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Vollständige Version anzeigen : Ausbildung - Alles Roger?


Frank
05.10.2003, 12:49
Hallo!

Seit ca. 3 Wochen bin ich frisch examinierter KP. Zeit für mich mal die Ausbildung in Gedanken nochmal passieren zu lassen.
Dabei sind mir einge Dinge aufgefallen (siehe unten).

Nun meine Frage, wie seht ihr Eure Ausbildung positiv/negativ in Hinblick auf das Erstellen von Pflegeplanungen, Stationswissen kontra Schulweisheiten, was könnte/müsste Ausbildungstechnisch verändert werden sowie Umgang Examiniertes Personal- Mentor-Schüler
Das ganze wird von mir und einer ehemaligen Mitschülerin derzeit quasi als Projekt in unserer Freizeit gehändelt. Geplant ist irgendwann das Ergebnis/bzw. die Erfahrungen später in einer Pflegezeitschrift als Artikel/Leserbrief zu veröffentlichen.

Ich bin gespannt was Ihr so an Erfahrungen gemacht habt oder macht!!

So das ist mir und Diana (meine ehem. Mitschülerin) bisher aufgefallen:


a.)Stationswissen kontra Schulweisheit

Wer kennt das Dilemma nicht? Voll gestopft mit praktischem/theoretischem Wissen und der langjährigen Erfahrung der Pflegelehrkräfte kommt man als Schüler auf die Station und will sein Schulische Wisse praktisch umsetzten. Doch wie oft hörte man den Spruch. „ Schau mal eben weg das ist nicht Schulisch“ oder „ So wie ihr das gelernt habt machen wir es nicht“
Warum? Ist das was die Schule sagt/lehrt alles Müll. Wieso wird es auf den Stationen anders gemacht? Klar das gewisse Abläufe sich im Laufe der Zeit durch das ex. Personal verändert haben- weil immer weniger Zeit ist für den Einzelnen Patienten aufgrund der knappen Personalstruktur ist oder weil das Patientenaufkommen stetig steigt.
Doch sollten Station und Schule nicht Hand in Hand zusammen arbeiten? Als Schüler will man sich dem Team anpassen, Mitarbeiten und ja nicht anecken. Mit Sprüchen wie „das haben wir anders gelernt“ kommt man nicht weit! Und so steht man oft, zu oft belämmert da und weiß eigentlich gar nicht mehr wo vorne und hinten ist was richtig oder falsch ist und beim prakt. Examen dann wieder nach Schule arbeiten muss.
Besonders witzig ist das ex. Personal das die selbe Schule besucht hat es dann nach dem Examen genauso macht wie es auf der Station üblich ist statt dem Schüler zu zeigen wie es eigentlich Schulisch gefordert ist. Für fast jede Erkrankung gibt es mittlerweile Standards der Pflege warum nicht diese nutzen statt das „Pferd“ von mehreren Seiten zu satteln.
Ich denke da ist noch Bedarf und Ressourcen sind vorhanden um diese Knackpunktthema gemeinsam anzugehen.

b.)Pflegeplanung

Die letzte Pflegeplanung auf einer Station habe ich im Unterkurs geschrieben, danach wurden in unserem Ausbildungsbetrieb Pflegenachweise eingeführt.
Ein leidvolles Thema für den einen oder anderen. Mit Sicherheit keines was man nicht üben kann, doch was macht man als Schüler wenn in der Praxis kaum noch Pflegeplanung existieren? Die Unart gewisser Formulare mit dem wunderschönen Namen Pflegenachweis scheint sich wie eine Krankheit auszubreiten! Klar es ist ja auch einfacher sein Handzeichen hinter einer durchgeführten Maßnahme zu setzten als sich mal hinzusetzten und die Probleme und Ressourcen eines Patienten anzusehen und aufgrund dieser Informationen eine Pflegeplanung zuschreiben. Es verlangt ja niemand das diese gleich mehrer Seiten lang sein muss. Kernpunkte reichen!
Anhand eines Pflegenachweises erkennt niemand ob der Pat. aufgrund der Pflegemaßnahmen Fortschritte macht oder ob eine Änderung in der Pflegdurchführung notwendig ist und ob Teilziele oder Ziele erreicht werden können oder erreicht worden sind.
Da Pflegeplanung ein Bestandteil der Schulischen Ausbildung sind sollte jedem Schüler während seiner Ausbildung nicht nur von der Schule die Möglichkeit geboten werden eine Pflegeplanung zu erstellen, sondern auch von der Station.
Möglichkeiten bei Unsicherheiten von Seiten des Ex. Personals gibt es zu Hauff, sei es durch innerbetriebliche Schulungen oder über Literatur. Mir hat während meiner Ausbildung das Buch: Pflegeplanung- leicht gemacht von Birgitt Budnik erschienen im Verlag Urban &Fischer (ISBN 3-437-45141-3) viel an Information gegeben bei Unsicherheiten bezüglich Formulierung von Zielen ect.

