Abgezockt und Totgepflegt

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Katharina
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Beitrag von Katharina » Sa 10. Sep 2005, 10:50

Original von Jutta und Peter

Unseres Erachtens sollte das Buch Pflichtlektüre bei allen "Schön-Rednern" in Parteien, Kostenträgern, Sozial- und Arbeitgeberverbänden werden.

Gruß
..da bin ich ganz eurer Meinung! Diese leute fordern immer nur, haben aber keine ahnung,wie die realität aussieht.. kürzen, stellen abbauen, unbezahlte Mehrarbeit bzw. mangel an Freizeitausgleich.... und wer tut was dagegen?

seht ihr? keiner.... hauptsache ein herr bundeskanzler bekommt sein regelmäßiges einkommen. Diese "Sesselpuper" haben doch wirklich keine ahnung vom Leben in der Pflege bzw. in den Altenheimen.... ich könnt wetten, dass wenn Mutter Schröder oder Vater Thierse oder Schwiegermutter Köhler in einem Altenheim um 4 uhr morgens gewaschen wird, die Zeit bis zum Frühstück im sessel verbringt, dass sich erst dann was ändernt, wenn diese leute selbst betroffen sind....WAS SOLL DAS BITTE? sorry, aber ich bin grad etwas sauer...

Trotzde liebe grüße, eure kiki


Was uns befreit, das muss stärker sein als wir es sind! :smile

heiboh
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Abgezockt und totgepflegt

Beitrag von heiboh » Di 20. Sep 2005, 15:30

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe o. g. Buch gelesen und bin doch sehr erbost über das, was da so
ungeprüft veröffentlicht wurde. Ich habe unter http://pflegefachkraft.de
einen Blog angelegt, wo Ihr Kommentare zu dem Buch abgeben könnt. Wer's
gelesen hat, weiß sicher, was ich meine.... Liebe Grüße Granny
X(



Dirk Höffken
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Selbstbewusstsein und Gelassenheit

Beitrag von Dirk Höffken » Di 20. Sep 2005, 21:17

Kinder, seht das doch mit mehr Selbstbewusstsein und Gelassenheit!!!!!!!!!!!!!

MfG DH

Zitat:
Nichts ist so aufreizend wie Gelassenheit. - Oscar Wilde (1854 - 1900), eigentlich Oscar Fingal O’Flahertie Wills, irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor



ilios1966
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RE: Abgezockt und totgepflegt

Beitrag von ilios1966 » Do 22. Sep 2005, 22:37

Hallo,schön dass mal jemand aus ac dabei ist,wollte dich mal fragen in welchem Haus Du beschäftigt bist,wenn die Frage erlaubt ist.Würde mich über Antwort freuen Gruss ilios


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

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johannes
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totgepflegt

Beitrag von johannes » Fr 23. Sep 2005, 18:41

mir scheint, keiner hat diese Sendung gesehen? Ich habe sie gesehen.

1. Dieser Bericht ist bereits 5 (fünf) Jahre alt. Ob sich in den 5 Jahren etwas getan hat?

2. Dieser Bericht stammt aus Bayern. Vor 5 Jahren hatte Bayern gegenüber Baden-Württemberg noch einen erheblichen Nachholbedarf. Ob sich das heute geändert hat?

3. Ich habe in Nordrhein-Westfalen in vier verschiedenen Heimen gearbeitet. In keinem dieser Heime habe ich vergleichbare Zustände angetroffen.

4. Ich habe in Baden-Württemberg in vier verschiedenen Heimen gearbeitet. In keinem dieser Heime habe ich vergleichbare Zustände angetroffen.

Etwas anderes ist allerdings interessant:

1. Pflegekräfte regen sich über solche Zustände auf - und arbeiten unter diesen Umständen!

2. Angehörige erleben diese Zustände, wenn sie ihre Pflegebedürftigen im Heim besuchen - und lassen sie gerade in diesen Heimen!

3. Einzelne profilieren sich, wenn sie medienwirksam diese Zustände aufdecken - und erstatten keine Anzeigen!

4. Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden erfahren diese Zustände und schließen diese Einrichtungen nicht!

Werdet nüchtern. Wir sind noch nicht viel weiter in unserer moralischen Haltung als vor 60 Jahren. Wo könnten die Ursachen liegen?

1. Pflege hilfebedürftiger Menschen ist eine christliche Tugend, seit dem es Christen gibt.

2. Christliche Inhalte sind seit ca. 200 Jahren systematisch abgebaut worden. Es existieren heute zumeist nur noch die Hüllen - der Schein.

