Abführen mit Lactulose oder Laxoberal

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Jutti
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Beitrag von Jutti » Di 17. Jun 2003, 20:10

Hi Targav
Erfahrungen, grins, unser Koch hat mich fast "erschlagen", als ich Buttermich haben wollte. hab sie bekommen, bloß leider mochte die fast keiner, Schuss innen Ofen (hab mich schön blamiert)

Ballaststoffreiche Ernähnung find ich persönlich auch schwierig aus verschiedenen Gründen:
1. trinken sie zuwenig um es optimal zu verdauen
2. können sie es meist auch nicht kauen
3. die fehlende Mobilität dabei

Bei einer Dame funktioniert es gut mit Milchzucker, bei anderen mit Trockenpflaumen eingeweicht. Wieder andere kommen gut mit dem lauwarmen Glas Wasser auf nüchternen Magen klar.
Ich denk mal, es ist wie immer ne individuelle Angelegenheit, da der Klient es ja auch annehmen, befürworten muss.
Bloss würde ich persönlich so als Ökosokke aussem Dorf die natürliche Methode vorziehen, klaro.
Colonmassage hat sich bei uns bei einer Wach-Koma-Patientin bewährt zusammen mit Laktulose (nettes Thema zur Abendbrotzeit, kicher) aber ohne Hilfe ist sie nicht in der Lage, überhaupt die Anstrengung des Pressens alleine zu bewältigen.
Tja, magere Auskunft, Targav, aber leider,leider hilft wegen des Zusammentreffens vieler Ursachen oft nur die chemische Keule. kaum Mobilität, mangelnde Flüssigkeitszufuhr,keine gute Kaufähigkeit, mangelnde Kraft überhaupt dazu falsche bzw mangelhafte Ernährung, wat willste machen?
Ich würde mir für mich im Alter wünschen, dass zuerst viele dieser Methoden ausprobiert würden, bevor jemand beschließt, Frau J. hat gefälligst alle 3 Tage, basta :rolleyes:
L.G. Jutti



milchbrei
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abführen mit Lactulose/Laxoberal

Beitrag von milchbrei » Mi 18. Jun 2003, 16:04

Hallo targarv,in meinen Praktias habe ich gute Erfahrungen mit eingeweichten Trockenpflaumen oder Pflaumensaft gemacht. Die Pflaumen wurden mit Quark gereicht, wer nicht gut kauen konnte bekam Pflaumensaft.Furchtbar find ich diese Abführtage montag, mittwoch und freitag die Bew. mit den geraden Zimmernummern, die mit den ungraden dann dienstag, donnerstag und samstag,( GRRRR), wenn ich Bew. gebadet habe hatte das warme Wasser oft durchschlagenden Erfolg. Wenn sich der Darm einmal an Abführmittel gewöhnt hat , ist das ein Teufelskreis aus dem man nicht mehr rauskommt. liebe grüße Milchbrei :yo :yo :yo :yo :yo :yo


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ApoPfleger
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Alternative

Beitrag von ApoPfleger » Mi 18. Jun 2003, 20:33

Wie schon richtig bemerkt, ist ja eine der Ursachen für Verstopfung, daß ältere Menschen nicht mehr genug trinken. Dabei liegt dann auch eine Gefahr, wenn man es "gut" meint und reichlich Ballaststoffe etwa in Form von Leinsamen zuführt. Hab darunter schon mal einen Darmverschluß erlebt. Als wir den armen Menschen endlich soweit hatten, daß er wieder "konnte", kam noch nach zwei Wochen Leinsamen...

Lactulose hat den unangenehmen Nachteil, daß es Blähungen verursacht und über diesen Mechanismus letztlich auch abführend wirkt.

Alternativ, wenn natürliche Abführhilfen nicht wirken, bietet sich Movicol an. Das ist ein Pulver, das in Wasser eingerührt wird und ca. 150 ml Wasser an sich bindet, ohne daß es vom Körper aufgenommen werden kann. Im Enddarm quillt es den eingetrockneten Stuhl soweit auf, daß die normale Peristaltik den Stuhl nach draußen befördert.

Gruß

Apo 8)


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Re Abführen

Beitrag von doedl » Do 19. Jun 2003, 11:43

Hallo Alle

In dem letzten Heim, wo ich PDL war, hatten wir keine Probleme mit Verstopfung. Das lag daran, dass eine ausgesprochen bürgerliche und deftige Kost gereicht wurde- Sauerkraut, Kohl und nicht unbedingt fettarm. Regelrecht gestaunt habe ich mal bei einem Sommerfest, wo es Radieschen, Rettichsalat und gegrillte Würstchen gab; ein Bewohner, der angeblich nichts mehr Unpassiertes essen konnte, hat mehrere Würsterl und Radieschen, Rettich gegessen, hihi.

Natürlich ist die Essenszubereitung regional abhängig von Traditionen, doch ich denkmal, dass in einigen Heimen zuviel ernährungsphysiologisch gedacht wird. Dann kommen solche Dinge wie Gemüsestrudel auf den Tisch, die kein Mensch mag.

Mit den Getränken ist es ähnlich- den Leuten das geben, was sie immer schon gerne getrunken haben, also auch ne Halbe Bier zum Abendessen, oder mal ein Glaserl Wein, wenn gewünscht.


Lieben Gruss

Doedl

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obstpation

Beitrag von andrea » Do 19. Jun 2003, 14:31

Hallo ich sehe es auch immer wieder es werden Abführmittel ohne Ende verordnet und die alten Leute können schon nicht mehr ohne.Bei meinem ambulanten Pflegeeinsatz hatte ich einen netten älteren Herren der sich die Abführmitteln selbst verordnete und das nicht zu wenig.Er erklärte sich dann aber bereit mal zwei Tage ohne Klistiere und Medi auszukommen und statt dessen 3Kiwis zu essen.....und es wirkte er hatte am nächsten Tag eine sehr gute Verdauung und meinte sogar das wäre ein prima Abführmittel.Im Altenheim hatten einige Menschen damit Probleme weil sie die Kerne der Kiwi unter der Prothese hatten aber diese konnte man ja auch gut abspülen.Kiwi in Milchshakes oder gelöffelt hilft sehr gut und ist gleichzeitig eine Vitaminbombe.Anfangen würde ich aber mit höchstens zwei Kiwis am Tag weil es sonst evt.zu erheblichen Durchfällen führen kann :) liebe Grüsse wäre schon wenn ihr mir eure Erfahrungen damit mal mitteilt.


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