geo
05.10.2003, 13:11
Hallo Frank
Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung! :yo
bin AP seit `78 / u.a. WBL seit `89 ....FB`s als QMB , PDL ,Mentorentrainer,.......also altes " Eisen".......... :wave
aus meiner Erfahrung :
Stationsablauf :Ich fordere von jeder AP SChülerin im Abschluss- und im Zwischengespräch eine Verbesserung , Anregung (en )...Wünsche
die Reaktionen oder Antwort sind auch heute noch bezeichnend!
Beispiel: vor ca. 3 WO. Ap- Schülerin im 3 Ausbildungsjahr : Was kann ich für dich tun...was möchtest du sehen ...oder besprechen.....
Antwort : Ein Katheter legen......! sonst alles OK !?!
Das möchte ich nicht weiter auslegen...es spricht für sich.
Thema Pflegeplanung:
Auch heute müssen wir in unseren WB die Praxis der biographischen Pflegeplanung , an Krohwinkel angelehnt.....
beibringen ........gg ... ist das richtig!?
NEIN aber bittere Realität...!
Etwas Hoffung habe ich die neue Ausbildung ,Arbeitsverträge ....sich entwickeldes " Ausbildungswesen" wo mehr Vorgaben und Sicherheit sich entwickeln wird.

So jetzt erstmal genug.
nee noch etwas
Es ist ein altes ...ich sage besonders in der AP ausgebreitetes Thema....( nur nicht auffallen ...mitschwimmen ist doch auch ganz schön....soll auch etwas rütteln )
Bitte nicht nicht den Schulmeister unterstellen ..bin ich weit von entfernt.
Nur Praxis - Theorie und Selbstbewußtsein macht es z.B. als WBL immer schwieriger eine klare Linie zu halten.
Wenn weiter konkrete Fragen ...bin da.
Gruß geo

doedl
05.10.2003, 18:00
Hallo Frank

zum Thema Pflegeplanung..........

nun lehne ich mich gaaaaanz weit aus dem Fenster, weil ich selbst Pflegeplanung auch doziere; aber mal ganz ehrlich- in der Praxis nutzt sie kein Mensch.

Pflegeplanungen werden geschrieben, weils der MDK so will, weils in den Verträgen steht usw usw.

Wir sind weit entfernt von einer geplanten und evaluierten Pflege; warum das auch immer so sein mag. Kann einerseits dran liegen, dass Pflegekräfte lieber mit den Händen arbeiten, statt Zeit an Dokumentation und Planung zu verwenden; kann sein, dass die erlernte Art der Pflegeplanung einfach noch nicht das Gelbe vom Ei ist. Fallbesprechungen werden meiner Ansicht nach auch viel zu wenig durchgeführt- weiss doch eh jeder über den Patienten, Kunden, Bewohner Bescheid !!
Zur Zeit arbeite ich viel mit Pflegediagnosen und weg von der AEDL konformen Pflegeplanung. Es ist nämlich höchst spannend, mal die Auswirkungen von Einschränkungen in einer AEDL auf alle anderen zu beleuchten.
Ich stellen mir als Idealfall eine Mischung aus Pflegeplanung und Tätigkeitsbeschreibung vor- also eine höchst individuelle Handlungsanleitung, was genau in welcher Schicht beim Patienten, Kunden Bewohner gemacht wird. Sowas ist zeitaufwändig- hätte aber den Vorteil, dass jeder, der neu zum Bewohner kommt, sofort weiss, was zu tun ist.

Mal sehen, was uns die Zukunft noch bringt.

