warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
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DollscheVita
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warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von DollscheVita » Do 2. Feb 2006, 11:44

Hallo,
mich würde interessieren, warum in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert sind.
Wäre es nicht an der Zeit eine Lobby für unseren Berufsstand zu bekommen.
Mir kam heute morgen der Vergleich, ein Bergmann hat seinen Beruf ein Leben lang gemacht ( anerkannt körperlich schwere Arbeit ) bei guter Bezahlung.
Altenpflegerin steigen nach ca. 5 Jahren aus oder oriertieren sich neu.(Lt. Statistik)
Zusatzfrage: Männerberuf, Frauenberuf, wer ist belastbarer?

Zu meiner Frage, seid ihr gewerkschaftlich organisiert.
Warum, oder warum nicht?
Freue mich auf viele Antworten.
Danke!



Jutta und Peter
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AW: Gewekschaftlich organisiert

Beitrag von Jutta und Peter » Do 2. Feb 2006, 22:45

Hallo DollscheVita!

Vorab: Wir sind beide in der Gewerkschaft. Zum einen aus Überzeugung, weil wir es aufgrund unserer politischen und weltanschaulichen Einstellung für sebstverständlich halten, zum anderen, weil wir aktiv unseren Beitrag für die Erhaltung und Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen leisten wollen.

Das Problem, warum so erschreckend wenig Pflegekräfte gewerkschaftlich organisiert sind, erklärt sich wahrscheinlich aus der Geschichte der Pflege. Traditionell ist die Pflege ein "dienender" Beruf, der zudem über viele Jahrzehnte durch kirchliche Institutionen geprägt wurde und noch heute stark beeinflußt wird. Gerade dort haben Arbeitnehmer ja immer noch recht wenig zu melden.

Dazu kommt möglicherweise, daß Pflege lange Zeit ein fast reiner "Frauenberuf" war. In unserer Gesellschaft wird Frauen leider immer noch eine untergeordnete Rolle zugeschoben. Außerdem war Pflege vor 30 noch ein reiner "Zuverdienst"-Beruf, das Haupteinkommen trugen die Männer. Und wer erstreitet im Bereich des öffentlichen Dienstes traditionell die Lohnerhöhungen? Die außerordentlich gut gewerkschaftlich organisierten Männer in den Autobahnmeistereien und bei der Müllabfuhr...

Gruß


Jutta und Peter
Webmaster Konfliktfeld Pflege

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DollscheVita
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AW: Gewekschaftlich organisiert

Beitrag von DollscheVita » Fr 3. Feb 2006, 12:36

Jutta und Peter,
vielen Dank für eure Hintergrundinformationen.
Bin auch eurer Meinung, dass sich an den Arbeitsbedingungen,der Darstellung unseres Berufes und der gerechten Entlohnung nichts ändern wird, wenn wir es nicht tun.

Gerne würde ich jeden einzelnen in diesem "hervorragenden" Forum befragen.
Freue mich auf viele Antworten!

Meine Arbeitskollegin sagt: Gemeinsam sind wir (Quark) stark.



Dodger
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AW: Gewekschaftlich organisiert

Beitrag von Dodger » Fr 3. Feb 2006, 15:10

warum? nun Gewerkschaften sind eine schöne Sache, sie stehen im normlfall hinter einem, und helfen einem bei Streitfragen. soweit zu wichtigsten aspekt, jedoch gibt es noch einen sehr wichtigen Aspekt bei Gewerkschaften!!

Geh mal alleine auf die Strasse und halt ein schild hoch auf dem steht ich streike für mehr Geld, ja eine schöne sache doch intressiert sich keiner dafür, anders wen du son schönes Westchen anhast und mit 400 Leutn da stehst, dann wird die masse aufmerksam, weil viel zieht viel an!!

Gewerkschaftlich organisiert sein ehisst auch in einem Verbund zu stehen, in einem Verbund, der (meistens jedenfalls) deine Meinung vertritt und im notfall sogar bereit ist für diese Meinung zu kämpfen.

Deshalb bin ich in der Gewerkschaft!!


