Chancen auf Ausbildung

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calimero
Beiträge: 85
Registriert: Sa 28. Feb 2004, 18:28

Chancen auf Ausbildung

Beitrag von calimero » Sa 28. Feb 2004, 20:39

Hallo,

da ich ganz neu bin eine Frage. Wie stehen eigentlich die Chancen, einen Ausbildungsplatz als Altenpflegerin zu bekommen? Ich bin ja nun auch schon 35 Jahre alt.

Gruß Claudia



Petra
Beiträge: 82
Registriert: So 7. Sep 2003, 20:59

Beitrag von Petra » Sa 28. Feb 2004, 23:53

Hallo,

hast du schon mal in der Altenpflege Erfahrung sammeln können?
Sonst würde ich dir raten, erst mal ein paar Tage zu hospitieren um sich vom Ganzen ein Bild machen zu können.
Ich habe zwei Tage hospitiert, am dritten Tag war ich schon ne Helferin und nach fast zwei Jahren bin ich die erste Auszubildende in unserem Heim und dies mit 38 Jahren.

Also nur Mut, wenn man wirklich etwas will dann schafft man das auch!

Grüsslis von Petra



calimero
Beiträge: 85
Registriert: Sa 28. Feb 2004, 18:28

Beitrag von calimero » Mo 1. Mär 2004, 14:21

Hallo,

nun, ein Praktikum habe ich noch nicht gemacht. Ich wollte jetzt eigentlich einen Schwesternhelferinnenlehrgang machen, um einfach auch ein bißchen theoretischen Hintergrund zu bekommen. Ich weiss ja nicht, wie das im Praktikum so läuft. Kann ja nichts. Wenn man da, auf Grund der Stellensituation einfach ins kalte Wasser geschmissen wird, davor habe ich irgendwie Angst. Habe ja z. B. noch nie einen alten Menschen gewickelt. Weiss gar nicht, wie das geht. Bekommt man das denn vorher gezeigt? Vielleicht habe ich auch viel zu viele Bedenken. Ich wollte ja eigentlich schon in jungen Jahren Krankenschwester werden, doch irgendwie habe ich mich dann doch nicht getraut, auch weil die psychische Belastung ja recht hoch ist. Nun denke ich, als Altenpflegerin hat man doch einen intensiveren Bezug zu seinen "Schützlingen", ich glaube, das würde mir doch besser zusagen. Allerdings möchte ich eigentlich schon ganz gerne eine Ausbildung machen. Über das Arbeitsamt werde ich das wohl hier nicht bekommen, die stellen sich schon bei einer Fortbildung total an. Aber ich würde es auch über eine normale Ausbildung machen.

Gruß Claudia

PS: Ich bin froh, dass ich dieses Forum gefunden habe.



andrea
Beiträge: 3406
Registriert: Di 16. Jul 2002, 19:15

RE: Chancen auf Ausbildung

Beitrag von andrea » Mi 3. Mär 2004, 06:13

:wave Claudia,
ich würde dir raten vorab ein Vorpraktikum zu machen auf die Weise siehst du ob der Beruf wirklich so ist wie du dir das vorstellst und das ist auch die Grundlage für eine Ausbildung als Altenpflegerin. Leider scheint es im Moment in Punkto Ausbildungplätzen nicht so rosig auszusehen, die Schulen würden zwar gern Schüler nehmen können das aber nicht weil die dazugehörige Einrichtung fehlt. Bei uns z.B. haben Heime gesagt, dass sie sich die Auszubildenen nicht leisten können und im nächsten Jahr erst mal ausgesetzt wird. Das ist dann selbst für langjährige Pflegehelfer die extra für diese Ausbildung den Realschulabschluss in Abendschule nachgeholt haben ziemlich ernüchternd gewesen. Das Arbeitsamt bei uns fördert Neueinsteiger zur Zeit nicht mehr.
Das erste was wir in der Schule lernten war dass man die alten Menschen weder wickelt noch füttert, das macht man mit Babys und Kleinkindern. Erwachsenen wird das Essen gereicht und sie bekommen frische Vorlagen/ Inkontinenzmaterial. Ich wünsche dir viel Glück bei deiner Suche nach einem Ausbildungsplatz
Lieben Gruß andrea


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

calimero
Beiträge: 85
Registriert: Sa 28. Feb 2004, 18:28

Beitrag von calimero » Fr 5. Mär 2004, 12:28

Hallo,

Rica: stimmt, da hast du natürlich echt. Man muss sich wehren. Wahrscheinlich ist das auch manchmal mein Problem, dass ich mich nicht genug wehre.