Lieben Gruss

Doedl

www.temporaire.info

milchbrei
06.10.2003, 17:36
hallo Frank,
bin seit 5 Wochen examiniert und habe letzte Woche meine 1.Stelle als ex.Ap angetreten.
Das Theorie und Praxis zwei unterschiedliche Schuhe sind, war mir ja schon vorher klar, aber das die Unterschiede so krass sind hätte ich nicht gedacht.
Von rückenschonendem Arbeiten halten meine Kollegen nicht so viel,z.b werden die Bew. vom bett in den Rolstuhl getragen.Das ist für die Bew. nicht schön und für meinen Rücken auch nicht.
Die Pflegeplanungen sind die reinste Katastrophe, die Ziele passen weder zu den Problemen noch zu den Maßnahmen,ein Rollstuhl gilt dann z.B als ressource!!!!!!!!!!!!!!.Der Spriztenabwurfbehälter steht im abgeschlossenen Medikamentenschrank.
Heute habe ich einer Kollegin gezeigt wie man einen Bew, rückenschonend aus dem Bett holen kann.
Die Bew. haben überall Decubiti zwischen 1 und 3. grad, gelagert wird so gut wie gar nicht oder so schlecht das man sich die Lagerung auch sparen kann.Zum glück gibt es noch andere Häuser die eine gute Dokumentation haben und die mit viel Engament die Planungen schreiben.Eine Pflegeplanung ist für mich ein Qualitätssicherungsmerkmal.
liebe grüße milchbrei

Jutti
06.10.2003, 20:17
Hallo Milchbrei
lass aber büdde den Kopp nit hängen, es geht nämlich auch anders, ganz anders. An meinem ersten Tag vor etlichen Jahren haben sie mir nämlich als erstes beigebracht, wie man Rückenschonend arbeiten kann, wie man an Hand der Pflegeplanung erkennen kann, was eigentlich Bedarf ist und was der Bew selber kann, wie man mit Standards......
und und.... und wir sind zu einem guten Team zusammen gewachsen, klaro meckern wie mal, heute war auch nit sooooooo genialer Tag :yo
und Theorie und Praxis müssen gar nicht so doll auseinander klaffen. Unsere WBL hört sich alles an, was wir aus der Schule mitbringen, probiert es für sich aus, wichtiges was sich geändert haben mag, gegen früher, übernimmt sie sofort. Sprich sie ist einfach ein Schatz und selber daran interressiert, auf einem neuen Stand des Wissens zu sein.
Was für mich bedeutet, es liegt am Menschen selber, will er neues lernen und altes Notfalls als nicht mehr akzeptabel über Bord schmeißen oder will er nur Macht demonstrieren.
Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass Altbewertes ebenfalls seine Daseisnberechtigung hat. Auch nicht alles, was neu ist, muss zwingend gut für einen Bewohner sein..........
Gibt es sogar eine Anekdote zu: Frau X., seit Jahren wird sie auf eine ganz bestimmte Art. für uns angenehm, für sie auch angenehm aus dem Bett geholt..... nun hatten einige von uns einen Kinästhetikkurs......den Rest kannste dir nun denken, ...sie war völlig verwirrt.....wußte nicht, was da überhaupt abläuft, trotz Ankündigung.......sie möchte doch lieber auf die alt bewährte Art, da weiß sie nämlich was auf sie zu kommt, da kann sie sich dran erinnern und fühlt sich sichtlich wohl.
Viele Grüße von Jutta

milchbrei
07.10.2003, 15:21
Hallo Jutta,
ich bersuche mich den Gegebenheiten dort anzupassen, wenn es nicht klappt und dir Bew.weiterhin aus dem Bett getragen werden ziehe ich für mich die Konsequenzen.Ich mache mir nicht mein kreuz kaputt,muß schließlich noch 40 Jahre arbeiten.
Ich kann nur verbesserungsvorschläge machen, wenn es nicht angenommen wird, kann ich es auch nicht ändern.Noch bin ich total motiviert, hoffentlich bleibt es auch so.

Ps: warste eigentlich bei der Demo in Köln?

liebe Grüße milch(frust)brei :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :( :(

Jutti
07.10.2003, 16:17
Hi Milchbrei
nee, war ich leider nicht, hab zuviel zu tun, dauernd Klausuren, dann hatte ich auch ewig FD, dann passt es ja nicht.
Gib doch mal Rückmeldung, was so in der Presse dazu kommt, in der Bonner Presse habe ich nichts gefunden, bzw, wir haben ja eh Rhein-Sieg-Anzeiger hier, da kümmt sowieso nichts
viele Grüße von Jutta :wave

milchbrei
07.10.2003, 19:43
Hallo jutta,
im Moment stehts nichts mehr im Kölner Stadtanzeiger drin.
Schröder kommt bald um die Anuga zu eröffnen, hoffe das Demonsranten dann vor adenauers Pferdeställen stehen ( Messegebäude in Deutz),um mit ihm zu reden.Halte euch auf dem laufenden.
Viel Glück bei den Klausuren.