3. Nichtchristen - und das ist mittlerweile die Bevölkerung des Abendlandes - wollen christliche Prinzipien anwenden, ohne deren Inhalt und Hintergrund zu akzeptieren. Das kann nicht gut gehen, wie die Wirklichkeit beweist.

4. Humanismus ist kein Ersatz für Christen. Das wird dann deutlich, wenn der Humanist an seine Grenzen stößt.

Die Auswirkungen erleben wir immer an den Schwachen der Gesellschaft.

Das meint

Johannes


Ein Mensch existiert nicht - er lebt!
Keiner ist so blind wie der, der nicht sehen will.
Ich vertrete nicht immer die herrschende Meinung - aber ich habe eine Meinung!
Einer sucht für ein Problem eine Lösung - ein Anderer sucht für eine Lösung ein Problem

Dirk Höffken
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Christentum & Egoismus

Beitrag von Dirk Höffken » Fr 23. Sep 2005, 19:40

Hallo.
@johannes
...“ 1. Pflege hilfebedürftiger Menschen ist eine christliche Tugend, seit dem es Christen gibt.“ ...
Du verkehrt ein bisschen die blutige Geschichte der Religionen, an der Stelle des Christentums, ins Gegenteil. Religionen, egal welche, haben der Menschheit viel Unglück gebracht. Und wie viel die christliche Gemeinschaft von Nächstenliebe hält, ist unter anderem den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geläufig, die bei ihnen arbeiten dürfen. Wenn die offiziellen Verkünder schon die grundsätzlichen Werte missachten ist es Zeit über den Sinn nachzudenken.

Christentum und Nächstenliebe haben so viel gemeinsam wie Teufel und Weihwasser! (Hübscher Vergleich ;-) )
@johannes
... „Die Auswirkungen erleben wir immer an den Schwachen der Gesellschaft.“ ...
Egoismus ist nun mal ein grundlegender und überlebensnotwendiger Trieb des Menschen. Im übrigen leben wir alle auf dem Rücken der Schwachen. Jeder einzelne von uns! Der Mensch ist nun mal wie der Mensch eben ist!

MfG DH

Zitat:
Die dümmsten Märchen nennt man Religion. - © Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler



Dirk Höffken
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Unverständlich!?

Beitrag von Dirk Höffken » So 25. Sep 2005, 12:28

Hallo uli83,

ich bin an dieser Stelle dankbar, dass der größte Teil der Menschen genauso, so ähnlich respektive in den gleichen Kategorien denkt und handelt wie du.

Aus den Zehn Geboten (da gibt´s ja viele Varianten :-) )

- Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.
- Du sollst nicht ehebrechen

Allein deswegen kommt das ja schon mal alles gar nicht für mich in Frage :-) .

Allen noch einen schönen Sonntag. Ich zumindest werde ihn haben ;-)

MfG DH

Zitat:
Genießt ein Jüngling ein Vergnügen, sei er dankbar und verschwiegen! - Wilhelm Busch (1832 - 190 8) , deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller



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doedl
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Beitrag von doedl » Mo 26. Sep 2005, 13:09

Hallo Leut

also .............

christlich orientierte Träger sind die besten- immerhin schreiben sie ja ihre christlichen Werte in ihre Unternehmensphilosophie....?

christlich orientierte Parteien geben ideale Rahmenbedingungen für die Pflege vor- denn sie bekennen sich ja auch ausdrücklich zum Christentum...?

christlich orientierte MitarbeiterInnen sind die idealen Pflegekräfte, denn sie stellen die Nächstenliebe über ihr Einkommen...?

Sooo einfach scheints mir denn doch nicht zu sein, Johannes.

Chinesen und Japaner sind - soweit ich weiss- keine Christen, dennoch haben sie einen absolut würdigen Umgang mit alten Menschen. Naturvölker pflegen ihre Senioren- deren Rat ist gefragt und geschätzt. Mohammedaner ehren ihre Eltern ebenso- wie gesagt, alles keine Christen. Es gibt sie wohl, die Humanität außerhalb des Christentums.

Mit Christentum alleine lösen wir in der BRD keine strukturellen Probleme.

Gruss Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

Dirk Höffken
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Illusion

Beitrag von Dirk Höffken » Mo 26. Sep 2005, 13:29

Hallo doedl,

vermutlich wirst du wie viele andere jetzt gleich den Kopf schütteln.

