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Vollständige Version anzeigen : Sexuelle übergriffe von Bewohnern auf das Pflege Personal


chrissi15
07.11.2005, 22:06
Hallo Leute!

Ich wollte euch mal erzählen was mir gestern passiert ist. Also ich hatte Spätschicht und war alleine auf der Station. Bin zu einen Bew reingegangen weil er geklingel hat. Er wollte wie immer sein Kathterbeutel geleert haben, habe ich auch gemacht, plötlich fästder Bew mich hinten im Nackenbereich an(dachte er will sich nur festhalten), nein plötlich schiebt er seine Hand immer weiter in richtung Brust, durch zurück weichen habe ich ihn klar gemacht das ich das nicht mag. Aufeinmal greift er mich an die Brust und da habe ich ihn freundlich die Hand weggenommen, weil ich so geschockt war das er sowas überhaupt gemacht hat.
Ich habe das Problem ich kann ihn nicht anehen ohne das mir die Gedanken kommen und ich ihn dafür hasse. Mein WBL hat mich jetzt so eingteilt das ich ihn nicht so muss oder zu ihn ins Zimmer gehen muss.
So meine Frage jetzt: kann mir einer sagen wie ich das am besten verarbeiten kann oder besser gesagt vergessen kann?

Ich hatte keine Lust heute mehr zu arbeit zu gehen da ich wußte das ich heute wieder alleine bin.

ich hoffe es kann mir einer Helfen und Danke schon mal vorraus

Fibula
07.11.2005, 22:13
Wieso lassen die dich als Schüler allein auf Station?

axis
08.11.2005, 09:06
wie du das verarbeiten kannst kann ich dir immo nicht sagen aber ich kann dir sagen das solche tätscheleien von männlichen bewohnern an weiblichem pflegepersonal an der tagesordnung sind..
ich bin zwar ein mann aber bekomme es immer wieder mit das männliche bewohner solche situationen ausnutzen..
soweit es geht sollte man versuchen sie in die schranken zu weisen..
sollte das aufgrund von vorhandener demenz nicht möglich sein sollte man ein wenig mehr aufpassen!!!

leider wirst du dich wohl auf noch so die ein oder andere dieser situationen einstellen müssen!

doedl
08.11.2005, 11:18
Hallo Chrissi

mir passierte das zum ersten Mal während eines Krankenhauspraktikums, lauter junge Männer auf der Chirurgie... booh. Meine Reaktion war genau wie Deine: ich wußte nicht, wie ich mich verhalten soll.

Beim ersten mal blieb es natürlich nicht- es hat sich solange wiederholt, bis ich eine Methode der Abwehr gefunden hatte. Die bestand nicht in freundlichem Wegnehmen der Hand, sondern in einem barschen Ton und der Aufforderung, dies ja niemals mehr zu wiederholen... gg, inklusive böser Blick und Aufbauen der gesamten Körperlänge. Es wirkte immer!

Oft gehen solchen tätlichen Übergriffen auch Anzüglichkeiten voraus- hier schon den Riegel vorschieben. Wenn der Mann noch weiss was er tut, dann mach ihnen das Angebot, dass die PDL gerne auf seine Kosten eine Prostituierte kommen lässt- wirkt auch 100% ig! Solltest Du natürlich vorher mit der PDL absprechen.

Nun zum Verarbeiten: Die Menschen haben natürlich auch im Alter noch sexuelle Bedürfnisse, die sie meist nicht mehr ausleben können. Die tägliche Pflege bringt eine sehr intime Situation mit sich- wo sich solche Bedürfnisse gerne entladen. Passiert übrigens nicht nur Frauen, sondern auch männlichen Pflegekräften.... Meist haben die Pflegebedürftigen eine sehr gute Antenne dafür, bei wem sie es probieren können und bei wem nicht. Pflegekräfte, die eine gewisse Autorität ausstrahlen, sind weit weniger Angriffspunkte als die, die mit solchen Situationen garnicht gerechnet haben, also unvorbereitet sind.

Pflege bedeutet aber auch, diese Dinge verstehen zu können, eine Haltung zu entwickeln, die aussagt- ich versteh zwar Deine Bedürfnisse, aber bei mir kannst Du sie nicht ausleben!!!