liebe grüße Milchbrei

Mel
09.10.2003, 20:09
:D Hi, bei mir war das so, habe 2 jahre lang als helferin im Pflegeheim gearbeitet.Und musste dort zu den ganzen Fortbildungen von Pflegeplanung, Dokumentation usw..Mache meine Ausbildung und bin im ersten Praktikum. Jetzt habe ich das Problem das ich gar nicht mehr klar komme.Habe schon oft mit meinem Dozenten darüber diskutiert.Und verstehe leider überhaupt nicht wie ich das fertig bekommen soll.Mein Praktikum ist fast vorbei und jetzt stehe ich da.Ich finde es einfach nur unfähr, das die Praxis und Theorie so weit auseinander gehen!!!!!!! ?( ?( ?(

Naddel
11.03.2004, 10:09
Halo Frank!!!
Bin jetzt im 2.LJ und ich muß echt sagen....so wie man es lernt wird es doch nirgends gemacht....
Habe jetzt das 3Praktikum hinter mir und nirgends habe ich je was so gesehen , wie ich es lerne.... :(

piddel
12.03.2004, 17:01
hallo alle miteinander, ich denke mal das die weite kluft zwischen theorie und praxis unter anderem damit zusammenhängt, dass viele schon vor jahren (jahrzehnten) ihre ausbildung abgeschlossen haben (ich übrigends auch). und da haben wir nichts von kinästhetik, bobath, basaler stimulation, validation, pflegeplanung etc. gehört. das gabs einfach noch nicht bzw. wurde noch nicht in der ausbildung vermittelt. und welche vollzeitkraft hat abends oder an den wenigen freien tagen noch muße und kraft sich damit zu beschäftigen (es sei denn, sie besucht eine fortbildung).

zum anderen ist es so, dass wenn man zwei bücher (gute seriöse) nimmt, dann hat man zwei verschiedene auffassungen. und so kann man fast jede handlung von zwei seiten beleuchten und argumentieren (und jede seite erscheint einem logisch).

außerdem ist pflege einem ständigen wandel unterzogen. jedes jahr kommen neue aspekte dazu, neue erkenntnisse, nach denen gepflegt und behandelt werden soll. aber wer kann sich schon ständig infomaterial besorgen/bezahlen bzw. stundenlang im internet surfen auf der suche nach solchen neuen erkenntnissen?

schüler sind für die einrichtung ganz wichtige "überträger" und "vermittler" neuer methoden, denn sie lernen es grad in der schule, sind also "up-to-date". und sicher gibt es in jeder einrichtung eine schwester, welche ein offenes ohr hat für solche neuigkeiten. also bitte sucht diese eine schwester und verklickert ihr all das, was ihr wisst.

gruß piddel

andrea
12.03.2004, 17:40
tja lieber piddel det is man in manchen Einrichtungen gar nicht so einfach. Ich war im ersten Praktikum in einer Einrichtung wo alle Altenpflegerinnen auf diesem Wohnbereich aus meiner Schule kamen. Eine davon hatte ihre Ausbildung erst vor 3 Monaten beendet. Kann man also nicht von Unwissenheit sprechen. Genau diese PK war es aber auch ,die BW die sich nicht mehr äußern konnten und stark bewegungseingeschränkt waren mittags ins Bett legte und Schlüpfer und Hose nach dem Vorlagenwechsel einfach nur bis an die Knie zog und dann die Decke darüber legte. Man überlege, sie hatte die gleiche Schulausbildung wie ich, war mit dem Examen gerade fertig, prahlte mit ihren Noten und dann soetwas ?( ?(
Ich glaube gute PK die ihre Arbeit lieben und Respekt vor den zu Pflegenden haben zeigen uns das in ihrem Benehmen und Äußerungen und dabei ist es völlig egal wie lange sie im Beruf stehen. Selbstherrliche PK oder jene die sich nur wichtig tun wollen ( z.B. durch Schnelligkeit, Wichtigtuerei) respektieren nur sich und wollen auf Teufel komm heraus den Kollegen und Vorgesetzten zeigen wie toll sie sind. Das Schlimme daran ist dass so etwas ganz oft " gutgeheißen" wird. Besagte PK ist heute Mentorin und soll Schüler leiten. Ist schon so lange her die Geschichte aber sie regt mich noch immer tierisch auf.
Um zurück zum Thema zu kommen, PK die es als wichtig ansehen neues zu lernen werden nicht alles in der Schule gelernte gleich wegwischen, sondern abwägen was machbar und was nicht machbar ist und vor allem neugierig sein. Es wird schwer werden für die Schulen
ihren Untericht "praxisnah" zu gestalten weil die Menschenwürde des alten Menschen in sehr vielen Einrichtungen einfach mißachtet wird und das zumindestens in unserer Schule ein grosses und wie ich finde wichtiges Anliegen ist.