Nietzsche hat geschrieben:
"Menschlichkeit". — Wir halten die Tiere nicht für moralische Wesen. Aber meint ihr denn, dass die Tiere uns für moralische Wesen halten? — Ein Tier, welches reden konnte, sagte: "Menschlichkeit ist ein Vorurteil, an dem wenigstens wir Tiere nicht leiden.

Menschlichkeit ist eine Illusion! Nichts weiter!

MfG DH

Zitat:
Die Moral ist nichts als die Regulierung des Egoismus. - Jeremy Bentham



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WhiteTara
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Beitrag von WhiteTara » Mo 26. Sep 2005, 20:09

Zufällig hatte ich am Wochenende die Gelegenheit bei einem Bekannten dieses Buch zu lesen - den TV Beitrag dazu habe ich nicht gesehen.

Natürlich kann der Autor nur von seinen Erfahrungen berichten, die er in den jeweiligen Heimen gemacht hat - und diese waren nun mal erschreckend, bis auf die Zustände in einem Heim. Ich habe das Buch unter dem Aspekt gelesen, dass wir einfach nicht die Augen verschließen dürfen vor dem, was in manchen Einrichtungen Alltag ist. Ich sehe das Buch als Denkanstoß, auf Missstände mehr zu achten und diese dann nicht hinzunehmen, sondern dass man den Mut findet, sich einzusetzen und Veränderung zu erwirken. Da ist das Handeln von allen gefragt - wir als Pflegekräfte dürfen nicht zusehen, aber auch Angehörige und jeder andere Arzt, Therapeut, Hausmeister etc. sollte nicht einfach zusehen, wenn ihm was komisch vorkommt!

Natürlich kann man kritisieren, auf welche Weise der Autor überhaupt seinen Selbstversuch mit der Arbeit in der Pflege aufgebaut hat - sicher hätte man für die Auswahl der Heime andere Kriterien anwenden können, um die Ergebnisse besser vergleichen zu können oder einen representativen Querschnitt darstellen zu können. Auch hätte der Autor mit besserem Fachwissen vielleicht einige Schnitzer vermeiden können, die andere bereits kritisiert haben. Aber das war ja gar nicht im Sinne des Autors - ihm ging es doch lediglich darum, im Selbstversuch herauszufinden, wie es ist, wenn man einfach mal in einem Heim arbeitet und dort sozusagen "hinter die Kulissen" schaut - und genau diese Erlebnisse hat er aufgeschrieben und ich finde sehr anschaulich zu Papier gebracht.

Sicher kann man sich auch fragen "Brauchen wir noch mehr von diesen Negativberichten?" Ich finde es zwar auch nicht gut, wenn die Altenpflege mal wieder in einem düsteren Licht erscheint, aber so lange es solche Missstände gibt, ist es auch nötig auf sie aufmerksam zu machen!
Ich habe nicht den Eindruck, dass in dem Buch Altenpflege generell schlecht gemacht - selbst Schuld, wer sich gleich wieder persönlich auf den Schlips getreten fühlt, nur weil mal wieder etwas negatives zur Pflege im Heim veröffentlich wird.


zum christlichen Handeln:
Urg - ich habe so meine Not damit, wenn man im christlichen Hintergrund die Lösung für alle Probleme sehen will. Mir sträuben sich immer die Nackenhaare, wenn jemand dogmatisch für eine ganz bestimmte Richtung ist und alles andere als schlecht abstraft. In unserem Haus arbeiten auch bekennende Atheisten, Muslime, Buddhisten - die machen aufgrund ihrer Uberzeugung doch keine schlechtere Arbeit als die Kollegen, die sich zum Christentum bekennen.


LG WhiteTara

ilios1966
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RE: @ilios1966

Beitrag von ilios1966 » Mo 26. Sep 2005, 21:47

Danke Fibula,schade dass heiboh sich nich selber gemeldet hat.Sie hat wahrscheinlich viel um die Ohren..Trotzdem lieben Dank


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

ilios1966
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RE: @ilios1966

Beitrag von ilios1966 » Di 27. Sep 2005, 21:14

Ok Danke Dir :-) gruss ilios


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

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Marcell
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Beitrag von Marcell » Mi 28. Sep 2005, 07:28

Hallo

Heike ist im Urlaub, daher wird sie sich wohl nicht mehr eingeloggt haben. Auf die Automatische Benachrichtigung für neue Beiträge kam diese automatische Antwort:
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Mail. Das Büro ist vom 02.09.05 bis einschließlich 30.09.05 geschlossen. Ich stehe Ihnen am 04.10.2005 wieder zur Verfügung und werde mich dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis
Grüße

Marcell



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