Wünsch Dir alles Liebe

Doedl

chrissi15
08.11.2005, 14:16
Hallo Ihr

Also erst mal Fibula`s frage beantworten: Mich teilen sie schon gar nicht als Schülerin ein da ich ja im Anerkennungsjahr bin sagen die sich kann ich auch die Verantwortung für die Station nehmen und die meinen das ich richtig handle.
Ich bedanke mich erstmal auch für euere Tipps. Ich weiß nicht ob ich streng rüber komme gegen den Bew da ich noch einwenig zurückhalten bin. Da mir das ja vorher noch nie passiert ist, wusste ich auch nicht wie ich mich verhalten soll.
Zum Bew der ist noch ganz fi im Kopf und hat es ja auch einen Tag später noch gewußt als die WBL mit ihm sprach. Hat er es ja zugegeben.
Ich weiß nicht was passiert wäre wenn er es abgestritten hätte und es ganz anders erzählt hätte. Was aber zum Glück nicht passiert ist :)

Wer noch Tipps hat kann sie ruhig äußern ich freue mich darüber.

Gruß Chrissi

Marie
08.11.2005, 22:37
Ich bin auch schon oft von Männern betatscht worden. Ich habe das auf Grund ihrer Demenz nicht so ernst genommen. Geholfen hat, dass ich mich gemeinsam mit Kolleginnen darüber amüsiert habe. Je nach Fall bin ich ausgewichen oder habe klare Verhältnisse geschaffen, oder habe es mit Humor genommen und gemeinsam mit dem Mann gefrotzelt.
Ein Mann wollte immer von mir einen Gute Nacht Kuß und dass ich zu ihm unter die Decke komme, er langte auch nach mir. Ich sagte dann: "Was soll denn wohl mein Mann dazu sagen?" Er: "Das braucht der ja nicht zu wissen." Ich habe einfach drüber gelacht und es als Spaß aufgefaßt. Ich hielt aber freundlich Distanz.
Bei einer Frau war es mir eher unangenehm. Sie wollte von mir im Intimbereich eingekremt werden. - Etwas mehr und noch etwas doller. Du machst das doch so guuut!- Am nächste Tag meinte sie wieder , dass es sie zwischen den Beinen jucken würde. Ich gab ihr Salbe auf die Hand, damit sie sie selber da hinschmiert wo es juckt. Sie meinte aber ich müsste es machen, ich könnte es ja soooo guuuut. Ich sagte, dass sie sich da unten auch kratzen könne, dann könne sie sich auch da einkremen.
Beim nächsten Mal saß sie mit gespreizten Beinen auf dem Toistuhl und erwartete mich. Ich nahm eine Kompresse und plazierte die Salbe. Sie fragte mich ob ich noch etwas reiben könne. X( Ich sagte reiben ist nicht gut das macht alles noch schlimmer. Ich fühlte mich irgendwie mißbraucht.
Ich behandelte sie weiter mit der Salbe, aber nie mehr freundlich , immer kurz und knapp. einmal sagte sie : "Ich weiß, dass dir das unangenehm ist, aber du tust mir doch sooooo guuuuut. " "Ich: " Die Salbe hilft gegen den Juckreiz, nicht ich!" In der Art ging es ständig weiter , manch mal rief sie nach mir , nur damit ich noch mal Salbe drauf machte. Was ich tat, denn ich dachte gleichzeitig, dass ich ihr vieleicht unrecht tue.
Ich glaube als ich jünger war hätten solche Übergriffe mir sehr viel mehr ausgemacht, heute kann ich als ausgebildete Altenpflegerin darüber stehen. Versuch ich zumindest.
Mit Anderen reden hilft-
Marie

chrissi15
09.11.2005, 11:29
Da ich ja ersst 18 Jahre bin wausste ich nicht was ich so machen sollte und irgendwie spielt sich manchmal das alles noch im Kopf ab ob ich mich nicht anders verhalten hätte können, aber danke für eure Tipps und werde auch darüber mit meien Kollegen reden, da es mir vor zwei Tagen so peinlich war und mich dafür geschämt hatte konnte ich darüber noch nicht reden.
Aber ich denke jetzt wird es gehen.