piddel
12.03.2004, 19:27
liebe andrea,
ich bin ehrlich gesagt einfach nur baff. besonders darüber, dass diese pk nun auch noch mentorin ist.
oweh- die schüler können doch nur so gut sein wie der lehrer/mentor.
und wenn der schüler das dann so sieht?? - nee, ich stimme dir zu. leider gibts immer beispiele für "negativ-einrichtungen".
vielleicht ist noch jemand hier, der auch ein positives beispiel hat?? (wegen der motivation :rolleyes:)

gruß

Jutti
12.03.2004, 19:52
............die kannst du haben, Piddel. Ich habe schon mehrfach hier betont, das ich zum Beispiel ganz besonders bei dem Praktikum im KH eine hervorragende Anleitung genießen durfte, von einem wunderbar gemischten Team aus Krankenschwestern und Altenpflegern.
Es war einfach nur toll da bis rauf zum PDL, Spitzenteam, super Anleitung und sehr offen für Schüler Fragen und Anregungen :yo

Aber genauso mag ich darauf hinweisen, das es auch etwas an einem selbst liegt, wie man sich darstellt, wie man sich verhält halt. Wenn ich da schon rein komme, hi, ich bin der neue Schüler, weiß alles Neue und ihr nix, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich nicht respektiert werde.
Ich habe dies bei einer anderen Praktikantin so erlebt und sie wurde im Team nicht so gut angenommen.

Aber eben zu deiner Beruhigung: es gibt auch super Anleitungen, wo man sehr viel lernt :yo
Jutti

Rhaja
12.03.2004, 20:52
Hallo Frank!!!
Herzlichen glückwunsch mein Lieber!
Ich habe am 26.02.04 mein ap-examen gemacht und auch bestanden.

Zum Thema:
1.
Theorie und Praxis! ja es geht wirklich weit auseinander, wir in unserem kurs hatten mal die dozenten gefragt ob es möglich wäre ein neues unterrichtsfach zu entwickeln "Improvisation in der Pflege" wir wurden natürlich belächelt und es wurde gesagt ....so pflegt man halt.
Beispiel Amulante: Sr. y kommt zu Fr. X. sie hat einen deku der stril verbunden werden soll. (Es kommt unzählige male vor), wieviel schwestern haben tatsächlich material???

Normal wird es verschrieben vom HA, aber warum hört man als schüler: " der dr. verschreibt nicht so oft, weißt du wie teuer das ist?" und man steht als dummer schüler daneben und weiß das man eigendlich nun pflichtbewußt handeln muss ?(.

Irgendwann hab ich mal gehört von einer schwester: wenn man kein steriles material hat soll man leinenbettlacken kochen und auf höchste stufe bügeln, diese könnte man dann auf die wunde legen. Waaaaaas?

2.
Pflegeplanung

Wir wurden in der ausbildung bombadiert mit pflegeplanung und wurden an einem fallbeispiel geprüft im examen.

Wenn man nachher arbeitet muss das ganze team sich um pflegeplanung kümmern, aber die die lange exam. sind haben nicht unbedingt bock das zu lernen.
Frage: Wählt man diesen beruf für kohle oder berufung????
Es ist unser Pflicht uns weiter zu bilden, grad in der pflege, man muss nicht alles wissen oder immer das neueste, aber man sollte eigeninitiative haben. Man arbeitet schließlich am menschen und das als quai letzter begleiter.(das sollte man sich einfach mal bewußt machen)

Ich wünsche euch viel erfolg bei eurem projekt!!!

