Abgezockt und Totgepflegt

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sophie
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Beitrag von sophie » Di 4. Apr 2006, 16:11

hallo Willy,

da schliesst sich für mich der Kreis, wie willst du motiviertes, qualifiziertes Personal haben wenn viele Angehörige auf Quantität, aber nicht auf Qualität achten. Das ist natürlich nicht bei allen so und ich weiss auch, dass es einer Famillie oft schwerfällt, die Zuzahlungen zu leisten. ABER, ich weiss auch, dass gerade die, die am Meisten schimpfen, wie teuer die Heime sind, es oftmals als selbstverständlich ansehen, das Häusschen (oder was auch immer) von den Eltern oder Oma geerbt zu haben, aber nicht bereit sind für deren Pflege einen Cent zu bezahlen. Nicht weil sie es nicht können, sondern schlichtweg, weil sie es als selbstverständlich ansehen zu bekommen (zu erben) aber für den Rest soll der Staat (wir alle)aufkommen.

Ich arbeite zur Zeit in einem Haus, das das einzige im Umkreis ist, dass immer noch eine Warteliste hat, obwohl es sogar das teuerste ist. Einfach weil es einen guten Ruf hat und wir nachweislich (Zertifizierung) eine gute Pflege machen. Das zeigt auch die andere Seite, nicht alle Leute schauen nicht nur aufs Geld.

Gruss Sophie



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menina
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Beitrag von menina » Mi 5. Apr 2006, 15:14

Hallo louise99,

Ist ja toll, wie Du die Kompetenz von Fachkräften beurteilen kannst. Langsam aber sicher finde ich Deine "Veruteilungen" anmaßend. Ich würde gerne mal wissen, ob Du Hintergrundwissen hast.
Wer hat Dir das Recht gegeben bei der Versorgung eines Bewohners (der mit dem Lifter) dabei zu sein?
Ich glaube diese Geschichte nicht.



Antje
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Beitrag von Antje » Mi 5. Apr 2006, 15:35

Hallo!!!
Ich habe jetzt schon mehrere Themen von Luise gelesen und soweit ich das verstanden habe, hat sie eine Angehörige(Mutter???) in einem Heim untergebracht, ich frage mich wenn die Pflegepersonen dort sooooooooooo schlecht und unkompetet sind, warum die Mutter im Heim ist und nicht bei ihr zuhause wenn sie es ja soooooooo viel besser kann.

MFG
Antje


Genieße das Leben ständig,denn du bist länger tot als lebendig! ;)

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menina
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Beitrag von menina » Mi 5. Apr 2006, 17:34

Hallo louise99,

warum antwortest Du nicht im Forum? Zum Austausch ist es ja da. :)
In jeden Heim muss es eine bestimmte Anzahl von Fachkräften geben. Ein Heim darf nicht nur neues ungeschultes Personal einstellen.
louise99 hat geschrieben: Zwei junge Pflegehiflskräfte (Aushilfskräfte,junge Studentinnen), erst wenige Tage bzw.Wochen im Heim konnten das Gerät nicht bedienen. Der dazugerufene Hausmeister auch nicht.
Wäre es der Gärtner gewesen, hätte ich mich aber erschrocken. Und das alles während der Bewohner unbekleidet auf den Boden im Bad lag? Wie ist der Bewohner, der einen Lifter benötigt vom Bett ins Bad gekommen?
louise99 hat geschrieben: Und als ich als Außenstehende dem jungen unerfahrenen Pflegepersonal Hinweise gab, wie ein Lifter zu bedienen war, Bewohner lag nackend im Bad, Riemen schnitten in die Oberschenkel, konnten den Lifter nicht bedienen.. 3 Leute schafften es nicht!
Ich habe noch nie einen Lifter gesehen der Riemen hat, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.



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Christl
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Beitrag von Christl » Mi 12. Apr 2006, 19:53

Hallo, Biene Willy.

Nicht nur die Angehörigen haben in solchen Situationen zu kämpfen, alle anderen Beteiligten ja auch, oder? Ist das wirklich nötig? Ich meine, zu kämpfen? Würde ein offenes Gespräch die Dinge nicht viel schneller regeln können?

Du gehtst ja wohl grundsätzlich davon aus, das Pflegekräfte nicht offen genug an Probleme dieser Art rangehen, das ist aber wohl hoffentlich nicht ernstgemeint, oder?

Auch die Betitelung "das Objekt der Pflege" finde ich nicht gerade angemessen, schließlich reden wir hier von einem Menschen, nicht von einem Objekt.

Du erwartest, dass die Pflegekräfte ihre Grundhaltung zu ihrem Job überdenken, um würdiger pflegen zu können? Dann überdenke Du doch bitte mal Deine Grundhaltung gegenüber unserer Arbeit und unserem Engagement.

Gruß Christl



Dirk Höffken
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Haltung zur Menschenwürde

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 12. Apr 2006, 23:10

Hallo Louise.
@louise99
„Es soll unter den homo sapiens auch Arten/ Abarten geben, die klärende Gespräche ablehnen, nur um sich zu bestätigen und um ihre Fehler und Schwächen zu verdecken.“ ...
Aus einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom am 13. März 2002 - 2 BvR 261/01 -
... „Das Recht auf Achtung seiner Würde kann auch dem Straftäter nicht abgesprochen werden, mag er sich in noch so schwerer und unerträglicher Weise gegen die Werteordnung der Verfassung vergangen haben (vgl. BVerfGE 72, 105 <115>).“ ...

Und Louise, ich beschäftige mich mit Menschen die andere Menschen entführt, gequält, verletzt, vergewaltigt und/oder ermordet haben. Mit Männern und Frauen die anderen Menschen (vom Kind bis zum Greis) unendliches Leid zufügten.

Es würde mir nie in den Sinn kommen diese Menschen mit solchen Begriffen zu belegen.

Artikel 1 des Grundgesetzes
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Welchen Wert menschliche Würde besitzt. Das menschliche Würde über allen anderen Grundrechten, selbst dem Recht auf Leben und Freiheit, steht, habe ich erst spät verstanden.

Vielleicht solltest du erst mal über die eigene Einstellung zur Menschwürde nachdenken, bevor du sie von anderen einforderst.


Gruß Dirk



sophie
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Beitrag von sophie » Do 13. Apr 2006, 07:47

Hallo Willy,

deine rührselige Geschichte vom bettlägrig gepflegten Angehörigen, der erst zuhause wieder essen lernt und auch nicht mehr bettlägerig ist, kann ich dir auch in umgekehrter Version erzählen. Die Dame hat nichtmal mehr gesprochen.

Ich finde es schade, dass es Menschen gibt, die aus Angehörigen und Pflegekräften zwei Fronten machen. Viel sinnvoller ist es meiner Meinung nach, die Energie zu bündeln und für den Pflegebedürftigen zu nutzen.


Gruss Sophie


Ach und Willy, ich kenne auch Angehörige, die ihr Benehmen manchmal am Eingang abgeben wenn sie ins Haus kommen. Meine Kollegin wurde sogar schonmal von einer (meiner Meinung nach mit der Situation überforderten) Angehörigen geschlagen. Findest du das in Ordnung?



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