlegt nicht über die Erlebnisse zu sprechen und von „magischen Kräften“ erzählt, welche einem Verliehen wurden. Vermutlich glauben die meisten „Heiler“ dies sogar selbst. Schließlich „löst“ man sich damit aus der Masse. Wird „Einzigartig“.

Reiki wird, wie viele andere alternative Heilmethoden bzw. Weltanschauungen, als eine absolute Methode bzw. Anschauung dargestellt. Nicht ohne Grund wird sie in vielen staatlichen Informationsschriften erwähnt. Hierzu kurz zwei Beispiele (Aus Platzgründen leider etwas aus dem Zusammenhang!):

1. Ausschnitt aus der Informationsschrift „Okkultismus und Satanismus“ der Behörde für Inneres – Arbeitsgruppe Scientology der Freien und Hansestadt Hamburg - Dezember 2001 (Ingolf Christiansen · Hartmut Zinser):
...“Man kann Reiki schulmäßig in Kursen bei Bezahlung beträchtlicher Summen erlernen. In einer Ausbildung in mehreren Stufen (3 bis 7) erhält man die „Kraft“ des Reiki übertragen und kann sie, wenn man selber Meister geworden ist, auch an Schüler übertragen. Die verschiedenen, miteinander konkurrierenden Reiki-Schulen33 führen den Besitz der Reiki-Kraft auf Usui zurück, nur wer eine direkte Linie zu diesem Meister herstellen könne, habe die Kraft zu heilen und den Weg zur Erleuchtung. Obwohl Reiki sich auf Christus beruft, spielen in seinen Vorstellungen Lehren eine Rolle, die eher den asiatischen Religionen entstammen.“...

2. Ausschnitt aus der Informationsschrift „VON SEKTEN UND SEKTIEREREIEN“ – Herausgeber: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern (Juni 2003):
..“ Wenn der Glaube nun nicht in einen Selbstwiderspruch geraten will, muss das Geglaubte auch für wahr gehalten werden und ist damit im Prinzip für andere oder gar alle gültig. Ich „glaube“ an die Kraft von „Reiki“, an „Satan“ oder an die „Wiedergeburt“ heißt, dass ich diese Gegenstände für wahr halte und Gleichgesinnte suche. Eine solche Gemeinschaft von Gleichgesinnten unterscheidet sich vom Kegelverein oder einer politischen Partei dadurch, dass in weit höherem Masse das Konzept des eigenen Selbst an einen größeren, die erfahrene Wirklichkeit überschreitenden Zusammenhang gebunden wird. Der Glaubende erfährt sich als gebunden nicht nur an die Gemeinschaft, sondern auch an etwas diese Welt und die Gemeinschaft Überschreitendes, das „Gott“ oder auch anders genannt wird. Er richtet sein Leben in dieser Bindung ein. Art und Qualität seiner Zugehörigkeit sind verschieden, je nach Anspruch der Gemeinschaft oder nach Bedürfnis des Glaubenden.“...

Hierzu Empfiehlt sich auch die Lektüre verschiedener staatlicher Arbeitsgruppen, z.B. der 5. Bericht der „Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen sogenannter Sekten und Psychogruppen“ aus Baden-Württemberg (15. 12. 2000) oder der Endbericht der Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Bundestages (09.06.199 8)

Ob das ganze eine so „ harmlose alternative Heilmethode“ ist, als die sie hier dargestellt wird, muss jeder für sich selbst Entscheiden.

(Alle hier aufgeführten und weitere Schriften über dieses Thema sind im Netz erhältlich.)

MfG DH

Zitat:
Seien wir realistisch, fordern wir das Unmögliche. - Ernesto Che Guevera (kuban. Politiker (1928-1967))



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Do 11. Mär 2004, 22:45

Hallo Rica und Reiki150.

Nehmt es mir nicht Übel, aber solche Antworten habe ich in etwa Erwartet.

Letztendlich könnte ich seitenlange Zitate aus Informationsschriften wiedergeben. Niemanden der an solche Methoden glaubt wird das Abhalten.

