Vollständige Version anzeigen : Biographie - Arbeit
PflChrissi
10.07.2003, 23:59
Ich arbeite nun schon seit 5 Jahren in der Altenpflege. Ist der Zunstand der Bewohnerakten überall so Katastrophal?? Biographie gibt es garkeine, Diagnosen sind unvollständig und das Berichteblatt lückenhaft! Da ist doch wohl keine auf den Bewohner abgestimmte Pflege durchzuführen, ohne diese wichtigen Infos! Werde nun endlich am Dienstag einen neuen Arbeitsplatz antreten :)
bei uns isses auch schlampig in Sachen Doku... leider
Und Verbesserungsvorschläge werden meist nicht angenommen...
sehr ärgerlich
Hab auch schon woanders gearbeitet, wo die Doku stimmte, aber dafür der ganze Rest gelinde gesagt scheiße war.
(Da gabs nichtmal gescheite Handschuhe, nur die gehämmerten aus Folie... )
Irgendwas is halt immer, aber wenigstens hab ich jetzt Handschuhe, auch wenn die Doku und ein paar andre Dinge mies sind :lol
manchmal ist es auch problematisch eine Biographie zu erstellen, zum Beispiel dann wenn der Bewohner nicht mehr viel sagen kann und manche Angehörige geben auch nicht gern Auskunft! Das sind natürlich erschwerte Bedingungen, die nicht ganz einfach zu handhaben sind.
Dokumentation ist eben ein sehr heikles Thema.
und wie Fibula schon sagt, was nützt einem die beste Doku wenn der Rest net stimmt?
Gruß Anja
Hallöchen,
Ich habe in meinen bisherigen Praxiseinsätzen erst ein Haus dabei gehabt die halbwegs vernünftige Biographien der Bewohner hatten.Dem Personal fehlt oft einfach die Zeit dafür, ich frage mich nur ob unter solchen Vorraussetzungen eine ganzheitliche Pflege stattfinden kann.
liebe Grüße ?(
Biographie ist ein MUSS in unserem Heim. Bei jedem Neuzugang wird penibel darauf geachtet, das eine Biographie erstellt wird, was ich persönlich als sehr positiv bewerte.
Sprich das Ganze doch mal während einer Teambesprechung an, vielleicht bekommst du ja Rückendeckung???
Lieben Gruss von Biggi
Hallo Biggi,
die Dokumentationsarbeit wird leider von den Pflegekräften immer noch als zweitrangig empfunden.
Was Biografie angeht, so habe ich gute Erfolge damit, den künftigen Bewohnern, bzw. deren Angehörigen vor Einzug bereits einen Biografiebogen mitzugeben; ausserdem bei Erstbesuch durch eine Pflegekraft die wichtigsten Ereignisse aufzunehmen.
Kann Dir nur zustimmen- es ist mir auch schleierhaft, wie ohne geeignete Informationen über den Bewohner gepflegt werden kann. Grad auch bei Dementen schauderts mich da.
Lieben Gruss
Doedl
www.temporaire.info
hey ihr Leuts :wave
ich findet es auch immer noch erschreckend, wie wenig Wert auf Biographiearbeit gelegt wird :ohwell .....ich bekomme es auch hautnah durch meine Kurskollegen und anderen Kollegen aus anderen Kursen mit, wie schlampig in manchen Heimen damit umgegangen wird.
Unsere Einrichtung ist zertifiziert nach DIN ISO 9001 und nach dem Diakoniesiegel....Dort ist die Biographiearbeit Standard und Pflicht...
Unsere PDL führt alle 2 Monate sog. "Pflegevisiten" bei allen Bew. durch, bei der Bew., Angehörige, die zuständige Pflegekraft (Bezugsperson) und die PDL anwesend sind. Bei dieser Pflegevisite werden Befinden und Zufriedenheit und auch Mängel aller Betroffenen erfragt und ausgewertet, die Dokumentation mit Biographie und Anamnesebögen auf Lücken und fehlende Infos überprüft .....darüber gibt es dann einen schriftlichen Bericht (Protokoll) mit Handzeichenliste, ob alles Lücken behoben worden sind.
Die Biographiearbeit hängt bei uns nicht nur am Pflegepersonal....wir arbeiten mit unseren Ergotherapeuten zusammen, da sie auch durch ihre Arbeit viel zur Biographiearbeit beitragen können...gerade bei den bettlägrigen, immobilen Bew. haben wir dort sehr gute Erfahren gemacht, weil dort die Biographie oft über die nonverbale Ebene stattfindet.... da fällt mir spontan eine Bew. einer Station unserer Einrichtung ein, die am apallischen Syndrom leidet und durch Biographiearbeit und Bezugspflege Remisionsschritte gemacht hat....sie kann Punkte/Personen fixieren, ihnen folgen und reagiert auf Ansprache/Berührung mit Kopfdrehen zur "Laut-/ Berührungsquelle" :smile ....ich finde da kann man stolz drauf sein :D
Biographiearbeit heisst sich mit dem Menschen und sich selbst auseinandersetzen .....auch Angehörigenarbeit....vielleicht ist es vielen Pflegekräften nicht bewusst, was sie ohne gezielte Biographiearbeit bei Bew., Angehörigen und auch dann bei sich anrichten können....wenn irgendwas nicht so funktioniert und der Bew. sich wehrt , was man mit guter Biographiearbeit hätte vermeiden können.
in diesem Sinne...Liebe Grüsse
*79 (Tine)
Hallo Doedl :wave,
bin froh, das es in unserem Heim nicht so ist. Ein wichtiger Aspekt ist auch, über die Biographiearbeit gewohnte Rituale zu erfahren, diese dann im Pflegealltag zu übernehmen und natürlich auch in die Pflegeplanung zu verankern. Natürlich gibt es auch bei uns Kollegen, die dann die Augen verdrehen, aber auch die "Alten" haben ein Recht die Seele baumeln zu lassen oder ein Stück Sicherheit und Geborgenheit zu spüren.
Wünsche dir und allen anderen in diesem Forum ein schönes WE!!!
Biografiearbeit = biografisch arbeiten ? Ich habe eher die Erfahrung gemacht das dies so einfach nicht ist. Die meisten Häuser die ich kenne erstellen Biografien um sie dann irgendwo hinzustellen... Was meiner Ansicht nach nicht Sinn und Zweck der Sache sein sollte.
Biografien sollten Bezugspflege, die ja so oft zitiert und gefordert wird, ermöglichen.
Wie sieht jedoch die Realität meistens aus ?
Es gibt Häuser in denen nicht einmal Biografien erstellt werden...
Häuser in denen Biografien erstellt und irgendwo hingestellt werden ...
und einige wenige in denen Biografien tatsächlich in die Pflege miteinbezogen werden....
Biografieorientierte Pflege braucht jedoch ein Fundment :
genügend Zeit und genügend Personal...
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