Andrea: Da hab ich ja gleich wieder was gelernt. Sorry, klar, leuchtet mir ein, alte Menschen wickelt man nicht, das war keine böse Absicht von mir. Auch klar ist für mich, dass ich auf jeden Fall vor der Ausbildung ein Praktikum machen werde, muss ja sehen, ob ich der Belastung gewachsen bin und ob ich nicht den ganzen Beruf idealisiere.

Ich hab hier auch schon gehört, dass das Arbeitsamt die Umschulung zu Altenpflegerin nicht mehr übernimmt. Bei uns im Kreis gibt es 4 Bildungsgutscheine. Also irgendwie verstehe ich das Arbeitsamt auch nicht ganz. Klar, die haben kein Geld mehr. Aber ist es nicht langfristig gesehen billiger, auf einen Beruf, der doch wohl schon Zukunft hat, da die Bevölkerung immer älter wird, umzuschulen, als jahrelang Arbeitslosenunterstützung zu bezahlen?

Ich verlasse mich auf gar keinen Fall auf das Arbeitsamt. Meine Devise ist, selbst ist die Frau., Wer sich auf das Arbeitsamt verlässt, der ist nämlich verlassen. Wenn ich diese Ausbildung mache, dann versuche ich, einen ganz normalen Ausbildungsplatz zu bekommen und muss mich eben 3 Jahre lang einschränken. Aber immer noch besser, als zu Hause rumzuhocken und auf Post vom Arbeitsamt zu warten.

Gruß Claudia



andrea
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Beitrag von andrea » Fr 5. Mär 2004, 13:57

Hallo Claudia,
verständlich ist es für mich schon dass das Arbeitsamt nicht mehr fördern will. Zur Zeit ist es auch für AltenpflerInnen schwer eine volle Stelle zu bekommen, man stellt lieber Pflegehelfer ein weil die billiger sind. Es reicht ja dass pro Schicht eine Fachkraft vor Ort ist. Die mobilen Pflegedienste stellen die Fachkräfte gern als 400Euro Kraft ein, ist immer noch billiger als die volle Kraft. Die Zeiten sind eben nicht mehr so rosig wie sie mal waren, im Gegensatz zu jüngeren Behinderten wird für unsere "Alten" nicht so viel getan. Wir können nur hoffen dass es wieder besser wird. Man hört in letzter Zeit so oft dass die alten Menschen das meiste Geld besitzen, mir begegnen in meinem Praxiseinsatz aber sehr sehr viele alte Menschen die neben ihren Kosten für Miete, Strom etc. nicht mehr genug Geld zum Leben haben. Diese Leute gehen dann zur Tafel um sich die gespendeten Tüten mit Lebensmitteln zu holen. Beängstigend ist, dass immer mehr von den alten Menschen diesen Weg gehen müssen um nicht zu verhungern. Die Gesellschaft sollte sich vor allem bewußt machen dass jeder alt wird und wie frustrierend dieses Alt werden sein könnte. Tschuldigt bitte passt nicht so ganz zum Thema aber gehört irgendwie schon dazu. :o hwell


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Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Fr 5. Mär 2004, 15:05

Hallo Andrea.

Nicht nur ältere Menschen müssen diesen Weg gehen, sondern auch immer mehr Kinder, Jugendliche und (junge) Erwachsene. Dies wird in den nächsten Jahren, man muss die Realität sehen, noch erheblich Zunehmen.