Tschauau Chrissi

Jutti
09.11.2005, 19:59
Hallo Chrissi

da es mir vor zwei Tagen so peinlich war und mich dafür geschämt hatte
Hörmal du, diesen Gedanken schalte ganz schnell aus, du BIST nicht schuld und nicht du solltest dich schämen sondern derjenige, der dich angedatscht hat

Leider wirst du in diesem Beruf damit leben müssen, das es ganz selten leider schon mal vorkommt, das jemand dies versucht. Für uns gestandene Ehefrauen ist des nicht so schlimm, wir ziehen es ins Lustige, halten Distanz und fertisch is, aber dieser Abstand ist einem jungen Mädel sicher noch nicht so gut zur Verfügung.
Mich hat während der Ausbildung zur Arzthelferin ( ich war 16 oder 17 da) mal jemand naggisch beim EKG blöd angemacht, der nicht mal naggisch sein brauchte - heute würde ich blöd fragen, eh, meinste nicht, ich hätt im Krieg nicht schon mehr Elend gesehen als das Deinige? pack ein - lohnt des Blickes nicht - aber so konnte ich damals nicht antworten - ich lief rot an und raus aus dem Raum. aber gelernt habe ich daraus: ich war es nicht SCHULD ich hatte es nicht provoziert!!! also sollte sich derjenige schämen, der dies tut und nicht DU.
Wenn ein Klient sehr dement ist, ist er sich seines Handels sicher auch nicht mehr ganz bewußt und man muss das Problem empathisch lösen - notfalls gehen eben die männlichen Kollegen mal ne Weile in das Zimmer - denn je nach Krankheitszustand ist ja Einsicht nicht unbedingt zu erreichen - nur müssen die weiblichen Kollegen auch geschützt werden.

Ich meine auch, der Vorschlag der Vorposter - im Team darüber zu reden, Erfahrungen genau mit diesem Patienten auszutauschen und konstruktiv an der Problemlösung gemeinsam zu arbeiten, wie gewöhnen wir dem das ab und schützen unsere Mädels und leisten trotzdem eine gute Pflege.

liebe Grüße von Jutti und
KOPF hoch Chrissi

na_also!
10.11.2005, 09:30
ich war 17 jahre alt und habe in meiner Ausbildung zur KPH auf einer Chirugie gearbeitet
das war mein allererste Stationseinsatz..
hinten auf dem Flur, am Ende der Station war ein 5-Bett-Zimmer, dort lagen 5 junge Männer, manche hatten sich beim Unfall ein Bein gebrochen, oder auch einen Arm.
Sie machten sich, wie halt junge Männer manchmal so sind, einen Spaß daraus mich junge, unerfahrene Schwester zu erschrecken.. Ich sollte einem von Ihnen beim Aufstehen nach der Op helfen.. an der Beule, die sich unter seiner Bettdecke bildete, konnte man sein "Werk " deutlich sehen.. er grinste mich blöde an und sagte, "komm hilf mir aus dem Bett!"
Ich lief rot an und rannte aus dem Zimmer.. hinter mir ein höhnisches Gelächter. Eine ältere
Schwester, Marke "Abgebrüht" fragte mich was los sein, und dann sagte ich ihr es. Sie sagte
nur "das haben wir gleich!" und holte ein paar recht große Eisbeutel und ging den Flur hinunter. Ich hörte irgendwann nur einen Schrei und von da ab waren die Typen vom Männerzimmer mir gegenüber sehr nett und zuvorkommend.
Wenn mich heute einer "antatscht", werde ich laut und sage bestimmend, dass ich das nicht möchte! Dabei schaue ich demjenigen genau in die Augen. Es sei denn jemand ist sehr dement, da nehme ich ruhig die Hand weg und übergehe das. Ich nehme es nicht persönlich

WhiteTara
10.11.2005, 14:37
Hallo Chrissi,

ich fürchte solche Situationen kommen immer wieder mal vor und jeder muss für sich einen Weg finden, damit umzugehen.
Wichtig finde ich, ganz klar und deutlich zu machen, dass man selbst solch ein Verhalten nicht mag und sich verbittet! Wenn ein klares "Finger weg!" samt ablehnender Geste den Herrn nicht zur Zurückhaltung bringt oder der es immer wieder versucht, dann würde ich notfalls genau in dem Moment auch die Kollegen hinzurufen. Auf jeden Fall mit den Kollegen drüber sprechen, oft machen die ja ähnliche Erfahrungen und dann kann man im Team gemeinsam überlegen, wie man damit umgehen will.

