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Vollständige Version anzeigen : Urlaubsberechnung


Gast
14.04.2006, 02:21
Ich habe einen Arbeitsvertrag der wie folgt lautet: die UNREGELMÄßIGEArbeitszeit beträgt 120 Std. im Monat. Zuvor hatte ich einen Vertag mit 100Std. habe im Monat immer 12-13 Tg gearbeitet und 11 Tg Jahresurlaub erhalten. Meiner Berechnung nach hätten mir 13 Tage (stimmt das?) zugestanden konnte mich aber nicht durchsetzen. Da ich in den letzten Jahren monatlich bis zu 130 Std. gearbeitet habe wurde für das Jahr 2005 eine Nachberechnung gemacht. Dazu wurden die Jahresarbeitstage berechnet mit der Formel 28:312x Jahrearbeitstage= Urlaubstage.
Was mich stutzig macht ist folgendes: Bei den Jahresarb.tagen wurden nur die Tage gezählt an denen ich eine volle Schicht gearbeitet habe, Extrares Kommen zu Bespr. bis zu 2Std und Kurzeinsätze wurden nicht gezählt, ebenso wurden alle URLAUBSTAGE von 2005 und Krankheitstage dabei abgezogen. Bei der Zahl 312 wurde der Fixwert 312 für Vollzeitkräfte angenommen dieArbeitstage der Vollkr. in unserem Betrieb war viel weniger im Jahr 2005,und in der Formel wird bei dem Wert312 auch kein Jahresurlaub abgezogen, aber bei meiner Berechnung. Das finde ich etwas ungerecht aber alle Jur. würden mit dieser Formel rechnen. ( ich habe auch diesen Wert schon mehrfach gelesen).

Ich arbeite im Monat 14-15 Tage jeweils 8std meistens 6Tage am Stück und dann nochmals 2Tg manchm. auch 2x7 Tage.Wieviel Urlaub steht mir hierfür zu bei einem Vertrag über 120 Std wohlgemerkt unregelm. Arbeitszeit. Meine Berechnung wäre folgende 28 : 312 x 180= ( ich stehe dem AG. 12 Monaten 15Tg pro Monat zur Verfügung )
Der Url. kann doch nicht immer von Jahr zu Jahr neu berechnet werden wenn ich konstant einen 120 Std. Vertrag habe.

Der AG. bietet mir nun eine andere Berechnung mit 28 Urlaubst. an. Er würde mir eine tägl. Arbeitszeit von 4,6 Std. gutschreiben bei 6 Tg Woche, wenn ich 8 Std. immer arbeite hätte ich Plusstd. im Frei dann immer 4,6 Std. minus. Leider sollen im Falle einer Krankmeldung diese Krankheitstg,Tg, dann auch nur mit 4,6 Std berechnet werden auch wenn diese Schichten 8 Std. gehabt hätten. Meiner Berechnung nach hätte ich dann in einem solchen Fall am Monatsende durch Krankheit viel Minus.
Der Vorteil ist, ich hätte viel mehr Uraubstage zu verplanen,da ein Urlaubstag nicht mehr mit 8 Std. gerechnet wird.
Soll ich meinen Vertrag umstellen ?
Ich hoffe mein Anliegen ist nicht zu kompliziert und sprengt nicht euren Zeitrahmen.

Gruß Gast

johannes
14.04.2006, 19:45
Hallo GAst,

für die Urlaubsberechnung gilt die gesetzliche Regelung, die besagt:

1. der gesetzliche Urlaubsanspruch basiert auf der 6-Tage-Woche und beträgt 24 Tage. (Berechnungsformel: 24 Tage Urlaub : 6 Arbeitstage in der Woche = 4 Urlaubstage jährlich für jeden Arbeitstag)

2. ein Arbeitgeber kann einen höheren Urlaub vereinbaren, z. B. 28 oder 36 Tage, usw., jedoch niemals weniger als den gesetzlichen Urlaub!

3. Eine Urlaubsberechnung nach geleisteten Arbeitsstunden ist rechtlich nicht zulässig! Sie erfolgt immer nach der durchschnittlichen Anzahl Wochentage, an denen gearbeitet wird. Wenn du an 6 Tagen in der Woche nur 1 Stunde täglich arbeitest, hast du somit den gleichen Urlaubsanspruch wie bei 10 Stunden täglich.

Folge für Dich:

Ist es zutreffend, daß die regelmäßige Arbeitszeit im Monat 14 Tage sind, errechnen sich im Jahr daraus 168 Arbeitstage. Diese sind, wenn sie unregelmäßig abzuleisten sind, auf die 52 Wochen zu verteilen (168 :52 = 3 Arbeitstage pro Woche). Nach der gesetzlichen Regelung stehen Dir für jeden Arbeitstag in der Woche 4 Urlaubstage im Jahr zu, insgesamt also bei durchschnittlich 3 Arbeitstagen in der Woche 12 Urlaubstage. Bei 28 Urlaubstagen im Jahr sind auf die 6-Tage-Woche gerechnet somit 4,7 Urlaubstage für jeden gearbeiteten Wochentag. Bei 2 Arbeitstagen in der Woche somit 14 Urlaubstage.