Schonmal im Mondlicht mit nem "Wir Streiken" Schild aufm Marktplatz gestanden? *gg*

Gruss

Dodger



Pflegeakademiker
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AW: Gewekschaftlich organisiert

Beitrag von Pflegeakademiker » Fr 3. Feb 2006, 15:17

ich bin auch für gewerkschaften.
ich weiß nicht, wo ihr organisiert seit, aber spontan fällt mir dieser link ein: http://www.dbfk.de/

apropos lobby:
schaden wird es der pflege nicht etwas besser vertreten zu werden.



Dodger
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AW: Gewekschaftlich organisiert

Beitrag von Dodger » Fr 3. Feb 2006, 15:40

ähh Pflegeakademiker, ihc glaube der Link führt aber nicht zu einer Gewekrschaft, sondern zu einem Berufsverband. so mal ganz nebenbei angemerkt

Schönen Tag noch*g*

Gruss

Dodger



ferdi
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AW: Gewekschaftlich organisiert

Beitrag von ferdi » Fr 3. Feb 2006, 20:53

Gewerkschaft Ver.di
Anspruch auf tarifliche Leistung
Streik- und Aussperrungsunterstützung
Fachkundiger Rat und tatkräftige Unterstützung
Arbeit und Sozialschutz
Lohnsteuerservice
Schwerbehindertenberatungszentrale/Rentenberatung
Mieterrechtschutz in Kooperation mit dem Deutschen Mieterbund
Qualifizierung und Weiterbildung
Beratung für Selbstständige und Freie
Ver.di - Jugend
Ver.di - Senioren
Hilfe bei Freizeitunfällen
Verbrauchervorteile für ver.di-Mitgliedern

http://www.verdi.de
http://www.gesundheit-soziales.verdi.de
hier findet Ihr alles was war und aktuell für unseren Beruf getan wird. klickt mal rechts "Mein Frei Gehört mir", - "drei online" das ist die alle 2 Monate erscheinende Beilage in der Mitgliederzeitung "Publik".

Ver.di ist in 13 Fachbereiche aufgeteilt.
Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen ist der Fachbereich 3.
Aus den einzelnen Fachbrereichen können sich die berufsspeziefischen Fachgruppen/Arbeitskreise gründen.
Das geht natürlich nur mit ehrenamtlich aktiven Mitgliedern = Gewerkschaftsfunktionären.

Der Fachbereicht 3 hat hier in Dortmund, Lünen, Castrop-Rauxel u. Schwerte über 5000 Mitglieder. Wir haben 4 GewerkschaftssekretärInnen. Ohne uns Aktiven läuft da nichts.
Man muß ja nicht gleich so "aktiv" sein wie ich.
Aber eine handvoll Mitglieder kann schon eine Menge erreichen.

Die Fachgruppe Altenpflege:
Unsere Fachgruppe/der Arbeitskreis Altenpflege hat schon vielen AG das Fürchten gelehrt.

Wir haben einen monatlichen Stammtisch, Motto: Wir wollen - informieren, - zuhören, - helfen, - unterstützen, - oder einfach mal Dampf ablassen.

wir haben schon viele Betriebsräte gegen den Willen des Arbeitgebers mit richterlicher Verfügung gewählt,

wir demonstrieren vor der Tür der AG gegen Mißstände, mit Polizeischutz und Presse.

Unser Ziel: je mehr man weiß, desto mehr Selbstvertrauen gibt es, desto mehr Sicherheit hat man, desto mehr kann man für sich und seine KollegInnen kämpfen....

Einfacher gesagt:
In einer Solidarität zeigt sich die Stärke der Gemeinschaft, doch etwas erreichen kann man nur, wenn viele mitkämpfen!!!


Gruß aus dem "Kohlenpott"

Glück auf

ferdi



ferdi
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von ferdi » Sa 4. Feb 2006, 18:56

Das tut/organisiert die Gewerkschaft

Tageszeitung RN, Samstag 4. Februar 2006

Protest gegen Sozialabbau

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der DGB rufen zum Protest gegen die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie auf, mit der heimische Lohnvereinbarungen und Arbeitsschutzregelungen vollkommen legal außer Kraft gesetzt werden. Demonstriert wird am Sammstag (11.".) in Berlin und Dienstag (14.2.) in Strassburg. ver.di stellt Busse für die Fahrt bereit.