MFG Rhaja

Fibula
12.03.2004, 22:02
schlagt mich, aber was ist so tragisch daran, daß die Pflegekraft die Hosen bis zum Knie runtergezogen hat und den Bew. so zugedeckt hat, weshalb ist sie dann eine schlechte Kraft? Wenn die Bew. in der Mittagsruhe dafür bekannt ist stark einzunässen (trotz vorherigen Toilettengangs), und man befürchtet die Kleider werden nass?
Solange der/die Bew. nix dagegen hat?
Also wir haben eine Bewohnerin, die trägt 3 Hosen übereinander: eine kurze Unterhose, eine lange Unterhose und eine normale Hose. Weil sie das so will (sie trägt auch 2 Unterhemden, eins mit Träger und drüber eins mit Ärmeln). Jedenfalls, wenn sie ins Bett kommt, wird die Oberhose auf ihren Wunsch ausgezogen, auch die Bluse, weil sie nicht will, daß ihre Kleidung verknittert, die restlichen Unterhosen werden runtergezogen und dann wird sie zugedeckt, und für die Bew. is das völlig ok. Stell dir mal vor 3 x Hose ausziehen, 3 x anziehen... das is für die Frau viel stressiger, wenn man dauernd an ihren Beinen rumfummelt, kann sie nicht leiden...

Das mit dem gebügelten Laken auf Wunden... naja, in der Pflege würd ich es nicht unbedingt machen, aber in der Ersten Hilfe is das gängig, daß man falls man ein gebügeltes Taschentuch parat hat, dies auf die Wunde tun kann... Wirst in jedem guten erste Hilfe Kurs erfahren...

andrea
13.03.2004, 10:10
tragisch liebe fibula finde ich daran, dass es nicht wegen der Bewohnerin selbst so geschah, sondern damit der Spätdienst nur noch die Vorlagen wechseln musste und die Hosen hochziehen musste wenn es nötig war. Auch wenn du mich schlägst so viel Zeit geht nicht verloren wenn ich Schlüpfer und Hose schnell wieder neu bis zu den Knien anziehen muss. Entweder hätte man die Hosen einfach weglassen sollen, oder sie eben hochziehen müssen. Ich könnte so nicht schlafen und mich würde das unheimlich stören. Hast du schon mal versucht mit einer bis auf die Knie gezogenen Hose zu schlafen?? Man hätte doch wohl das Gefühl dass man sie hochziehen müsste. Zumindestens ich!! Da haben wir nämlich das Beispiel von "verletzter Menschenwürde" denn diese Dame hatte ja keine Möglichkeit sich zu äußern oder sich etwas zu wünschen. :ohwell

Dodger
18.03.2004, 13:01
Andrea,
ich würde sogar soweit gehen und das als Gewalt in der Pflege zu bezeichnen.

Und das mit dem Schau mal weg, das mach ich jetzt anders als ihr es in der Schule beigebracht bekommt, kenn ich zu genüge, ich denke das kommt daher, das die anderen Pflegekräfte denken das würde mehr Zeit in anspruch nehmen, als ihre Methode.
Im Allgemeinen unterstelle ich jetzt den älteren Pflegekräften mal, das sie neuen Methoden immer skeptisch gegenüber eingestellt sind eines meiner Berühmten Beispielen folgt jetzt

Wir haben mehrere Bewohner, die schlecht einschlafen, und ich voller mut hab denen eine ASE gemacht, das jeden Tag am abend, das Resultat war, wir konnten die Hypnotika bei den betreffenden absetzen.
Meine Mentorin hate nun Spätschicht, und machte auch jeden Abend eine ASE, unsere PDL war begeistert vo unserem Erfolg, und hat nun angeregt das Meine Mentorin und ich einen ASE Kurs abhalten, was wir auch taten, sogar mit Praktischer Übung.
So nun kam ich aus der Schule wieder, meine Mentorin hatte Urlaub, und ich traute Meinen Augen nicht als ich sah das die BW wieder Hypnotika als Bedarfsmedikation hatten.
Meine Stationsleitung hat das wieder ansetzen lassen, weil sie der Meinung ist, das die ASE nicht wirksam ist.
Also hatte ich einen riesen Gespräch mit ihr, und war ja klar, als Schüler zieht man da immer den Kürzeren, das resultat war, das ich immer noch meine ASE mache, und die BW dann icht nach einer Schlaftablette verlangen und am nächstzen morgen nicht mit einem Hang - Over kämpfen müssen.
Ist es den so schwer neue Methoden zu akzeptieren? Ud eine ASE kann man prima in die Pflege integrieren, oder nicht?