Toleranz Endet, zumindest für mich, in dem Moment, in dem Versucht wird anderen Menschen (die dann meist auch noch Hilflos sind) Schaden zuzufügen und/oder sie für ihre eigenen Zwecke zu Instrumentalisieren. Sei es nun Physisch oder Psychisch.

Ich werde mich hüten hier irgend Jemanden zu belehren und Literatur zu diesem Thema besitze ich zur Genüge. Auch wenn mich dabei Reiki weniger Interessierte. Es tauchte eben immer wieder auf. Warum nur?

Jeder Leser kann sich Informieren. Zum einen aus eueren und zum anderen aus meinen Quellen. Ein Urteil muss sich dann jeder Selbst bilden.

Und zur Weisungsbefugnis noch ein kurzer Ausschnitt aus einem Urteil des Landgerichts Koblenz vom 22.11.2000 (AZ.: 3 HO 73/2000):

...“Entscheidungsgründe:

Die einstweilige Verfügung ist in vollem Umfang - d.h. auch soweit die Verfügungsbeklagte sie angreift - aufrecht zu erhalten.

Die von der Verfügungsbeklagten an Dritten angewandte Reiki-Methode verstößt gegen § 1 HPG, da sie eine heilkundliche Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs.2 HPG ausübt, deren Ausübung nur Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten ist. Damit liegt gleichzeitig ein Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb (§ 1 UWG) vor“...

MfG DH

Zitat:
Die Menschen glauben im allgemeinen gern, was sie wünschen. - Gaius Iulius Caesar (röm. Staatsmann und Feldherr)



olafohl
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Beitrag von olafohl » Fr 12. Mär 2004, 00:25

Die einen sehens schwarz
die andern weiß
die Realität
ist jedoch GRAU !
In diesem Sinne allen einen schönen Abend :-)


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

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Beitrag von Jutti » Di 16. Mär 2004, 18:45

Hi Fibula

Da muss ich mal gleich eine Frage zu stellen: Lebensmittel
Mir hat mal jemand erzählt (also wohlbemerkt: HÖRENSAGEN, keine TATSACHEN, deshalb frag ich ja nun!!!!!)
Also: da ging es um Beta mit Traubenzucker, was zu viel früheren Zeiten durchaus schonmal üblich war und auch teilweise recht erfolgreich.
Dieser Jemand, der mir davon erzählte, erwähnte dann, es gäbe angeblich genau dazu ein Urteil, vonwegen Lebensmittel auf eine Wunde wäre grundsätzlich verboten, zumal es in diesem erzählten Falle ohne ärztliche Anordnung geschehen sei.
Mein damaliger Chef hat aber durchaus genau Beta mit Zucker schon verordnet.

Hat da irgendeiner mal was von gehört??? Ich habe mal früher versucht, Informationen zu finden und niemals was gefunden.
Jutta



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Beitrag von Dodger » Di 16. Mär 2004, 19:12

Ich freue mich, das hier ein austausch von alternativen Massnahmen stattfindet, aber verliert das eigentlich Thema nicht aus den Augen, ich wollte eigentlich auf die Streitbarkeit der Pflegekräfte hinweisen, und grad hier im Forum, wo sich auch einige die Freiheit herausnehmen über andere zu Urteilen, ja sogar inkompetenz vorwerfen.

Gruss
Dodger



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Beitrag von Marcell » Di 16. Mär 2004, 23:29

Genau, Dodger,
das könnte man in "meinen" thread mit den alternativen Heilmethoden rüberkopieren...

Grüßli
Genau das habe ich gerade gemacht, es macht wenig Sinn zwei völlig verschiedene Themen in einem Thread zu Diskutieren :smile

Grüße

Marcell



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Beitrag von Dodger » Mi 17. Mär 2004, 09:29

Ich weiss nicht ob jemand von euch im Ambulanten Dienst arbeitet, wenn ja hab ich noch nen Praxistipp für euch.
Solltet ihr mal kein Desinfektionsmittel haben, wenn ihr unterwegs seit, dann könnte man ausnahmsweise auch mal Schnaps nehmen, den hat fast jeder zuhause.


Gruss

Dodger



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