Ich fahre am 11. nach Berlin

Sie auch hier unter Europa JA - Sozialdumping NEIN

ferdi



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wundmentor
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von wundmentor » Di 7. Feb 2006, 19:07

Hallo Gesundheitspflegel,

auch wenn`s jetzt bitter klingt
.
Bin seit 1970 in der Gewerkschaft, damals ÖTV jetzt Verdi.

Aber man sollte unsere Interessenvertretung nicht als Spielball benutzen wenn man irgendwelche Sch..... gebaut hat und jetzt rumjammert, dass verdi nicht "wirklich" weitergeholfen hat.

Bevor ich mich weiter auslasse, warte ich lieber ferdi`s Antwort ab.

m.f.G. wundmentor


Alt zu werden,
ist nun mal die einzige Methode, um lange zu leben!!

ferdi
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von ferdi » Di 7. Feb 2006, 19:53

Hallo Wundmentor,
ich komme aus der DAG. Wenn Du magst können wir uns ja unter "Private Nachricht" unterhalten ;) :smile

Zu GesundheitsPflegel kann ich nur sagen dann war er wohl nur kurz in der Gewerkschaft. Eventuell zu kurz?

Ver.di ist jan nu mal erst 4 Jahre jung.

ferdi



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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von Pflegeakademiker » Mi 8. Feb 2006, 01:38

ups. stimmt. hast recht *ggggg



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DollscheVita
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von DollscheVita » Sa 11. Feb 2006, 14:30

Vorerst, vielen Dank an Alle die geantwortet haben.

Werde die Frage auch mal ins Schülerforum stellen.

Grüße aus dem hohen Norden, ohne Schnee.



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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von Martin_83 » Sa 11. Feb 2006, 15:06

In der Pflege gehen die meisten doch erst zur Gewerkschaft, wenn die Kacke am dampfen ist. Vorher sagen sich doch die meisten, wozu soll ich den Beitrag bezahlen. Wenn es um die Tarife geht dann horchen alle auf, vorher nicht. Gut ich bin drin. Allein um seine Rechte zu kämpfen, kann schwer werden.
Und noch ein Grund weshalb die Leute nicht in der Gewerkschaft sind, ist schlichte Unwissenheit.



Teddy
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von Teddy » Sa 11. Feb 2006, 17:20

Wenn du dir die angefügten Links von Fibula ansiehst, dann kannste es nachlesen. Aber ich bin ja nicht so, es sind 1% deines Bruttolohns. Für Auszubildene gibt es aber auch noch vergünstigungen.



ferdi
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von ferdi » Sa 11. Feb 2006, 20:18

Hallo Gast,
immer noch wie zu Gründerzeiten: "1 Pfennig von der Mark", 1 Cent vom Euro.

DGB - in Deutscher Gewerkschafts Bund sind alle Gewerkschaften vereinigt.
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft überwiegend zuständig für den öffendlichen Dienst.
Big - Gesundheitswesen.

Die Big darf keine Tarifverhandlungen führen, dürfen sie streiken?

Was Gewerkschaft bietet und tun kann sie weiter oben.
Heute in Berlin: 30.000 Demonstranten zum Thema "Europa Ja, Sozialabbau Nein". Aufgerufen hat der DGB und seinen ihm unterstellen Gewerkschaften.

Bin gesspannt was Dienstag in Brüssel aufmaschiert. Das sind ja alle Gewerkschaften des vereinten Europa aufgerufen.

Wir haben hier in Dortmund schon viel bewegt.

ferdi



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wundmentor
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AW: warum sind in unserem Beruf so wenig Kollegen gewerkschaftlich organisiert?

Beitrag von wundmentor » So 12. Feb 2006, 16:10

NEIN

Hallo,

die Gewerkschaftsbeiträge werden von deinem Girokonto abgebucht.
Weder ein anderer noch du selbst bist verpflichtet deinem Arbeitgeber zu informieren ob du Gewerkschaftsmitglied bist.
Näheres wende dich an ferdi
Nix für ungut
wundmentor


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