Ich möchte dazu mal einen Ausschnitt aus einem Sendebeitrag vom 11.11.00 des WDR zitieren:

Armut in NRW
„Hunderte von Kindern kommen täglich hungrig und unterernährt in Schulen und Kinderhorte. Mit dieser Mitteilung schockierte in dieser Woche die Sozialdezernentin von Bochum die Öffentlichkeit. Sozialdezernenten anderer Städte bestätigten die Beobachtung.“...

Armut, Alter, (bestimmte) Krankheiten, (formaler) Bildungsmangel, Überschuldung u.s.w. sind Peinlich!

Einen Blick ins Ausland sollte man sich Ersparen.

MfG DH

Zitat:
Gott hat die Armut nicht erschaffen. Er erschuf nur uns. - Mutter Teresa



andrea
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Beitrag von andrea » Sa 6. Mär 2004, 09:13

Hallo Dirk,
natürlich hast du Recht, diese Armut betrifft alle Schichten unserer Bevölkerung, besonders auch Familien mit Kindern.
Ich wollte ursprünglich mit meinem Beitrag ausdrücken dass ich verstehen kann warum das Arbeitsamt nicht mehr fördert und habe dabei mal wieder etwas ausgeholt :o hwell Mir gingen dann die alten Menschen durch den Kopf die ich in meinen Praxiseinsätzen kennen gelernt habe. Mich überkommt oft die blanke Wut wenn behauptet wird die Alten hätten das meiste Geld. Sicher gibt es viele Alte denen es gut geht, aber wie schon gesagt es gibt auch sehr sehr viele denen es wirklich schlecht geht und die kein Geld zum Leben haben. Ein Beispiel ist der Dialyse Patient, der einen Abschiedsbrief schrieb. Er brachte zum Ausdruck dass er sich seine Behandlung nicht mehr leisten könnte, Miete Strom Lebensunterhalt und Arztkosten würden ihn auffressen, er wolle lieber sterben.
Ich stelle mir das gerade für die Alten, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben und krank werden unheimlich frustrierend vor.
@ Auda Abu Thai
Du hörst dich auch ziemlich frustriert an, deine Meinung über die Altenpflegeausbildung und über das Warum habe ich schon mal von einem Pflegehelfer gehört. Auch wenn AP viele lateinische Namen lernen müssen sie lernen auch den Zusammenhang und die Funktionen des menschlichen Körpers kennen. Das ist bei vielen Krankheiten und den Umgang damit sehr wichtig und kann lebensrettend sein. Hat also nichts mit Leuten zu tun die gründlich arbeiten wollen. Das tust du doch auch oder nicht?? BZ messen und Insulin spritzen kannst du sicher auch, aber kennst du auch die Hintergründe dazu?? Ich würde diese Ausbildung jedem empfehlen der in der Pflege zu tun hat und Arbeiten übernehmen muß die eigentlich nur Fachkräfte tun sollten. :wave


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calimero
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Beitrag von calimero » Sa 6. Mär 2004, 10:13

Hallo,

also, das hört sich ja zum Teil sehr frustrierend an. Aber ich werde diesen Weg dennoch verfolgen. Das Lernen von lateinischen Namen macht mir überhaupt nichts aus und auch sonst habe ich keine Angst vor der Ausbildung. Denn ich habe mich schon immer für Medizin interessiert, da fällt mir das Lernen doch recht leicht.

Vielen Dank für eure Meinungen. Auf jeden Fall werde ich mich erst mal nach einem Praktikum umschauen.

Gruß Claudia



andrea
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Beitrag von andrea » Sa 6. Mär 2004, 10:25

Hi Claudia,
und ich wünsche dir viel Glück auf diesem Weg und glaube, dass es eine gute Entscheidung ist. Das werden dir die Reaktionen der alten Menschen zeigen denn jeder einzelne von uns, der versucht das Leben der "Alten" positiv für sie mitzugestalten und sie vor allem zu respektieren, ist auf dem richtigen Weg und kann in kleinen Schritten auch etwas bewirken. Ich möchte nichts anderes machen und würde diesen Schritt auch ein zweites Mal gehen trotz vieler negativer Begleiterscheinungen an denen alle gemeinsam sicher auch "rütteln" können im Sinne der alten Menschen. :yo


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