FA palliativ care

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juca
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FA palliativ care

Beitrag von juca » So 18. Okt 2015, 17:37

Hallo, in Vorbereitung auf meine WB palliativ care habe ich mir Gedanken über die Facharbeit gemacht.
Ich würde gerne über:

Emotionale Bedürfnisse-der Umgang mit Gefühlen in der palliativen Versorgung

schreiben. Ich denke, schwerpunktmäßig wird es um Ängste / Unsicherheiten gehen.
In diesem Zusammenhang interessiert mich natürlich, welche Ängste habt ihr, wie geht ihr damit um ? aber auch, wie geht ihr mit den Ängsten der Bew. / Pat. / Angehörige um?

ich freue mich auf einen interessanten Austausch, juca


Was du mir sagst, das vergesse ich.
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Elfriede
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Beitrag von Elfriede » So 18. Okt 2015, 18:37

Moin juca !

eigene Ängste ? Bittesehr :
Um`s Verrecken möchte ich nicht von meinen - eigenen - jungen Kollegen gepflegt werden. Stöpsel in beiden Ohren und das "Frühstücksbrett" vor`m
Kopp.
Ängste der Bewohner : Einsamkeit im Sterben = Die Ohnmacht der
Pflegekräfte die Angehörigen zur Finalphase zu beraten/einzufordern.
Über die Befindlichkeiten der Angehörigen bin ich inzwischen reichlich
desillusioniert.


Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.

Zephalagie
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Beitrag von Zephalagie » So 18. Okt 2015, 23:16

meine Gefühle/Ängste/Unsicherheiten kann ich 1 zu 1 mit denen der Patienten/Bewohner/Sterbenden/deren Angehörigen vergleichen:
gibt man mir das Gefühl der Empathie
wertschätzt man mich
redet man mit mir
geht man behutsam mit mir während der Pflege um
redet man nicht über mich als sei ich schon nicht mehr auf dieser Welt
achtet man meine religiösen Einstellungen
habe ich keine Schmerzen
geht man auf meine Bitte(n) ein

(.....)
Zuletzt geändert von Zephalagie am So 18. Okt 2015, 23:18, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Wort hinzugefügt



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juca
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Beitrag von juca » Mo 19. Okt 2015, 18:22

vielen Dank ihr beiden :wave
gibt es auch Ängste im Umgang mit pflegerischen / medizinischen Interventionen?

heute erzählte mir eine Kollegin, dass es ihr schwer fällt, morphin zu spritzen, da sie immer Angst hat, es könnte die letzte Injektion sein.
Sie würde sich dann für den Tod des Bew. verantwortlich fühlen.


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Beitrag von Zephalagie » Mo 19. Okt 2015, 20:35

Grüß Dich Juca,
bin ausgebildete SAPV- Fachkraft (=MfA mit palliativmedizinischer Ausbildung) und ehrenamtliche Hospizhelferin- sprich keine "Palliativ care " . In beiden Ausbildungen wurde uns gesagt das man in dieser Sparte immer damit rechnen muss das Patient/Bewohner x gegangen sein kann :( :( .

Man müsse diesbezüglich als Fachkraft einen Weg für sich selbst finden um ggf. im Stillen den Tod von x abzuschließen. Sei es in den Wald zu gehen um dort in Stille tschüs zu sagen ; eine Kerze an zu zünden oder oder.

Wie ich gestern schon schrieb: Versuchen empathisch auf den Bew/Pat /Angehörigen zugehen ggf. (wenn nicht schon geschehen) ein Palliativ Care Team zuziehen - wenn dem schon so sein sollte den Patienten jeden Tag fragen ob die Schmerzen stärker geworden sind und wenn ja eventuell mit dem Dok Rücksprache halten um die Medikation zu erhöhen oder zu ändern.

--------------------------------
Beispiel : X äußert das er Orangensaft möchte "Sie wissen doch das sie die Säure nicht vertragen. Ich gebe ihnen das nicht" ist bei präfinalen Menschen eigentlich ein no go. X weiß durchaus selbst was passieren wird.
Solang X nicht Sterbehilfe -egal in welcher Form fordert sollten seine Wünsche sofern möglich erfüllt werden
Zuletzt geändert von Zephalagie am Mo 19. Okt 2015, 20:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag



Thanos

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Beitrag von Thanos » Di 20. Okt 2015, 10:16

Hallo.