In der Altenpflege habe ich solche Erlebnisse bisher noch nicht gehabt und genieße es sozusagen, wie ruhig es dort zugeht :) Wir haben einen großen Charmeur,der schon mal mit mir flirtet, aber der hält sich mit Handgreiflichkeiten zurück - somit ist das eher ein amüsantes Spielchen, was keinem zu nahe tritt.

Allerdings kenne ich solche Situationen zu genüge aus meiner Arbeit in einem Wohnheim für schwerst körperbehinderte Menschen (im Alter von 20-80). Halleluja, gerade die jungen Kerle hatten da ganz natürliche Bedürfnisse und stürzten sich regelrecht auf alles, was weiblich war. Als ich dort anfing zu arbeiten, war ich gerade 20 und stand auch erstmal hilflos davor. Zum Glück kannten die Kollegen die Pappenheimer schon und standen mir hilfreich zur Seite und ich war froh mit ihnen drüber reden zu können.
Mit den Arbeitsjahren wurden natürlich auch die Verhältnisse vertrauter, was die Sache nicht einfacher machte: Wenn mich einer blöd anbaggert, dann kann ich das ja noch energisch abblocken. Aber was tut man, wenn man ganz im Vertrauen gefragt wird, ob man dem anderen nicht bei der Selbstbefriedigung helfen kann? Erst dachte ich, ich höre nicht richtig. Merkte aber schnell, dass auch dem anderen dies Thema arg peinlich war und es ihn viel Mut kostete mich darauf anzusprechen. Was soll ein behinderter Mann mit seiner Lust/seinem Dran machen, wenn er er z.B. Aufgrund einer Spastik oder anderer Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst an den Schwanz zu packen??? Irgendwie konnte ich die Not des Mannes ja durchaus nachvollziehen. Mir leuchtete auch ein, dass er sich nicht von irgendwem helfen lassen wollte, sondern lieber von einer vertrauten Person. Wir haben das dann eine ganze Weile miteinander durchdiskutiert - was er sich vorstellt, wo meine Bedenken sind und so weiter.
Schwierig fand ich auch eine Situation, wo sich einer unsterblich in mich verliebt hatte, es aber nichts nutzte ihm zu erklären, dass ich da nicht mitmachen kann. Der junge Mann hatte seit einem Unfall schlimme Schwierigkeiten mit seinem Kurzzeitgedächtnis - vergass ständig wo sein Zimmer ist und lernte auch uns Mitarbeiter jeden Tag neu kennen, weil er uns einfach vergaß. Für ihn war es jeden Tag ein neues freudiges Kennenlernen und der 1. Flirtversuch - für mich ein ewiges Abwehren.
Spaßig hingegen war ein Behinderter, der seiner Lust regelmäßig im Bordell fröhnte. Aber er konnte dort nicht allein hin, brauchte Begleitung und Unterstützung. Meist fand sich ein Zivi, der den Ausflug ins Rotlichtviertel begleiten konnte. Einmal fragte der Herr aber mich, ob ich nicht mitkommen könne, weil er allein nicht losziehen konnte. Er bot mir sogar an, mir einen Mann zu bezahlen, damit ich auch meinen Spaß haben kann. Es fuhr dann doch ein Kollege mit.

Eines ist jedoch immer klar: Wenn einer in der Situation findet, die sexuelle Nähe geht zu weit, dann ist klar eine Grenze überschritten! Und da ist egal, wer da wen antatscht - ob Pfleger die Kollegin, der Bewohner die Pflegerin oder sonst wie. Man muss deutlich machen, wo die eigene Grenze ist - und da muss man sich nicht für schämen, dass man solch eine Grenze setzt!

chrissi15
12.11.2005, 21:49
Hallo Zusammen

Ich wollte mich noch mal für euere Tipps bedanken und euch noch sagen das ich vom Bew die Tochter informiert habe, hätte die vor mir gestanden wäre sie wohl aus den Laschen gekippt. Da sie aber saß und ich ihr das nur am telefon gesagt habe, da sie immer dachte das ihr Vater der Engel ist und alle anderen böse, seht sie das jetzt etwas anders.

Gruß Chrissi