Gruss

Dodger

andrea
18.03.2004, 19:05
so sehe ich das eigentlích auch, besonders bei Menschen die sich nicht wehren können sollte jede PK überlegen ob das was sie macht gut ist.
Ich habe nicht so krasse Erfahrungen wie du gemacht da immerwer da war der mit Herz und Verstand gepflegt hat und aufgeschlossen für neue Sachen war.
Was bitte meinst du mit ASE?? Vielleicht kenne ich das ja aber im Moment hab ich keine Ahnung ?(
LG andrea

Dodger
18.03.2004, 19:32
ASE ist die Abkürzung für Atem Stimmulierende einreibung.
Atemstimulierende Einreibung (ASE):
Eine besondere Form der Einreibung ist die Atemstimulierende Einreibung.
Für die ASE kann man schleimlösende Öle verwenden.
z.B. Eukalyptus, Kiefernadel, Myrte, Rosmarin, Thymian

ASE Anwendung:
Die ASE kann im Brustbereich oder am Rücken angewendet werden. An unserer Abteilung wenden wir die ASE vorwiegend am Rücken an, da dieser Bereich nicht so sehr zu dem Intimbereich des Patienten zählt. Gelagert wird der Patient entweder in einer 135° Seitenlage oder im Querbett aufgesetzt, wobei eine zweite Pflegeperson den Patienten von vorne abstützt und ihn beobachtet. Das Pflegeöl wird dann mit beiden Händen großflächig aufgetragen. Mit den Händen werden rechts und links neben der Wirbelsäule mit dem Daumen/ Zeigefinger und der Handfläche ein starker Druck ausgeübt. Die Hände sind ein geschlossenes Ganzes. Dann werden die Hände nach außen gedreht und drücken leicht den Brustkorb bzw. heben diesen zur Unterstützung der Einatmung an, schließen sich dann ohne Druck zu einem Kreis. Jeder Kreis sollte atemsynchron durchgeführt werden.
P. NYDAHL schreibt zum Rhythmus der Einreibung: "Zu Beginn bestimmt der Patient und nicht die Pflegekraft den Rhythmus und die Atemgeschwindigkeit. Das ist wichtig. Wenn beide sich nach einigen Atemzyklen durch einen gleichen Atemrhythmus angeglichen haben, kann die Pflegekraft versuchen, den Patienten zu einer ruhigen und tiefen Atmung hinzuführen. Dabei muss auf den Atemrhythmus des Patienten Rücksicht genommen werden.

Einem Patienten mit 40 Atemzüge pro Minute kann nicht ein ruhiger Rhythmus mit 16 Atemzügen pro Minute angeboten werden. Dem Patienten soll durch einen langsameren Atemrhythmus Sicherheit und Orientierung vermittelt werden, er darf dabei aber nicht durch zu langsames Einreiben überfordert werden"

Marcell
18.03.2004, 19:37
Original von andrea
Was bitte meinst du mit ASE?? Vielleicht kenne ich das ja aber im Moment hab ich keine Ahnung ?(
LG andrea
Hallo Andrea

ASE heist Atem Stimulierende Einreibung.

Ziel der ASE ist es, dem Patienten zu einer gleichmäßigen, ruhigen und tiefen Atmung zu verhelfen. Damit soll bei dem Patienten die Körperwahrnehmung unterstützt sowie seine Konzentrationsfähigkeit und Bereitschaft für Außenreize gefördert werden... Quelle: http://members.aon.at/alois.krenn/ase.htm

Wir machen das sehr oft Abends bei unseren Bewohnern damit diese besser einschlafen können, ist eine sehr angenehme Technik du kannst deinen Mann ja mal testweise dazu verknacken.

Grüße

Marcell

Marcell
18.03.2004, 19:54
Mist da war ich wohl 5 min. zu spät...

Gruß

Marcell

Dodger
18.03.2004, 20:50
bei nächsten mal wieder Marcell

Gruss

Dodger

andrea
18.03.2004, 21:37
:lol ich wusste es wenn ihr mir auf die Sprünge helft merk ich mal wieder dass ich meine Gehirnzellen nicht nutze. Atemstimulierende Einreibung kenne ich logisch. Leider nicht in der Abkürzung:schaem
Aber danke dass ihr mir auf die Sprünge geholfen habt, werde beim nächsten Mal versuchen zu denken :wave