Ich finde das Thema viel zu weit gefasst. Der Titel gibt das Thema Ängste nicht her. Emotionale Bedürfnisse lassen mich an was gänzlich anderes denken als an Angst. Selbst der Titel "Umgang mit Gefühlen am Beispiel von Angst" ist zu weit. Es gibt die Betreuung (Profis und Laien), die Angehörigen (Kinder, Eltern!, Partner) und die Patienten (Kinder, Erwachsene, alte Menschen) hier gibt es dann Angst noch als normale Reaktion im Sterbeprozess, als Nebenwirkung von Medikamenten und als psychiatrisches Krankheitszeichen.

Ich würde das wirklich noch weiter eingrenzen auf genau das was Du haben willst, sonst besteht die Gefahr, dass Du Dich da verrennst.

Beispiele etwas ausformuliertere Arbeiten sind:
"Bewältigung von Angst - wie Pflegende die Eltern sterbender Kinder unterstützten können mit ihrer Angst umzugehen"
"Angst bei der Betreuung Sterbender - Pflegende unterstützten Lernende bei der Ausbildung in der palliativen Versorgung"
"Ängste in der palliativen Versorgung handhaben - was Pflegende von den Patienten über die eigenen Ängste lernen können"



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Beitrag von juca » Di 20. Okt 2015, 18:18

Hallo Thanos, danke für die Anmerkung. Ich werde darüber nachdenken.

An was denkst du, beim Thema emotionale Bedürfnisse ?


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Beitrag von Elfriede » Di 20. Okt 2015, 22:45

Wie und worüber sprichst Du :
- mit Deinem Patienten
- mit dessen Angehörigen
- Deinen Mitarbeitern
zum Thema "Sterben" in diesem speziellen Fall ?

Wer kann welcher Ansprache/Information ertragen/sinnvoll umsetzen ?



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Beitrag von juca » Mi 21. Okt 2015, 14:11

vielen Dank für die gedankliche Anregung :wave


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Beitrag von doedl » Do 22. Okt 2015, 06:24

Hallo Juca

ich finde Thanos Anregung bezüglich der Lernenden ein klasse Thema. Da besteht noch viel Bedarf und es käme auch Deiner Tätigkeit als Praxisanleiterin entgegen.

Vielleicht die Inhalte der Ausbildung durchkämmen, Kurzinterview bei Azubis, ob sie die schulischen Inhalte als ausreichend für die Begegnung mit Tod und Sterben sehen, was sie sich noch wünschten (von der Schule, von den Kollegen)

Gruß Doedl


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Beitrag von juca » Do 22. Okt 2015, 10:45

Hallo doedl,
meine Überlegungen sind tatsächlich in diese Richtung gegangen :) habe in der nächsten Woche einen Gesprächstermin in der Hochschule.
Als Thema könnte ich mir folgendes vorstellen:

Wenn besondere Situationen unsicher machen oder Ängste wecken
[LEFT]Was Auszubildende sich im Umgang mit Tod und Sterben wünschen
[/LEFT]



toll, dass ich von euch hier so klasse Ideen und Anregungen bekommen habe, vielen Dank
Zuletzt geändert von juca am Do 22. Okt 2015, 13:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ergänzung


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Beitrag von juca » Di 27. Okt 2015, 02:34

Hallo, imZusammenhang mit meiner FA möchte ich die Ideen ( Danke nochmal) hier aus dem Forum aufgreifen.
Es wäre super, wenn ihr mir eure Erfahrungen während der Ausbildung schildern könntet. Gerne auch als PN. Der Titel meiner FA :



Wenn besondere Situationen verunsichern oder Ängste wecken
Was Auszubildende sich im Umgang mit Tod und Sterben wünschen


Könnt ihr über eure Ängste / Sorgen zu diesem Thema sprechen, oder werdet ihr einfach ins „kalte Wasser“ geworfen?

[LEFT]Was würde euch helfen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen?

[/LEFT]
[LEFT]Reichen euch die schulischen Inhalte zur Vorbereitung auf die Praxis aus?

[/LEFT]
[LEFT]Was wünscht ihr euch?

[/LEFT]
Anmerkungen / weitere Ideen
Ich freue mich auf eure Beiträge. vielen Dank juca
Zuletzt geändert von juca am Mi 4. Nov 2015, 12:02, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Änderung


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