Der Erholungsurlaub ist nach dem Willen des Gesetzgebers zusammenhängend zu nehmen. Der Gesetzgeber will damit erreichen, daß ein Erholungsurlaub auch ein Erholungsurlaub ist. Um einen zusammenhängenden Urlaub zu gewährleisten, sollte der Arbeitsvertrag dahingehend geändert werden, daß du je 2. Woche 6 Tage arbeitest. Die dazwischen liegende Woche wäre jeweils regulär frei! Du erhältst bei dem Angebot des Arbeitgebers damit zwei volle Arbeitswochen und zwei zusätzliche Arbeitstage Jahresurlaub. Dies ist die einzige saubere Lösung!

Johannes

Gast von oben
14.04.2006, 21:28
Hallo Johannes,
1.mein AG wollte mir ja "Gutes" indem er die Jahresarbeitstage nachgerechnet hat, da ich 18 Monate lang viel mehr als die vereinbarte Zeit gearbeitet habe, jetzt bekomme ich noch nachträglich 3Tg Url. für 2005

2. Es gibt sehr wohl den Begriff unregelm. Arbeitszeit und dafür eine eigene Urlaubsberechnung. Ob das für mich mit einer fast 75% Stelle zutrifft ist sehr fraglich ,so unregelm. kann ich bei dem Stundensoll von 120 Std. gar nicht arbeiten,den Begriff gibt es haupts. bei Arbeitnehmern die auf Abruf , immer mal einzelne Tage und somit geringfügig arbeiten.
3.Ich habe jetzt bedauerlicherweise nur 12 Tage Jahresurlaub - wenn ich 14 Tage in Urlaub möchte muß ich 10 Tage beantragen,stehe im Moment also mit nur gut 2 Wochen Urlaub für 2006 da-sehr wenig für fast 75% Stelle. Ich muß 2 Wochen beantragen auch wenn ich eine Woche gar keinen Dienst hätte, so wie du denkst im Frei keinen Urlaub nehmen geht von AG -Seite nicht.
Gruß Gast von oben

Jutta und Peter
15.04.2006, 11:12
Hallo Gast!

Da Du eine durchschnittliche vertragliche Arbeitszeit von ca. 75% hast, steht Dir gesetzlich auch ein entsprechender Anteil am Jahresurlaub zu. Der Mindesturlaub beträgt 4 Wochen. 2 Wochen sind demnach zu wenig. Punkt. Berechnungsgrundlage ist die Arbeitszeit einer Vollstelle in Deinem Betrieb.

Gruß

Gast von oben
15.04.2006, 14:03
Vertraglich habe ich 120 Std. unregelmäßige Arbeitszeit, die ca 75 % ergeben sich aus meiner Rechnung davon steht nichts im Vertrag.
Ich sehe ,ihr könnt auch nichts mit dem Begriff unregelmäßig anfangen, dabei reitet mein AG seit Jahren auf dieser Formulierung rum und wegen dieser Form.bekomme ich auch weniger Urlaub als alle anderen Kollegen. Mein Urlaub wird vom Firmenanwalt ausgerechnet.Habe ich das Recht mit diesem Anwalt zu sprechen?
.
Gruß Gast von oben.

Jutta und Peter
15.04.2006, 14:13
Hallo Gast!

Wir bezweifeln stark, daß die Formulierung "unregelmäßig" einer arbeitsgerichtlichen Prüfung standhalten würde. Nach der von Dir beschriebenen Handhabung durch den Arbeitgeber öffnet die Formulierung einer arbeitgeberseitigen Willkür Tür und Tor. Und daß der Firmenanwalt ein für den Arbeitgeber günstiges Ergebnis errechnet, ist ja wohl sonnenklar. Du solltest lieber mit einem eigenen Fachanwalt für Arbeitsrecht reden.

Gruß

ferdi
15.04.2006, 17:45
Bundesurlaubsgesetz: 24 Urlaubstage in der 5 Tagewoche
Das "Unreglmäßig" soll sich wohl auf eine Arbeitswoche mit mehr oder weniger als 5 Tage beziehen. dann vermindert oder erhöht sich auch der Urlaubsanspruch, TVöD/BAT. Der TVöD nennt keine Zahlen, im BAT ist vorgeschlagen: Für jeden Arbeitstag, der weniger oder mehr als 5 Tage in der Woche gearbeitet wird, könnte 1/260 pro Tag entsprechend abgezogen bzw. hinzugerechnet werden.
Was genaueres habe ich leider nicht gefunden, die angewandte Formel scheint mir ok.

Das mit dem neuen Arbeitsvertrag will überlegt sein.
Vorteil: Du hast den gleichen Urlaubsanspruch wie Vollzeitbeschäftigte.

Nachteile: Bei Kurzerkrankung geht man ins Minus, wenn Du Frei für Mehrarbeit hast und im Frei krank wirst wird gar nichts angerechnet.

ferdi

Jutta und Peter
16.04.2006, 23:39
@ ferdi:
Bundesurlaubsgesetz: 24 Urlaubstage in der 5 Tagewoche
Tatsächlich schreibt das Bundesurlaubsgesetz 24 Werktage Mindesturlaub vor, also bezogen auf eine 6-Tage-Woche.

Gruß

ferdi
17.04.2006, 18:45
:schlaf 24 : 6 = 4 Wochen: eek:

ferdi